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Vorfälligkeitsentschädigung bei Immobiliendarlehen

Möchte man ein Immobiliendarlehen vor Ablauf der Zinsfestschreibung zurückzahlen, verlangt die Bank oft eine Vorfälligkeitsentschädigung. Lesen Sie, wann Sie ohne Zusatzkosten kündigen und welche Fristen eingehalten werden müssen.

Mancher Kreditnehmer möchte sein Baudarlehen schon früher als geplant zurückzahlen – beispielsweise, weil er die beliehene Immobilie verkauft, eine hohe Erbschaft gemacht hat oder zu einem günstigeren Darlehensanbieter wechseln will.

Die Bank ist in den ersten zehn Jahren der Zinsfestschreibungsfrist allerdings nicht verpflichtet, zinsfeste Darlehen zurückzunehmen.

Wenn Sie ein durch Grundschuld oder Immobilienhypothek abgesichertes Darlehen vor Ablauf der vereinbarten Zinsbindung ablösen wollen, kann der Kreditgeber eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen. Das gilt auch, wenn Sie den vereinbarten Kredit gar nicht erst abnehmen.

Der Grund für die zusätzliche Gebühr: Die Bank kalkuliert die Darlehenszinsen über die gesamte Laufzeit, bei vorzeitiger Kreditrückgabe fällt ein Teil dieser Einnahmen weg. Es ist nicht sicher, dass die Bank das Geld wieder zu dem Zins im Markt unterbringen kann, den Sie als Kunde bis zum regulären Ende der Laufzeit für das Immobiliendarlehen gezahlt hätten.

Bank lässt sich Verzicht bezahlen

Im einzelnen Darlehensvertrag kann selbstverständlich vereinbart werden, dass die Bank bei vorzeitiger Kreditrückzahlung keine Entschädigung verlangt. Diesen Verzicht lässt sich die Bank in der Regel durch einen etwas höheren Zins vom Kunden vergüten.

Auch Sondertilgungsmöglichkeiten sind üblich, zum Beispiel 5 Prozent der ursprünglichen Darlehenssumme pro Jahr.

Ohne Zusatzkosten kündigen

Nach Ablauf von zehn oder mehr Jahren können Sie ein Immobiliendarlehen mit festen Zinsen in jedem Fall kündigen, ohne Vorfälligkeitsentschädigung zahlen zu müssen.

Die zehn Jahre beginnen mit dem Datum der vollständigen Darlehensauszahlung, sie müssen eine Kündigungsfrist von 6 Monaten einhalten.

Endet die 10-jährige Frist beispielsweise am 31. Mai eines Jahres, muss die Darlehenskündigung also bis zum 30. November des Vorjahres bei der Bank eingehen, damit Sie so früh wie möglich aus dem alten Darlehensvertrag aussteigen können.

Wenn Sie ein Darlehen aus einem Bausparvertrag vorzeitig zurückzahlen, fällt übrigens in keinem Fall Vorfälligkeitsentschädigung an – Sonderzahlungen auf Bauspardarlehen sind jederzeit kostenlos möglich, das ist in den Allgemeinen Bausparbedingungen (ABB) festgelegt.

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Über den Autor

Thomas Nissen

Thomas Nissen

Experte für Finanzthemen beim unabhängigen Wissensportal Arbeitsgemeinschaft-Finanzen.de

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