Unfallversicherung Vergleich

Die private Unfallversicherung gilt weltweit rund um die Uhr in allen Lebensbereichen. Sie leistet eine hohe Sofortzahlung, wenn Sie bleibende Gesundheitsschäden infolge eines Unfalls davontragen.

Gesetzliche oder private Unfallversicherung?

Bei Unfällen am Arbeitsplatz, auf dem Weg ins Büro und auf dem Nachhauseweg ist jeder Arbeitnehmer durch die gesetzliche Unfallversicherung automatisch versichert.

Unfallgefahren drohen aber sehr viel häufiger zu Hause und in der Freizeit. Die private Unfallversicherung bietet weltweit rund um die Uhr Schutz. Dabei ist es unerheblich, ob ein Unfall während der Arbeit geschieht, oder in der Freizeit.

Ein bleibender Schaden liegt für den Unfallversicherer vor, wenn die ärztliche Prognose aussagt, dass die gesundheitliche Beeinträchtigung länger als 3 Jahre bestehen bleibt.

Im Allgemeinen sieht die Definition eines Unfalls so aus:

“Ein Unfall liegt vor, wenn der Versicherte durch ein plötzlich von aussen auf seinen Körper wirkendes Ereignis (Unfallereignis) unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet. Ein Unfall liegt auch vor, wenn durch eine erhöhte Kraftanstrengung an Gliedmassen oder Wirbelsäule ein Gelenk verrenkt wird oder Muskeln, Sehnen, Bänder oder Kapseln gezerrt oder zerrissen werden.”

Für wen ist eine Unfallversicherung sinnvoll?

Berufstätige
Für Berufstätige sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung die höhere Priorität haben. Diese zahlt unabhängig davon, ob Sie durch Krankheit oder Unfall in Ihrem Beruf nicht mehr arbeitsfähig sind. Eine Unfallversicherung kann als Ergänzung dienen.

Ist es Ihnen jedoch beispielsweise aufgrund Ihres Berufes oder aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich, eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen, ist eine private Unfallversicherung durchaus sehr sinnvoll.

Zur Absicherung der Hinterbliebenen ist eine Risikolebensversicherung zu bevorzugen.

Kinder, Studenten und Personen ohne Beruf
Ihre Kinder über eine Unfallversicherung abzusichern, ist sehr wichtig. Kinder sind aktiv und risikofreudig. Durch einen Unfall können sie ggf. lebenslang hilfsbedürftig werden. Auch für Studenten, Hausfrauen und Personen ohne Beruf macht eine Unfallversicherung Sinn. Die Versicherungssumme sollte bei diesen Personen mindestens 200.000 Euro betragen.

Auch aktive rüstige Senioren sollten über eine Unfallversicherung mit einer Einmalsumme nachdenken. Achten Sie bei einer Police darauf, dass der Mitwirkungsgrad (Mitwirkungsanteil von Krankheiten und Gebrechen) mindestens 25 Prozent beträgt. Die Grundsumme dürfte mit 100.000 bis 150.000 Euro ausreichend sein, meint der BdV. Grundsätzlich ist jedoch der Einzelfall zu betrachten.

Worauf muss ich vor Abschluss achten?

Einmalzahlung oder monatliche Rente?
Die Basisleistung ist in der Regel eine Einmalzahlung bei Invalidität infolge eines Unfalls. Auch die Vereinbarung einer monatlichen Rente ist möglich. Die Höhe der Leistungen ist abhängig von dem Grad der Invalidität (siehe Gliedertaxe).

Beim Abschluss eines Vertrages ist es sinnvoll, die Zahlung eines einmaligen hohen Kapitalbetrages gegenüber einer monatlichen Zahlung zu vereinbaren. Die Gründe hierfür:

  • Einmalzahlungen können flexibler verwendet werden
  • Rentenzahlungen verteuern den Vertrag
  • Bei monatlichen Zahlungen erfolgt in Abständen eine Überprüfung und eine evtl. Streichung der Leistung, wenn sich der Behinderungsgrad reduziert. (z.B. bei Leukämie)

Wie hoch ist die richtige Invaliditätssumme?
Der BdV empfiehlt als Faustregel eine Invaliditätssumme für den Hauptverdiener einer Familie in folgender Höhe:

  • im Alter von rund 30 Jahren, das sechsfache des Bruttojahreseinkommen,
  • mit rund 40 Jahren das fünffache,
  • und mit circa 50 Jahren das vierfache.

Mit zunehmendem Alter kann die Versicherungssumme herabgesetzt werden.

