Erwerbsminderungsrente

Aktualisiert: 04. Mai 2017 | Redaktion
Das Wichtigste auf einen Blick

  • Menschen, die aufgrund ihres Gesundheitszustandes dauerhaft nicht mehr voll arbeitsfähig sind, allerdings noch nicht das reguläre Rentenalter erreicht haben, haben unter bestimmten Bedingungen Anspruch auf die “Rente wegen Erwerbsminderung” der Deutschen Rentenversicherung (DRV).
  • Die Rentenhöhe hängt unter anderem davon ab, wie viele Stunden täglich der Betreffende noch arbeiten kann oder könnte. Zwischen drei und sechs Arbeitsstunden pro Tag wird die Hälfte der Erwerbsminderungsrente gezahlt. Die volle Rentenhöhe gibt es von null bis zu drei Arbeitsstunden pro Tag.
  • Je nach Rentenansprüchen kann die Rente wegen Erwerbsminderung individuell unterschiedlich hoch sein. Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung, lag diese Art der Rente für einen Neurentner im Jahre 2017 bei durchschnittlich 716 Euro monatlich.
  • Relevant ist, dass der Rentenversicherte in keinem Beruf mehr voll erwerbsfähig ist. Eine Ausnahme gibt es für alle, die vor 1961 geboren wurden: Hier reicht die Berufsunfähigkeit für den bisher ausgeübten Beruf.

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In unserem Ratgeber “Wissenswertes”

Wann besteht ein Anspruch auf Erwerbsminderungsrente?

Aufgrund von einer schwerwiegenden Krankheit, den gesundheitlichen Folgen eines Unfalls, einer eingetretenen Behinderung oder anderen gesundheitlichen Einschränkungen, kann es sein, dass Menschen längerfristig oder dauerhaft überhaupt nicht mehr oder nur noch teilweise arbeiten können.

Ein Erwerbseinkommen für den Lebensunterhalt fehlt dadurch. Die Existenz ist finanziell gefährdet. Ist das Alter für den Bezug der regulären Altersrente noch nicht erreicht, können Betroffene von der Deutschen Rentenversicherung (DRV) finanziell aufgefangen werden.

Seit dem 01. Januar 2001 gibt es die neu geregelte “Rente wegen Erwerbsminderung” der gesetzlichen Rentenversicherung. Diese ist in § 43 SGB VI (Sozialgesetzbuch – sechstes Buch) gesetzlich geregelt. Sie dient dazu, das Erwerbseinkommen zu ersetzen.

Um einen Anspruch auf die Rente wegen Erwerbsminderung zu haben, müssen grundsätzlich bestimmte Bedingungen erfüllt sein:

  1. Die Altersgrenze für die reguläre Altersrente ist noch nicht erreicht.
  2. Die betreffende Person muss mindestens fünf Jahre vor Eintritt der Erwerbsminderung in der Deutschen Rentenversicherung versichert sein. Dies ist die sogenannte “allgemeine Wartezeit”.
  3. In den letzten fünf Jahren müssen mindestens drei Jahre lang Pflichtbeiträge an die Deutsche Rentenversicherung gezahlt worden sein. Die Beitragszahlung über diesen Zeitraum muss nicht zusammenhängend stattgefunden haben.
  4. Weder eine medizinische noch eine berufliche Rehabilitation würden dabei helfen, wieder voll erwerbsfähig zu werden und für den Lebensunterhalt selbst aufzukommen.
  5. Der Rentenversicherte kann pro Tag grundsätzlich nicht mehr als sechs Stunden arbeiten.

Es wird zwischen einer vollen und einer teilweisen Erwerbsminderung unterschieden. Dieser Unterschied macht sich in der Auszahlung der Rentenhöhe bemerkbar.

Anspruch auf die volle Höhe der jeweils zustehenden Erwerbsminderungsrente haben Sie, wenn Sie aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen überhaupt nicht arbeiten können oder nur maximal drei Stunden pro Tag eine Erwerbstätigkeit ausüben können.

Rollstuhl einer Person mit Erwerbsminderungsrente vor Fenstern

Sind Sie in der Lage, drei bis sechs Stunden täglich zu arbeiten, haben Sie Anspruch auf die Hälfte der Erwerbsminderungsrente. In diesem Fall wird vorausgesetzt, dass Sie beispielsweise einen entsprechenden Teilzeitjob annehmen, aus dem Sie ein ergänzendes Einkommen generieren können.

