Rating Europa bzw. Euroländer (hier Standard & Poor’s)

Mit einem Rating wird die Bonität, also die Zahlungsfähigkeit eines Schuldners bewertet und damit das Risiko eines Kreditausfalls. Je schlechter das eigene Rating ausfällt, desto schwerer wird es für Unternehmen oder Nationen, sich mit frischen Krediten zu versorgen und umso höher werden die Kreditzinsen, die dafür berechnet werden.

Die drei größten und einflussreichsten internationalen Ratingagenturen haben alle ihren Sitz in den USA: Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch teilen sich den internationalen Markt fast vollständig untereinander auf, die Big Three bewerten etwa 95% aller international vergebenen Kredite.

Unternehmen oder Staaten, die eine sehr gute Bonität aufweisen, erhalten das begehrte Rating „AAA“ und hierdurch die besten Konditionen auf dem internationalen Finanzmarkt. Anleihen von Staaten mit dieser Bewertung gelten damit besonders sicher.

Am anderen Ende der Skala steht ein C- oder D-Rating, das Zahlungsunfähigkeit, also Insolvenz bedeutet. Doch selbst eine Abwertung im Rating von AAA auf die nächstniedrige Stufe AA+ hat wirtschaftliche Konsequenzen, denn zur Abfederung des Kreditrisikos werden höhere Zinsen berechnet und belasten so angeschlagene Unternehmen oder Staaten zusätzlich.

Rating Europa und Euroländer

Die Ratingagenturen unterscheiden zwischen „Long Term“ mit Kreditlaufzeiten von mehr als 360 Tagen und „Short Term“ für kurzfristige Verbindlichkeiten. Mit komplexen Auswertungs- und Analyseverfahren bewerten die Ratingagenturen zahlreiche Kriterien und ermitteln daraus eine Gesamtbewertung. Diese dient Kreditgebern als Risikoindikator und beeinflusst die Konditionen, zu denen sich Unternehmen und Staaten Geld auf dem Finanzmarkt leihen können.

Hintergrund

Während die Ratingscodes im Long Term-Bereich sehr fein differenziert sind, werden kurzfristige Verbindlichkeiten in weniger Kategorien eingeteilt und geratet. Institutionelle Anleger wie Pensionskassen oder Versicherungen vereinfachen oftmals noch stärker und teilen die Finanzwelt in zwei Klassen ein: Anlagen mit einem „Investment Grade“ (AAA bis BBB-) ermöglichen ein finanzielles Engagement, ein niedrigeres Rating führt zu einem „Sub-Investment Grade“ und gelten als spekulativ und zunehmend risikobehaftet.

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