Special: Auto Leasing

Hier erkläre ich Dir, wie das Auto Leasing funktioniert, worauf Du bei einem Leasingvertrag achten solltest und nenne alle Vor- und Nachteile. Ausserdem verrate ich, was das Fahrzeugleasing kostet und wo es die besten Angebote gibt.

Auto Leasing im Autohaus

Was ist und wie funktioniert Auto Leasing?

Als erstes eine unvermeidbare Definition 😉

Das Fahrzeugleasing ist die laufzeitgebundene Überlassung eines neuen oder gebrauchten Pkw vom Leasinggeber (Autohaus) an den Leasingnehmer (Kunde). Dieser bezahlt für die Nutzung monatlich eine vertraglich fixierte Leasingrate. Nach Ende der im Leasingvertrag vereinbarten Laufzeit (meist zwischen 12 und 60 Monate) geht das Fahrzeug wieder zurück in den Besitz des Leasinggebers.“

Vergleiche das Leasingprinzip einfach mit einer Miete: Während der gesamten Vertragslaufzeit ist das Fahrzeug immer im Eigentum der Leasinggesellschaft. Du bist als Leasingnehmer zeitlich befristeter Halter des Autos – es gehört Dir nicht!

Auto Leasing Privat: ist es sinnvoll und lohnt es sich?

Es herrscht die weit verbreitete Meinung, dass sich das Pkw-Leasing nur für Gewerbetreibende lohnt. In der Tat profitieren Unternehmen und Selbstständige beim Leasing von steuerlichen Vorteilen. Die monatlichen Raten sind vom Gewinn abzuziehen und somit von der Steuer absetzbar.

Das private Autoleasing lohnt sich für Dich, wenn Du in Bezug auf Dein Auto flexibel bleiben möchtest und es bevorzugst, mit aktuellen Modellen unterwegs zu sein.

Wenn Du Dir jährlich oder alle zwei bis drei Jahre ein neues Fahrzeug zulegen möchtest, für den ist Leasing sicher eine interessante Möglichkeit. Auch der zumeist stressige Verkauf und verlustreiche eines alten Fahrzeugs fällt beim Leasing weg, da es nach Vertragsablauf zurück an den Leasinggeber geht.

Ein bisschen Statistik: Die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) hat herausgefunden, dass inzwischen sich bereits rund 17 Prozent der Privatkunden dafür entscheiden, ein neues Auto zu leasen!

Für wen lohnt es sich nicht?

Wenn Du aber gerne ein Auto besitzen oder Dein Eigentum nennen möchtest, ist das Leasing eher nichts für Dich. Das Leasingauto ist über die gesamte Dauer in Besitz der Leasinggesellschaft. Auch musst Du wissen, dass eine vorzeitige Kündigung des Leasingvertrags kaum möglich ist.

Wer sich für ein Leasingfahrzeug entscheidet, sollte sich sicher sein, dass er die monatlichen Leasingraten über die gesamte Laufzeit bezahlen kann. Darüber hinaus steht die sorgfältige Fahrzeugpflege insbesondere beim Auto-Leasing im Fokus. Der Leasingnehmer haftet für alle Mängel, die über das im Leasingvertrag festgesetzte Maß hinaus gehen und kann am Vertragsende dafür zur Kasse gebeten werden.

Leasingübernahme als Alternative zur Vertragskündigung: Für Leasingnehmer, die vorzeitig aus dem Leasingverhältnis ausscheiden möchten, besteht die Möglichkeit einer „Leasingübernahme“. Damit werden die Rechte und Pflichten aus dem bestehenden Leasingvertrag auf einen neuen Leasingnehmer übertragen. Die Umschreibung ist jedoch mit Kosten verbunden – je nach Hersteller bis zu 700 Euro – und wurde mittlerweile bei einigen Leasingbanken auf Geschäftskunden beschränkt.

Wo gibt es die besten Angebote?

Liste der herstellerunabhängigen Online-Leasinganbieter. Hier kannst Du in Ruhe nach Leasing-Angeboten stöbern:

  1. LeasingMarkt.de
  2. Sixt-Leasing
  3. LeasePlan

Welche Vor- und Nachteile habe ich beim Auto Leasing?

