Auto Leasing

Wie funktioniert Auto Leasing?

Als erstes eine unvermeidbare Definition 😉

„Das Fahrzeugleasing ist die laufzeitgebundene Überlassung eines neuen oder gebrauchten Pkw vom Leasinggeber (Autohaus) an den Leasingnehmer (Kunde). Dieser bezahlt fĂŒr die Nutzung monatlich eine vertraglich fixierte Leasingrate. Nach Ende der im Leasingvertrag vereinbarten Laufzeit (meist zwischen 12 und 60 Monate) geht das Fahrzeug wieder zurĂŒck in den Besitz des Leasinggebers.“

Vergleiche das Leasingprinzip einfach mit einer Miete: WĂ€hrend der gesamten Vertragslaufzeit ist das Fahrzeug immer im Eigentum der Leasinggesellschaft. Du bist als Leasingnehmer zeitlich befristeter Halter des Autos – es gehört Dir nicht!

Ist Auto Leasing privat sinnvoll?

Es herrscht die weit verbreitete Meinung, dass sich das Pkw-Leasing nur fĂŒr Gewerbetreibende lohnt. In der Tat profitieren Unternehmen und SelbststĂ€ndige beim Leasing von steuerlichen Vorteilen. Die monatlichen Raten sind vom Gewinn abzuziehen und somit von der Steuer absetzbar.

Wenn Du Dir jĂ€hrlich oder alle zwei bis drei Jahre ein neues Fahrzeug zulegen möchtest, fĂŒr den ist Leasing sicher eine interessante Möglichkeit. Auch der zumeist stressige Verkauf und verlustreiche eines alten Fahrzeugs fĂ€llt beim Leasing weg, da es nach Vertragsablauf zurĂŒck an den Leasinggeber geht.

Statistik: Die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) hat herausgefunden, dass inzwischen sich bereits 17 Prozent der Privatkunden dafĂŒr entscheiden, ein neues Auto zu leasen!

Das private Autoleasing lohnt sich,
wenn Du in Bezug auf Dein Auto flexibel bleiben möchtest und es bevorzugst, mit aktuellen Modellen unterwegs zu sein.

FĂŒr wen lohnt es sich nicht?

Wenn Du gerne ein Auto besitzen oder Dein Eigentum nennen möchtest, ist das Leasing eher nichts fĂŒr Dich, denn:

  • das Leasingauto ist ĂŒber die gesamte Dauer in Besitz der Leasinggesellschaft.
  • eine vorzeitige KĂŒndigung des Leasingvertrags ist kaum möglich.

Wer sich fĂŒr ein Leasingfahrzeug entscheidet, sollte sich sicher sein, dass er die monatlichen Leasingraten ĂŒber die gesamte Laufzeit bezahlen kann.

Weiterhin ist die sorgfĂ€ltige Fahrzeugpflege sehr wichtig. Der Leasingnehmer haftet fĂŒr alle MĂ€ngel, die ĂŒber das im Leasingvertrag festgesetzte Maß hinaus gehen und kann am Vertragsende dafĂŒr zur Kasse gebeten werden.

LeasingĂŒbernahme als Alternative zur VertragskĂŒndigung:
FĂŒr Leasingnehmer, die vorzeitig aus dem LeasingverhĂ€ltnis ausscheiden möchten, besteht die Möglichkeit einer „LeasingĂŒbernahme“.

Damit werden die Rechte und Pflichten aus dem bestehenden Leasingvertrag auf einen neuen Leasingnehmer ĂŒbertragen.

Die Umschreibung ist jedoch mit Kosten verbunden – je nach Hersteller bis zu 700 Euro – und wurde mittlerweile bei einigen Leasingbanken auf GeschĂ€ftskunden beschrĂ€nkt.

Was sind Vorteile und Nachteile?