Welche Laufzeit soll ich wählen?
Eine Unfallversicherung hat in der Regel die Laufzeit von einem Jahr und verlängert sich automatisch, wenn sie nicht mit einer Frist von drei Monaten vor Ablauf gekündigt wird.

Bei allen Versicherern werden auch Verträge mit einer Laufzeit von drei Jahren angeboten und gewähren einen Rabatt in Höhe von 10 Prozent auf den Beitrag. Ob diese Variante gewählt wird, muss gut überlegt werden. Wer sich länger bindet, vergibt die Chance, zu einem günstigeren Unfallversicherer zu wechseln.

Was kostet eine private Unfallversicherung?
Eine Unfallversicherung ist nicht teuer. Männer in der Gefahrengruppe A, Frauen und Kinder sind beitragsgünstiger als Männer in der Gefahrengruppe B.

Beispiel: Ein 35-jähriger Mann, kaufmännisch tätig, Versicherungssumme 50.000 Euro, Progressionstarif, Vollinvalidität 175.000 Euro, hat ungefähr einen Beitrag von ca. 60 Euro jährlich bezahlen.

In einer Familie kann sowohl für jedes Familienmitglied ein separater Vertrag abgeschlossen werden, als auch ein Vertrag für die ganze Familie. Manche Versicherer gewähren zusätzliche Nachlässe, wenn in einem Vertrag mehrere Personen versichert sind.

Besondere Gefahren im Vertrag angeben
Sind Sie im Beruf oder im Privatleben (beispielsweise durch Hobbies) besonderen Gefahren ausgesetzt, müssen Sie dies im Vertrag angeben. Gegebenenfalls erhöhen sich dann die Prämienzahlungen.

Was ist und wie funktioniert die Gliedertaxe?

In einer sogenannten „Gliedertaxe“ hat der GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.) Prozentsätze für die verschiedenen Beeinträchtigungen der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit herausgegeben, um den Grad der Invalidität zu bestimmen. Diese sind eine Empfehlung für die Versicherungsunternehmen. Verbindlich sind sie nicht.

Maßgeblich sind bei einer Unfallversicherung die Prozentangaben, die mit Vertragsabschluss vereinbart wurden. Wird der Versicherte aufgrund eines Unfalles beispielsweise auf beiden Augen blind, ist er nach der Gliedertaxe voll invalide.

Kommt es zum Verlust eines Beines unterhalb des Knies beläuft sich die Invalidität auf 50 Prozent. Der Versicherte erhält dann 50 Prozent der vereinbarten Versicherungssumme.

Einige Versicherer bieten gegen einen Beitragsaufschlag eine verbesserte Gliedertaxe an oder treffen im Einzelfall abweichende Regelungen. Für den Chirurgen ist der Verlust einer Hand gleichzusetzen mit 100 Prozent Invalidität. Für einen Sänger ist es der Verlust der Stimme, eine fehlende Hand würde nicht dasselbe bedeuten.

Tipp: Wählen Sie einen Tarif mit verbesserter Gliedertaxe und Progression. Dann zahlt der Versicherer höhere Entschädigungen als in der Standard-Gliedertaxe, die Invaliditätsleistung wächst überproportional mit steigender unfallbedingter Behinderung. Je nach Anbieter können Sie eine Erhöhung der Grundversicherungssumme bis zu 500 Prozent bei Vollinvalidität vereinbaren.

Meist wird auch eine Todesfallleistung vereinbart. Diese ist wichtig, da in ihrer Höhe Leistungen vorausgezahlt werden, bevor der endgültige Grad der Invalidität bestimmt werden kann.

Welche sinnvollen Leistungen gibt es noch?

Die Invaliditätsleistung ist der Kernbaustein der Unfallversicherung. Daneben gibt es optional weitere Leistungen:

Unfallrente

Statt der einmaligen Invaliditätsleistung oder auch ergänzend können Sie eine private Unfallrente versichern – so verschaffen Sie sich nach einem Unfall mit schweren Gesundheitsschäden ein regelmäßiges monatliches Einkommen. Falls Sie unfallbedingt invalide werden, zahlt der Versicherer Ihnen lebenslang die vereinbarte Monatsrente. Die volle Unfallrente bekommen Sie bei den meisten Anbietern ab einem Invaliditätsgrad von 50 Prozent.

