Stromanbieter wechseln

Aktualisiert: 13. Januar 2020 | Redaktion
Das Wichtigste auf einen Blick

  • Falls Sie keinen spezifischen Stromvertrag besitzen, müssen Sie damit rechnen, den teuren Grundtarif zu bezahlen. Daher empfehlen wir, sich bei Ihrem Versorger über günstigere Angebote zu informieren. Manchmal ist es am besten, sofort den Stromanbieter zu wechseln.
  • Der Wechsel zu einem anderen Stromlieferanten ist schnell erledigt. Der neue Stromanbieter kümmert sich um die Kündigung bei Ihrem alten Versorger.
  • Prüfen Sie von Zeit zu Zeit aktuelle Stromtarife in Ihrer Region.
  • Sie sollten die Briefe und Vertragsbedingungen Ihres Versorgers genau lesen. Oftmals verstecken sich in Abrechnungen Fehler. Bei einem vermeintlichen Werbeschreiben kann es sich um eine Preiserhöhung handeln.

Im folgenden Video finden Sie alle wichtigen Informationen zum Stromanbieterwechsel zusammengefasst:

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In unserem Ratgeber “Wissenswertes”

Wie gestaltet sich der Wechsel zu einem anderen Stromanbieter?

Bereits seit 1998 können Sie als Verbraucher oder Verbraucherin bestimmen selbst, wen Sie als Stromlieferanten auswählen. Die Zeiten von Monopolisten vor Ort sind heutzutage endgültig vorbei. Falls ein Stromanbieter die Preise erhöht, haben Sie die Möglichkeit, den Vertrag zu kündigen und sich für einen anderen Stromlieferanten zu entscheiden. Bei einem Stromwechsel gehen Sie kein Risiko ein, da Ihre Stromversorgung auf jeden Fall erhalten bleibt.

Am besten kontaktieren Sie direkt einen neuen Stromanbieter, der Ihrem alten Lieferanten kündigt. Sie sollten darauf achten, dass der neue Vertrag direkt an das Ende Ihres alten Vertrags anschließt. Falls bei Ihrem Stromwechsel Probleme entstehen, müssen Sie sich um einen totalen Stromausfall keine Sorgen machen. Vorübergehend erhalten Sie eine Ersatzversorgung, die der Grundversorger übernimmt. Falls Sie nach drei Monaten mit Ersatzversorgung noch keinen neuen Stromlieferanten gefunden haben, landen Sie in der Grundversorgung.

Sobald Ihr neuer Stromversorger liefert, endet die Ersatzversorgung. Der Netzbetreiber kann den von Ihnen bezogenen Ersatzstrom bis zu sechs Wochen rückwirkend dem Stromlieferanten zuschreiben, der von Ihnen beauftragt wurde. Falls sich dieser Stromversorger nicht an seinen ursprünglichen Lieferstart gehalten hat, ist es erforderlich, dass er aus der Ersatzversorgung die Mehrkosten übernimmt.

Natürlich besteht die Option, dass Sie Ihrem Stromlieferanten auch selbst kündigen. Ein Einzeiler per Fax, Brief und E-Mail ist oftmals vollkommen ausreichend. Nach wenigen Wochen sollten Sie einen neuen Stromversorger gefunden haben. 2 Wochen sind hierbei ein Richtwert. Ihre Anmeldung bei einem Netzbetreiber kann bis zu drei Wochen dauern.

Wieviel können Sie bei einem Stromwechsel sparen?

Strompreise von Haushaltskunden

Stromverbrauch
kWh pro Jahr
Tarif GrundversorgungAnderer Tarif
Grundversorger
Tarif
anderer Anbieter
< 1.00048,92 Ct/kWh44,65 Ct/kWh43,71 Ct/kWh
1.000 - 2.50034,69 Ct/kWh32,68 Ct/kWh32,91 Ct/kWh
2.500 - 5.00031,94 Ct/kWh30,46 Ct/kWh30,46 Ct/kWh
5.000 - 10.00030,60 Ct/kWh29,08 Ct/kWh28,18 Ct/kWh
Quelle: Bundesnetzagentur/Bundeskartellamt (Stand: 27.11.2019).

Drei Faktoren bestimmen, wieviel Sie im Endeffekt beim Wechsel eines Stromlieferanten sparen können:

  • die aktuelle Tarifhöhe in Ihrer Region,
  • Ihr Stromverbrauch und
  • Preise im neuen Vertrag.

