Steuertipps

Schulden beim Finanzamt – Was tun?

Wer zu einer Steuernachzahlung aufgefordert wird, kann diese nicht immer sofort entrichten. Hier gilt es sich richtig zu verhalten.

Finanzamt verlangt Steuernachzahlung

Auch so mancher Arbeitnehmer erlebt beim Durchlesen seines Steuerbescheides eine böse Überraschung: Das Finanzamt verlangt von ihm eine Steuernachzahlung. Meistens wird ihm hierfür nur eine Frist von wenigen Wochen gesetzt.

Das kann beispielsweise dann vorkommen, wenn Sie nicht nur Einkünfte aus ihrer nichtselbstständigen Tätigkeit erwirtschaften, sondern darüber hinaus Einnahmen – etwa aus Vermietung und Verpachtung oder aus einer selbstständigen Nebentätigkeit – erzielt haben.

Wer „nur“ als Arbeitnehmer tätig war, muss mit unliebsamen Überraschungen rechnen, soweit er zeitweilig von der Arbeitsagentur Leistungen wegen Arbeitslosigkeit – z.B. in Form von Arbeitslosengeld – oder Kurzarbeitergeld bezogen hat.

Diese Zahlungen sind zwar für sich genommen nicht steuerpflichtig. Sie führen aber dazu, dass das erzielte Einkommen als Angestellter in Wirklichkeit einem höheren Steuersatz unterliegt.

Kontrollieren und Steuerlast drücken

In einer solchen Situation sollten Sie zunächst einmal kontrollieren, ob die Steuernachzahlung in dieser Höhe auch wirklich berechtigt ist.

Hierzu prüfen Sie am besten, ob das Finanzamt auch alle geltend gemachten Aufwendungen auch wirklich berücksichtigt hat.

Hierzu müssen Sie die Positionen in Ihrem Steuerbescheid genau mit den Angaben in Ihrer Steuererklärung vergleichen. Sollten Sie fündig werden, legen Sie innerhalb eines Monats gegen den Steuerbescheid Einspruch ein.

Bitte achten Sie unbedingt, dass Sie diese Frist einhalten. Sie müssen übrigens trotzdem Ihrer Zahlungspflicht nachkommen. Soweit Sie das wirklich nicht können, sollten Sie die Aussetzung der sofortigen Vollziehung beantragen.

Soweit Sie Vorauszahlungen leisten müssen, können Sie bei einer Verschlechterung der jeweiligen Einkünfte – z.B. aus einer selbstständigen Nebentätigkeit- die Absenkung der Vorauszahlungen beantragen. Diesem Antrag muss das Finanzamt normalerweise sogar stattgeben.

Stundung und Vollstreckungsaufschub

Soweit Sie vorübergehend nicht die geforderte Steuernachzahlungen leisten können, sollten Sie sich umgehend mit dem Finanzamt in Verbindung setzen und die Stundung der Forderung beantragen. Die Zahlung muss hierfür für den Steuerzahler mit einer erheblichen Härte eingehen. Hiervon ist z.B. bei einer Gefährdung seiner Existenz und keiner anderweitigen Möglichkeit der Finanzierung auszugehen.

Allerdings muss er auch als stundungswürdig anzusehen sein. Dies wird u.a. dann verneint, wenn er einen verschwenderischen Lebensstil an den Tag gelegt hat und bereits früher schon seine Pflichten gegenüber dem Finanzamt vernachlässigt hat. Soweit das nicht klappt, können Sie unter Umständen bei der Vollstreckungsstelle einen Vollstreckungsaufschub erwirken.

Erlass der Steuerzahlung beantragen

Soweit Sie dauerhaft zahlungsunfähig sind, können Sie den Erlass der Steuernachzahlung beantragen. Hier haben Sie aber nur dann eine Chance, soweit Sie ansonsten in Ihrer Existenz gefährdet sind. Hiervon ist gewöhnlich dann auszugehen, soweit Sie sonst Ihren Lebensunterhalt nicht mehr bestreiten können.

Allerdings darf die Existenz nicht schon aufgrund von Schulden gegenüber anderen Gläubigern gefährdet sein. Dies ergibt sich aus einem Urteil des Bundesfinanzhofes vom 28.06.2009 (Az. V B 71/05). In der Praxis ist ein Erlass viel schwerer durchzusetzen als eine Stundung.

Am ehesten haben Sie noch Chancen beim Säumniszuschlag, wenn z.B. eine rechtzeitige Zahlung wegen einer Erkrankung oder Überschuldung nicht möglich war. Hier ist am ehesten ein Teilerlass drin.

... und da wäre noch