Gibt es keinen geeigneten Arbeitsplatz für eine erwerbsmäßige Teilzeittätigkeit, sodass deshalb Arbeitslosigkeit eintritt, kann in diesem Fall auch eine Rente wegen voller Erwerbsminderung gewährt werden. (Quelle: Deutsche Rentenversicherung)

Sonderregelung für vor 1961 geborene Generationen

Es spielt für diese Rente prinzipiell keine Rolle, welcher Beruf vor der eingetretenen Erwerbsminderung ausgeübt wurde. Es gibt diesbezüglich jedoch eine Sonderregelung für alle, die vor dem 2. Januar 1961 geboren wurden.

Betroffene dieser Generationen können bereits bei einer Berufsunfähigkeit bezüglich ihrer bislang ausgeübten, erlernten Berufstätigkeit, die Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung erhalten.

Eine Voraussetzung ist, dass durchaus eine Arbeit in einem anderen Beruf von mindestens sechs Stunden täglich möglich ist. Es wird jedoch von der DRV geprüft, ob und inwieweit eine solche Tätigkeit individuell zumutbar ist.

Rente wegen Erwerbsminderung für Selbständige

In der Regel besteht für Selbstständige und Gewerbetreibende keine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung. Diese sind eher auf privater Ebene mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung und privaten Rentenversicherung abgesichert.

Es gibt jedoch eine Reihe an Berufsgruppen unter den selbstständigen Erwerbstätigen, die sehr wohl pflichtversichert sind oder sich freiwillig gesetzlich versichern können. Dies betrifft die gesetzliche Rentenversicherung ebenso wie die Krankenversicherung und Pflegeversicherung.

Zu diesem Kreis gehören vor allem Berufsgruppen, die aus Sicht des Gesetzgebers eine besondere soziale Schutzbedürftigkeit haben, wie zum Beispiel:

  • freiberufliche Künstler
  • Publizisten
  • Hebammen
  • Pfleger
  • Erzieher
  • Lehrer

Als Versicherte in der gesetzlichen Deutschen Rentenversicherung können auch Selbstständige einen Anspruch auf die Rente wegen Erwerbsminderung haben, sofern die generellen Voraussetzungen erfüllt sind.

Die Rentenversicherungsbeiträge müssen Selbstständige jedoch selbst aufbringen. Ein Arbeitgeberanteil ist hier nicht vorhanden.

Es gibt jedoch unter Umständen staatliche Förderungen, wie zum Beispiel bei der Künstlersozialkasse für Künstler und Publizisten. Die Künstlersozialkasse zahlt die eine Hälfte und der Versicherte die andere Hälfte der Versicherungsbeiträge.

Es gibt festgelegte Mindest- und Regelbeiträge für pflichtversicherte und für freiwillig versicherte Selbstständige:

Regelbeitrag für pflichtversicherte Selbstständige

Regelbeitrag 2019 alte Bundesländer579,39 €
Regelbeitrag 2019 neue Bundesländer533,82 €
Mindestbeitrag für freiwillig Versicherte (alle Bundesländer)83,70 € monatlich

Der Beitrag für die gesetzliche Rentenversicherung ist anteilsmäßig darin enthalten. Die Beträge und auch einige gesetzliche Regelungen ändern sich meist jährlich.

Höhe der Erwerbsminderungsrente

Wie viel Rente wegen Erwerbsminderung Ihnen monatlich zusteht, hängt von dem Rentenanspruch Ihrer persönlichen Situation ab.

Es gibt verschiedene Faktoren, die die individuelle Höhe festlegen. Dazu gehört in erster Linie, wie hoch Ihre regelmäßigen Beiträge sind, oder bislang waren, und wie viele Jahre Sie bereits Zahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung geleistet haben.

Des Weiteren kommt es auf die Höhe der Entgeltpunkte an, die sich durch die gezahlten Beiträge und andere Aspekte während der gesamten Versicherungszeit angehäuft haben bzw. gutgeschrieben wurden.

Gestapelte Münzen vor Uhr Wartezeit Erwerbsminderungsrente

In den Entgeltpunkten werden auch berufliche Zeiten, wie z. B. für Ausbildung und Studium sowie staatlich gezahlte Beiträge (z. B. hinsichtlich Agentur für Arbeit/Jobcenter, Arbeitslosigkeit, Krankenkasse, Wehrdienst, Freiwilligendienst, Kindererziehung und Krankheiten) angerechnet.

