Zahnzusatzversicherung

Aktualisiert: 22. April 2020 | Thomas Nissen
Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Kosten für den Zahnersatz können hoch sein – dennoch oder gerade deshalb müssen gesetzlich versicherte Personen einen Teil dieser Zahnarztkosten selbst zahlen.
  • Dieser Eigenanteil sowie die Kosten für privat abgerechnete Behandlungen werden ganz oder teilweise von Zahnzusatzversicherungen übernommen.
  • Den richtigen Zeitpunkt für den Abschluss einer Zahnzusatzversicherung zu finden ist schwierig. Personen, die zu lange warten, haben oft nicht mehr die Chance, ihre Zähne zu versichern oder müssen sich mit eingeschränkten Leistungen zufrieden geben.
  • Wird die Zahnzusatzversicherung schon in jungen Jahren abgeschlossen, werden jahrelang Beiträge gezahlt, ohne dass die Versicherung in Anspruch genommen wird.
  • Lohnenswert ist eine Zahnzusatzversicherung, wenn Sie glauben, in der nächsten Zeit mit großen und teuren Behandlungen konfrontiert zu sein.

Im folgenden Video finden Sie alle wichtigen Informationen zur Zahnzusatzversicherung zusammengefasst:

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In unserem Ratgeber “Wissenswertes”

Der Verlust eines Zahnes ist ärgerlich – aber kein Weltuntergang. Schließlich gibt es Zahnärzte, die fast jedes Problem beheben können. Leider kostet diese Problemlösung oft eine ganze Stange Geld. Geld, dass die gesetzliche Krankenkasse nicht vollständig erstattet.

Auch der Eigenanteil, der nach der Erstattung durch die GKV übrig bleibt, ist meist noch relativ hoch und kostet oft mehr, als so manch einer auf seinem Sparbuch liegen hat. Unterstützung bekommen Sie in einem solchen Fall von Ihrer Zahnzusatzversicherung – insofern Sie diese schon vor der Planung der Zahnbehandlung abgeschlossen haben.

Doch lohnt sich eine solche Versicherung tatsächlich oder gibt es auch Nachteile und Fallstricke, die Sie beachten müssen?

Zahnersatz – das zahlt die gesetzliche Krankenkasse

Übernommen wird von der gesetzlichen Krankenversicherung nämlich grundsätzlich nur die Hälfte der entstandenen Kosten einer sogenannten Regelversorgung.

Für gesetzlich Versicherte kann Zahnersatz sehr teuer werden. Gemeint sind mit der Regelversorgung alle Behandlungen, die zweckmäßig und aus medizinischer Sicht völlig ausreichend sind.

Das trifft beispielsweise dann zu, wenn Sie einen oder mehrere Seitenzähne verloren haben und diese dann durch eine Krone, eine herausnehmbare Teilprotese oder eine Brücke aus Metall ersetzt werden. Welche Leistung in Ihrem individuellen Fall zur Regelversorgung zählt und wie viel Geld die Krankenkasse für diese zusteuern muss, wurde von den Krankenkassen und Zahnärzten festgelegt.

Anhand dieser Festlegung wird also bestimmt, welche Zahnbehandlung der Zahnarzt bei Ihnen durchführen darf, wenn Sie maximal die Hälfte der Leistung bezahlen können oder wollen.

Der Zuschuss der Krankenkasse kann sich auf 70 Prozent erhöhen, wenn Sie ein Bonusheft besitzen und dieses in den letzten fünf Jahren regelmäßig abgestempelt wurde.

Einen Stempel erhalten Sie immer dann, wenn Sie den Zahnarzt das erste Mal im Jahr für eine Vorsorgeuntersuchung aufsuchen. Der Zuschuss auf die Regelversorgung steigt auf 65 Prozent, wenn Sie Stempel über die letzten zehn Jahre vorweisen können.