Falls Sie nur wenige Elektrogeräte besitzen, werden Sie jährlich weniger als 1.000 Kilowattstunden (kWh) Strom verbrauchen. In Deutschland verbrauchen Haushalte jährlich etwa 2.500 Kilowattstunden (kWh) durchschnittlich. Die Zahlen variieren je nach

  • Wohngebäude
  • Personenanzahl
  • und Nutzungsverhalten
  • Wenig Verbrauch, höhere Stromkosten

    Warum zahlen Personen, die wenig Strom verbrauchen, wesentlich mehr? Der Grundpreis ist der Grund für diesen, auf den ersten Blick paradoxen, Sachverhalt. Normalerweise setzt sich der Stromtarif aus dem Arbeitspreis und Grundpreis zusammen, der für jede verbrauchte Kilowattstunde anfällt.

    Monatlich oder jährlich berechnet der Stromversorger den Grundpreis pauschal. Der Grundpreis dominiert dabei, wenn Sie wenig Strom verbrauchen. Zu den Kosten, die im Grundpreis enthalten sind, gibt es keine einheitliche Regelung. Stromversorger können in einem Tarif diesen fixen Preisanteil frei bestimmen.

    Jedoch beeinflussen die Entgelte für den Stromtransport, welche Netzbetreiber erheben, die Preisgestaltung. In den letzten Jahren haben diese Betreiber ihre Entgelte erhöht. Daher werden Sie feststellen, dass sich Stromsparen weniger auswirkt, je stärker der Stromverbrauch verringert wird.

    In der Grundversorgung zahlen Stromkunden und Stromkundinnen unabhängig vom Stromverbrauch durchschnittlich die höchsten Preise.

    Sie müssen mit 5 bis 10 Prozent mehr rechnen als in einem Vertrag außerhalb der Grundversorgung. Normalerweise können Sie je nach Verbrauch im Mittel 45 Euro sparen. Bei hohem Verbrauch kann die Ersparnis mehr als 100 Euro betragen.

    Jährliche Ersparnis bei anderem Anbieter als Grundversorger

    Stromverbrauch
    kWh im Jahr
    Ersparnis
    bei Tarifwechsel innerhalb des Grundversorgers
    Ersparnis
    bei anderem Anbieter als Grundversorger
    75032,02 €39,07 €
    1.50027,45 €26,07 €
    3.00044,04 €44,04 €
    8.500129,20 €205,70 €
    Quelle: Eigene Berechnung gemäß Daten Bundesnetzagentur/Bundeskartellamt (Stand: 27.11.2019).

    Wechsel aus der Grundversorgung

    16 Millionen Kunden und Kundinnen haben einen Vertrag, den die Grundversorgung bereitstellt. Jedoch ist es auf jeden Fall lohnenswert, den Anbieter zu wechseln. Für einige Verbraucher ist es aber schwierig, die Grundversorgung zu verlassen. Negative Schufa-Einträge verhindern, dass man bei einem anderen Stromanbieter einen Vertrag erhalten kann.

    Als Alternative kann man sich auch für Prepaid-Tarife entscheiden. Natürlich ist ein Wechsel nur sinnvoll, wenn der Preis niedriger ist als in der Grundversorgung. Zuerst wird bei einem Prepaid-Tarif Ihr individuell festgelegter Stromverbrauch bezahlt. Sobald sie fast aufgebracht ist, sollte ein neues Guthaben aufgeladen werden. Da es keine Abschlagszahlungen gibt, sind die Schufa-Einträge bei diesen Anbietern nicht von Bedeutung.

    Kunden und Kundinnen, die Grundversorgung erhalten, verbrauchen jährlich etwa 2.020 Kilowattstunden. Ein anderer Anbieter als der Grundversorger wird nur etwa von jedem vierten Stromkunden in Anspruch genommen.

    Auch Hausbauer beziehen ihren Strom zuerst aus der Grundversorgung. Jedoch besteht die Möglichkeit, für Baustrom für Hausbauer bei einen anderen Versorger oder Vertrag zu wählen. Zuerst ist es erforderlich, einen Baustromzähler und Baustromkasten bei einem Netzbetreiber der Region, in der gebaut wird, zu beantragen. Sobald diese sind, bietet sich die Option, für den Baustrom einen passenden Tarif zu wählen.

    Praxis-Tipp: Baustrom-Tarife sind in keinem Vergleichsrechner integriert.