VorteileNachteile
Niedrigere Raten im Vergleich zur Finanzierung:
Nicht das Fahrzeug, sondern lediglich dessen Nutzung wird bezahlt.
Fahrzeug bleibt Eigentum der Leasinggesellschaft:
Wer ein Fahrzeug besitzen möchte, kauft oder finanziert besser.
Planungssicherheit:
Die vertraglich vereinbarten Raten sind fix.
Keine vorzeitige VertragskĂŒndigung:
Wer sich fĂŒr Leasing entscheidet, sollte sicherstellen, dass er die Raten ĂŒber die gesamte Laufzeit begleichen kann.
FlexibilitÀt:
Der Leasingnehmer selbst legt fest, wie lange er das Auto leasen möchte.
Womöglich hohe Kosten bei RĂŒckgabe:
Der Leasingnehmer kommt fĂŒr jegliche MĂ€ngel auf, die ĂŒber das vertraglich festgelegte Maß hinausgehen. Beim Restwertleasing besteht zudem die Gefahr einer Nachzahlung durch nicht erreichten Restwert.
Stetiger Modellwechsel:
Nach Ende der Vertragslaufzeit steigt der Leasingnehmer auf ein neues bzw. aktuelles Auto um.
Stetige finanzielle Belastung:
Wer dem Leasing treu bleibt, zahlt durchgehend Raten und belastet somit stets das eigene Konto.
Weniger Reparaturen:
Meist handelt es sich um Neuwagen mit Herstellergarantie. Verschleißreparaturen gelten als unwahrscheinlich.
An Vorgaben des Leasinggebers gebunden:
Als EigentĂŒmer entscheidet der Leasinggeber ĂŒber das Auto. So auch bei Reparaturen, die in der Regel in teuren HerstellerwerkstĂ€tten durchgefĂŒhrt werden mĂŒssen.
Kein Verkaufsaufwand:
Das Leasingfahrzeug geht nach Vertragsende zurĂŒck an den Leasinggeber.
Leasinggeber trÀgt Wertverlust (nur beim Kilometerleasing!):
den Wertverlust z.B. aufgrund politischer Entscheidungen (Diesel-Krise) trÀgt der Leasinggeber.
All-inclusive- /Full-Service-Leasing:
Leasing inklusive Wartung, Versicherung und Kfz-Steuer als sorgenfreies Rundum-Paket.
Steuervorteil beim GeschÀftsleasing:
Gewerbetreibende können die Leasingraten von der Steuer absetzen.

Was kostet Auto Leasing?

Die monatliche Leasingrate hÀngt von verschiedenen Faktoren ab. Als Beispiel nehme ich das hÀufig gewÀhlte Kilometerleasing.

Hier wird auf Basis des Fahrzeugneupreises der monatliche Wertverfall bezahlt, der je nach Vertragsdauer und Kilometerleistung höher oder niedriger ausfĂ€llt. Dazu kommt eine GebĂŒhr fĂŒr den Leasinggeber, der natĂŒrlich auch am LeasinggeschĂ€ft verdienen möchte.

  1. Faktor: Vertragsdauer
    In den ersten zwei bis drei Jahren ist der Wertverfall eines Fahrzeugs am höchsten. In den Folgejahren pendelt sich der Verlust jedoch auf fĂŒnf bis sechs Prozent ein.
    Daher gilt: Je höher die Vertragsdauer, desto geringer die monatliche Rate.

  2. Faktor: JĂ€hrliche Kilometerleistung
    Der Kilometerstand hat grossen Einfluss auf den Fahrzeugwert.
    Daher gilt: Je höher die Fahrleistung, desto höher die monatliche Leasingrate.

Beispielrechnung:

KonditionenVW Golf ComfortlineVolvo XC90 Momentum
Bruttolistenpreis26.000 Euro72.460 Euro
Vertragsdauer36 Monate36 Monate
Fahrleistung10.000 Kilometer10.000 Kilometer
Leasingrate185 Euro599 Euro
Gesamt6.600 Euro21.564 Euro
Stand: 01/2019, Quelle: LeasingMarkt.de

Wo gibt es die besten Angebote?

Liste der drei grĂ¶ĂŸten herstellerunabhĂ€ngigen Online-Leasinganbieter. Hier kannst Du in Ruhe nach Leasing-Angeboten stöbern:

LeasingMarkt.de

5 wichtige Fragen und Antworten

Welche Dokumente brauche ich fĂŒr einen Leasingvertrag?
Privatleasing: Eine ausgefĂŒllte Selbstauskunft, eine Ausweiskopie sowie die letzten drei Gehaltsnachweise einreichen. AuslĂ€ndische Personen mĂŒssen zudem eine Aufenthaltsgenehmigung mit MeldebestĂ€tigung vorlegen.
GeschĂ€ftsleasing: Gewerbetreibende mĂŒssen außerdem einen Handelsregister-Auszug und eine Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) beilegen. Einzelunternehmer und Freiberufler benötigen einen Bescheid des Steuerberaters, der Art und Beginn der SelbststĂ€ndigkeit beinhaltet sowie einen Nachweis fĂŒr die Eintragung in eine Kammer oder Berufsregister.
Kann ich das Auto Leasing vorzeitig beenden und kĂŒndigen?
Eine vorzeitige KĂŒndigung des Leasingvertrags ist in der Regel nicht zulĂ€ssig. Es gibt aber die Möglichkeit einer LeasingĂŒbernahme. Dabei wird der bestehende Vertrag auf eine andere Person ĂŒbertragen.
Wie kann ich die Leasingkosten von der Steuer absetzen?
Den steuerlichen Vorteil beim Leasing können nur Unternehmen und Gewerbetreibende in Anspruch nehmen. Die Leasingraten sind von der Steuer absetzbar, die Höhe hĂ€ngt vom betrieblichen Nutzungsanteil ab. Wird der Firmenwagen auch privat genutzt, ist dies ein geldwerter Vorteil, der versteuert werden muss. FĂŒr die Ermittlung des geldwerten Vorteils kann zwischen der 1-Prozent-Methode (pauschal 1 Prozent des Fahrzeug-Bruttolistenpreises), oder dem FĂŒhren eines Fahrtenbuches gewĂ€hlt werden.
Ist Auto Leasing auch ohne SCHUFA Auskunft möglich?
Nein – beim Auto Leasing ist eine positive SCHUFA Auskunft erforderlich.
Welche Versicherung muss ich abschließen?
Der Leasingnehmer ist vertraglich dazu verpflichtet, das Leasingfahrzeug Vollkasko zu versichern. Außerdem sollte die Vollkasko eine sogenannte „GAP-Deckung“ beinhalten, die bei Totalschaden oder Diebstahl die Differenz zwischen dem von der Versicherung ermittelten Wiederbeschaffungswert und dem vom Leasinggeber geforderten Ablösewert abdeckt.

Auto Leasing ohne oder mit Anzahlung?

Du hast auch die Möglichkeit, zu Beginn des Leasingvertrags eine Anzahlung zu leisten. Das kann Erspartes sein oder ein Fahrzeug, das beim HĂ€ndler in Zahlung gegeben wird. Die Anzahlungssumme verteilt sich dann anteilig auf die Leasingraten – und Deine monatliche Belastung sinkt.

Wir erweitern das Beispiel um eine Anzahlung, dann sieht die Berechnung so aus:

KonditionenVW Golf ComfortlineVolvo XC90 Momentum
Bruttolistenpreis26.000 Euro72.460 Euro
Vertragsdauer36 Monate36 Monate
Fahrleistung10.000 Kilometer10.000 Kilometer
Leasingrate185 Euro599 Euro
Gesamt6.600 Euro21.564 Euro
+ Anzahlung1.800 Euro5.400 Euro
Leasingrate mit Anzahlung135 Euro449 Euro
Gesamt mit Anzahlung4.800 Euro16.164 Euro

Kilometerleasing oder Restwertleasing?

Beim Leasing musst Du die Entscheidung zwischen dem Kilometerleasing und dem Restwertleasing treffen. Die ist aber einfach:

1. Kilometerleasing
Das Kilometerleasing basiert auf Deiner jÀhrlichen Fahrleistung als Leasingnehmer. Diese kannst du frei bestimmen, beispielsweise 10.000 km, 30.000 km oder auch mehr. Auf Basis Deiner Kilometerangabe und der Vertragsdauer berechnet der Leasinggeber die monatliche Leasingrate.

Je höher die jÀhrliche Kilometerleistung, desto höher auch die Leasingrate.

FÀhrst Du als Leasingnehmer wÀhrend der Vertragsdauer mehr als die vereinbarten Kilometer, musst Du nachzahlen. Sind es weniger, bekommst Du eine Erstattung.

FĂŒr eine Nachzahlung oder Erstattung legt der Leasinggeber zu Vertragsbeginn eine Pauschale fest: Mehrkilometer werden durchschnittlich mit 0,05 bis 0,15 Euro/km berechnet, bei Minderkilometern gibt es eine RĂŒckzahlung von 0,02 bis 0,07 Euro/km.

Wichtig fĂŒr Dich:
Leasinggesellschaften arbeiten hÀufig mit einer Toleranz von +/- 2500 km. Innerhalb dieser Spanne wird keine Nachberechnung oder Erstattung stattfinden.

2. Restwertleasing
Beim Restwertleasing kalkuliert der Leasinggeber bereits vor Vertragsbeginn den Restwert des Fahrzeugs nach Ablauf des Leasingvertrages.