Rechenbeispiel für eine Krone in einem vollständigen Gebiss

Gesamtkosten für Standardversorgung569,82 Euro
Festzuschuss TK ohne Bonus161,95 Euro
Festzuschuss
mit 5 Jahren-Bonusheft
194,34 Euro
(+20 %)
Festzuschuss
mit 10 Jahren-Bonusheft
210,54 Euro
(+30 %)
Quelle: Aktuelle Festzuschussbeträge Techniker Krankenkasse (Stand: 01.01.2020) Quelle: Aktuelle Festzuschussbeträge Techniker Krankenkasse (Stand: 01.01.2020).

Folglich zahlen Sie mindestens 35 Prozent – im Regelfall sogar 50 Prozent der Kosten für den Zahnersatz selbst. In besonderen Ausnahmefällen kann es allerdings auch dazu kommen, dass die gesetzliche Krankenversicherung bis zu 100 Prozent der Kosten übernimmt. Inzwischen gibt es allerdings einen Beschluss der Bundesregierung, der am 1. Oktober 2020 in Kraft tritt. Ab diesem Zeitpunkt werden die Festzuschüsse der Krankenkasse für Zahnersatz auf 60 Prozent erhöht – das sind immerhin 10 Prozent mehr als zuvor.

Wer nun auch weiterhin ein lückenlos geführtes Bonusheft vorweisen kann, erhält anstelle von 60 Prozent 65 Prozent bei Stempeln in fünf darauf folgenden Jahren. Wurde das Bonusheft sogar zehn Jahre lückenlos bestempelt, erhält der Versicherte nun 70 Prozent seiner Kosten in der Regelversorgung erstattet.

Entscheiden Sie sich für eine andere Versorgung und nehmen nicht die Regelversorgung in Anspruch, kann der Zahnersatz allerdings deutlich teurer werden. Das ist etwa schon dann der Fall, wenn Sie anstelle einer Krone aus Metall eine aus Keramik wünschen.

Hier wird die Krankenkasse auch weiterhin nur die Kosten für die ursprüngliche Behandlung, die der Regelversorgung entspricht, bezahlen. Die Mehrkosten, die bei der teureren Behandlung entstehen, müssen folglich Sie übernehmen.

Wann und warum lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung?

Wie lohnenswert eine Zahnzusatzversicherung ist, ist natürlich davon abhängig, ob Sie in Zukunft viele und / oder hochpreisige Zahnbehandlungen und Zahnersatz benötigen.

Im Verhältnis gesehen ist die Zusatzversicherung nämlich eher teuer. So macht sie selbst für junge und vermeintlich gesunden Menschen meist mehr als zehn Euro im Monat aus, während etwa eine Haftpflichtversicherung bereits ab 60 Euro pro Jahr zu haben ist. Verständlich, werden Sie nun vielleicht sagen. Immerhin kostet Zahnersatz meist mehr als tausend Euro – oft sogar deutlich mehr. Dennoch: Eine Zahnbehandlung oder Zahnersatz sind nicht so teuer, dass sie Ihre Existenz bedrohen würden. Insofern mag es sinnvoll sein, wenn Sie zunächst darauf achten, all die anderen, möglicherweise viel wichtigeren Versicherungen abzuschließen. Das Fehlen einer guten Haftpflichtversicherung kann unter Umständen nämlich durchaus bedrohlich für Ihre Existenz werden.

Der Verzicht auf eine Zahnzusatzversicherung ist natürlich immer eine persönliche Entscheidung. Für Menschen, die allerdings nur alle paar Jahre Zahnersatz benötigen, kann eine Zusatzversicherung über einen längeren Zeitraum gesehen teurer werden, als die Kosten für den Zahnersatz selbst zu zahlen. Hier kommt es also vor allem darauf an, wie Sie (und Ihr Zahnarzt) die Gesundheit Ihrer Zähne einschätzen.

