Riester-Rente

Aktualisiert: 13. Januar 2020 | Redaktion
Das Wichtigste auf einen Blick

  • Als private Altersvorsorge unterstützt die Riester-Rente sowohl Beamte als auch Arbeitnehmer im Ruhestand. Dabei eignet sie sich besonders für Menschen mit einem guten Einkommen.
  • Das System der Riester-Rente ist auf unterschiedlichen Vertragsformen aufgebaut. So kann man zwischen Banksparplänen, Riester-Fondssparplänen, Riester-Rentenversicherungen sowie Wohn-Riester-Verträgen wählen.
  • Bei der Auswahl eines solchen Sparvertrages sind stets verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Dazu zählen insbesondere die Zeit bis zum Renten- oder Pensionseintritt sowie bestehendes oder geplantes Wohneigentum.
  • Ein Unterschied bei der Förderung besteht bei den einzelnen Sparformen nicht. So erhalten Erwachsene als jährliche staatliche Zulagen von maximal 175 EUR und Kinder 300 EUR, wozu sich in der Regel noch eine Steuererstattung gesellt.
  • Die Rente, die im Rahmen eines Riester-Sparplanes ausgezahlt wird, unterliegt der Steuerpflicht.

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Darum geht es

Im Zuge der letzten großen Rentenreform im Jahr 2001 wurden die Sätze der staatlichen Rentenversicherung für künftige Generationen bedeutend gesenkt. Um im Alter dennoch einen gewissen Lebensstandard zu halten, ist eine private Altersvorsorge daher umso wichtiger. Um insbesondere Arbeitnehmer dabei mit staatlicher Hilfe zu unterstützen, wurde im Rahmen der Rentenreform die Riester-Rente eingeführt. Das Interesse an dieser ist seitdem groß – so wurden inzwischen knapp 16 Millionen Riester-Verträge unterzeichnet.

Persönliche Voraussetzungen für eine Riester-Rente

Grundsätzlich kann jeder in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlende Arbeitnehmer einen Rieser-Vertrag abschließen. Zudem können auch Beamte, die nicht in die Sozialversicherung einzahlen, riestern. Für spezielle Berufsgruppen wie insbesondere Auszubildende und Selbstständige gelten besondere Regelungen. Für den Fall, dass nicht selbst Erwerbstätige in den Genuss einer Rieser-Rente kommen wollen, können diese möglicherweise über den Ehepartner – sofern dieser erwerbstätig ist – sozusagen ‘mitriestern’.

Wann sich eine Riester-Renter für Sie lohnt

Ein wesentlicher Vorteil beim Abschluss eines Rieser-Vertrages ist die staatliche Förderung. So wird jeder Vertrag mit Steuervorteilen und Zulagen gefördert. Je nachdem, wie viel Sie einzahlen, erhalten Sie seit 2018 einen jährlichen Grundzulagenbetrag in Höhe von 175 EUR pro Person. Wenn Sie Kinder haben, profitieren Sie dabei zusätzlich von den staatlichen Zulagen. So gibt es für Kinder, die vor 2007 geboren wurden, jährlich 185 EUR und für Kinder, die ab 2008 geboren wurden, sogar 300 EUR jährlich extra.

Hinsichtlich des Steuervorteils sind jedoch keine pauschalen Angaben möglich, denn dieser ist von ihrem individuellen Einkommenssteuersatz abhängig. Grundsätzlich sind jedoch maximal 2.100 EUR pro Jahr inklusive Zulagen steuerlich absetzbar. Dabei werden die Zulagen mit dem geldwerten Steuervorteil verrechnet. Vor allem dann, wenn Sie mehrere Kinder haben, kann dabei die Gesamtzulage höher sein als der Steuervorteil. Daher profitieren Familien mit vielen Kindern hauptsächlich von den Zulagen, wohingegen Besserverdiener, die steuerlich alleine veranlagt sind, ab einem Jahresbrutto von 40.000 EUR den Steuervorteil besser ausnutzen können.

Zudem lohnt sich vor allem bei geplanten Eigenheimen ein Wohnriester-Vertrag, mit welchem das später selbstbewohnte Eigentum schneller abbezahlt werden kann.

Riester-Rente auch für Geringverdiener?
Da Geringverdiener im Alter häufig auf die staatliche Grundsicherung zurückgreifen müssen und die Riester-Rente bisher auf diese angerechnet wurde, war das Riestern für Geringverdiener bislang wenig attraktiv. Mit einer Rechtsänderung im Jahr 2018 wurden hier jedoch Änderung vorgenommen. So können sowohl Betriebsrentner als auch Riester-Sparer inzwischen bis zu 200 Euro der privaten Altersvorsorge behalten und müssen daher nicht mehr befürchten, umsonst gespart zu haben.

Wann erfolgt die Auszahlung und wie funktioniert sie?