Je höher der ermittelte Restwert, desto niedriger die monatlichen Leasingraten.

Aber Vorsicht! Um Kunden ein attraktives Angebot zu machen und um die Leasingrate möglichst niedrig zu halten, berechnen einige Leasinggesellschaften den Restwert sehr optimistisch. Dies kann Dir am Vertragsende zum VerhĂ€ngnis werden. Denn wird der ermittelte Restwert bei RĂŒckgabe des Leasingautos nicht erreicht, musst Du fĂŒr die Differenzkosten aufkommen. Nicht selten betragen diese dann mehrere Tausend Euro.

Die Marktlage ist wĂ€hrend der Vertragsdauer unvorhersehbar und der vorab kalkulierte Fahrzeugwert kann durch Faktoren wie einen Imageverlust des Herstellers oder aufgrund politischer Entscheidungen (aktuell Dieselkrise) negativ beeinflusst werden. Das Risiko fĂŒr Dich, dass der Restwert am Ende nicht erreicht wird, ist zu hoch.

Fazit:
Entscheide Dich am besten fĂŒr das Kilometerleasing!

Auto leasen, kaufen oder finanzieren?

Einfach gesagt – es kommt darauf an 🙂 Ich gebe hier ein paar Beispiele:

Beispiel 1:
Du möchtest ein neues Auto ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum zu behalten und hast die finanziellen Mittel, es direkt in voller Summe zu bezahlen?
Dann wÀhle die Option Barkauf.

Der Grund: Meistens gewĂ€hren AutoverkĂ€ufer beim Barkauf deutliche Rabatte – teilweise von bis zu 10 Prozent. Anders als bei der Finanzierung oder beim Leasing muss der HĂ€ndler nĂ€mlich keinen Zahlungsausfall des Kunden befĂŒrchten – dieses ausbleibende Risiko belohnt er mit einem vergĂŒnstigten Kaufpreis. Außerdem zeigen sich AutohĂ€ndler verhandlungsfreudiger mit attraktiven Zugaben wie eine Sonderausstattung oder ein kostenloser Satz Winterreifen.

Wenn Du nicht ĂŒber das nötige Budget verfĂŒgst und trotzdem von den Vorteilen eines Barkaufs profitieren möchtest, dann kannst Du im Vorfeld einen Bankkredit aufzunehmen, der anschließend in Form von monatlichen Raten getilgt wird.

Wichtig:
BarkÀufer sollten sichergehen, dass sie sich bei direkter Zahlung des gesamten Fahrzeugpreises nicht der Gefahr einer Verschuldung aussetzen und darauf achten, dass mögliche andere Finanzierungen, wie zum Beispiel ein Immobilienkauf, dadurch nicht negativ beeinflusst werden.

Beispiel 2:
Du bist in einem sicheren ArbeitsverhĂ€ltnis, hast ein regelmĂ€ĂŸiges Einkommen, bist jedoch finanziell nicht in der Lage, den gewĂŒnschten Wagen bar zu kaufen? FĂŒr Dich steht der Besitz des Fahrzeugs im Vordergrund, denn Du möchtest ihn möglichst lange fahren?
Dann wÀhle die Option Finanzierung.

Diese kannst Du direkt ĂŒber die Herstellerbank des Autohauses abschliessen, wobei natĂŒrlich Zinsen anfallen. Hier kann sich ein Kreditvergleich lohnen. Du bist nicht an die Herstellerbank gebunden, sondern kannst auch bei jeder anderen Bank einen Kredit aufnehmen – und das vielleicht zu besseren Konditionen. Dieser „fremde“ Kredit kann dann wie im Beispiel 1 zum Barkauf genutzt werden.

Wichtig:
Der Kauf eines Fahrzeugs – egal ob bar oder finanziert – lohnt sich finanziell nur dann, wenn die Haltedauer mindestens fĂŒnf bis sieben Jahre betrĂ€gt oder es sich um ein wertstabiles Modell handelt. Wenn Du Dich frĂŒhzeitig von dem Wagen trennst, musst Du mit einem VerlustgeschĂ€ft rechnen. Denn im ersten Jahr verliert das Fahrzeug rund ein Viertel seines Neupreises, nach drei Jahren bereits die HĂ€lfte.