Leasing Vorteile & Nachteile – besser als Finanzierung? | Leasing einfach erklärt 🚘 LeasingMarkt.de

Vorteile
Nachteile
Niedrigere Raten im Vergleich zur Finanzierung: Nicht das Fahrzeug, sondern lediglich dessen Nutzung wird bezahlt.
Fahrzeug bleibt Eigentum der Leasinggesellschaft: Wer ein Fahrzeug besitzen möchte, kauft oder finanziert besser.
Planungssicherheit: Die vertraglich vereinbarten Raten sind fix.
Keine vorzeitige Vertragskündigung: Wer sich für Leasing entscheidet, sollte sicherstellen, dass er die Raten über die gesamte Laufzeit begleichen kann.
Flexibilität: Der Leasingnehmer selbst legt fest, wie lange er das Auto leasen möchte.
Womöglich hohe Kosten bei Rückgabe: Der Leasingnehmer kommt für jegliche Mängel auf, die über das vertraglich festgelegte Maß hinausgehen. Beim Restwertleasing besteht zudem die Gefahr einer Nachzahlung durch nicht erreichten Restwert.
Stetiger Modellwechsel: Nach Ende der Vertragslaufzeit steigt der Leasingnehmer auf ein neues bzw. aktuelles Auto um.
Stetige finanzielle Belastung: Wer dem Leasing treu bleibt, zahlt durchgehend Raten und belastet somit stets das eigene Konto.
Weniger Reparaturen: Meist handelt es sich um Neuwagen mit Herstellergarantie. Verschleißreparaturen gelten als unwahrscheinlich.
An Vorgaben des Leasinggebers gebunden: Als Eigentümer entscheidet der Leasinggeber über das Auto. So auch bei Reparaturen, die in der Regel in teuren Herstellerwerkstätten durchgeführt werden müssen.
Kein Verkaufsaufwand: Das Leasingfahrzeug geht nach Vertragsende zurück an den Leasinggeber.
Leasinggeber trägt Wertverlust (nur beim Kilometerleasing!): den Wertverlust z.B. aufgrund politischer Entscheidungen (Diesel-Krise) trägt der Leasinggeber.
All-inclusive- /Full-Service-Leasing: Leasing inklusive Wartung, Versicherung und Kfz-Steuer als sorgenfreies Rundum-Paket.
Steuervorteil beim Geschäftsleasing: Gewerbetreibende können die Leasingraten von der Steuer absetzen.

Was kostet Auto Leasing?

Die monatliche Leasingrate hängt von verschiedenen Faktoren ab. Als Beispiel nehme ich das häufig gewählte Kilometerleasing.

Hier wird auf Basis des Fahrzeugneupreises der monatliche Wertverfall bezahlt, der je nach Vertragsdauer und Kilometerleistung höher oder niedriger ausfällt. Dazu kommt eine Gebühr für den Leasinggeber, der natürlich auch am Leasinggeschäft verdienen möchte.

  1. Faktor: Vertragsdauer
    In den ersten zwei bis drei Jahren ist der Wertverfall eines Fahrzeugs am höchsten. In den Folgejahren pendelt sich der Verlust jedoch auf fünf bis sechs Prozent ein.
    Daher gilt: Je höher die Vertragsdauer, desto geringer die monatliche Rate.
  2. Faktor: Jährliche Kilometerleistung
    Der Kilometerstand hat grossen Einfluss auf den Fahrzeugwert.
    Daher gilt: Je höher die Fahrleistung, desto höher die monatliche Leasingrate.

Beispielrechnung:

Konditionen
VW Golf Comfortline
Volvo XC90 Momentum
Bruttolistenpreis
26.000 Euro
72.460 Euro
Vertragsdauer
36 Monate
36 Monate
Fahrleistung
10.000 Kilometer
10.000 Kilometer
Leasingrate
185 Euro
599 Euro
Gesamt
6.600 Euro
21.564 Euro

Stand: 01/2019, Quelle: LeasingMarkt.de

Fazit: Beim VW Golf belaufen sich die Leasinggesamtkosten auf 6.600 Euro ohne Nebenkosten (36 x 185 Euro). Beim deutlich teureren Volvo XC90 sind es schon 21.564 Euro ohne Nebenkosten (36 x 599 Euro).

Auto Leasing ohne oder mit Anzahlung?

Du hast auch die Möglichkeit, zu Beginn des Leasingvertrags eine Anzahlung zu leisten. Das kann Erspartes sein oder ein Fahrzeug, das beim Händler in Zahlung gegeben wird. Die Anzahlungssumme verteilt sich dann anteilig auf die Leasingraten – und Deine monatliche Belastung sinkt.