Wenn Sie sich für eine dynamische Unfallrente entscheiden, passt der Versicherer Ihren Rentenanspruch bei Invalidität in jedem Jahr um einige Prozent nach oben an. Sinnvoll ist eine Dynamisierung der Rente um jährlich 3 Prozent – so lässt sich der Geldwertverlust durch die allgemeine Preissteigerung im Normalfall auffangen.

Wenn sie während der Rentenbezugszeit versterben, wird ein bestimmter Prozentsatz Ihrer Unfallrente an Ihren Partner oder die Kinder weitergezahlt. Wichtig: Hinterbliebenen-Leistungen der privaten Unfallversicherung werden nicht auf gesetzliche Witwen- und Waisenrenten angerechnet, sie fließen immer zusätzlich.

Todesfallschutz

Sofern vereinbart, zahlt der Unfallversicherer eine einmalige Todesfallleistung an die im Versicherungsvertrag begünstigte Person, wenn der Unfallversicherte innerhalb eines Jahres nach dem Unfall an den Folgen verstirbt.

Wenn im Vertrag kein Bezugsberechtigter angegeben ist oder der Begünstigte vor dem Unfallversicherten gestorben ist, erhalten die gesetzlichen oder testamentarisch bestimmten Erben die Todesfallleistung.

Extra-Leistungen je nach Tarif

Zusätzlich bieten viele Unfallversicherungen Extra-Leistungen, die entweder fest im Tarif enthalten sind oder auf Wunsch und gegen bezahlbaren Mehrbeitrag abgesichert werden können:

  • Hohe Sofortzahlung nach schweren Unfällen
  • Erstattung der Bergungskosten, z.B. Hubschrauberrettung nach einem Wanderunfall
  • Zuschuss zu kosmetischen Operationen und Zahnprothetik nach Unfällen
  • Assistance-Leistungen wie Krankenpflege, Haushaltshilfe und Kinderbetreuung
  • Beihilfe zu den Rehabilitationskosten nach einem Unfall
  • Höheres Krankenhaustagegeld bei Unfall im Ausland
  • Anerkennung von Infektionen und Vergiftungen als versicherte Unfälle
  • Kostenfreie Mitversicherung neu geborener Kinder bis zu einem Jahr

Darauf können Sie verzichten

Der Bund der Versicherten (BdV) sieht den Einschluss von folgenden Leistungen als kritisch an:

Übergangsleistung
Je nach Art der Verletzung kann es viele Monate dauern, bis sich endgültig feststellen lässt, ob man durch einen Unfall bleibende Gesundheitsschäden davon trägt und Anspruch auf Versicherungsleistungen hat.

Wenn Sie eine Übergangsleistung versichern, bekommen Sie automatisch die vereinbarte Summe, wenn Sie nach einem Unfall sechs Monate lang ununterbrochen zu mindestens 50 Prozent gesundheitlich beeinträchtigt sind. So können Sie Ihren Finanzbedarf bis zur Fälligkeit von Invaliditätsleistung und Unfallrente überbrücken.

Tagegelder
Wenn Sie beruflich selbstständig sind, können Sie zusammen mit Ihrer Unfallversicherung ein Unfall-Krankentagegeld abschließen, am besten in Höhe Ihres durchschnittlichen Tageseinkommens. Dann sind Sie sofort nach einem Unfall ausreichend abgesichert, wenn Sie vorübergehend nicht arbeiten können.

Versichern können Sie auch ein Krankenhaustagegeld – in diesem Fall bekommen Sie die Leistung, solange Sie unfallbedingt in eine Klinik müssen. Wenn Sie zusätzlich ein Genesungsgeld vereinbaren, zahlt der Versicherer auch noch während der Genesungszeit nach dem Krankenhausaufenthalt.

Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr ist Unsinn
Eine Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr kombiniert Risikoschutz und Sparanlage. Anders als der Name vermuten lässt werden Ihre Beiträge bei Vertragsablauf aber nicht vollständig zurückgezahlt.

Der Versicherer setzt einen Teil Ihrer Prämien für den Unfallschutz ein, nur den verbleibenden Anteil legt er zinsbringend für Sie an. Am Ende der Vertragslaufzeit bekommen Sie das angesparte Kapital plus Zinsen zurück.

Weil Sie den Unfallversicherungsschutz natürlich nicht geschenkt bekommen, sind die Beiträge deutlich höher als bei der einfachen Unfallversicherung ohne Beitragsrückgewähr.