Das Prinzip der Riester-Rente beruht, wie auch ihre Bezeichnung, auf der Sparphase während der Erwerbstätigkeit und der anschließenden Auszahlungsphase als zusätzlicher Rente im Alter. Daher können Sie von der angesparten Riester-Rente erst mit dem Eintritt in die Rentenphase profitieren. Die früheste Auszahlung ist dabei erst ab dem 60. Lebensjahr möglich. Mit dem Start der Rentenauszahlung stehen Ihnen dann mindestens die bis zu diesem Zeitpunkt eingezahlten monatlichen Sparbeiträge sowie die erhaltenen Zulagen zu.

Die meisten Anbieter rechnen dabei mit einer hohen Lebenserwartung, weshalb sich die monatlichen Rentenzahlungen für einen langen Zeitraum gerechnet werden. Diese Rentenzahlungen sind schließlich auch zu versteuern. Das bedeutet, dass Sie hierfür auch im Alter eine Steuererklärung machen müssen, wobei die Besteuerung jedoch nach dem dann geltenden Steuersatz erfolgt.

Der Steuersatz ist im Alter regelmäßig niedriger, sodass Sie dann zumeist Steuern sparen. Diese Form der Besteuerung wird auch als ‘nachgelagerte Besteuerung’ bezeichnet.

Als Alternative zu den monatlichen Rentenauszahlungen können Sie sich auch am Anfang der Auszahlungsphase einmalig bis zu 30 Prozent des angesparten Kapitals auszahlen lassen. Dies kann erforderlich werden, wenn Sie beispielsweise eine größere Anschaffung planen – bei der Verwendung der Auszahlungen im Rahmen der Riester-Rente sind Sie selbstverständlich vollkommen ungebunden. Der Nachteil einer einmalig größeren Auszahlung liegt jedoch darin, dass sich der Steuersatz für das Jahr der Auszahlung erhöht. Um dieses Problem zu umgehen, kann man die Auszahlung auch auf ein späteres Jahr verschieben, in welchem der Steuersatz mangels Erwerbslohn niedriger ausfällt.

Schließlich gibt es auch für den Fall, dass Sie eine monatliche Rente unter der Bezugsgröße aus § 18 SGB IV und damit unter 31,15 EUR beziehen, eine Sonderregelung. Diese ist die Abfindung der Riester-Rente, mit welcher der Rentenanspruch zu Beginn der Auszahlungsphase mit einer Einmalzahlung vollständig abgegolten wird. Um dabei wiederrum das Problem der vollkommenen Steuerpflicht zu umgehen, kann die Steuerlast inzwischen unter Anwendung der ‘Fünftregelung’ abgemildert werden. Diese Regelung ergibt sich aus § 34 Einkommensteuergesetz und galt bisher nur für außerordentliche Einkünfte. Bei der Besteuerung der Abfindung wird dabei zugrunde gelegt, dass der Abfindungsbetrag gleichmäßig auf die nächsten 5 Jahre verteilt ausgezahlt wird, was den anzuwendenden Steuersatz wiederrum deutlich senkt und eine einmalig hohe Steuerlast verhindert. Auch hier sollten Sie prüfen, ob Sie den Abfindungszeitpunkt auf das Jahr des tatsächlichen Rentenbeginns nach Ende der Erwerbstätigkeit legen – damit lassen sich zumeist zusätzliche Steuern sparen.

Finden Sie Ihre beste Rieser-Option

Dass sich eine Riester-Rente vor allem für Familien mit vielen Kindern und Gutverdiener lohtn, haben wir Ihnen bereits erklärt. Dennoch bleibt offen, welche Vertragsart die Beste für Ihre individuelle Situation ist. Bevor Sie einen Vertrag abschließen, sollten Sie sich in jedem Fall mit allen Möglichkeiten auseinandersetzen.

A) Wenn Sie eine Immobilien anschaffen und selbst nutzen wollen: der Wohn-Riester-Vertrag
Wohneigentum gilt seit langem als eine der sichersten Möglichkeiten, um im Alter sorgen- und vor allem mietfrei zu leben. Wenn Sie den Erwerb einer Immobilie, die Sie selbst bewohnen wollen, planen, ist ein Wohn-Riester-Vertrag eine gute Wahl. Damit schließen Sie Darlehen ab, bei dem die Rückzahlung mit den Riester-typischen Zulagen und Steuervorteilen gefördert wird. Durch diese wird es Ihnen gelingen, den Kredit zu tilgen, und zwar auch dann, wenn die Verzinsung möglicherweise höher ausfällt als bei einem herkömmlichen Kredit.

Wichtig bei dieser Riestervariante ist neben der Voraussetzung der Eigennutzung auch die Versteuerung der erhaltenen Vorteile im Alter mittels einem fiktiven Wohnförderkontos. Sollten Sie an dieser Förderung interessiert sein, sollten Sie in jedem Fall einen Experten für Baufinanzierung hinzuziehen, der alle wesentlichen Berechnungen exemplarisch mit Ihnen durchgeht.

Bei einem Wohn-Riester-Vertrag als Darlehensvertrag empfehlen wir Ihnen Dr. Klein oder Interhyp als Berater und Vermittler.