Wir erweitern das Beispiel um eine Anzahlung, dann sieht die Berechnung so aus:

Konditionen
VW Golf Comfortline
Volvo XC90 Momentum
Bruttolistenpreis
26.000 Euro
72.460 Euro
Vertragsdauer
36 Monate
36 Monate
Fahrleistung
10.000 Kilometer
10.000 Kilometer
Leasingrate
185 Euro
599 Euro
Gesamt
6.600 Euro
21.564 Euro
+ Anzahlung
1.800 Euro
5.400 Euro
Leasingrate mit Anzahlung
135 Euro
449 Euro
Gesamt mit Anzahlung
4.800 Euro
16.164 Euro

Kilometerleasing oder Restwertleasing?

Beim Leasing musst Du die Entscheidung zwischen dem Kilometerleasing und dem Restwertleasing treffen. Die ist aber einfach:

1. Kilometerleasing
Das Kilometerleasing basiert auf Deiner jährlichen Fahrleistung als Leasingnehmer. Diese kannst du frei bestimmen, beispielsweise 10.000 km, 30.000 km oder auch mehr. Auf Basis Deiner Kilometerangabe und der Vertragsdauer berechnet der Leasinggeber die monatliche Leasingrate.

Es gilt: Je höher die jährliche Kilometerleistung, desto höher auch die Rate.

Fährst Du als Leasingnehmer während der Vertragsdauer mehr als die vereinbarten Kilometer, musst Du nachzahlen. Sind es weniger, bekommst Du eine Erstattung.

Für eine Nachzahlung oder Erstattung legt der Leasinggeber zu Vertragsbeginn eine Pauschale fest: Mehrkilometer werden durchschnittlich mit 0,05 bis 0,15 Euro/km berechnet, bei Minderkilometern gibt es eine Rückzahlung von 0,02 bis 0,07 Euro/km.

Wichtig für Dich: Leasinggesellschaften arbeiten häufig mit einer Toleranz von +/- 2500 km. Innerhalb dieser Spanne wird keine Nachberechnung oder Erstattung stattfinden.

2. Restwertleasing
Beim Restwertleasing kalkuliert der Leasinggeber bereits vor Vertragsbeginn den Restwert des Fahrzeugs nach Ablauf des Leasingvertrages.

Es gilt: Je höher der ermittelte Restwert, desto niedriger die monatlichen Leasingraten.

Aber Vorsicht! Um Kunden ein attraktives Angebot zu machen und um die Leasingrate möglichst niedrig zu halten, berechnen einige Leasinggesellschaften den Restwert sehr optimistisch. Dies kann Dir am Vertragsende zum Verhängnis werden. Denn wird der ermittelte Restwert bei Rückgabe des Leasingautos nicht erreicht, musst Du für die Differenzkosten aufkommen. Nicht selten betragen diese dann mehrere Tausend Euro.

Die Marktlage ist während der Vertragsdauer unvorhersehbar und der vorab kalkulierte Fahrzeugwert kann durch Faktoren wie einen Imageverlust des Herstellers oder aufgrund politischer Entscheidungen (aktuell Dieselkrise) negativ beeinflusst werden. Das Risiko für Dich, dass der Restwert am Ende nicht erreicht wird, ist zu hoch.

Fazit: Entscheide Dich daher am besten für das Kilometerleasing!

Auto leasen, kaufen oder finanzieren?

Einfach gesagt – es kommt darauf an 🙂 Ich gebe hier ein paar Beispiele:

Beispiel 1:
Du möchtest ein neues Auto über einen längeren Zeitraum zu behalten und hast die finanziellen Mittel, es direkt in voller Summe zu bezahlen?
Dann wähle die Option Barkauf.

Der Grund: Meistens gewähren Autoverkäufer beim Barkauf deutliche Rabatte – teilweise von bis zu 10 Prozent. Anders als bei der Finanzierung oder beim Leasing muss der Händler nämlich keinen Zahlungsausfall des Kunden befürchten – dieses ausbleibende Risiko belohnt er mit einem vergünstigten Kaufpreis. Außerdem zeigen sich Autohändler verhandlungsfreudiger mit attraktiven Zugaben wie eine Sonderausstattung oder ein kostenloser Satz Winterreifen.

