Rechtsschutz

Mieterrechtsschutzversicherung Vergleich

Schimmel in der Wohnung, intransparente Nebenkostenabrechnung, Lärmbelästigungen – viele Mieter gehen gerichtlich gegen ihren Vermieter oder Nachbarn vor. Für die Kostenübernahme ist ein Mieterrechtsschutz sinnvoll.

Grundsätzlich können Sie den Mieterrechtsschutz dann in Anspruch nehmen, wenn Sie sich anlässlich eines Konfliktes mit Ihrem Nachbarn oder Vermieter anwaltlich beraten lassen oder gerichtliche Schritte einleiten möchten.

Sehr häufig liegen dem Streit mietvertragliche Ansprüche zugrunde. Hierunter fallen etwa fällige Reparaturen, ausstehende Mietzahlungen oder falsche Nebenkostenabrechnungen.

Gerade der letzte Punkt sorgt in den letzten Jahren auch angesichts steigender Preise immer wieder für genug Zündstoff.

Viele Betriebskostenabrechnungen sind hierbei fehlerhaft, weil die umgelegten Kosten wie Wasser, Hauswart und Fahrstuhl falsch berechnet werden oder diese nicht fristgerecht beim Mieter eingehen.

Nicht selten werden die Betriebskostenvorauszahlungen viel zu hoch angesetzt.

Gemäß dem Deutschen Mieterbund ist jede zweite Abrechnung falsch. Allerdings können Sie sich auch dann an Ihre Rechtsschutzversicherung wenden, wenn Sie gegenüber Ihrem Nachbarn aufgrund einer unzulässigen Umzäunung etwaige Beseitigungsansprüche geltend machen möchten.

Unzumutbare Immissionen wie etwa Lärm oder Gerüche müssen Sie nicht hinnehmen und können Unterlassungsansprüche ebenfalls über Ihren Versicherer durchsetzen lassen. Gleiches gilt, wenn Ihr Eigentum seitens eines Mitbewohners beschädigt wird und Sie Schadenersatzansprüche geltend machen möchten.

Diese Kosten werden vom Mieterrechtsschutz bezahlt

Die Rechtsschutzversicherung übernimmt sämtliche Kosten, die in Zusammenhang mit dem Rechtsstreit anfallen. Hierunter fallen vor allem:

  • außergerichtliche und gerichtliche Anwaltshonorare sowie Gerichtskosten
  • Zeugenauslagen und notwendige Vorschüsse
  • Anwalts- und Gerichtskosten der Gegenseite.

Soll auf Verlangen des Gerichts ein Sachverständiger mit der Sache betraut werden, so kommt der Mieterrechtsschutz auch hierfür in der Regel vollumfänglich auf. Etwaige Kosten für einen Gerichtsvollzieher fallen ebenfalls darunter. Die maximale Kostenübernahme wird grundsätzlich durch die Höhe der Versicherungssumme begrenzt.

Praxis-Tipp: Angesichts der teils hohen Streitwerte sollten Sie eine Versicherungssumme von mindestens 500.000 Euro vereinbaren.

Unterschiede zwischen den Versicherern

Einige Versicherer schließen in den Mieterrechtsschutz weitere Leistungsarten mit ein. Der Deckungsumfang sollte etwa einen Mediations-Rechtsschutz aufweisen können. Dabei versucht ein Mediator im Rahmen einer außergerichtlichen Streitschlichtung zwischen den beiden Parteien entweder telefonisch oder persönlich zu vermitteln. Dadurch lassen sich langwierige Gerichtsprozesse vermeiden.

Zwar bieten heutzutage die meisten Versicherungsgesellschaften die Mediation an, allerdings verzichten nur die wenigsten Versicherer bei Bedarf auf die Anrechnung einer Selbstbeteiligung. Auch die Kostenübernahme unterscheidet sich teils erheblich. Üblicherweise werden die Kosten auf einen bestimmten Betrag im Jahr oder auf eine genaue Anzahl an Stunden gedeckelt.

Wünschenswert ist auch eine telefonische Rechtsberatung. Sie können sich in diesem Fall unabhängig vom Eintritt eines Versicherungsfalls anwaltlich beraten lassen.

Was ich als Mieter wissen muss
  • Dilip D. Maitra
  • Herausgeber: Verbraucher-Zentrale NRW
  • Taschenbuch: 380 Seiten

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Über den Autor

Thomas Nissen

Thomas Nissen

Experte für Finanzthemen beim unabhängigen Wissensportal Arbeitsgemeinschaft-Finanzen.de

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