Beispiel 3:
Du möchtest Dich nicht lange an ein Fahrzeug binden? Am liebsten möchtest Du jedes Jahr ein neues Modell fahren? Der Besitz eines Autos spielt keine ĂŒbergeordnete Rolle fĂŒr Dich?
Dann ist das Leasing die gĂŒnstigste Variante. Es bietet mehrere Möglichkeiten, um zu sparen:

  • Schutz durch Herstellergarantie: Jeder Wechsel auf ein neues Leasingfahrzeug bedeutet auch eine erneute Herstellergarantie, die vor teuren Reparaturen schĂŒtzt.
  • Kein Wertverlust: Beim Leasing kann Dir der Wertverlust des Autos egal sein (gilt nur fĂŒr Kilometer-Leasing!). Du zahlst nur fĂŒr dessen Nutzung und gibst dieses am Ende der Vertragslaufzeit zurĂŒck an den Leasinggeber. Der Verkauf ist somit Sache des HĂ€ndlers.
  • Hochpreisige Autos werden erschwinglich: Leasingraten sind grundsĂ€tzlich niedriger als Finanzierungsraten, da sie sich nicht auf den Neupreis des Fahrzeugs beziehen, sondern nur auf dessen Wertverfall. Daher kommen auch Modelle infrage, die sonst außerhalb des finanziellen Spielraums liegen.
  • Als Gewerbetreibender Steuern sparen: Beim GeschĂ€ftsleasing können die monatlichen Leasingraten von der Steuer abgesetzt werden.

Was Du noch wissen solltest

1. Welche Möglichkeiten habe ich nach Ende der Laufzeit?

  • RĂŒckgabe (hĂ€ufig):
    Die meisten Leasingnehmer entscheiden sich fĂŒr die RĂŒckgabe des Autos. Danach leasen sie ein neues Modell mit dem aktuellen Stand der Technik.
  • Anschluss-Leasingvertrag (seltener):
    Du hast auch die Möglichkeit, den Leasingvertrag zu verlĂ€ngern. Wenn Du Dich noch nicht von Deinem Auto trennen möchtest, kannst Du es weiterleasen – und zwar zu besseren Konditionen. Denn die Basis fĂŒr die Berechnung der Leasingrate bildet nun der Restwert und nicht wie zu Beginn der Neupreis.
  • Kauf bzw. Finanzierung (selten):
    Je nach Vertragsart besteht fĂŒr Dich die Möglichkeit, das Leasingauto im Anschluss zu ĂŒbernehmen. In dem Fall wird der aktuelle Marktwert fĂ€llig – in bar oder mit einer Anschlussfinanzierung.
Wichtiger Tipp:
Du hast leider kein grundsÀtzliches Recht auf den Kauf des Leasingautos oder eine VerlÀngerung des Leasingvertrags. Hier suchst Du am besten das GesprÀch mit dem Leasinggeber. Noch besser: Du hast Dir diese Möglichkeiten bereits vor Leasingbeginn zusichern lassen.

2. Leasingangebote vergleichen mithilfe des Leasingfaktors

Eine Frage, die sich automatisch bei der Suche nach einem passenden Leasingfahrzeug stellt: Wie gut ist das Angebot, das mir der HĂ€ndler macht?

Als objektiver Vergleichswert kann hier der Leasingfaktor dienen, der auf Basis folgender Parameter berechnet wird:

  • Leasingrate
  • Bruttolistenpreis
  • Im Falle einer Anzahlung: Anzahlungssumme und Vertragslaufzeit

Die entsprechenden Werte mĂŒssen dann in folgende Formeln eingesetzt werden:

1. Leasing ohne Anzahlung: Rate / Bruttolistenpreis x 100
2. Leasing mit Anzahlung: Rate + (Anzahlung / Vertragslaufzeit) / Bruttolistenpreis x 100

Bei der anschließenden Bewertung des Leasingfaktors gilt: Je niedriger der Leasingfaktor, desto besser das Angebot. Liegt der Leasingfaktor unter 1,1 ist es ein gutes Angebot. Ein Wert unter 0,9 ist ein sehr gutes Angebot und ist der Leasingfaktor kleiner als 0,7 unterbreitet der HĂ€ndler ein Top-Angebot!

Damit der Angebotsvergleich aussagekrĂ€ftig ist, mĂŒssen allerdings folgende Bedingungen erfĂŒllt sein:

  • Nur identische Fahrzeuge oder zumindest gleiche Fahrzeugklassen vergleichen.
  • Privat- und Gewerbeangebote nur untereinander vergleichen.
  • Kilometerleistung und Vertragsdauer sollten ĂŒbereinstimmen.
  • Bei Angeboten mit Anzahlung muss diese unbedingt mit eingerechnet werden.