Wenn Du nicht über das nötige Budget verfügst und trotzdem von den Vorteilen eines Barkaufs profitieren möchtest, dann kannst Du im Vorfeld einen Bankkredit aufzunehmen, der anschließend in Form von monatlichen Raten getilgt wird.

Wichtig: Barkäufer sollten sichergehen, dass sie sich bei direkter Zahlung des gesamten Fahrzeugpreises nicht der Gefahr einer Verschuldung aussetzen und darauf achten, dass mögliche andere Finanzierungen, wie zum Beispiel ein Immobilienkauf, dadurch nicht negativ beeinflusst werden.

Beispiel 2:
Du bist in einem sicheren Arbeitsverhältnis, hast ein regelmäßiges Einkommen, bist jedoch finanziell nicht in der Lage, den gewünschten Wagen bar zu kaufen? Für Dich steht der Besitz des Fahrzeugs im Vordergrund, denn Du möchtest ihn möglichst lange fahren?
Dann wähle die Option Finanzierung.

Diese kannst Du direkt über die Herstellerbank des Autohauses abschliessen, wobei natürlich Zinsen anfallen. Hier kann sich ein Kreditvergleich lohnen. Du bist nicht an die Herstellerbank gebunden, sondern kannst auch bei jeder anderen Bank einen Kredit aufnehmen – und das vielleicht zu besseren Konditionen. Dieser „fremde“ Kredit kann dann wie im Beispiel 1 zum Barkauf genutzt werden.

Wichtig: Der Kauf eines Fahrzeugs – egal ob bar oder finanziert – lohnt sich finanziell nur dann, wenn die Haltedauer mindestens fünf bis sieben Jahre beträgt oder es sich um ein wertstabiles Modell handelt. Wenn Du Dich frühzeitig von dem Wagen trennst, musst Du mit einem Verlustgeschäft rechnen. Denn im ersten Jahr verliert das Fahrzeug rund ein Viertel seines Neupreises, nach drei Jahren bereits die Hälfte.

Beispiel 3:
Du möchtest Dich nicht lange an ein Fahrzeug binden? Am liebsten möchtest Du jedes Jahr ein neues Modell fahren? Der Besitz eines Autos spielt keine übergeordnete Rolle für Dich?
Dann ist das Leasing die günstigste Variante. Es bietet mehrere Möglichkeiten, um zu sparen:

  • Schutz durch Herstellergarantie: Jeder Wechsel auf ein neues Leasingfahrzeug bedeutet auch eine erneute Herstellergarantie, die vor teuren Reparaturen schützt.
  • Kein Wertverlust: Beim Leasing kann Dir der Wertverlust des Autos egal sein (gilt nur für Kilometer-Leasing!). Du zahlst nur für dessen Nutzung und gibst dieses am Ende der Vertragslaufzeit zurück an den Leasinggeber. Der Verkauf ist somit Sache des Händlers.
  • Hochpreisige Autos werden erschwinglich: Leasingraten sind grundsätzlich niedriger als Finanzierungsraten, da sie sich nicht auf den Neupreis des Fahrzeugs beziehen, sondern nur auf dessen Wertverfall. Daher kommen auch Modelle infrage, die sonst außerhalb des finanziellen Spielraums liegen.
  • Als Gewerbetreibender Steuern sparen: Beim Geschäftsleasing können die monatlichen Leasingraten von der Steuer abgesetzt werden.

Was Du noch wissen solltest

1. Welche Möglichkeiten habe ich nach Ende der Laufzeit?

  • Rückgabe (häufig):
    Die meisten Leasingnehmer entscheiden sich für die Rückgabe des Autos. Danach leasen sie ein neues Modell mit dem aktuellen Stand der Technik.
  • Anschluss-Leasingvertrag (seltener):
    Du hast auch die Möglichkeit, den Leasingvertrag zu verlängern. Wenn Du Dich noch nicht von Deinem Auto trennen möchtest, kannst Du es weiterleasen – und zwar zu besseren Konditionen. Denn die Basis für die Berechnung der Leasingrate bildet nun der Restwert und nicht wie zu Beginn der Neupreis.
  • Kauf bzw. Finanzierung (selten):
    Je nach Vertragsart besteht für Dich die Möglichkeit, das Leasingauto im Anschluss zu übernehmen. In dem Fall wird der aktuelle Marktwert fällig – in bar oder mit einer Anschlussfinanzierung.
Wichtiger Tipp: Du hast leider kein grundsätzliches Recht auf den Kauf des Leasingautos oder eine Verlängerung des Leasingvertrags. Hier suchst Du am besten das Gespräch mit dem Leasinggeber. Noch besser: Du hast Dir diese Möglichkeiten bereits vor Leasingbeginn zusichern lassen.