    Jedoch ist es nicht einfach, einen Vergleich verschiedener Angebote zu erhalten. Die einzige Möglichkeit besteht darin, sich bei einem Stromlieferanten direkt zu informieren und mehr über spezifische Angebote zu erfahren. Zuerst ist es empfehlenswert, sich an den Grundversorger zu wenden. Mit Sicherheit können Sie von einem günstigeren Angebot als dem Grundtarif profitieren.

    Sie können als Alternative einen anderen Stromversorger beauftragen. Sobald die Bauarbeiten beendet sind, wird der Baustromkasten und zugehörige Zähler wieder abgebaut. Für den Haushaltsstrom wird das Haus mit einem neuen Zähler ausgestattet. Zu diesem Zeitpunkt ist es wichtig, dass ein günstiger Tarif gefunden und ein Vertrag abgeschlossen wird. Ansonsten erhalten Sie Ihren Strom aus der Grundversorgung.

    Vergleich von Tarifen

    Durch einen Tarifwechsel können Sie immer sparen. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Stromversorger nach einem anderen Tarif zu fragen oder im Internet nach anderen Stromanbietern zu suchen. Nur ca. 20 Prozent bestimmen die Stromversorger selbst, da Kostenpunkte für den Stromtransport, Umlagen und Steuern fixiert sind.

    Je nachdem, wie hoch Ihre eigenen Stromkosten sind, wie teuer die Energie eingekauft wird und wie hoch der Aufschlag kalkuliert wird, variieren die Preise. An einem bestimmten Ort können Tarife bis zu 2 Cent pro Kilowattstunde nach Region voneinander abweichen.

    Zahlreiche Stromlieferanten locken mit Bonuszahlungen und Rabatten, andere versprechen sehr niedrige Preise. Seit Jahren ist weitgehend bekannt, dass bei einem sehr niedrigen Strompreis die Kosten nicht gedeckt werden können. Daher müssen Sie damit rechnen, dass Sie nach Ablauf einer Bonus-Phase mehr zahlen werden.

    Diese scheinbar günstigen Stromanbieter sind im Endeffekt aber meist wesentlich teurer als die Grundversorgung. Daher ist es wichtig, dass Sie solche Tarife sehr kritisch betrachten und sich vor einem Vertragsabschluss genau informieren.

    Wir raten von Tarifen mit Bonuszahlungen und Sachprämien ab.

    Vergleich mit der Grundversorgung

    Um einen Tarif zu finden, der weitgehend stabil bleibt, sollten Sie andere Tarife mit der Grundversorgung vergleichen. Dazu zählen andere Tarife innerhalb des Grundversorgers und Tarife bei anderen Anbietern. Sie können folgenden Richtwert verwenden: Kunden und Kundinnen zahlen in der Grundversorgung im Mittel 12,5 Prozent mehr.

    Praxis-Tipp: Falls die Stromkosten eines anderen Anbieteres um mehr als 15 % unter dem Grundversorgung-Preis liegen, wird der Stromanbieter zukünftig in der Regel die Preise merklich erhöhen.

    Auf jeden Fall ist ein Tarifvergleich mit dem Grundversorger in einer bestimmten Region empfehlenswert. Durchschnittlich sind die Stromtarife der Grundversorgung in Deutschland am teuersten.

    Daher sollte der Strompreis eines Anbieters stets unter dem der Grundversorgung liegen. Falls sich ein Tarif nur um etwa 5 Prozent von den Preisen der Grundversorgung unterscheidet, wird er trotzdem eher als teuer betrachtet. In diesem Fall sollten Sie daran denken, den Stromversorger oder den Vertrag zu wechseln.

    Um die Strompreise der Grundversorgung zu erfahren, müssen Sie nur bei den Anbieter in einer bestimmten Region in Erfahrung bringen. Oder Sie nutzen die einfache Möglichkeit, die Strompreise auf einem Vergleichsportal zu vergleichen. Zu diesen Zweck geben Sie einfach die entsprechende Postleitzahl und den Verbrauch ein. Die Vergleichsseiten erkennen dann, wer der Grundversorger einer bestimmten Region ist.

    Worauf müssen Sie bei einem Stromtarif mit Bonus achten?

    Zahlreiche Stromanbieter werben mit Tarifen, die Rabatte oder Bonus versprechen. Durchschnittlich erhalten Sie als Geschenk 60 Euro, sobald Sie einen Vertrag abschließen. In manchen Fällen sind es sogar mehrere hundert Euro. Wenn Sie von solchen Boni und Rabatten profitieren möchten, ist es empfehlenswert, nach der Mindestlaufzeit den Vertrag zu kündigen.

