Gebäudeversicherung Vergleich

  • Die Gebäudeversicherung kann vor folgende Gefahren einzeln oder kombiniert schützen:

  • Feuer (Brand, Blitzschlag, Explosion)
  • Sturm/Hagel
  • Leitungswasser (undichtes Leitungssystem, Frost, Rohrbruch)
  • Elementarschäden (Überschwemmung, Erdrutsch, Schneedruck, Lawinen, Erdbeben)
Praxis-Tipp

Jedes Wohngebäude sollte gegen die Gefahren von Feuer, Sturm/ Hagel sowie Leitungswasser versichert sein, um ein hohes Kostenrisiko auszuschließen. Eine Elementarversicherung ist je nach regionaler Lage sinnvoll.

Wissenswertes zur Gebäudeversicherung

Eine Feuerversicherung war bis 1994 Pflicht. Heute sind alle möglichen Bestandteile einer Gebäudeversicherung freiwillig. Ist eine Immobilie finanziert, verlangt die Bank jedoch in der Regel mindestens eine Feuerversicherung.

Versichert ist die gesamte Bausubstanz. Dazu zählt alles, was mit dem Gebäude fest verbunden ist. Auch Einbauschränke können dazu gehören.

Damit eine Einbauküche mitversichert ist, sind die Kriterien jedoch streng. Sie verlangen in der Regel, dass die Küche individuell handwerklich hergestellt und eine Trennung vom Gebäude nur unter erheblichem Verlust möglich ist. Meist ist dies nicht der Fall.

Wenn doch, sollte dies im Vertrag festgehalten werden. Garagen und ähnliches können mitversichert werden und sollten dann auch im Versicherungsvertrag erwähnt werden. Einrichtungsgegenstände können mit einer Hausratversicherung versichert werden.

Faktoren für die Prämienberechnung

Ausschlaggebend für die Höhe des Versicherungsbeitrags sind die Bauweise des Gebäudes (Bauartklasse) und die Art des Daches (Flachdach, ausgebaute Dachfläche), die Größe der Immobilie sowie deren Nutzung.

Des Weiteren unterscheiden sich die Prämien je nach Region. So trägt zum Beispiel zur Berechnung bei, wie häufig Sturm auftritt. Im Norden von Deutschland dürften die Versicherungen daher teurer sein, als für ein gleichwertiges Haus im Süden.

Versicherungssumme nach Neuwertfaktor und 1914er-Wert

Die Ermittlung der Versicherungssumme für ein Gebäude erfolgt mit dem „gleitenden Neuwertfaktor“. Die versicherte Summe wird in der Police mit dem „1914er-Wert“ angegeben.

Basis der Ermittlung sind die Baukosten des Gebäudes. Diese werden durch den gleitenden Neuwertfaktor des Baujahres geteilt. Der Neuwertfaktor erhält eine jährliche Anpassung an die Baupreise und wird vom Statistische Bundesamt veröffentlicht.

Das Ergebnis ist der 1914er-Wert, der dann im Versicherungsvertrag steht. Wird das gesamte Haus zerstört, zahlt die Versicherung die Summe, die sich ergibt, wenn der 1914er-Wert mit dem Neuwertfaktor des betreffenden Jahres multipliziert wird.

Beispiel:
Im Jahre 2005 belief sich die Bausumme eines Hauses (ohne Grundstück) auf 250.000 Euro. Der Neuwertfaktor 2005 lag bei 13,40 Euro, woraus sich ein 1914er-Wert von 18.657 Mark ergibt. Dieser Wert steht im Versicherungsschein. Wenn das Haus in 2011 abgebrannt wäre, hätte die Versicherung bei einem dann geltenden Neuwertfaktor für 2011 von 15,4 eine Summe von 287.313 Euro gezahlt.

Nachträgliche Baumaßnahmen am Haus, die über die üblichen Erhaltungs- und Modernisierungsaufwendungen hinaus gehen, sollten daher unbedingt auch der Versicherungsgemeldet gemeldet werden, um den Wert im Versicherungsvertrag zu erhöhen.

Versicherungssummen nach Wohnflächenmodell

Statt der Versicherung zum gleitenden Neuwert bieten heute immer mehr Gebäudeversicherer das Wohnflächenmodell an. Die Höhe des Versicherungsbeitrages ist für den Kunden leicht zu durchschauen – die Versicherungsprämie bemisst sich einfach nach der Wohnfläche und der Tarifzone, in der das Gebäude liegt.

Der Wertzuwachs des Gebäudes und die steigenden Wiederherstellungskosten werden durch einen jährlichen, nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelten Anpassungsfaktor berücksichtigt.

Praxis-Tipp

Schließen Sie einen Ein-Jahres-Vertrag ab, so können Sie immer wieder neu vergleichen. Zahlen Sie nach Möglichkeit den Beitrag jährlich, um den Ratenzahlungszuschlag zu vermeiden. Vergleichen Sie verschiedene Angebote. Eine Selbstbeteiligung lohnt sich nur selten.

Sollte ein Schaden entstehen, muss dieser innerhalb einer Woche der Versicherungsgesellschaft gemeldet werden.

Manche Versicherungsgesellschaften bieten auch neben den bereits erwähnten auch weitere Leistungen an. Dazu gehören beispielsweise: die Entfernung von Graffiti, die Hotelunterbringung der Bewohner während der Schadenbeseitigung, die Entsorgung umgestürzter Bäume im Garten oder die vorzeitige Rückreise aus dem Urlaub nach schweren Schadenfällen.

Nach oben