Ein Vergleich verschiedener Angebote anhand des Leasingfaktors fĂŒr das identische Fahrzeug (Bruttolistenpreis: 56.200 Euro, Leasingdauer 36 Monate) kann wie folgt aussehen:

Nr.RateAnzahlungFaktor
1349 Euro0 Euro0,62
2339 Euro1000 Euro0,65
3329 Euro1500 Euro0,71
Fazit:
Angebot ist sehr gute, aber Angebot 1 und 2 sind sogar Top-Angebote. Dient der Leasingfaktor allein als Entscheidungsgrundlage, dann sollte Deine Wahl jedoch auf Angebot 1 mit einem Faktor von 0,62 fallen.

3. Welche versteckten Kosten beim Leasing gibt es?

Versteckte Kosten beim Leasing gibt es grundsÀtzlich nicht! Aber achte auf folgendes:

  • Restwertleasing:
    Das Restwertleasing ist eine Kostenfalle. Wird der von der Leasinggesellschaft zu Leasingbeginn ermittelte Restwert des Fahrzeugs nach Vertragsablauf nicht erreicht, trÀgt der Leasingnehmer die Differenzkosten zwischen tatsÀchlichem und festgelegtem Restwert. Daher schliesse stattdessen besser ein Kilometerleasing-Vertrag ab.
  • LeasingrĂŒckgabe:
    Am Ende des Leasingvertrags wird das Fahrzeug im Auftrag der Leasinggesellschaft von einem unabhĂ€ngigen SachverstĂ€ndigen – hĂ€ufig DEKRA oder TÜV – auf mögliche MĂ€ngel geprĂŒft. SchĂ€den, die ĂŒber das im Leasingvertrag vereinbarte Maß hinausgehen, werden dem Leasingnehmer in Rechnung gestellt. Zu Beginn des LeasingverhĂ€ltnisses wird eine vollstĂ€ndige Übersicht darĂŒber erstellt, welche MĂ€ngel das zulĂ€ssige Maß ĂŒberschreiten und wann es sich um altersbedingte Abnutzungserscheinungen handelt.
  • Mehrkilometer:
    Wird die beim Kilometerleasing vereinbarte Fahrleistung ĂŒberschritten, muss pro mehr gefahrenen Kilometer eine im Leasingvertrag festgelegte Pauschale bezahlt werden.
  • Versicherung und Kfz-Steuer:
    Die Kosten fĂŒr Versicherung und Kfz-Steuer trĂ€gt in der Regel der Fahrzeughalter, also der Leasingnehmer. Beim Leasing ist er grundsĂ€tzlich vertraglich dazu verpflichtet, eine Vollkasko-Versicherung abzuschließen.
  • Inspektion, TÜV und Reparaturen:
    Auch fĂŒr die Inspektions-, TÜV- und mögliche Reparaturkosten, die nicht von der Herstellergarantie abgedeckt werden, muss der Leasingnehmer aufkommen. Die Wartung oder Reparatur von Leasingfahrzeugen muss je nach Leasingvertrag in einer zertifizierten Herstellerwerkstatt erfolgen, die zumeist teurer ist als eine freie Werkstatt.
  • ÜberfĂŒhrungskosten:
    Der Leasinggeber verlangt fĂŒr die ÜberfĂŒhrung oder Bereitstellung des Leasingfahrzeugs eine einmalige GebĂŒhr. Diese belĂ€uft sich in der Regel auf 500 bis 1000 Euro und ist transparent im Leasingvertrag aufgefĂŒhrt.
  • Zulassungskosten:
    Der Leasingnehmer muss das Leasingfahrzeug anmelden und trĂ€gt auch die Kosten fĂŒr die Zulassung.
Rundum-Sorglos-Pakete:
Die meisten Leasinggesellschaften bieten gebĂŒhrenpflichtige Zusatzleistungen an, die je nach Umfang die Kosten fĂŒr Reparaturen, Wartungen und Versicherung mit einschliessen. Das nennt sich Full-Service- bzw. All-inclusive-Leasing oder Wartungs- und Verschleißpaket. Vorteil: Die Fahrzeug-Nebenkosten sind in der monatlichen Rate eingerechnet, sodass die Gesamtkosten fĂŒr das Leasing direkt ersichtlich sind.