Kurzum, alles, was im Verlauf Ihres bisherigen Berufslebens an Beitragszahlungen, Förderungen und Berücksichtigungen insgesamt zusammengekommen ist. Alle zusammenaddierten Entgeltpunkte werden mit dem jeweils aktuellen Rentenwert vervielfältigt, um die Rentenhöhe zu berechnen.

Nicht zuletzt ist auch die Zeitdifferenz bis zum Beginn der regulären Altersrente von entscheidender Bedeutung. Der sogenannte Zugangsfaktor verringert sich mit jedem Monat und Jahr, für den oder das Sie eine vorzeitige Rente bezüglich der Regelaltersgrenze beanspruchen.

Beantragen Sie eine vorzeitige Rente, also vor der regulären Altersgrenze, werden Abschläge von mindestens 0,3 Prozent bis maximal 10, 8 Prozent abgezogen. Auskunft über all dies gibt Ihnen Ihr alljährlicher Rentenbescheid der Deutschen Rentenversicherung.

Praxis-Tipp: Die jährlichen Rentenbescheide der Deutschen Rentenversicherung sollten ein Leben lang gut aufbewahrt werden.

In jedem Rentenbescheid wird auch darauf aufmerksam gemacht, dass es sich bei den “voraussichtlich” ermittelten und angegebenen Werten, eher um Richtwerte handelt.

Es gibt einige Einflussfaktoren, die diese Werte jederzeit verändern können. Dazu gehören zum Beispiel aktuelle oder künftig höher ausfallende Rentenanpassungen und Lohnentwicklungen sowie auch wirtschaftliche Veränderungen hinsichtlich allgemein steigender Lebenshaltungskosten, Kaufkraft und Inflation (Geldentwertung).

Die Ermittlung der Rente (auch wegen Erwerbsminderung) berechnet sich grundsätzlich wie folgt:

Individuelle monatliche Rente = Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x aktueller Rentenwert x dem Faktor der Rentenart

Der aktuelle Rentenwert beträgt seit 01.07.2019 33,05 Euro für ansässige Versicherte in den alten Bundesländern (ehemals Westdeutschland genannt) und 31,89 Euro für alle in den neuen Bundesländern (ehemals Ostdeutschland/DDR). Ab dem 01.07.2020 steigen die Beträge auf 34,19 Euro (alte Bundesländer) und 33,23 Euro (neue Bundesländer).

Der Rentenfaktor richtet sich nach der Art der Rente. Für die reguläre Altersrente und auch für die Rente wegen voller Erwerbsminderung ist der Faktor 1,0 als höchster Wert festgelegt. Eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung wird mit dem Rentenartfaktor 0,5 (die Hälfte) berechnet.

Positive Veränderungen gibt es hinsichtlich der Zurechnungszeiten als elementarer Bestandteil der Entgeltpunkte und damit der Höhe der Erwerbsminderungsrente. Es handelt sich dabei um die Zeit zwischen dem Eintritt der Erwerbsminderung und des gesetzlichen regulären Rentenalters.

Hintergrund: Seit dem Jahr 2014 wird theoretisch von einer zunehmend verlängerten Zurechnungszeit bezüglich der Regelaltersrente ausgegangen. Es wird quasi rechnerisch angenommen, dass die Rentenbeiträge schon bis zum Beginn der Regelaltersgrenze gezahlt worden wären.

Dies hat vor allem Vorteile für alle, die in einem schon relativ jungen Alter eine Rente wegen Erwerbsminderung beantragen müssen. Diese würden sonst aufgrund weniger Berufsjahre und damit verbundener fehlender Beitragszahlungen benachteiligt werden. Das würde schließlich bedeuten, dass die Rente wegen Erwerbsminderung extrem oder nutzlos niedrig ausfallen kann. Auf diese Weise fällt die Rente wegen Erwerbsminderung höher aus.

Ein Euro Münzen gestapelt

Begann die Erwerbsminderungsrente ab dem 1. Januar 2019, richtet sich die Zurechnungszeit auf ein Lebensalter von 65 Jahren und acht Monaten aus. Bei Renten, die ab dem 01. Januar 2020 starten, verlängert sich die Zurechnungszeit schrittweise kontinuierlich auf das theoretische Rentenalter in Jahren und Monaten bis Ende 2030.