Benötigen Sie in absehbarer Zeit ein Implantat, eine neue Krone oder eine Brücke, kann es für Sie günstiger sein, monatlich etwas Geld in die Zahnzusatzversicherung zu investieren. Alternativ können Sie aber auch regelmäßig Geld auf ein separates Konto einzahlen – etwa auf ein Tagesgeldkonto. Die angesparte Summe können Sie dann, sobald Sie eine teure Zahnbehandlung zahlen müssen, einsetzen. Die ideale Richtgröße für den zu überweisenden Betrag, können etwa den durchschnittlichen Betrag nehmen, den Sie bei den Versicherungsanbietern zahlen müssten.

Letztendlich besteht ohne eine passende Versicherung aber immer ein gewisses Kostenrisiko. Insbesondere dann, wenn Sie nicht damit rechnen, Zahnersatz zu benötigen und folglich nicht vorgesorgt haben. Sind Sie sich nicht sicher, ob Sie in der nächsten Zeit eine aufwändige Zahnbehandlung benötigen, kann es sinnvoll sein, zunächst die Konto-Lösung zu wählen. Legen Sie Geld zurück und sparen Sie wenn möglich sogar mehr an, als eine Zahnbehandlung kosten würde.Sollten Sie dann die Befürchtung haben, demnächst Zahnersatz zu benötigen, haben Sie das Geld in der Hinterhand und können zugleich – aus reiner Vorsicht – eine Zahnzusatzversicherung aufnehmen.

Bedenken Sie jedoch immer, dass die Versicherer in der Regel nur dann die Kosten für den Zahnersatz oder die Zahnbehandlung übernehmen, wenn die Zähne bei Abschluss der Versicherung noch gesund waren. Idealerweise schließen Sie die Versicherung bereits ein paar Jahre vor einer größeren Zahnbehandlung ab. Dann ist die Chance deutlich höher, dass Ihnen Ihr Versicherer die volle Summe der Zahnbehandlung erstattet – insofern Ihr Tarif das vorsieht. Haben Sie hingegen erst einige wenige Monate die Versicherungsbeiträge bezahlt und benötigen dann eine kostspielige Zahnbehandlung, kann es gut sein, dass der Versicherer nach Gründen sucht, um Ihnen die Kostenerstattung zu verwehren.

Zahnzusatzversicherungen können einen Haken haben

Bevor Sie sich für eine Zahnzusatzversicherung entscheiden, sollten Sie einige Dinge wissen:

  • Bei der Beantragung einer Zahnzusatzversicherung werden Sie angeben müssen, ob Ihr Zahnarzt Ihnen bereits zu einer bestimmten Zahnbehandlung geraten hat oder eine solche sogar schon geplant ist. Ist dies der Fall, wird die Zusatzversicherung für eben diese bereits geplanten Behandlung(en) nicht aufkommen. Sie können mit dem Abschluss einer Zahnzusatzversicherung also nicht warten, bis Sie von Ihrem Zahnarzt zu hören bekommen, dass an Ihren Zähnen eine größere beziehungsweise teurere Behandlung gemacht werden muss.
  • Auch, wenn Sie eine Zusatzversicherung abgeschlossen haben, heißt das nicht, dass Sie nie wieder Zahnarztrechnungen begleichen müssen. Selbst, wenn Sie sich für einen guten Tarif entschieden haben, werden Sie mit einem Eigenanteil von zehn bis 20 Prozent rechnen müssen. Bevorzugen Sie eine Versicherung, die 100 Prozent Ihrer Kosten übernimmt, müssen Sie mit deutlich höheren Versicherungsbeiträgen rechnen.
  • Die meisten gebotenen Tarife haben eine Wartezeit. Das bedeutet, dass Sie die erste drei bis acht Monate nach Vertragsabschluss keine Kostenübernahme von Zahnarztkosten durch Ihre neue Zahnzusatzversicherung erwarten können. Allerdings gibt es hier ein paar Ausnahmen, bei denen Sie mit keiner Wartezeit rechnen müssen.
  • In so gut wie allen Tarifen werden Ihnen in den ersten drei bis fünf Jahren nur begrenzte Summen erstattet. Anfangs wird es Ihnen daher kaum möglich sein, mithilfe der Zusatzversicherung eine gesamte Gebiss-Sanierung zu bezahlen.
  • Fehlen Ihnen zahlreiche Zähne oder ist Ihr Gebiss in einem schlechten Zustand, kann es durchaus sein, dass keine Zahnzusatzversicherung bereit ist, sie aufzunehmen.