    So können Sie hohen Stromkosten effizient vorbeugen. Im ersten Jahr senken die Bonus-Tarife die Stromkosten. Daher erscheinen diese Anbieter in diversen Vergleichsportalen unter den ersten Ergebnissen. Jedoch müssen Sie bedenken, dass im zweiten Jahr die Boni wegfallen. Dann erhöhen sich die Stromkosten oft merkmals.

    Vor Abschluss eines Bonus-Vertrages sollten Sie die Preise mit den Stromkosten der Grundversorgung vergleichen. Falls die Preise über den Kosten der Grundversorgung oder nur 5 Prozent günstiger sind, ist ein derartiger Vertrag nicht empfehlenswert. Vor Vertragsabschluss müssen Sie auf jeden Fall überprüfen, ob Ihnen laut Vertragsbedingungen die erwähnten Boni zustehen.

    Normalerweise zahlen Stromversorger einen Neukundenbonus nur dann, wenn kein gültiger Vertrag besteht. Sie werden als Bestandskunde betrachtet, wenn Sie bei einem Unternehmen nur Gas beziehen. Falls nun die AGB die Strom– und Gasversorgung betrifft, erhalten Sie den Bonus nur für einen Vertrag.

    Zusätzlich müssen Sie berücksichtigen, dass der Bonus nicht immer automatisch gezahlt wird. Des Weiteren kann es vorkommen, dass Sie diese Zahlung erst anfordern müssen.

    Werden Ihre Daten nach Vertragsende automatisch gelöscht?

    Meistens werden Ihre Daten nicht automatisch gelöscht.

    Praxis-Tipp: Sie müssen den Anbieter direkt anschreiben und das Löschen Ihrer Daten anfordern.

    Zu diesem Zweck gibt es Vorlagen, wie dieses Schreiben auszusehen hat. Falls Sie nun häufig den Stromanbieter wechseln, ist es wichtig, dass Ihre Daten bei jedem Wechsel gelöscht werden. Wenn Sie zu einem bestimmten Stromlieferanten zurückkehren möchten, sollte er nicht wissen, dass Sie bereits mehrmals den Versorger gewechselt haben.

    Sobald Sie einen Stromanbieter zum Löschen Ihrer Daten aufgefordert haben, darf er sie nicht mehr im Kundenservice oder Vertrieb nutzen. Jedoch besteht eine Aufbewahrungsfrist von bis zu elf Jahre für Rechnungen. Falls es erforderlich ist, können sie von der Steuerbehörde überprüft werden. Der Datenzugriff sollte nur für die Buchhaltung möglich sein.

    Wie sieht die Gesetzeslage bei untergeschobenen Verträgen aus?

    Oftmals ist es nicht erforderlich, dass Sie aktiv nach einem neuen Stromanbieter suchen. Es besteht die Möglichkeit, dass ein Stromversorger Ihnen ein Angebot macht. Der Grundversorger Ihrer Region kann Ihnen beispielsweise einen Brief senden. Diese Vorgehensweise ist vollkommen in Ordnung.

    Jedoch ist es nicht zulässig, dass Sie von einem Unternehmen angerufen und in ein Werbegespräch ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung verwickelt werden. Jedoch ist diese Praxis noch immer weit verbreitet. Auch wenn ein konkretes Angebot für Sie von Interesse ist, darf der neue Stromanbieter Ihrem alten Stromlieferanten nicht in Ihrem Namen kündigen.

    Sie müssen zu diesem Zweck zuerst eine schriftliche Vollmacht erteilen. 2019 legte das Ministerium für Verbraucherschutz einen Gesetzentwurf vor, der festschreibt, dass ein neuer Stromvertrag schriftlich bestätigt werden muss.

    Falls Ihnen nun ein Liefervertrag vor der endgültigen Gesetzesänderung untergeschoben wird, ist ein Widerruf die einfachste Möglichkeit, um aus dem Vertrag herauszukommen. Bis zu 14 Tage nach einem vermeintlichen Vertragsabschluss haben Sie dafür Zeit. Einen unerlaubten Werbeanruf können Sie jederzeit der Bundesnetzagentur melden.

    Welche Kriterien spielen bei einem Stromvertrag eine wichtige Rolle?