Beispiel: Ab 2020 erfolgt die Anhebung der Zurechnungszeit auf das 65. Lebensjahr und 9 Monate. Ab dem Jahr 2023 steigt es auf das 66. Lebensjahr an. Die Entwicklung endet ab dem Jahr 2031 mit der Zurechnungszeit auf das 67. Lebensjahr. In jedem Fall jedoch spätestens mit dem Beginn der individuellen Altersrente.

Diese Zurechnungszeiten beziehen sich immer auf das Jahr der Antragstellung bzw. des Beginns der Rentenzahlung. Bei fortlaufenden Weiterbewilligungen der Renten wegen Erwerbsminderung finden die künftigen Zurechnungszeiten keine Berücksichtigung.

Wartezeit – was wird angerechnet?

Eine entscheidende Bedingung für die Rente wegen Erwerbsminderung ist die allgemeine Wartezeit. Diese sieht eine bereits erfolgte Versicherungszeit von mindestens fünf Jahren in der gesetzlichen Rentenversicherung vor, bevor die Erwerbsminderung eingetreten ist. In dieser Zeit müssen insgesamt mindestens drei Jahre lang Pflichtbeiträge gezahlt worden sein.

Es werden dabei auch beispielsweise folgende Leistungsbezüge und Zeiten anerkannt und angerechnet.

  • Arbeitslosengeld
  • Arbeitslosengeld II während des Zeitraums zwischen Januar 2005 bis Dezember 2010
  • Übergangsgeld
  • Zeiten mit Minijob
  • Zeiten der Kindererziehung für die ersten drei Lebensjahre eines Kindes
  • Zeiten der häuslichen Pflege (nicht erwerbsmäßig)
  • Beitragszahlungen auf freiwilliger Basis
  • Versorgungsausgleich bei einer Scheidung
  • Rentensplitting unter Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartnern

Konnten die Pflichtbeiträge unverschuldet drei Jahre lang in den letzten fünf Jahren nicht gezahlt werden, zum Beispiel wegen einer Schwangerschaft oder Arbeitsunfähigkeit, wird diese Zeit herausgerechnet.

Stattdessen wird der Zeitraum von fünf Jahren vorteilhaft zurück in die weitere Vergangenheit verlängernd verlegt. So kann gegebenenfalls die Zahlung der Pflichtbeiträge von insgesamt drei Jahren erreicht und nachgewiesen werden.

Eine Rentenberechtigung kann auch bei Nichterfüllung dieser Bedingungen vorliegen, wenn z. B. vor 1984 die fünfjährige Wartezeit erfüllt wurde und ab diesem Jahr bis zum Eintreten der Erwerbsminderung Anwartschaftserhaltungszeiten bestehen. Darunter fallen z. B. freiwillige Beiträge oder auch unter bestimmten Bedingungen die Arbeitslosigkeit.

Die fünfjährige Wartezeit gilt auch nicht, wenn eine volle oder teilweise Erwerbsminderung aus folgenden Gründen vorliegt:

  • Arbeitsunfall
  • Berufskrankheit
  • Beschädigung durch Wehrdienst oder Zivildienst
  • Politische Inhaftierung

In diesen Fällen reicht eine einzige Beitragszahlung in die gesetzliche Rentenversicherung aus.

Die Wartezeit von fünf Jahren muss auch nicht erfüllt sein, wenn:

  • binnen sechs Jahren nach Abschluss einer Ausbildung eine volle Erwerbsminderung vorliegt.
  • zwei Jahre vor Eintritt einer Erwerbsminderung wenigstens 12 Monate lang Pflichtbeiträge für eine versicherte Berufstätigkeit gezahlt wurden.

Dieser zweijährige Zeitraum kann sich um die Zeit einer schulischen Ausbildung nach dem 17. Lebensjahr auf maximal sieben Jahre verlängern.

Für die Rente wegen voller Erwerbsminderung kann ferner eine Wartezeit von 20 Jahren gelten. Zum Beispiel für Behinderte, die ohne Unterbrechung voll erwerbsgemindert sind und beispielsweise in diesem Zeitraum in einer Behindertenwerkstatt arbeiteten.