Praxis-Tipp: Diese obigen Einschränkungen sollten Sie unbedingt kennen. Auf Basis dieser können Sie auch den idealen Zeitpunkt für den Vertragsabschluss mit einer Versicherung ermitteln.

Eine gute Zahnzusatzversicherung finden

Möchten Sie eine Zahnzusatzversicherung abschließen, stehen Ihnen diverse Anbieter zur Auswahl. Diese bieten Ihnen teils unterschiedliche Leistungen an. Daher sollten Sie auf das Leistungsspektrum besonders achten. Der Preis ist zwar ebenfalls wichtig, er sollte für die Wahl allerdings nicht ausschließlich entscheidend sein. Der Grund dafür ist, dass die günstigen Angebote sehr oft über Fallstricke verfügen. Orientieren Sie sich deshalb an den wichtigsten Leistungen, die Sie im Folgenden kennenlernen werden.

Die Erstattungshöhe
Die Zusatzversicherung deckt die unterschiedlichsten Leistungen ab, die Ihnen in der Zahnarztpraxis begegnen. So können Sie sich etwa die Kosten für eine Schiene gegen Ihr nächtliches Zähneknirschen oder eine Hypnose gegen Ihre Angst vor Zahnärzten erstatten lassen. Wirklich wichtig und sinnvoll wird die Zahnzusatzversicherung allerdings erst, wenn es um teuren Zahnersatz geht.

Suchen Sie sich deshalb einen Tarif aus, der sich durch gute Leistungen in den Bereichen Implantate, Kronen und Brücken auszeichnet. Nicht zum Zahnersatz zählen übrigens Inlays – passgenaue Füllungen aus Keramik, Kunststoff, Titan oder Gold. Dennoch werden ihre Kosten durch einigen Versicherungen ebenfalls übernommen.

Praxis-Tipp: Achten Sie aber unbedingt auf das Kleingedruckte und fragen Sie vorsichtshalber noch einmal bei Ihrem Versicherer nach.

Denn Inlays können durchaus zwischen 600 und 700 Euro kosten – und die gesetzlichen Krankenkassen zahlen hier lediglich 50 Euro dazu, da die Regelversorgung durch eine Amalgamfüllung abgedeckt ist. Übernommen werden von einer guten Zusatzversicherung mindestens 75 Prozent der entstandenen Kosten – inklusive des Anteils der gesetzlichen Krankenversicherung versteht sich. Die GKV und die Zahnzusatzversicherung übernehmen also insgesamt so viel, dass Sie maximal 25 Prozent des Gesamtbetrags aus eigener Tasche zahlen müssen. Besser ist natürlich ein noch höherer Erstattungsprozentsatz, von 80, 90 oder gar 100 Prozent.

Oft werden auch bei den Zusatzversicherungen die Leistungen nach der Regelmäßigkeit der Gänge zur Zahnvorsorge gestaffelt. So sichert Ihnen das durchgehend gestempelte Bonusheft nicht nur eine höhere Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung, sondern auch eine höhere Zuzahlung durch die private Zahnzusatzversicherung.

Entscheiden Sie sich für einen Tarif, der Ihre gesamte Zahnarztrechnung zahlt, müssen Sie mit höheren Beiträgen rechnen. Hier müssen Sie sich überlegen, ob der höhere Versicherungsbeitrag die 100-prozentige Kostenübernahme Wert ist. In der Regel sind solche Tarife überproportional teuer – heißt, Sie sparen mehr Geld, wenn Sie eine Teilkasko-Versicherung wählen. Ausnahmen soll und kann es hier natürlich geben. Um teure Monatsbeiträge und einen hohen Eigenanteil im Falle einer Behandlung zu vermeiden, lohnt es sich unseres Erachtens, eine Zahnzusatzversicherung auszuwählen, die zwischen 75 und 90 Prozent der Behandlungskosten übernimmt. So sind Sie auf der sicheren Seite.