2. Leasingangebote vergleichen mithilfe des Leasingfaktors

Eine Frage, die sich automatisch bei der Suche nach einem passenden Leasingfahrzeug stellt: Wie gut ist das Angebot, das mir der Händler macht?

Als objektiver Vergleichswert kann hier der Leasingfaktor dienen, der auf Basis folgender Parameter berechnet wird:

  • Leasingrate
  • Bruttolistenpreis
  • Im Falle einer Anzahlung: Anzahlungssumme und Vertragslaufzeit

Die entsprechenden Werte müssen dann in folgende Formeln eingesetzt werden:

1. Leasing ohne Anzahlung: Rate / Bruttolistenpreis x 100
2. Leasing mit Anzahlung: Rate + (Anzahlung / Vertragslaufzeit) / Bruttolistenpreis x 100

Bei der anschließenden Bewertung des Leasingfaktors gilt: Je niedriger der Leasingfaktor, desto besser das Angebot. Liegt der Leasingfaktor unter 1,1 ist es ein gutes Angebot. Ein Wert unter 0,9 ist ein sehr gutes Angebot und ist der Leasingfaktor kleiner als 0,7 unterbreitet der Händler ein Top-Angebot!

Damit der Angebotsvergleich aussagekräftig ist, müssen allerdings folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Nur identische Fahrzeuge oder zumindest gleiche Fahrzeugklassen vergleichen.
  • Privat- und Gewerbeangebote nur untereinander vergleichen.
  • Kilometerleistung und Vertragsdauer sollten übereinstimmen.
  • Bei Angeboten mit Anzahlung muss diese unbedingt mit eingerechnet werden.

Ein Vergleich verschiedener Angebote anhand des Leasingfaktors für das identische Fahrzeug (Bruttolistenpreis: 56.200 Euro, Leasingdauer 36 Monate) kann wie folgt aussehen:

Angebot
Monatl. Rate
Anzahlung
Leasing-Faktor
1
349 Euro
0 Euro
0,62
2
339 Euro
1000 Euro
0,65
3
329 Euro
1500 Euro
0,71
Fazit:Angebot ist sehr gute, aber Angebot 1 und 2 sind sogar Top-Angebote. Dient der Leasingfaktor allein als Entscheidungsgrundlage, dann sollte Deine Wahl jedoch auf Angebot 1 mit einem Faktor von 0,62 fallen.

3. Welche versteckten Kosten beim Leasing gibt es?

Versteckte Kosten beim Leasing gibt es grundsätzlich nicht! Aber achte auf folgendes:

  • Restwertleasing:
    Das Restwertleasing ist eine Kostenfalle. Wird der von der Leasinggesellschaft zu Leasingbeginn ermittelte Restwert des Fahrzeugs nach Vertragsablauf nicht erreicht, trägt der Leasingnehmer die Differenzkosten zwischen tatsächlichem und festgelegtem Restwert. Daher schliesse stattdessen besser ein Kilometerleasing-Vertrag ab.
  • Leasingrückgabe:
    Am Ende des Leasingvertrags wird das Fahrzeug im Auftrag der Leasinggesellschaft von einem unabhängigen Sachverständigen – häufig DEKRA oder TÜV – auf mögliche Mängel geprüft. Schäden, die über das im Leasingvertrag vereinbarte Maß hinausgehen, werden dem Leasingnehmer in Rechnung gestellt. Zu Beginn des Leasingverhältnisses wird eine vollständige Übersicht darüber erstellt, welche Mängel das zulässige Maß überschreiten und wann es sich um altersbedingte Abnutzungserscheinungen handelt.
  • Mehrkilometer:
    Wird die beim Kilometerleasing vereinbarte Fahrleistung überschritten, muss pro mehr gefahrenen Kilometer eine im Leasingvertrag festgelegte Pauschale bezahlt werden.
  • Versicherung und Kfz-Steuer:
    Die Kosten für Versicherung und Kfz-Steuer trägt in der Regel der Fahrzeughalter, also der Leasingnehmer. Beim Leasing ist er grundsätzlich vertraglich dazu verpflichtet, eine Vollkasko-Versicherung abzuschließen.
  • Inspektion, TÜV und Reparaturen:
    Auch für die Inspektions-, TÜV- und mögliche Reparaturkosten, die nicht von der Herstellergarantie abgedeckt werden, muss der Leasingnehmer aufkommen. Die Wartung oder Reparatur von Leasingfahrzeugen muss je nach Leasingvertrag in einer zertifizierten Herstellerwerkstatt erfolgen, die zumeist teurer ist als eine freie Werkstatt.
  • Überführungskosten:
    Der Leasinggeber verlangt für die Überführung oder Bereitstellung des Leasingfahrzeugs eine einmalige Gebühr. Diese beläuft sich in der Regel auf 500 bis 1000 Euro und ist transparent im Leasingvertrag aufgeführt.
  • Zulassungskosten:
    Der Leasingnehmer muss das Leasingfahrzeug anmelden und trägt auch die Kosten für die Zulassung.
Rundum-Sorglos-Pakete: Die meisten Leasinggesellschaften bieten gebührenpflichtige Zusatzleistungen an, die je nach Umfang die Kosten für Reparaturen, Wartungen und Versicherung mit einschliessen. Das nennt sich Full-Service- bzw. All-inclusive-Leasing oder Wartungs- und Verschleißpaket. Vorteil: Die Fahrzeug-Nebenkosten sind in der monatlichen Rate eingerechnet, sodass die Gesamtkosten für das Leasing direkt ersichtlich sind.

5 wichtige Fragen und Antworten

Welche Dokumente brauche ich für einen Leasingvertrag?
Privatleasing: Eine ausgefüllte Selbstauskunft, eine Ausweiskopie sowie die letzten drei Gehaltsnachweise einreichen. Ausländische Personen müssen zudem eine Aufenthaltsgenehmigung mit Meldebestätigung vorlegen.
Geschäftsleasing: Gewerbetreibende müssen außerdem einen Handelsregister-Auszug und eine Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) beilegen. Einzelunternehmer und Freiberufler benötigen einen Bescheid des Steuerberaters, der Art und Beginn der Selbstständigkeit beinhaltet sowie einen Nachweis für die Eintragung in eine Kammer oder Berufsregister.
Kann ich das Auto Leasing vorzeitig beenden und kündigen?
Eine vorzeitige Kündigung des Leasingvertrags ist in der Regel nicht zulässig. Es gibt aber die Möglichkeit einer Leasingübernahme. Dabei wird der bestehende Vertrag auf eine andere Person übertragen.
Wie kann ich die Leasingkosten von der Steuer absetzen?
Den steuerlichen Vorteil beim Leasing können nur Unternehmen und Gewerbetreibende in Anspruch nehmen. Die Leasingraten sind von der Steuer absetzbar, die Höhe hängt vom betrieblichen Nutzungsanteil ab. Wird der Firmenwagen auch privat genutzt, ist dies ein geldwerter Vorteil, der versteuert werden muss. Für die Ermittlung des geldwerten Vorteils kann zwischen der 1-Prozent-Methode (pauschal 1 Prozent des Fahrzeug-Bruttolistenpreises), oder dem Führen eines Fahrtenbuches gewählt werden.
Ist Auto Leasing auch ohne SCHUFA Auskunft möglich?
Nein – beim Auto Leasing ist eine positive SCHUFA Auskunft erforderlich.
Welche Versicherung muss ich abschließen?
Der Leasingnehmer ist vertraglich dazu verpflichtet, das Leasingfahrzeug Vollkasko zu versichern. Außerdem sollte die Vollkasko eine sogenannte „GAP-Deckung“ beinhalten, die bei Totalschaden oder Diebstahl die Differenz zwischen dem von der Versicherung ermittelten Wiederbeschaffungswert und dem vom Leasinggeber geforderten Ablösewert abdeckt.
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Über den Autor

Thomas Nissen

Thomas Nissen

Gründer und Experte vom Wissensportal Arbeitsgemeinschaft-Finanzen.de
Sein Motto: Verbraucherorientiert informieren, Hilfestellungen geben und Produkte kritisch beleuchten.

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