B) Zinsen sichern mit dem Riester-Bausparvertrag
Wenn der Kauf einer Immobilie nicht unmittelbar bevorsteht, sondern für die kommenden Jahre erst in Planung ist, lassen sich mit einem Riester-Bausparvertrag frühzeitig beste Zinskonditionen sichern. In diesem Fall erhalten Sie die Zulagen und Steuervorteile für Ihre Sparbeiträge und sichern sich gleichzeitig die Zinsen für einen späteren Baukredit. Nach Inanspruchnahme des Kredites läuft die Förderung dann für die Tilgungsphase weiter.
Nehmen Sie das Baudarlehen später widererwartend nicht in Anspruch, können Sie den Rieser-Bausparvertrag in eine andere Riester-Förderung umwandeln.

C) Für Unentschlossene: der Riester-Banksparplan
Bei einem Riester-Banksparplan zahlen Sie wie bei anderen Banksparplänen auch Ihre monatlichen Raten, die zumeist entsprechend der aktuellen Zinssätze verzinst werden. Zusätzlich werden die Sparraten durch die üblichen Riester-Zulagen ergänzt. Ein solcher Vertrag lohnt sich somit für alle, die mit ihrer Anlage kein Risiko eingehen wollen – dafür ist die Rendite bei den gegenwärtigen Zinssätzen jedoch gering.
Das aufgebaute Kapital ist dabei nicht zweckgebunden und kann auch vor Vertragsende beispielsweise für eine Baufinanzierung entnommen werden.
Mit einem Riester-Banksparplan können Sie somit von der Riesterförderung profitieren, ohne sich beispielsweise für den Erwerb einer Immobilie entscheiden zu müssen.

D) Die klassische Riester-Rentenversicherung
Mit dem Abschluss einer klassischen Riester-Rentenversicherung erhalten Sie Planungssicherheit über die zu erwartenden Rentenzahlungen. Zudem unterliegt die Riester-Rente auch einer garantierten Verzinsung. Diese orientiert sich an dem Garantiezins für Lebensversicherung und betrug für den jeweiligen Sparanteil (Beiträge ohne Zinsen) damit seit Anfang 2017 0,9 Prozent pro Jahr. Gleichzeitig werden Sie bei einem Riester-Renten-Vertrag an den Überschüssen der Versicherung beteiligt, welche jedoch nicht garantiert werden und stetig abnehmen.

Ein Nachteil der Riester-Rentenversicherung liegt jedoch in der Zweckbindung. So sind die Abschluss- und Bearbeitungskosten hier vergleichsweise hoch, weshalb eine vorzeitige Auszahlung von Kapital daher mit großen Verlusten einhergeht. Auch der Wechsel des Anbieters kann aufgrund des einberechneten hohen Gebührenanteils sehr teuer werden.

E) Renditen sichern mit dem Riester-Fondssparplan
Wenn Sie Ihren Fokus schließlich auf möglichst hohe Renditen legen, kann für Sie ein Riester-Fondssparplan in Betracht kommen. Auch hier erhalten Sie die Zulagen und Steuervorteile vom Staat und die garantierte Auszahlung des angesparten Kapitals zum Rentenbeginn. Dadurch können Anbieter zwar nicht alle Sparraten in die stärksten – und damit meist risikobehaftetsten – Aktien investieren. Dennoch sind Ihnen durch sichere Rentenfonds gute Renditen sicher.
Ein Vorteil diese Anlageform liegt schließlich auch darin, dass Fondssparpläne besser auf Zinsänderungen reagieren können und die Renditechancen damit größer sind als bei fondsgebundenen Riester-Rentenversicherungen.

Wichtige Fragen – kurze Antworten

Wann wird die Riester-Rente ausgezahlt?
Die Auszahlung erfolgt entweder für eine monatliche Auszahlung des Gesamtkapitals oder für die Auszahlung von einmalig 30 Prozent des Gesamtkapitals mit anschließenden monatlichen Zahlungen des Restkapitals.
Ist die Rieser-Rente sozialversicherungspflichtig?
Nein, die Riester-Rente ist vollkommen frei von Sozialausgaben. Sozialversicherungsbeiträge müssen mit Rentenbezug nicht nochmal auf die Riester-Rente gezahlt werden.
Kann ich einen Riester-Vertrag wechseln?
Der Anbieter eines Riester-Vertrages kann grundsätzlich jederzeit gewechselt werden. Dabei können jedoch hohe Abschluss- und Bearbeitungsgebühren anfallen.
Kann ich mehrere Riester-Verträge abschließen?
Man kann mehrere Riester-Verträge abschließen, wobei man die Zulagen jedoch nur auf 2 Verträge verteilen kann.

Hier beginnen nun die Praxistipps zur Findung eines geeigneten Anbieters:

Die beste Vorgehensweise

  • Zunächst sollten Sie abwägen, ob eine Riester-Rente in Ihrer Situation überhaupt lohnt. Anhand Ihrer individuellen Einkommens- und Lebenssituation sollten Sie sich dann für eine bestimmte Vertragsform abwägen.
  • Die Angebote für eine klassische oder fondsgebundene Riester-Rentenversicherung können Sie mit unserem Tarifrechner vergleichen.
  • Bei einem Wohn-Riester-Vertrag als Darlehensvertrag empfehlen wir Ihnen Dr. Klein oder Interhyp als Berater und Vermittler.

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