    Beim Abschluss eines Stromliefervertrages ist vor allem der Preis ein wichtiges Kriterium. Jedoch gibt es weitere Bedingungen, die Sie beachten sollten:

    • Vertragslaufzeit bis zu einem Jahr
    • Preisgarantie für Dauer der Vertragslaufzeit
    • Kündigungsfrist von einem Monat
    • nach Erstlaufzeit bis zu einem Monat Vertragsverlängerung

    Mit diesen Tarifmerkmalen sind Sie auf der sicherern Seite und müssen keine unerwarteten Preiserhöhung befürchten. Sie können ein Jahr lang mit einem stabilen Preis rechnen. Bei Bedarf sollten Sie aus einem Vertrag schnell herauskommen. Falls Sie zum Beispiel ein günstiges Stromangebot entdecken oder umziehen, ist das schnelle Beenden eines Vertrages wichtig. Manche Stromlieferanten ermöglichen, dass bei einem Umzug der Vertrag gekündigt wird. Andere bestehen darauf, dass der Vertrag an der neuen Adresse fortgeführt wird.

    Die Preisgarantie sollte alle Umlagen, Entgelte und Bestandteile des Strompreises beinhalten. Jedes Jahr verändert sich die Höhe der fünf Umlagen auf den Strompreis. Normalerweise müssen Sie damit rechnen, dass die Umlagen steigen. Versorger, die sich an diese Darstellung halten, liefern Ihnen eine Preisgarantie. Falls es sich um eine eingeschränkte Preisgarantie handelt, sind bestimmte Bestandteile wie Entgelte, Steuern oder Umlagen nicht gedeckt. Falls nun Steuern, Umlagen oder Entgelte steigen, wird Ihnen der Stromversorger meistens die zusätzlichen Kosten berechnen.

    Jedoch ist der Stromlieferant verpflichtet, Ihnen diese Preisänderung mehrere Wochen vorher mitzuteilen. Sie profitieren vom sogenannten Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhungen, oftmals auch Preisanpassungen genannt, und bei einem Umzug.

    Gesetzliche Vorschriften für einen Vertrag

    Stromlieferverträge können nicht beliebig gestaltet werden. Außerhalb der Grundversorgung gibt es für einen Vertrag folgende Einschränkungen:

    • Die erste Vertragslaufzeit kann bis zu zwei Jahre dauern.
    • Die Kündigungsfrist beträgt maximal drei Monate.
    • Nach Erstlaufzeit kann der Vertrag nur bis zu einem Jahr verlängert werden.

    Praxis-Tipp: Ein Vertrag mit längerer Frist und Laufzeit ist unwirksam. Falls Sie einen derartigen Vertrag abgeschlossen haben, ist ein sofortiger Widerruf die beste Option.

    Innerhalb von 14 Tagen nach Bestätigung eines Vertrages können sie ihn wieder aufheben. In der Auftragsbestätigung sollte der Stromversorger darauf hinweisen. Zur Preisgarantie sind keine gesetzlichen Regelungen vorhanden. Eine Kündigung muss normalerweise schriftlich erfolgen. Manche Stromversorger ermöglichen, dass Sie ein E-Mail schreiben oder das firmeneigene Online-Formular nutzen.

    In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen werden Sie hinsichtlich der notwendigen Formalien informiert. Die Grundversorgung sieht für einen Vertrag keine fixe Laufzeit vor. Falls Sie einen Vertrag beenden möchten, müssen Sie eine Kündigungsfrist von zwei Wochen einhalten. .

    Zahlungsbedingungen und Abschlagszahlungen

    Da Sie eine Stromrechnung nur einmal im Jahr erhalten, ist es möglich, dass Abschlagszahlungen vereinbart werden. Jedoch kann die Höhe des Abschlags nicht beliebig gewählt werden. Zu diesem Zweck ist es erforderlich, dass sich der Stromversorger an Ihrem bisherigen Stromverbrauch orientiert.

    Falls nun Ihr Stromlieferant einen höheren Verbrauch zugrunde legt, sollten Sie ihn zur Korrektur auffordern. Zu diesem Zweck können Sie ein Musterschreiben nutzen. Der erste Abschlag darf erst dann abgebucht werden, sobald die Stromlieferung beginnt. Einige Unternehmen erstellen eine monatliche Rechnung und verzichten auf Abschlagszahlungen. Sie müssen bei einem Vertragsabschluss zwei verschiedene Möglichkeiten erhalten, um Rechnungen und Abschläge zu bezahlen. Das Sepa-Lastschriftmandat ist empfehlenswert, da der Stromversorger den erforderlichen Betrag selbst abbucht. Sie haben die Möglichkeit, einen eingezogenen Betrag zurückzubuchen, falls zum Beispiel der Liefervertrag nicht mehr gültig ist.

