Aktueller Festgeld Vergleich

Aktualisiert: 28. September 2020 | Redaktion
Das Wichtigste auf einen Blick

  • Wer sein Geld in den nächsten ein bis drei Jahren nicht benötigt, für den ist ein Festgeldkonto genau richtig.
  • Festgeldzinsen orientieren sich an der Laufzeit. Eine längere Festgeldanlage bringt höhere Zinsen.
  • Ein Festgeldkonto sollte bei einer sicheren Bank angelegt werden. Unsere Empfehlungen bieten dabei wichtige Tipps.

Festgeld Vergleich

In unserem Ratgeber “Wissenswertes”

Neben Tagesgeld ist Festgeld, oder auch Termingeld, ein Geld, das sich großer Beliebtheit erfreut. Wer sich für Festgeld entscheidet, der legt sein Geld für einen bestimmten Zeitraum fest an. Dadurch erhalten Kunden von der Bank einen Zinssatz der festgeschrieben ist. Eine vorzeitige Kündigung ist nicht vorgesehen.

Darum sollten nur die Gelder auf ein Festgeldkonto eingezahlt werden, die der Kunde für einen bestimmten Zeitraum nicht braucht. Damit hat Festgeld nicht die Flexibilität wie beispielsweise Tagesgeld. Der Kunde erhält dafür aber einen höheren Zinssatz. Die Höhe der Zinsen orientiert sich an der allgemeinen Zinsentwicklung.

Wie funktioniert Festgeld?

Festgeld kann man in einem Zeitraum von einem Monat, bis zehn Jahren anlegen. Die Zinsen beim Festgeld als auch beim Tagesgeld, sind momentan sehr niedrig. Deshalb wird eine kurze Laufzeit bis etwa 36 Monaten empfohlen.

Sollten die Zinsen wieder steigen und der Kunde hat eine Festgeldanlage von beispielsweise acht Jahren, wird er den höheren Zinssatz nicht erhalten. Darüber hinaus belohnen Banken eine Festgeldanlage von über vier Jahren, kaum mit einem höheren Zinssatz.

Die besten Festgeld-Konditionen kommen normalerweise stets von Direktbanken. Wer nun ein Konto eröffnen möchte, der muss sich zuvor legitimieren. Meistens wird das mit dem Postident-Verfahren geschehen. Es gibt aber auch Anbieter die zu einer Kontoeröffnung ein Videoident-Verfahren anbieten. Damit der Zahlungsverkehr abgewickelt werden kann, wird meistens gleichzeitig ein Verrechnungskonto angeboten.

Wichtiges zur Eröffnung als auch zur Kontoführung

Die Konditionen für Festgelder sind im Grunde genommen alle gleich. Dennoch gibt es deutliche Unterschiede.

Fatca und PeP: Wer nun ein Konto eröffnen möchte, der sieht sich konfrontiert mit seltsamen Fragen. So wollen Banken wissen, ob der Kunde in der USA der Steuerpflicht unterliegt oder ob der Kunde politisch orientiert ist. Werden die Fragen mit einem Ja beantwortet, kann es geschehen, dass einige Banken kein Konto anbieten.

Zusammengerollte Euroscheine für Festgeld Anlage

Der Grund ist einmal das US-Steuergesetz “Foreign Account Tax Compliance Act” (Fatca). Damit soll die USA-Steuerflucht verhindert werden. Das ist auch bei deutschen Banken so. Diese müssen entsprechende Daten zu den in Frage kommenden Kunden an die US-Steuerbehörde melden. Politisch exponierte Personen (PeP) zeigen eher das Bild der Korruption, laut Bundesfinanzaufsicht (Bafin).

Gemeinschaftskonto: Mit diesem Kontobild können nicht nur Eheleute darüber verfügen, sondern auch mehrere Personen. Allerdings wird nicht von jeder Bank das Festgeldkonto als Gemeinschaftskonto angeboten. Wer nun mit einem Partner so ein Konto eröffnen möchte, der sollte unbedingt darauf achten.

Prolongation: Es gibt Banken, die am Ende der Laufzeit keineswegs automatisch das Geld des Kunden zurückgeben. So wird das Guthaben einfach noch einmal angelegt und zwar nach der ursprünglichen Laufzeit. Die Höhe der Zinsen orientieren sich dann wieder am gültigen Zinssatz. Es gibt aber die Möglichkeit diese automatische Wiederanlage direkt auszuschließen. Bei anderen Banken muss das Festgeld vom Kunden nach dem Laufzeitende gekündigt werden.

Steuer: Wird die Anlage über eine Bank mit Hauptsitz in Deutschland oder über eine deutsche Niederlassung einer Auslandsbank festgelegt, so muss der Kunde die Steuern nicht im Fokus haben, das wird die Bank für seinen Kunden erledigen. Wer nicht will, dass Steuern abgeführt werden, der sollte einen Freistellungsauftrag erteilen.

Mittlerweile sind viele Auslandsbanken ohne Niederlassung hierzulande tätig. Dann muss sich der Kunde bei einigen Anbietern, selbst um die Steuern kümmern und die erwirtschafteten Zinsen in der Einkommensteuererklärung berücksichtigen.