Beachten Sie außerdem, dass die Zahnzusatzversicherung keinesfalls nur die Regelversorgung abdecken sollte. Zusätzlich anfallende Kosten für einen höherwertigen Zahnersatz oder teurere Materialien sollte die Versicherung ebenfalls mit einschließen. Wird ausschließlich mit einer “Verdoppelung der Kassenleistung” geworben, heißt das nicht, dass Ihnen teure Implantate finanziert werden.

Übernahme von Zahnbehandlungskosten
Neben dem Zahnersatz sollte die Zahnzusatzversicherung auch die Kosten für weitere Leistungen abdecken. So könnte sie zum Beispiel Anteile der Wurzel-Behandlung übernehmen. Je nach Behandlung kann es allerdings sein, dass deren Kosten bereits durch die gesetzliche Krankenkasse abgedeckt sind.

Kostenübernahme der Zahnprophylaxe
Die Kosten für prophylaktische Behandlungen halten sich in der Regel in Grenzen. Eine Zahnreinigung etwa lässt sich ohne Weiteres aus der eigenen Tasche bezahlen. Außerdem steuert hier auch die gesetzliche Krankenversicherung ihren Teil bei. Entscheiden Sie sich allerdings für einen Tarif, der die Kosten für die Zahnreinigung übernimmt, sollten Sie diese Behandlung auch regelmäßig in Anspruch nehmen. Schließlich enthält Ihr monatlicher Versicherungsbeitrag bereits den Aufpreis für die Zahnreinigung.

Die Erstattungsgrenzen
Nachdem Sie eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen haben, können Sie im Regelfall noch nicht mit den vollen Erstattungshöhen rechnen. Hier kommen nämlich die sogenannten Erstattungsgrenzen ins Spiel. Diese begrenzen die zu leistenden Zahlungen der Zusatzversicherung auf eine kleine Summe. Mit dieser Erstattungsgrenze müssen Sie dann zwischen drei und fünf Jahre leben. Festgelegt wird dieser Zeitraum in Ihrem Versicherungsvertrag. Die Erstattungsgrenzen richten sich nach dem Umfang der Gesundheitsprüfung im Vorfeld des Vertragsabschlusses. Erst nach Ablauf des festgelegten Zeitraums leistet die Zahnzusatzversicherung dann in ihrem vollen Umfang.

Im Idealfall sind die Leistungen bereits in den ersten Jahren so hoch, dass Sie sich unter Umständen einen gewissen Zahnersatz leisten können. Ebenso wichtig ist, dass Sie sich für einen Tarif entscheiden, der eine Erstattungsgrenze von besonders wenigen Jahren aufweist. Denn nach Ablauf des begrenzten Erstattungszeitraums erhalten Sie in der Regel alle Kosten vollumfänglich erstattet – völlig ohne jährliche Obergrenze.

Weiterhin sollten Sie darauf achten, ob Ihre Zusatzversicherung die Zahl der Implantate, die sie bezahlen muss, begrenzt. Im Idealfall tut sie das nicht. Sollten Sie einen Unfall haben und eine Zusatzversicherung haben, die eigentlich nur eine gewisse Anzahl an Implantaten übernimmt, werden Ihnen in diesem Fall meist dennoch alle Implantate erstattet. Bedenken sollten Sie, dass die Zahnzusatzversicherung auch nach Ablauf der Leistungsgrenze in den ersten Jahren immer nur so viel zahlt, wie die gültigen Höchstsätze der Gebührenordnungen der Ärzte und Zahnärzte dies vorsieht. Das heißt: Sollten bei Ihrer Zahnbehandlung höhere Kosten für das Material oder für ein Labor aufgewendet worden sein, kann die Versicherung ihre prozentuale Zuzahlung kürzen.