    Einige Unternehmen fordern Kunden und Kundinnen auf, bei einer Kündigung den erforderlichen Betrag zu überweisen. Wenn Sie in Zahlungsverzug geraten, entstehen oftmals hohe Mahngebühren. Der Stromversorger kann auch ein Inkassobüro einschalten. In der AGB können Sie meistens nachlesen, ob ein Stromversorger die Zahlungsweise bei einer Kündigung umstellt. Daher ist vor einem Vertragsabschluss eine Überprüfung dieses Punktes empfehlenswert.

    Pflichten und Anforderungen an den Stromversorger

    Stromversorger sind dazu verpflichtet, verschiedene gesetzliche Regelungen zu beachten. Alle zwölf Monate ist es erforderlich, dass Ihnen der Stromversorger eine Abrechnung sendet. Sie sollten die Abrechnung spätestens sechs Wochen nach Ablauf dieser Frist erhalten. Falls Sie gekündigt haben, muss Ihnen der Stromversorger nach Versorgungsschluss innerhlab von sechs Wochen die Abrechnung zustellen.

    Der Stromversorger ist dazu verpflichtet, die Rechnung einfach sowie verständlich zu gestalten und alle für die Berechnung erforderlichen Faktoren zu integrieren. Auf der Rechnung sind Mehrwertsteuer und Stromsteuer jeweils auszuweisen.

    Des Weiteren muss Ihr Stromlieferant angeben, welchen Anteil Sie über die Stromrechnung für Konzessionsabgabe, Messstellenbetrieb und Netznutzung gezahlt haben. Falls Sie auf der Rechnung einen Fehler finden oder etwas nicht verstehen, sollten Sie ihr widersprechen. Sie können den Stromversorger auffordern, die Abrechnung in verständlicher Weise zu gestalten oder ggf. zu verbessern.

    Wenn sich ein Guthaben auf Ihrer Abrechnung befindet, sollten Sie es möglichst schnell erhalten. Oftmals wird die Frist in der Abrechnung angegeben. In diesem Zeitrahmen wird Ihnen der Stromversorger das Geld zurückzahlen. Falls der Stromlieferant keine Frist erwähnt, sollte das Guthaben sofort gezahlt werden. Auf keinen Fall darf der Stromversorger die Zahlung hinauszögern. Es ist nicht erlaubt, Ihr Guthaben mit kommenden Abschlagszahlungen zu verrechnen.

    Auf der Abrechnung sollte ein Neukundenbonus erwähnt werden. Der Stromversorger kann den Bonus extra angeben oder mit den Stromkosten verrechnen. Die AGB oder der Vertrag sollte erklären, wie der Stromlieferant berechnet und bezahlt. Sie können den Stromversorger mahnen, wenn Sie Ihren Bonus nach Vertragsende nicht erhalten oder er auf der Abrechnung nicht vermerkt ist.

    Praxis-Tipp: Es ist empfehlenswert, dass Sie eine Abrechnung vier Jahre lang aufheben.

    Falls Abschlagszahlungen vereinbart wurden, ist es wichtig, dass die Höhe Ihrem bisherigen Stromverbrauch entspricht. Der Stromlieferant sollte den Abschlag mit jeder Jahresabrechnung anpassen. Wenn Sie mehr Strom verbraucht haben, kann er mehr verlangen. Bei niedrigem Stromverbrauch wiederum umgekehrt. Falls Ihr Stromversorger dieser Forderung nicht nachkommt, können Sie ihn schriftlich daran erinnern. Zu diesem Zweck verwenden Sie am besten ein Musterschreiben. Manche Stromversorger bieten Ihnen die Option, im Online-Kundenportal die Abschlagshöhe selbst zu verändern.

    Ihr Stromversorger muss Sie über die Erhöhung des Stromtarifs immer benachrichtigen. Sechs Wochen vor einer geplanten Preisänderung müssen Kunden und Kundinnen in der Grundversorgung informiert werden. Andere Stromlieferanten sind an keine genaue Frist gebunden. Jedoch muss Sie die Nachricht zeitgerecht erreichen, bevor die Preise erhöht werden.

