Geldanlage

Vermögenswirksame Leistungen (VL)

Jeder Arbeitnehmer hat das Recht auf Vermögenswirksame Leistungen (VL). Der Staat möchte damit die Eigentums- und Vermögensbildung fördern.

Vermögenswirksame Leistungen zahlt der Arbeitgeber zusätzlich zum Lohn und Gehalt, vorausgesetzt der Beschäftigte hat einen VL-fähigen Vertrag abgeschlossen. Festgelegt wurde dies im 5. Vermögensbildungsgesetz.

In welcher Höhe VL gezahlt werden ist abhängig von der Branche. Festgelegt ist dies in Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträgen. Die Spanne reicht von 6,65 Euro bis 40 Euro im Monat. Teilzeitbeschäftigte erhalten den Betrag entsprechend ihrer Teilzeitquote.

Praxis-Tipp: Falls Sie noch keinen VL-Vertrag haben, klären Sie mit Ihrem Arbeitgeber, ob er VL zahlt, ganz oder teilweise. Bekommen Sie die Leistungen nur teilweise oder gar nicht, können Sie die monatliche Einzahlung auf Ihre VL-Anlage bis zum Höchstbetrag von 40 Euro abschließen und die Differenz zum Arbeitgeberanteil aus eigenen Mitteln aufstocken.

Wer genau wissen will, wie sich das Guthaben entwickelt, sollte sich für einen Bausparvertrag oder Banksparvertrag entscheiden. Ein höheres Risiko bei der Option auf eine höhere Rendite birgt ein Sparvertrag mit Investmentfonds.

Immer mehr Unternehmen bieten für die VL auch eine betriebliche Altersversorgung an. Eine solche ist jedoch sehr unflexibel. Das Kapital steht dann mindestens bis zum 60. Lebensjahr nicht zur Verfügung und die Weiterführung bei einem Arbeitgeberwechsel könnte schwierig werden.

Auch zur Tilgung eines Darlehens für das Eigenheim können VL eingesetzt werden: eine sehr rentable Variante.

Eine Lebens- oder Rentenversicherung ist sehr langfristig und unflexibel, und für die Höhe der VL nicht wirklich interessant.

Bedingungen für einen VL-Vertrag sind, dass

  • der Arbeitgeber die Leistung direkt auf den Vertrag überweist und
  • eine Sperrfrist von 7 Jahren eingehalten wird.

Staatliche Zulagen mit Einkommensgrenzen

Arbeitnehmer müssen selbst einen VL-Vertrag abschließen und dem Arbeitgeber die Vertragsdaten zukommen lassen. Doch es ist schwierig, einen guten Vertrag mit geringen Kosten zu finden, berichten die Verbraucherzentralen. Daher sollten Angebote genau geprüft werden.

Wenn das zu versteuernde Einkommen unter gewissen Grenzen liegt, kann für Bausparverträge und Sparverträge mit Investmentfonds die staatliche Förderung der Arbeitnehmersparzulage beantragt werden.

Näheres zu den drei grundsätzlichen Anlagemöglichkeiten für VL (für alle sind Freistellungsaufträge nötig):

1. Bausparvertrag

Ein Bausparvertrag hat den Zweck Geld anzusparen, um für Bau oder Erwerb einer Immobilie ein zinsgünstiges Darlehen zu bekommen. Jede Bausparkasse hat unterschiedliche Tarife, für die die jeweiligen Guthaben- und Kreditzinsen von Beginn an feststehen.

Grundsätzlich gilt: Je höher der Guthabenzinssatz, desto höher ist auch der Darlehenszins für die Inanspruchnahme des Bauspardarlehens. Viele Bausparkassen bieten einen Renditetarif an, bei dem bei einem Verzicht auf das Darlehen der Guthabenzins nachträglich erhöht wird.

Praxis-Tipp: Haben Sie vor, zunächst nur die VL-Leistung auf einen Bausparvertrag anzusparen, empfiehlt es sich, einen Renditetarif und eine niedrige Bausparsumme zu wählen (3.000 Euro bis 5.000 Euro), da die Zuteilung sonst nicht absehbar ist und in der Regel 1 Prozent der Summe als Abschlussgebühr anfällt. Bei Bedarf können Sie die den Bausparvertrag später immer noch erhöhen.

Wer bereits ein Bauspardarlehen hat, sollte die VL auf jeden Fall für die Tilgung einsetzen.

2. Sparvertrag mit Investmentfonds

Ein Fondssparvertrag ist eine spekulative Anlage mit höheren Renditechancen. Die VL werden in einen Investmentfonds mit einem Aktienanteil von mindestens 60 Prozent und einer Zulassung für VL-Anlage investiert. Jeden Monat werden für den VL-Betrag Anteile des Fonds gekauft. Das Depot ist 7 Jahre gesperrt. Auf den Vertrag fallen meist Kosten in Form von Ausgabeaufschlag und Depotgebühren an.

Praxis-Tipp: Wählen Sie einen Anbieter, der keinen Ausgabeaufschlag für den Fonds berechnet.

Seien Sie sich bewusst, dass der Wert des Fonds von der Entwicklung der Aktienmärkte abhängig ist. Der eingezahlte Betrag kann sich somit auch reduzieren. Sie wissen im Voraus nicht, welcher Wert das VL-Fonds-Depot nach 7 Jahren hat.

Für einen Bausparvertrag und einen Fondssparvertrag gibt es die Arbeitnehmersparzulage

AnlageartJährlicher
Zulagensatz
Max. staatliche
Zulage
Max. Einkommen*
(Single / Verheiratet)
Bausparen9 % von
max. 470 €
43 €17.900 / 35.800 €
Fondssparen20 % von
max. 400 €
80 €20.000 / 40.000 €

* Das Bruttoeinkommen kann höher liegen, da beispielsweise Werbungskosten, Sonderausgaben und andere Freibeträge abgezogen werden.

Die Beantragung der Förderung ist jährlich mit der Steuererklärung nötig.

3. Banksparvertrag

Eine sichere Anlage in VL ohne Risiko und ohne Kosten ist ein Banksparvertrag. Ein solcher eignet sich daher für konservative Anleger und Sparer, die keine staatliche Förderung in Form der Arbeitnehmersparzulage erhalten.

Ein VL-Banksparvertrag hat eine Einzahlungsphase von 6 Jahren. Danach ruht der Vertrag bis zum 1. Januar des folgenden Jahres, bis das Guthaben ausgezahlt wird.

Viele Banken und Sparkassen bieten diese Anlagevariante jedoch nicht mehr an.

Praxis-Tipp: Wird beispielsweise im November die erste Sparrate auf den VL-Vertrag gezahlt, ruht der Vertrag nur 1 Monat und wird dann bereits nach 6 Jahren und 1 Monat ausgezahlt. Falls Sie einen VL-Vertrag haben, der bald ausläuft und im Anschluss sich für einen Banksparvertrag entscheiden, beginnen Sie diesen gegebenenfalls etwas früher.

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Über den Autor

Thomas Nissen

Thomas Nissen

Experte für Finanzthemen beim unabhängigen Wissensportal Arbeitsgemeinschaft-Finanzen.de

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