Daher sollten Sie bereits vor Beginn der Behandlung einen Kostenvoranschlag Ihres Zahnarztes bei der Zusatzversicherung einreichen. Genannt wird der Voranschlag auch “Heil- und Kostenplan”. Auf Basis dieses Plans teilt Ihnen die Versicherung dann verbindlich mit, ob und wenn ja, welche Kosten sie übernehmen wird.

Die Wartezeiten
Zahnzusatzversicherungen mit einer Wartezeit von acht Monaten sind keine Seltenheit. Entscheiden Sie sich für einen solchen Tarif, erstattet Ihnen die Versicherung erst nach einem achtmonatigen Versicherungszeitraum die angedachten Kosten für Zahnbehandlungen. Grund für diese Wartezeit ist, dass die Anbieter verhindern möchten, dass Sie erst dann einen Vertrag abschließen, wenn Sie bereits Probleme mit Ihren Zähnen haben. In einigen Fällen kann die Wartezeit erlassen werden, wenn Sie der Versicherung einen Nachweis über eine zahnärztliche Untersuchung erbringen, der besagt, das Sie aktuell keine Probleme mit Ihren Zähnen haben.

Es gibt allerdings auch solche Zahnzusatzversicherungen, die auf Wartezeiten verzichten. Doch bedenken Sie auch hier: Hat Ihr Zahnarzt Ihnen vor Abschluss der Versicherung bereits eine Behandlung angeraten oder diese sogar eingeplant, erstattet die Versicherung nichts.

Die Gesundheitsfragen
Wenn Sie den Antrag für die Zahnzusatzversicherung ausfüllen, werden Sie einige Gesundheitsfragen beantworten müssen. Der Umfang dieser Fragen ist nicht so groß wie bei manch anderer Versicherung. Dennoch ist es wichtig, dass Sie hier nach Ihrem besten Wissen und Gewissen antworten. Machen Sie falsche Angaben, kann es sogar sein, dass Sie Ihren Versicherungsschutz verlieren.

Gefragt wird in dem Antrag etwa nach:

  • fehlenden Zähnen
  • herausnehmbaren Prothesen
  • bestehendem Zahnersatz
  • geplanten Behandlungen

Sollten Sie sich bei einigen Fragen nicht ganz sicher sein, können Sie Ihren Zahnarzt fragen.

Wie Ihre Angaben beim Versicherungsunternehmen dann ausgewertet werden, ist nicht pauschal zu sagen. Einige Versicherer werden Sie bereits bei fehlenden Zähnen von dem Versicherungsschutz ausschließen. Andere werden Ihnen ein Angebot machen, bei dem Sie in den Anfangsjahren eine niedrigere Erstattungsgrenze oder einfach einen Aufpreis zahlen müssen. Schwierig wird es meist erst, wenn in Ihrem Gebiss vier oder mehr Zähne fehlen.

Die Konditionen sind von Versicherung zu Versicherung ebenfalls unterschiedlich, wenn Sie eine herausnehmbare Zahnprothese tragen. Einige Anbieter behandeln die Prothesen genauso wie erste Zähne – sie sind also mitversichert. Andere setzen herausnehmbare Prothesen mit fehlenden Zähnen gleich. Hier kann es dann schwierig werden, eine Versicherung zu finden.

