Kredit

Kredit mit einem Bürgen beantragen

Auf der einen Seite werden heute viele Kredite von den Banken blanko vergeben, also ohne Sicherheiten. Andererseits sind gerade bei höheren Darlehenssummen vom Kunden oftmals Sicherheiten zu stellen, wie zum Beispiel eine Verpfändung von Sparguthaben oder eine Bürgschaft. Eine Variante ist der Kredit mit Bürgen, der als besichertes Darlehen vergeben wird.

Wenn Sie einen Kredit beantragen, dann hängt es meistens von verschiedenen Faktoren ab, ob die kreditgebende Bank eine Sicherheit haben möchte oder nicht. In den meisten Fällen werden dann Sicherheiten gefordert, wenn die Darlehenssumme relativ hoch ist oder Ihre Bonität nicht so gut ist, dass ein Blankokredit vergeben werden könnte.

Da die meisten Kreditnehmer keine größeren Spar- oder Wertpapierguthaben besitzen, kommt häufig nur die Bürgschaft als Sicherheit infrage. Bei dem Kredit mit Bürgen handelt es sich in der Regel um einen Ratenkredit. Denn beim Dispokredit werden im Normalfall keine Sicherheiten gefordert und ein Immobiliendarlehen wird bereits durch eine Hypothek oder Grundschuld abgesichert.

Wie funktioniert der Kredit mit Bürgen?

Die Besonderheit besteht beim Kredit mit einer Bürgschaft als Kreditsicherheit darin, dass es nicht nur zwei, sondern drei beteiligte Parteien gibt. Und zwar sind das – wie bei jedem Darlehen – der Kreditnehmer und die Bank als Kreditgeber. Hinzu kommt dann noch der Bürge.

Der Bürge verpflichtet sich durch die Bürgschaft dazu, die Kreditschulden des Kreditnehmers in dem Fall zu „übernehmen“, falls der Kreditnehmer seine Raten nicht mehr zahlen kann. Meistens handelt es sich bei einer solchen Bürgschaft um eine so bezeichnete selbstschuldnerische Bürgschaft. Das bedeutet, die Bank kann sofort an den Bürgen herantreten, falls die Kreditraten nicht bezahlt werden, und muss nicht zuvor erst alle Rechtsmittel gegenüber dem Kreditnehmer ausschöpfen.

Welche Konditionen sind beim Darlehen mit Bürgschaft zu beachten?

Die wesentlichen Kreditkonditionen, also der Zinssatz, die Laufzeit und die Ratenhöhe, unterscheidet sich beim Kredit mit Bürgen in der Regel nicht von denen eines Kredites ohne Sicherheiten. Mitunter kann sich die Bürgschaft sogar positiv auf den Zinssatz auswirken, denn immerhin ist das Risiko der Bank durch den vorhandenen Bürgen geringer, als wenn das Darlehen als Blankokredit vergeben würde.

Durch die Bürgschaft kann es für den Kreditnehmer andererseits aber auch zu Zusatzkosten kommen, die in Form der Avalprovision (Bürgschaftsgebühr) entstehen können. Allerdings berechnen nicht alle Banken diese Gebühren und auch nicht in gleicher Höhe, sodass ein Kreditvergleich sich lohnen kann.

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Über den Autor

Thomas Nissen

Thomas Nissen

Experte für Finanzthemen beim unabhängigen Wissensportal Arbeitsgemeinschaft-Finanzen.de

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