Unfallversicherungen dieser Art sind nicht sinnvoll. Verbraucherschützer kritisieren die lange Vertragsbindung von Unfallversicherungen mit Beitragsrückerstattung – bis zu 20 Jahre und mehr – und die mäßige Rendite von oft weniger als 2 Prozent auf den Sparanteil. Darüber hinaus können Verluste entstehen, wenn der Vertrag vorzeitig gekündigt wird.

Das von Vermittlern häufig benutzte Argument, dass Sie als Kunde ihr Geld zurückerhalten, sofern kein Unfall passiert, ist nicht stichhaltig. Durch die lange Bindung an den Versicherer können Sie weder alternative und preiswertere Angebote nutzen, noch erhalten Sie eine angemessene Verzinsung für Ihre Sparbeiträge.

Experten und Verbraucherschützer empfehlen daher die klassische Unfallversicherung mit einer Laufzeit von einem Jahr.

Welche Leistungen sind ausgeschlossen?

Einige Unfallursachen sind je nach Versicherer und Tarif aus dem Versicherungsschutz ausgeschlossen:

  • Unfälle bei der aktiven Teilnahme an Motorsport-Rennen (auch als Beifahrer)
  • Unfälle nach Alkohol- oder Drogenkonsum
  • Unfälle durch epileptische oder andere Krampfanfälle
  • Gesundheitsschäden durch medizinische Eingriffe
  • Unfälle während der Ausübung oder dem Versuch einer Straftat
  • vorsätzlich (mit Absicht) vom Versicherten herbeigeführte Unfälle
  • Selbsttötung (dann keine Todesfallleistung)
  • Unfälle durch Kernenergie
  • Unfälle durch Kriegsereignisse und aktive Beteiligung an inneren Unruhen
  • Unfälle als Berufs- und Sportflieger, Fallschirmspringer

Praxis-Tipp: Prüfen sie beispielsweise als Sportflieger oder Motorsportler, ob Ihr Hobby im Versicherungsschutz abgedeckt ist. Wenn Sie viel im Grünen unterwegs sind, sollten Borreliose- und FSME-Infektionen durch Zeckenbiss ausdrücklich in Ihrer privaten Unfallversicherung mitversichert sein.

Was ist bei der Kinderunfallversicherung wichtig?

Durch die gesetzliche Unfallversicherung sind Kinder nur im Kindergarten, in der Schule und auf direktem Weg dorthin und zurück geschützt. In den meisten Fällen verunglücken Kinder aber in der Freizeit. Unfallversicherer bieten deshalb spezielle Tarife für Kinder mit hohen Versicherungssummen und lebenslanger Unfallrente an.

Eine gute Kinderunfallversicherung leistet auch bei Vergiftungen und Infektionen – zum Beispiel, wenn Ihr Kind nach einem Zeckenbiss an Hirnhautentzündung erkrankt.

Auch die Rooming-In-Kosten, wenn Sie nach einem Unfall beim Ihrem Kind in der Klinik übernachten, sollten mitversichert sein. Viele Kinder-Unfalltarife zahlen auch ein tägliches Schulausfallgeld, damit Sie im Ernstfall die nötige private Nachhilfe für Ihr Kind finanzieren können.

Der Abschluss einer Kinderunfallversicherung ist zu einem geringen Beitrag von Geburt an bis zum 16. Lebensjahr möglich. Mit Vollendung des 18. Lebensjahres wird bei Ablauf des Versicherungsjahres der Kindertarif auf einen Erwachsenentarif umgestellt.

Eine reine Kinderunfallversicherung bekommen Sie ab ca. 60 Euro im Jahr.

Mit Kinderinvaliditätsversicherung auch Krankheit absichern

Mit Pflege und Versorgung eines behinderten Kindes sowie eventuell notwendigen Umbaumaßnahmen entstehen meist hohe Ausgaben. Im Gegensatz zu einer reinen Unfallversicherung, die eine Behinderung eines Kindes aufgrund eines Unfalles finanziell absichert, umfasst eine Invaliditätsversicherung auch Krankheit als Ursache für eine Behinderung.

Einschränkungen:

  • Kinder frühestens ab der sechsten Lebenswoche bzw. bei vielen Versicherern erst ab dem ersten Lebensjahr versicherbar
  • Kommt ein Kind bereits mit einer Behinderung zur Welt, ist kein Vertragsabschluss mehr möglich
  • Invaliditätsversicherungen zahlen grundsätzlich erst ab einem hohen Invaliditätsgrad von 50 Prozent
  • Versicherungsschutz: Eine Zahlung erfolgt in der Regel nicht, wenn die Behinderung aufgrund von Psychosen, Neurosen oder Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen (z.B. Autismus, Essstörungen, Angsterkrankungen) entsteht. Dies sind jedoch nach dem Statistischen Bundesamt häufige Ursachen für eine Behinderung von Kindern und Jugendlichen.