Höhere Beiträge im Alter
In der Regel berechnen die Zahnzusatzversicherungen ihre Beiträge auf eine der folgenden Arten:

  1. mit Sparanteil: Ein Teil der monatlich eingezahlten Beträge wird von der Versicherung angespart. Diese Ansparung dient als Altersrückstellung und sorgt so dafür, dass die Beiträge auch im Alter nicht zu stark steigen.
    -ohne Sparanteil: Die Beiträge enthalten keinen Sparanteil und sind somit etwas günstiger. Allerdings kommen hier mit zunehmendem Alter höhere Kosten auf den Versicherten zu.
  2. Die Vor- und Nachteile beider Varianten liegen auf der Hand. Die konstanten Beiträge, die bei den Altersrückstellungen erzielt werden, lassen die Kosten für die Zahnzusatzversicherung auch bis ins hohe Alter besser abschätzen. Gleichzeitig wird hier sichergestellt, dass Sie auch im höheren Alter noch in der Lage sind, die Beiträge zu zahlen und somit Unterstützung bei der Begleichung der Zahnarztrechnung erhalten. Ein Nachteil ist allerdings, dass die Beiträge etwas höher sind und die Altersrückstellungen in der Regel verloren gehen, sollten Sie Ihren Vertrag kündigen. Folglich sind Sie mit einer Versicherung mit Sparanteil unflexibler und an das gewählte Versicherungsunternehmen gebunden.

Bei einer Versicherung ohne Sparanteil können Sie den Tarif ohne Verlust kündigen – etwa, um in einen Tarif mit besserem Preis-Leistungs-Verhältnis zu wechseln.

Günstiger Zahnersatz ohne Zahnzusatzversicherung: Geht das?

Eine Zahnzusatzversicherung kann aus den verschiedensten Gründen keine Option für Sie sein. Dennoch ist es wichtig, dass Sie sich absichern.

Als Geringverdiener gilt für Sie die Härtefallregelung der gesetzlichen Krankenkasse. Verdienen Sie monatlich weniger als 1.246 Euro brutto, übernimmt die GKV die Kosten für die Regelversorgung im vollen Umfang.

Leben Geringverdiener mit einem Angehörigen zusammen, erhöht sich die Einkommensgrenze auf 1.713,25 Euro. Weitere 311,50 Euro kommen pro weiterem Angehörigen, der in demselben Haushalt wohnt, hinzu.

Überschreitet Ihr Gehalt die Einkommensgrenze nur knapp, erhalten Sie in der Regel ebenfalls erhöhte Zuschüsse durch die Krankenkasse. Hier wird nicht die gesamte Rechnung übernommen, sondern nur ein höherer prozentualer Anteil. Damit Sie allerdings von der Härtefallregelung profitieren können, müssen Sie bei Ihrer Krankenkasse einen entsprechenden Antrag stellen.

Als Normalverdiener sparen Sie bereits einige Kosten, wenn Sie sich für die richtige GKV entscheiden. Einige Kassen gehen mit ihren Leistungen nämlich über die gesetzlichen Leistungen hinaus und leisten freiwillige Zusatzleistungen. Das kann beispielsweise ein Zuschuss zur professionellen Zahnreinigung sein.

Bei anderen gesetzlichen Krankenkassen ist hingegen der Zahnersatz günstiger, insofern Sie sich von einem Zahnarzt behandeln lassen, der mit Ihrer Kasse kooperiert. Die Kosten für die Regelversorgung werden in einem solchen Fall oft auch komplett übernommen, insofern Sie ein Bonusheft über zehn Jahre lückenlos geführt haben.

