Tagesanleihe des Bundes: sichere Rückzahlung - niedriger Zins
Von Diana Rothermel
Vor geplanten Anschaffungen kommt es immer mal wieder vor, dass ein Geldbetrag für einige Zeit auf dem Konto "geparkt" wird. Das Girokonto ist dafür nicht geeignet. Nutzen Sie die Möglichkeiten das Kapital, bis zur abschließenden Verwendung verzinslich anzulegen.
Hierzu eignen sich als täglich verfügbare Geldanlagen verzinsliche Tagesgeldkonten bei Banken, Geldmarktfonds oder eben die Tagesanleihe des Bundes. Letztere allerdings bewegt sich bei der Verzinsung im äusserst niedrigen Bereich, so dass Sie derzeit besser auf Tagesgeldangebote von Banken ausweichen sollten.
Die Tagesanleihe des Bundes gibt es seit Mitte 2008. Sie gehört zu den Bundeswertpapieren, was bedeutet, dass sie von der Bundesrepublik Deutschland - Finanzagentur GmbH herausgegeben (emittiert) wird. Somit hat sie den großen Vorteil, dass die vollständige Auszahlung der Anlagesumme sowie der Zinsen garantiert wird. Es gibt im Vergleich zu anderen Anleihen kein Kursrisiko und keine Fälligkeit. Die Tagesanleihe ist mündelsicher und daher beispielsweise auch für Vereine geeignet.
Kaufen können Sie die Tagesanleihe bereits ab einem Betrag von 50 Euro. Maximal kann pro Tag und Person 250.000 Euro investiert werden. Ein Verkauf bzw. eine Rückgabe ist an jedem Bankgeschäftstag möglich.
Der Zinssatz für die Anleihe wird täglich berechnet und richtet sich nach dem Marktzins. Dies hat den Vorteil, dass steigende Zinsen den Anleihezins sehr zeitnah steigen lassen. Im umgekehrten Fall, bei fallenden Zinsen, sinkt jedoch der Tageszinssatz ebenso schnell.
Gerade seit der Auflage zum 01. Juli 2008 bis heute, hat sich dieser Sachverhalt - zum Nachteil der Anleger - sehr deutlich gezeigt. Beim Start hatte die Anleihe einen Zinssatz von 3,6223 Prozent p.a., der zur damaligen Zeit gut mit den alternativen Anlagen wie Tagesgeldkonten und Geldmarktfonds konkurrieren konnte. Die negative Entwicklung verdeutlicht folgende Tabelle:
| Datum | Tagespreis in % | Tageszins p.a. |
|---|---|---|
| 01.07.2008 | 100 | 3,62 % |
| 30.09.2008 | 100,999578 | 3,63 % |
| 31.12.2008 | 101,763293 | 2,10 % |
| 01.01.2009 | 100 | 2,18 % |
| 31.03.2009 | 100,303202 | 0,82 % |
| 30.06.2009 | 100,465637 | 0,23 % |
| 30.09.2009 | 100,517287 | 0,20 % |
| 31.12.2009 | 100,570083 | 0,17 % |
| 01.01.2010 | 100 | 0,26 % |
| 31.03.2010 | 100,047223 | 0,20 % |
| 30.06.2010 | 100,095956 | 0,18 % |
| 30.09.2010 | 100,170932 | 0,26 % |
| 31.12.2010 | 100,283372 | 0,24 % |
| 01.01.2011 | 100 | 0,67 % |
| 31.03.2011 | 100,126498 | 0,44 % |
| 30.06.2011 | 100,352839 | 0,84 % |
| 30.09.2011 | 100,562836 | 0,91 % |
Am 01.Januar eines jeden Jahres wird der Tagespreis auf 100 Prozent gesetzt
Tägliche Berechnung des Zinssatzes
Basis für die Zinsberechnung ist der Durchschnittszinssatz für auf Euro lautende Übernachtausleihungen im Interbankenhandel, d.h. der EONIA-Satz (European OverNight Index Average). Banken stellen sich im Interbankenhandel gegenseitig Gelder zur Verfügung, um den kurzfristigen Geldbedarf zur Einhaltung der Mindestreserve zu decken bzw. auf der anderen Seite überflüssige Gelder verzinslich anzulegen.
Um den Zins für die Tagesanleihe zu berechnen wird der EONIA-Zins mit dem Faktor 0,925 multipliziert. Liegt der EONIA-Satz unter zwei Prozent werden 0,15 Prozentpunkte abgezogen, bei einem Wert über sechs Prozent beträgt der Abschlag 0,45 Prozentpunkte.
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