Die Wahrscheinlichkeit für Kinder, in Folge einer Krankheit behindert zu werden, liegt deutlich höher als infolge eines Unfalls. Bei Kinderinvaliditätsversicherungen liegen die Kosten daher auch um ein Vielfaches höher als bei einer reinen Unfallversicherung.

Die Jahresprämien für eine Invaliditätsversicherung bewegen sich zwischen 200 und 500 Euro.

Was ist steuerlich zu beachten?

Beiträge für eine private Unfallversicherung können im Rahmen der Steuererklärung geltend gemacht werden. Abzugsberechtigt ist der, der die Beiträge bezahlt.

Der Fiskus unterscheidet zwischen privatem und beruflichem Anteil. Die privaten Anteile sind sogenannte Sonderausgaben und der berufliche Anteil sind Werbungskosten. Eine Aufteilung zwischen Werbungskosten und Sonderausgaben ist zugelassen, da das Finanzministerium anerkannt hat, dass die private Unfallversicherung auch Schutz vor Unfällen im Berufsleben bietet. In der Regel sind 50 Prozent der Unfallversicherungsbeiträge als Werbungskosten absetzbar.

Zahlungen aus einer privaten Unfallversicherung müssen hingegen nicht wie das Arbeitseinkommen versteuert werden. Bei einen etwaigen laufende Rentenzahlung aus einer Unfallversicherung, wird nur der Ertragsanteil steuerpflichtig. Dessen Höhe richtet sich nach dem jeweiligen Alter des Versicherten bei Rentenbeginn.

Werden über die Unfallversicherung Leistungen im Todesfall erbracht, unterliegen diese der Erbschaftssteuer. Aber nur dann, wenn das gesamte Erbe die Freibeträge im Rahmen einer Erbschaft übersteigt.

5 wichtige Fragen und Antworten

1. Wann erhalte ich Leistungen?
Eine Invalidität muss innerhalb eines Jahres nach dem Unfall eingetreten sein sowie spätestens vor Ablauf einer Frist von weiteren drei Monaten ärztlich festgestellt und geltend gemacht werden.

Invalidität bedeutet z.B. auch eine eingeschränkte Bewegungsfreiheit im Kniegelenk nach einem Kreuzbandriss. Sogar der Meniskusriss vom Sport oder auch Schnittverletzungen ziehen oft eine eingeschränkte Beweglichkeit bestimmter Gliedmassen mit sich.

2. Gibt es eine Altersgrenze?
Je nach Gesellschaft ist die Aufnahme in die private Unfallversicherung bis zum 65. oder 70. Lebensjahr beschränkt. Danach gibt es spezielle Seniorenangebote mit besonderen auf Senioren zugeschnittene Leistungen.

3. Was muss ich bei Berufswechsel beachten?
Mit einem Berufswechsel kann sich auch die Beitragsberechnungsgrundlage in der privaten Unfallversicherung verändern (Gefahrengruppe A oder B). Sollten sich zum Beispiel die berufsbedingten Risiken und damit auch das Unfallrisiko erhöhen, so muss der Versicherungsschutz auf diese Veränderung hin angepasst werden.

In jedem Fall müssen Sie die neue Berufssituation ihrem Versicherer mitteilen und eine Anpassung Ihres Vertrages vornehmen. Dazu müssen Sie auch Fristen einhalten, die in den Versicherungsbedingungen nachgelesen werden können.

4. Was ist nach einem Unfall zu beachten?
Der Versicherer muss so schnell wie möglich vom Unfall in Kenntnis gesetzt werden. Sie erhalten vom Versicherungsunternehmen eine Unfallanzeige, die sie schnellstmöglich vollständig mit Informationen über den Unfallhergang, Verletzungen und behandelnde Krankenhäuser, Ärzte zurücksenden müssen.

Ein tödlicher Unfall ist innerhalb von 48 Stunden dem Versicherer anzuzeigen.

5. Wer wird nicht versichert?
In der Unfallversicherung ist grundsätzlich jede Person (ausgenommen Geisteskranke oder dauernd pflegebedürftige Menschen) von der Geburt an versicherbar.

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Über den Autor

Thomas Nissen

Thomas Nissen

Experte für Finanzthemen beim unabhängigen Wissensportal Arbeitsgemeinschaft-Finanzen.de

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