Wichtige Fragen – kurz beantwortet

Was ist eine Zahnzusatzversicherung?
Eine Zahnzusatzversicherung ist eine private Versicherung, die die Kosten für zahnärztliche Behandlungen abdeckt. Ziel einer solchen Zusatzversicherung ist es, auch solche Behandlungskosten erstattet zu bekommen, die die gesetzlichen Krankenkassen nicht oder nur teilweise übernehmen. So verringert sich der Eigenanteil und Sie können sich auch hohe Zahnarztrechnungen leisten.
Für wen ist eine Zahnzusatzversicherung sinnvoll?
Sinnvoll sind Zahnzusatzversicherungen grundsätzlich für jede gesetzlich versicherte Person, die sich selbst vor horrenden Zahnarztrechnungen schützen möchte.
Was kostet eine gute Zahnzusatzversicherung?
Wie hoch die Kosten einer Zahnzusatzversicherung sind, hängt stark vom Alter dse Versicherten ab. Ein 30-Jähriger kann bereits gute Leistungen für einen monatlichen Beitrag von zehn Euro erhalten. Ein 60-Jähriger wird hingegen mit höheren Kosten rechnen müssen, da bei ihm die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass er in den nächsten Jahren die Leistung der Versicherung in Anspruch nehmen wird.
Zahnzusatzversicherung ohne Wartezeit?
Bei den meisten Zahnzusatzversicherungen besteht eine Wartezeit von zwischen drei und acht Monaten. Es gibt allerdings auch Zahnzusatzversicherungen, die die Kosten zahnärztliche Behandlungen erstatten, sobald der erste Versicherungsbeitrag gezahlt wurde. Ausgeschlossen sind allerdings Behandlungen, die bereits vor dem Vertragsabschluss geplant waren.

Hier beginnen nun die Praxistipps zur Findung eines geeigneten Anbieters:

Die beste Vorgehensweise

  • Prüfen Sie zunächst, wie hoch die monatlichen Beiträge für verschiedene Tarife bei unterschiedlichen Versicherungen sind. Eine 45-Jährige zahlt in der Regel zwischen 20 und 30 Euro pro Monat.
  • Legen Sie nun fest, ob Sie das Risiko, das größere Zahnbehandlungen mit sich bringen, selbst tragen wollen oder ob die Zahnzusatzversicherung dafür aufkommen soll.
  • Haben Sie sich entschieden, das Risiko selbst zu tragen, überweisen Sie nun jeden Monat die angedachte Monatsrate für die Versicherung auf ein eigenes Sparkonto – so sind Sie im Fall der Fälle abgesichert.
  • Verlassen Sie sich lieber auf die Versicherung, ist es nun wichtig, auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und auf eine hohe Erstattung beim Zahnersatz zu setzen.

Empfehlenswerte Tarife

Nachdem Sie in unserem Ratgeber “Wissenswertes” oben im Text erfahren haben, worauf Sie bei der Suche einer geeigneten Zahnzusatzversicherung achten sollten, zeigen wir Ihnen nun empfehlenswerte Tarife. Denn die Suche nach dem richtigen Tarif meist schwieriger als gedacht. Immerhin gibt es hunderte Angebote auf dem Markt. Preislich ist insbesondere der zunehmende Beitrag im Alter wichtig. Denn meist fallen für den Zahnarzt die höchsten Kosten erst im höheren Alter an.

Um zu veranschaulichen, wie unterschiedlich die verschiedenen Tarife sein können, stellen wir Ihnen nun unsere beiden Tarifempfehlungen näher vor.

1. Der Testsieger “Ottonova Zahn 100”
2. Der Tarif “Die Bayerische Zahn Prestige”

Übersicht Tarifempfehlungen Zahnzusatz

Für 40 Jährigen.

 Ottonova Zahn 100Die Bayerische Zahn Prestige
Monatlicher Beitrag42,10 €32,60 €
Zahnersatz100 %100 %
Zahnbehandlung100 %100 %
Zahnreinigung
für alle Prophy­laxe­maß­nahmen
180 € p.a. (max. 90 € pro Be­handlung)200 € p.a.
Mindestvertragslaufzeit2 Jahre2 Jahre
Wartezeit3 Monate für Zahn­ersatz/-behandlung
(Ohne Wartezeit für Zahn­reinigung)
Ohne Wartezeit
Detailszum Angebotzum Angebot
Quelle: Tarifinformationen CHECK24 (Stand: 27.01.2020).

Alle genannten Tarife haben in den ersten Jahren eine Begrenzung bzw. Höchstsumme von max. 5.000 €. Ottonova und Die Bayerische für die ersten 4 Jahre. Danach haben alle Anbieter keine Begrenzung mehr. Ab 5. Ver­sicherungs­jahr: ohne Be­gren­zung.