    Alle Unternehmen sind dazu verpflichtet, Sie über Ihr Sonderkündigungsrecht zu unterrichten. Sie haben daher die Möglichkeit, einen Vertrag zu beenden, ohne auf die Kündigungsfrist Rücksicht zu nehmen. Wenn der Hinweis auf die Sonderkündigung fehlt, ist die Preiserhöhung unwirksam. Das Sonderkündigungsrecht gilt ebenfalls bei anderen Veränderungen Ihres Stromvertrages. Sobald Sie sich für eine Sonderkündigung entscheiden, sollten Sie prüfen, ob in der AGB des Stromversorgers eine Frist für das Eintreffen Ihres Schreibens festgelegt ist.

    Wenn Sie Ihren Stromvertrag kündigen möchten, müssen Sie die vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist beachten. Kunden und Kundinnen in der Grundversorgung erhalten eine Frist von 14 Tagen. Sie können Ihrem Stromlieferanten eine E-Mail, ein Fax oder einen Brief schreiben.

    Praxis-Tipp:Fordern Sie in jedem Falle eine Kündigungsbestätigung an.

    Falls Sie einen neuen Stromlieferanten beauftragen, übernimmt dieser Anbieter oftmals die Kündigung bei Ihrem alten Stromversorger. Natürlich muss die Kündigungsfrist beachtet werden. Jedoch können Probleme entstehen, wenn Ihr bisheriger Stromlieferant die Kündigung nicht akzeptieren möchte. Sie können einen Kündigungsdienst einschalten, wenn Sie diese Probleme vermeiden möchten.

    Ein Wechsel des Stromlieferanten ist jederzeit realisierbar. Jedoch bestehen manche Stromversorger darauf, einen bestimmten Stichtag für ein Vertragsende oder einen neuen Vertrag nicht zu akzeptieren. Technische und rechtliche Gründe stecken nicht dahinter, sondern nur die firmeneigene Verwaltung.

    Sie können den neuen Vertrag widerrufen, falls Sie dieser Sachverhalt stört und der neue Stromlieferant einen bestimmten Lieferstart nicht einhalten möchte.

    Probleme mit dem Stromversorger – wohin sollte man sich wenden?

    Falls ein Stromlieferant seinen eigenen Vertrag nicht einhält oder die gesetzlichen Regeln nicht befolgt, sollten Sie ihn zuerst darauf hinweisen. Falls Sie keinen Erfolg haben, ist es möglich, sich an die Schlichtungsstelle Energie zu wenden. Wenn Sie gegenüber der Schlichtungsstelle belegen können, dass der Stromversorger Ihre Forderung nicht beachtet hat, wird normalerweise ein Schlichtungsverfahren eröffnet. Kein Stromversorger ist von diesem Verfahren begeistert, da eine Gebühr in Rechnung gestellt wird. Normalerweise wird ein niedriger, dreistelliger Betrag berechnet.
    Wenn Sie über einen Makler einen Vertrag abgeschlossen haben, kann er zwischen Kunden und Anbieter vermitteln.

    Bei Problemen mit dem Netzbetreiber sollten Sie sich an die Bundesnetzagentur wenden. Alle Stromversorger müssen von einem Netzbetreiber gleich behandelt werden. Auch Betreiber von Stromzählern dürfen kein Unternehmen benachteiligen oder bevorzugt behandeln.

    Wenn Ihr Stromversorger Ihnen mit unseriösen Geschäftspraktiken das Leben schwer macht, müssen Sie sich an die Marktwächter Energie oder Verbraucherzentralen wenden. Verbraucherschützer können einen Stromlieferanten mahnen, eine Unterlassungserklärung abringen oder ihn verklagen.

    Falls Ihr Stromversorger seinen Pflichten nicht nachkommt, keine fristgerechte Abrechnung sendet, auf Schreiben nicht antwortet oder Energie nicht zuverlässig liefert, ist es empfehlenswert, die Bundesnetzagentur zu informieren. Gegen einen Stromversorger kann diese Behörde ein Aufsichtsverfahren einleiten, falls ein Verdacht besteht, dass der Stromlieferant aus technischen, wirtschaftlichen oder personellen Gründen nicht mehr leistungsfähig ist. Die Behörde ist dazu befähigt, dem Stromanbieter seine Tätigkeit teilweise oder ganz zu untersagen.

    Wichtige Fragen – kurz beantwortet

    Warum ist ein Wechsel des Stromanbieters empfehlenswert?
    Indem Sie einen Stromlieferanten regelmäßig wechseln, können Sie von Angebotspreisen und Prämien profitieren. Sie sollten einen Preisvergleich nutzen, um sich einen einen Überblick über die Angebote alternativer Stromanbieter zu verschaffen. Mit ein paar Klicks ist ein Wechsel zu einem günstigeren Stromanbieter möglich.