Wie erfolgt die Antragstellung?

Die Rente wegen Erwerbsminderung gibt es nicht ohne einen Antrag. Es kann jedoch bis zu sieben Monate dauern, bis der Antrag bearbeitet und bewilligt wurde. Bis dahin kann oft ein Anspruch auf Krankengeld von der Krankenkasse oder andere Sozialleistungen geltend gemacht werden, die bei der finanziellen Überbrückung helfen.

Praxis-Tipp: Es wird empfohlen, mindestens drei Monate vor Rentenbeginn den Antrag einzureichen. So kann ein zeitlich nahtloser Übergang der Zahlungen erfolgen.

Für die Antragstellung einer Rente sind neben einer Reihe an Formularen zahlreiche Unterlagen und Dokumente einzureichen. Für die Rente wegen Erwerbsminderung sind folgende Nachweise besonders wichtig:

  • Befunde und Unterlagen von Ärzten
  • Namen und Anschriften der jeweiligen Ärzte und gegebenenfalls Krankenhäuser
  • Auflistungen sämtlicher Gesundheitsstörungen oder gesundheitlicher Probleme
  • Angaben über ärztliche Untersuchungen durch öffentliche Stellen, wie z. B. Krankenkasse, Agentur für Arbeit, Jobcenter, Künstlersozialkasse und/oder Berufsgenossenschaften
  • Daten zu bisherigen Krankenhaus- und Rehabilitationsaufenthalten
  • Aufstellung aller erfolgten beruflichen Tätigkeiten in chronologischer Reihenfolge

Auf der Seite der Deutschen-Rentenversicherung finden Sie eine übersichtliche Aufstellung der benötigten Unterlagen.

Eine umfassende Beratung und Unterstützung zur Antragsstellung erhalten Sie kostenlos bei den Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung. Nehmen Sie Kontakt auf und vereinbaren Sie einfach einen Termin. Die erforderlichen Formulare können Sie online auf der Webseite der Deutschen Rentenversicherung herunterladen oder sich per Post zusenden lassen.

Für den Fall der Fälle, dass Ihr Antrag auf Rente wegen Erwerbsminderung abgelehnt wurde, können Sie zunächst Widerspruch einlegen. Dieser muss binnen eines Monats eingereicht werden. Die Frist ist rechtlich entscheidend.

Am besten und sichersten senden Sie den Widerspruch per Einschreiben mit der Post ab. Sie können den Widerspruch jedoch auch persönlich bei der Deutschen Rentenversicherung vorbringen.

Praxis-Tipp: Achten Sie stets auf bestätigte, unterschriebene Protokolle (insbesondere bei mündlichen Vor- oder Absprachen), sowie auf Kopien der Unterlagen und sonstige schriftliche Dokumentationen im Verlauf der Antragstellung und des Bearbeitungsprozesses.

Wird später zum Beispiel nach erneuter Ablehnung eine Klage vor dem Sozialgericht eingereicht, der Verlauf nachvollzogen, ein anderer Rentenantrag gestellt oder eine sonstige Angelegenheit verhandelt, werden diese Unterlagen als Nachweise benötigt.

Ein Verfahren vor dem Sozialgericht ist generell kostenlos. Es ist zu empfehlen, einen zugelassenen Rechtsbeistand (Anwalt) mit einer Spezialisierung auf Sozialrecht hinzuzuziehen.

Dauer der Erwerbsminderungsrente

Die Rente wegen Erwerbsminderung wird für gewöhnlich für einen befristeten Zeitraum bewilligt. Die Befristung für Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit erfolgt nach Rentenbeginn längsten drei Jahre. Die Rente kann anschließend durch Folgeanträge wiederkehrend verlängert werden (§ 102 Abs. 2 SGB VI).

Hat sich die Gesundheitssituation zwischenzeitlich von beispielsweise voll erwerbsgemindert auf teilweise erwerbsgemindert verbessert, wird die Erwerbsminderungsrente entsprechend auf die Hälfte gekürzt. Die Rente wegen Erwerbsminderung wird längstens bis zum Eintritt in die reguläre Altersrente gezahlt.

Wieviel darf ich hinzuverdienen?

Trotz des Bezugs einer Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit darf Einkommen hinzuverdient werden. Seit dem 01. Juli 2017 ist der Hinzuverdienst in dem Flexirentengesetz geregelt. Renten und Einkommen können dadurch flexibel kombiniert werden. Es gilt jedoch, bestimmte Grenzen einzuhalten.

