Lebensversicherung

Was ist eine Schlüsselkraftversicherung?

Eine Schlüsselkraftversicherung, auch „Keyman-Police“ genannt ist eine (Risiko-) Lebensversicherung, die von Unternehmen für Arbeitskräfte abgeschlossen werden, die über besondere Fähigkeiten oder Kenntnisse verfügen und daher sehr wertvoll für den Betrieb und seinen wirtschaftlichen Erfolg sind.

Was und wer sind Schlüsselkräfte?

Als Schlüsselkraft gelten leitende Angestellte in Schlüsselpositionen und Mitarbeiter, die eine spezielle Aufgabe im Betrieb erfüllen und daher schwer zu ersetzen sind. Kontrovers diskutiert wird, ob auch der geschäftsführende Gesellschafter einer GmbH zu den Schlüsselkräften zu rechnen ist.

Abhängig ist das sicherlich von seinen Fähigkeiten und seiner Aufgabe im Unternehmen, denn wenn seine Qualifizierung so umfassend ist, dass ein Fortbestehen der Firma durch sein Ausscheiden gefährdet ist, dann kann man sicherlich auch hier von einer Schlüsselkraft sprechen.

Durch Tod, Ausscheiden aus dem Arbeitsprozess oder auch die überraschende Kündigung einer Schlüsselkraft kann der Betrieb vor erhebliche finanzielle Herausforderungen gestellt werden.

Um einen geeigneten Nachfolger zu finden oder einen anderen qualifizierten Angestellten einzuarbeiten, wird Kapital benötigt und führt nicht selten zu Liquiditätsengpässen.

Vertragsgestaltung

Bei einer Schlüsselkraftversicherung ist der Betrieb Versicherungsnehmer. Er übernimmt die Beitragszahlung und geniesst sämtliche Rechte an diesem Vertrag hat, insbesondere in Bezug auf Leistungen im Versicherungsfall.

Der Mitarbeiter selbst ist die versicherte Person, wobei sich daraus keinerlei Ansprüche des Mitarbeiter ableiten lassen. Sollte ihm etwas zustoßen, so kann das Unternehmen daraus entstehende finanzielle Folgen ausgleichen.

Die Höhe der Versicherungsleistung sollte nicht nur den Kapitalbedarf berücksichtigen, der aufgewendet werden muss, um einen geeigneten Nachfolger zu finden und gegebenenfalls einzuarbeiten, sondern außerdem die Verluste ausgleichen, die dem Unternehmen durch den Ausfall entstehen.

Steuerliche Behandlungen

Grundsätzlich ist zwischen Personen- und Kapitalgesellschaften unterscheiden.

Bei Personengesellschaften stellen die Beiträge zu einer „Keyman-Police“ keine Betriebsausgaben dar. Dafür wird die Versicherungsleistung auch nicht als Betriebseinnahme steuerlich erfasst, sondern ergebnisneutral behandelt.

Anders verhält es sich bei Kapitalgesellschaften. Während die Beiträge zu den Betriebsausgaben gezählt werden, wird die Versicherungsleistung als Betriebseinnahme verbucht und ist im Jahr des Zuflusses zu versteuern. Allerdings wird die Mittelverwendung wiederum zu betrieblich veranlassten Ausgaben führen, so dass es normalerweise nicht zu einer Gewinnerhöhung kommt.

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Über den Autor

Thomas Nissen

Thomas Nissen

Experte für Finanzthemen beim unabhängigen Wissensportal Arbeitsgemeinschaft-Finanzen.de

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