Festgeldanlage mit multiplen Laufzeiten

Soll Geld länger als 36 Monate angelegt werden, der kann die doch starre Flexibilität des Festgeldes mit einfachen Schritten umgehen:

So sollte das anzulegende Festgeld in drei gleiche Beträge aufgeteilt werden. Notwendig dafür sind jährlich gestaffelte Laufzeiten, beispielsweise für ein, zwei oder drei Jahre. Damit wird einmal im Jahr eine Festgeldtranche fällig.

Dafür kann der Kunde einen neuen Antrag auf Festgeld, mit einer Laufzeit von drei Jahren abschließen. Allerdings nur, wenn das Geld nicht für andere Zwecke benötigt wird. Wer so eine Strategie vornimmt, der bleibt flexibel und erhält auch die steigenden Zinsen.

Treppe als Sinnbild für Zinstreppe Festgeld

Dieses Vorgehen wird auch “Zinstreppe” genannt und kann durchaus längere Laufzeiten haben. Allerdings ist das nur lohnenswert, wenn der Zinssatz für das Festgeld deutlich über dem für kurze Laufzeiten liegt.

Es gibt aber noch eine andere Flexibilität. So wird die Festgeldanlage zur Hälfte zwischen Festgeld und Tagesgeld, mit einer Laufzeit von drei Jahren oder länger, aufgeteilt. Das bedeutet, dass über das Tagesgeld sofort verfügt werden kann, wenn es notwendig ist. Die Zinsen sind bei diesem Vorgang etwa so hoch wie bei der Zinstreppe.

Diese beiden Anlagen haben aber Vor- und Nachteile. Bei der Zinstreppe wird eine höhere Rendite erreicht, weil der Anleger im Jahr zumindest einen Teil des Geldes in lukrativere Festgeld-Angebote anlegt. Fallen die Zinsen, ist das Tagesgeld die bessere Option, da der größere Vermögensteil zur freien Verfügung steht.

Ist Festgeld sicher?

Häufig findet man sehr gute Festgeldkonditionen bei unbekannten und kleineren oder auch ausländischen Banken. Die Sicherheit des Geldes sollte wichtiger sein, als ein marginal höherer Zinssatz.

Deshalb sollten Kunden prüfen, wie sicher ihr angelegtes Geld bei den verschiedenen Instituten ist. Wir legen strenge Stabilitätskriterien bei den Banken an. Deshalb gilt nur eine Bankenempfehlung, wenn diese Kriterien erreicht werden.

Generell schützt die Europäische Union Geld auf Festgeldkonten mit der gesetzlichen Einlagensicherung. So wird für alle Banken, die eine Banklizenz haben, eine Summe von bis zu 100.000 Euro pro Bank und Kunde festgelegt.

Besteht ein Gemeinschaftskonto, beispielsweise bei Eheleuten, beträgt der Schutz 200.000 Euro. Wer ganz sicher sein will, der verteilt Beträge auf verschiedene Banken, selbst dann, wenn einige Mitglied noch in einem zusätzlichen Einlagensicherungsfond sind.

Unsere Stabilitätskriterien – wie sehen die aus?

So viel zur Theorie. Wenn jedoch der Ernstfall eintritt, ist nicht vorherzusehen, ob eine Einlagensicherung in jedem Land auch tatsächlich funktioniert. Das gleiche Bild wird sich dann auch bei einer schweren Krise im Bankensektor zeigen.

Fünf Münzstapel aufsteigend von links nach rechts für Festgeld

So könnte es durchaus passieren, dass einige Banken in die Pleite rutschen, wobei die Sicherungssysteme in Deutschland grenzwertig sein können, obwohl sie europaweit zu den sichersten Anbietern gehören. Dann müssten die anderen Länder für den Ausfall sorgen. Wenn das aber keine Option für sie ist, kann nur darauf gehofft werden, dass die Staatengemeinschaft die Verbindlichkeiten übernimmt. Das wiederum wirft viele Fragen auf.

Deshalb ist es wichtig, dass der Sparer sein Geld bei sicheren Banken, die in zahlungskräftigen Ländern beheimatet sind, anlegt. Somit kann der Schadensfall von Anfang an klein gehalten werden. Wir setzen auf seriöse Institute und nutzen dabei ein zweistufiges Auswahlverfahren. So werden von uns nur jene Institute empfohlen, denen ein gutes Ranking zugrunde liegt.

Rückzahlung von Schulden sollten Vorrang haben

Bevor der Kunde ein Festgeldkonto eröffnet, gibt es zu bedenken, dass die Rückzahlung von Verbindlichkeiten die beste Art der Geldanlage ist. Denn die Festgeldzinsen bewegen sich meist unter jenen, die für abgeschlossene Kredite gelten. Damit nehmen die Banken schließlich ihr Geld ein. Der Kunde sollte aber zuerst prüfen, ob z. B. eine Sondertilgung im Kreditvertrag enthalten ist.