Aussergewöhnliche Belastungen

LASIK-Augenoperation steuerlich absetzbar?

Die Kosten für eine Augenoperation mittels Laser – zwecks Behebung von Fehlsichtigkeit – können unter Umständen als außergewöhnliche Belastungen abgesetzt werden.

Manche Patienten, die unter einer Fehlsichtigkeit ihrer Augen in Form von Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit leiden, möchten keine Brille oder Kontaktlinsen tragen.

Sie unterziehen sich lieber einem chirurgischen Eingriff in Form einer LASIK-Augenoperation, bei der die Hornhaut mittels eines Lasers behandelt wird. Dabei sollte man neben den möglichen gesundheitlichen Risiken auch die Höhe der Kosten abklären.

Diese bewegen sich in einem Rahmen von etwa 2.000 Euro bis 5.000 Euro und müssen häufig – aber nicht immer – vom Patienten selbst getragen werden.

Kostenübernahme durch Krankenversicherung

Zunächst einmal sollten Sie vor Behandlungsbeginn bei Ihrer Krankenversicherung nachfragen, inwieweit sie die Kosten für eine LASIK-Augenoperation übernimmt. Dies lohnt sich eher dann, wenn sie eine private Krankenversicherung abgeschlossen haben.

Für Krankenkassen-Mitglieder ist das schon schwieriger. Soweit Sie sich den Eingriff nicht finanziell leisten können, sollten Sie ihn nur nach der Erteilung einer schriftlichen Kostenzusage vornehmen lassen.

Steuerliche Abzugsfähigkeit

Soweit Sie die Kosten für eine LASIK-Behandlung wegen Fehlsichtigkeit selbst tragen müssen, sollten Sie die Aufwendungen als außergewöhnliche Belastungen in Ihrer Steuererklärung geltend machen. Dabei sollten Sie diese als Krankheitskosten bezeichnen und die Rechnung Ihres Arztes hinzufügen.

Vor einiger Zeit musste vor Behandlungsbeginn das Gutachten eines Amtsarztes eingeholt werden, um das Finanzamt von der medizinischen Notwendigkeit zu überzeugen. Eine strenge Ansicht vertrat hier vor allem das Finanzgericht Düsseldorf in seinem Urteil vom 16.02.2006 (Aktenzeichen 15 K 6677/04 E). Die Richter legten hier die gleichen Maßstäbe wie bei Schönheitsoperationen an.

Sie begründeten das damit, dass viele Patienten diese Augenlaser Operation nur aus ästhetischen Gründen vornehmen würden. Von daher handele es sich gewöhnlich um keine Heilbehandlung. Anders sei dies nur, wenn der Amtsarzt den Eingriff aus medizinischer Sicht als notwendig ansieht.

Inzwischen ist diese Rechtsprechung jedoch überholt, weil die Finanzverwaltung selbst hier großzügigere Maßstäbe anlegt.

Dies ergibt sich zunächst einmal aus einer Verfügung der Oberfinanzdirektion Koblenz vom 22.06.2006 – S 2284 A-St 32 3). Hiernach haben die einzelnen Bundesländer mittlerweile beschlossen, dass sie die Kosten für eine LASIK-Augenoperation auch ohne Vorlage eines amtsärztlichen Attestes als außergewöhnliche Belastungen im Sinne des § 33 EStG anerkennen. Gleiches besagt nunmehr der Inhalt von R 33.4 Abs. 1 Satz 2 der Einkommenssteuerrichtlinien (EStR).

Praxis-Tipp: Ehe Sie sich zu einer LASIK-Augenoperation wegen Fehlsichtigkeit entschliessen, sollten Sie bei einem weiteren Spezialisten eine Zweitmeinung einholen. Lassen Sie sich umfassend über die Erfolgschancen als auch gesundheitlichen Risiken aufklären.

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Über den Autor

Harald Büring

Harald Büring

Als Volljurist war Harald Büring bei einem Sozialverband sowie bei einem Spitzenverband der Krankenkassen tätig. Seit einiger Zeit verfasst er als freiberuflicher Autor Rechtsbeiträge für die Arbeitsgemeinschaft Finanzen.