    Falls Sie mit Ihrem Stromlieferanten und seinen Konditionen unzufrieden sind, ist ein Wechsel ebenfalls empfehlenswert.

    Wie lange dauert der Wechsel zu einem neuen Stromanbieter?
    Sobald der neue Stromlieferant Ihren Antrag bearbeitet hat und Ihr alter Stromanbieter über den Wechsel informiert wurde, beginnt der Wechselprozess. Je nach Mindestlaufzeit können bis zu einem endgültigen Wechsel einige Wochen vergehen. Normalerweise dauert der Wechsel des Stromanbieters etwa 4 bis 6 Wochen.
    Ist der Wechsel des Stromversorgers mit technischen Arbeiten verbunden?
    Für einen Stromversorgerwechsel sind keine technischen Arbeiten erforderlich und es werden nur ein paar Mausklicks benötigt. Bei einem Wechsel des Anbieters wird der Strom auf keinen Fall abgestellt. Es ist nicht erforderlich, den Stromzähler auszutauschen oder zu erneuern.
    Was ist der Unterschied zwischen Stromversorger und Netzbetreiber?
    Gesetzlich ist der Netzbetreiber für den ordnungsgemäßen Stromnetz-Betrieb zuständig. Der Stromversorger sorgt für die Stromlieferung. Beide sind oftmals Teil eines Unternehmensverbundes. Jedoch haben Sie die Möglichkeit, sich für einen Stromlieferanten ohne eigenes Verteilnetz zu entscheiden. Dieser ist dazu verpflichtet, dem Netzbetreiber ein Netznutzungsentgelt zu zahlen. Leitungen und Zähler werden gemietet.

    Hier beginnen nun die Praxistipps zur Findung eines geeigneten Anbieters:

    Die beste Vorgehensweise

    • Mit einem regelmäßigen Vergleich der Angebote und einem Wechsel aus der Grundversorgung können Sie immer Geld sparen.
    • Zum Vergleich der Tarife verwenden Sie am besten einen Stromvergleichsrechner, der Angebote von Check24 und Verivox auflistet. In der Ergebnisliste sind Werbelinks enthalten. Indem Sie auf einen Link klicken, haben Sie die Möglichkeit, einen Vertrag abzuschließen.
    • Sie sollten auf hohe Bonuszahlungen verzichten. So profitieren Sie von einem Tarif, der für einen längeren Zeitraum stabil bleibt.
    • Beim Vertragsschluss ist eine Überprüfung besonders wichtig. Alle Details müssen korrekt aufgelistet sein.
    • Am Tag des Lieferantenwechsels sollten Sie auf jeden Fall Ihren Stromzähler ablesen.
    • Monatliche Abschlagszahlungen können Sie Ihrem Verbrauch entsprechend korrigieren lassen. Dafür nutzen Sie am besten einen Musterbrief.
    • Falls Sie keine Reaktion erhalten, ist es empfehlenswert, sich an die Schlichtungsstelle Energie zu wenden. Sie können ebenfalls die Verbraucherzentrale informieren.

    Einen günstigen Stromtarif finden

    Auf dem Strommarkt tauchen stets neue Anbieter, Vertragsmodelle und Sonderaktionen auf. Daher sollten Sie sich alle paar Monate einen Überblick verschaffen. Zu diesem Zweck können Sie den von uns empfohlenen Vergleichsrechner verwenden.

    Der Rechner darf nur Tarife empfehlen, die verbraucherfreundlichen Kriterien entsprechen. Tarife für konventionellen Strom und Ökostrom werden bei einem Vergleich angezeigt.

    Die Voreinstellungen des Rechners berücksichtigen keine Bonuszahlungen und stellen die jährlichen Kosten der Tarife dar. Bonustarife werden nur bei Angeboten dargestellt, die auch günstige Tarife bieten. Ein verbraucherfreundlicher Rechner zeigt auf keinen Fall folgende Tarife an: Tarife mit Vorkasse, Pakettarife und Tarife von Unternehmen, die von Verfahren seitens der Verbraucherzentrale betroffen sind.

    Ein Vorkasse-Tarif ist auf keinen Fall empfehlenswert, da sie ein unnützes Risiko eingehen. Falls der Anbieter von einer Insolvenz betroffen ist, besteht nur mehr die Möglichkeit, gezahlte Beiträge zu einer Insolvenzstelle anzumelden.