Steuertipps

Steuernachzahlung und Zinsen

Im Falle einer Steuernachzahlung müssen Umständen Nachzahlungszinsen an das Finanzamt entrichtet werden. Was Sie dabei beachten müssen.

Insbesondere Selbstständige – aber zuweilen auch Arbeitnehmer und Rentner – müssen damit rechnen, dass sie vom Finanzamt im Steuerbescheid zu einer Steuernachzahlung aufgefordert werden.

Wer Steuernachzahlungen erwartet, sollte seine Steuererklärung jedoch nicht zu spät abgeben. Denn wer den Steuerbescheid spät erhält, der muss womöglich zusätzlich Nachzahlungszinsen an den Fiskus bezahlen. Dies kann bei hohen Nachzahlungen über eine längere Zeit teuer werden.

Wann und wie hoch Nachzahlungszinsen anfallen

Nachzahlungszinsen fallen nach der Vorschrift des § 233a der Abgabenordnung (AO) normalerweise 15 Monate nach dem Ablauf des Kalenderjahres an, in dem die Steuer entstanden ist.

Die Höhe der Zinsen beträgt 0,5 % der Steuerschuld pro Monat. Die Verzinsung endet erst drei Tage, nachdem das Finanzamt den Steuerbescheid bei der Post aufgegeben hat.

Das bedeutet beispielsweise bei einem noch ausstehenden Steuerbescheid für den Veranlagungszeitraum 2010, dass ab dem 01.04.2012 Nachzahlungszinsen anfallen. Sollten die Zinsen für den Zeitraum eines ganzen Jahres anfallen, so belaufen sich die Zinsen schon auf insgesamt 6 %.

Geltendmachung von Nachzahlungszinsen

Das Ärgerliche daran ist, dass die zu entrichtenden Zinsen für die nicht entrichtete Einkommenssteuer und Körperschaftssteuer wegen eines mangelnden Bezuges zu den Einkünften weder als Werbungskosten, noch als Betriebsausgaben steuerlich abzugsfähig sind.

Dies ergibt sich aus der Vorschrift des § 12 Nr. 3 des Einkommenssteuergesetzes (EStG) und wird auch vom Bundesfinanzhof in der Entscheidung vom 15.06.2010 als verfassungsgemäß angesehen (Az. VIII R 33/07).

Anders ist das lediglich bei Nachzahlung von betrieblichen Steuern, zu denen vor allen die Umsatzsteuer und die Gewerbesteuer gehört. Leider wurde auch der Abzug von Nachzahlungszinsen als Sonderausgaben abgeschafft.

Vermeidung von Nachzahlungszinsen

Außer der rechtzeitigen Abgabe der Steuererklärung sollten Sie am besten darauf achten, dass Sie vor allem als Selbstständiger die Höhe der von Ihnen zu zahlenden Vorauszahlungen insbesondere für die Einkommenssteuer und Körperschaftschaftsteuer überprüfen.

Vor allem, wenn Sie diese viel zu niedrig angesetzt haben, sollten Sie frühzeitig beim Finanzamt die Anpassung des Vorauszahlungsbescheides beantragen. Durch diese Kontrolle verhindern Sie auch, dass Sie plötzlich eine unerwartet hohe Steuernachzahlung leisten müssen.

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Über den Autor

Harald Büring

Harald Büring

Als Volljurist war Harald Büring bei einem Sozialverband sowie bei einem Spitzenverband der Krankenkassen tätig. Seit einiger Zeit verfasst er als freiberuflicher Autor Rechtsbeiträge für die Arbeitsgemeinschaft Finanzen.