Im Falle einer Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung wird generell eine berufstätige Teilzeitbeschäftigung erwartet. Die Hinzuverdienstgrenze wird hier individuell festgelegt und orientiert sich an dem höchsten beitragspflichtigen Jahreseinkommen der letzten 15 Jahre.

Hand hält einhundert Euro Schein Hinzuverdienst zur Erwerbsminderungsrente

Der Hinzuverdienst gilt für ein Kalenderjahr. Liegt das Einkommen über der ermittelten Grenze, wird der Übertrag durch 12 geteilt. Von dem Ergebnis werden 40 Prozent von der monatlichen Rente abgezogen.

Bei einer Rente wegen voller Erwerbsminderung gilt eine festgelegte Hinzuverdienstgrenze in Höhe von 6.300 Euro pro Kalenderjahr. Ein Jahresverdienst über diesem Betrag wird ebenfalls durch 12 Monate geteilt und mit 40 Prozent auf die bewilligte monatliche Rente angerechnet.

Wichtige Fragen – kurz beantwortet

Wird die BU-Rente auf die Erwerbsminderungsrente angerechnet?
Nein. Die private Berufsunfähigkeitsrente (BU-Rente) wird nicht mit der gesetzlichen Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit verrechnet. Angerechnet werden nur Arbeitseinkommen und Arbeitsentgelte, was diese Versicherungsleistungen nicht sind.
Wie lange dauert es, bis der Rentenantrag durch ist?
Es ist mit einer Bearbeitungszeit von mindestens drei Monaten zu rechnen, bis über den Rentenantrag entschieden wird.
Wann wird eine Erwerbsminderungsrente versteuert?
Die Rentenbesteuerung betrifft auch Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit. Seit der Inkraftsetzung des Alterseinkünftegesetzes am 01. Januar 2005 werden Renten nachgelagert versteuert. Wird der Grundfreibetrag gemäß § 32a Einkommensteuergesetz überschritten, wird die entsprechende Differenz versteuert. Dafür werden die Aufwendungen für die Altersvorsorge zunehmend steuerfrei.
Was bedeutet Grundsicherung bei Erwerbsminderung?
Die sogenannte “Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung” nach § 41 SGB XII ist eine Sozialleistung für ältere und dauerhaft voll erwerbsgeminderte Personen, die ihren nötigen Lebensunterhalt vom Einkommen nicht ausreichend bestreiten können. Leistungsberechtigt sind unter anderem Personen, die das 18. Lebensjahr, aber noch nicht die Regelaltersgrenze erreicht haben und voll erwerbsgemindert im Sinne des § 43 Abs. 2 SGB VI (Erwerbsminderungsrente) sind.

Hier beginnen nun die Praxistipps zur Findung eines geeigneten Anbieters:

Die beste Vorgehensweise

  • Lassen Sie die gesundheitlich erwerbsmindernde Einschränkung durch einen Arzt feststellen.
  • Für den Erhalt der Erwerbsminderungsrente muss ein Antrag bei der DRV gestellt werden.
  • Benötigen Sie Hilfe, können Sie vorab einen Beratungstermin bei der Deutschen Rentenversicherung vereinbaren.
  • Es ist zu empfehlen, den Rentenantrag mindestens drei Monate vor dem geplanten Rentenbeginn einzureichen.
  • Im Falle einer Ablehnung des Rentenantrags können Sie Widerspruch einlegen und folgend gegebenenfalls eine kostenlose Klage vor dem Sozialgericht einreichen. Unterstützung und einen Rechtsbeistand finden Sie zum Beispiel bei einem Sozialverband und/oder einem Anwalt für Sozialrecht.
  • Sehr häufig ist die Höhe der Erwerbsminderungsrente für den Lebensunterhalt nicht ausreichend. Je nach Situation gibt es Alternativen oder ergänzende Möglichkeiten, wie beispielsweise die Grundsicherung nach dem Sozialgesetzbuch oder den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Es ist zu empfehlen, diesbezüglich eine Fachberatung in Anspruch zu nehmen. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Berufsunfähigkeitsversicherung.
  • Nutzen Sie für einen Überblick vorab den Online-Tarifvergleich zur Berufsunfähigkeitsversicherung.