Soziales

Wohngeld

Zum 01.01.2016 wurde das Wohngeld nach sieben Jahren endlich reformiert.

Das Wohngeldgesetz (WoGG im Sozialgesetzbuch Art. II §1 SGBI) hat zum Ziel die staatliche finanzielle Unterstützung des Bürgers. Bei geringem Einkommen erhält er einen finanziellen Zuschuss zur Miete (Mietzuschuss) oder zum Erhalt von selbst genutztem Wohneigentum (Lastenzuschuss).

Das Wohngeld tragen Bund und Länder jeweils zur Hälfte.

Diese Zuschüsse müssen vom Antragsteller in der Regel nicht zurückerstattet werden, auch wenn sich die Einkommensverhältnisse wieder bessern. Dann verliert er lediglich wieder den Anspruch auf diese staatliche Förderung.

Aus diesem Grund ist der Antragsteller zu jeder Zeit verpflichtet, diesbezügliche Änderungen im Lebensverhältnis der zuständigen Behörde rechtzeitig zu melden.

Wer ist nicht wohngeldberechtigt?

  • Alleinstehende Erstauszubildende
  • Wehrpflichtige und Zivildienstleistende
  • Bezieher von Transferleistungen wie Arbeitslosengeld und Sozialhilfe

Wohngeld ist vorrangig zu beantragen, wenn dadurch Leistungen nach Hartz IV verhindert werden können (§7 WoGG).

Von der zuständigen Behörde erhält der Antragsteller dann den schriftlichen Bescheid.

In der Regel wird das Wohngeld insgesamt für 1 Jahr bewilligt. Die Laufzeit wird ab dem Monat der Antragstellung gerechnet. Nach Ablauf der 12 Monate muss ein neuer Antrag gestellt werden. Positive Änderungen in den Einkommensverhältnissen müssen jederzeit und unverzüglich mitgeteilt werden.

Was ist das Wohngeldgesetz 2016?

Zum 01.01.2016 ist ein neues Wohngeldgesetz in Kraft treten, ca. 870.000 Haushalte profitieren davon. Die wichtigsten Änderungen des Wohngeldes 2016 auf einen Blick:

  • Die Wohngeldtabellenwerte wurden um durchschnittlich 39 Prozent angehoben, da neben dem Anstieg der Bruttokaltmieten und der Inflation auch der Anstieg der Bruttowarmmmieten seit 2009 berücksichtigt wurden.
  • Die Miethöchstbeträge (die Grenze, bis zu der die Miete bezuschusst wird) wurden regional gestaffelt angehoben. In Regionen mit stark steigenden Mieten sind diese ebenfalls überdurchschnittlich stark angestiegen.

Wieviel Wohngeld bekomme ich?

Die Höhe des Wohngeldes hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder
  • Monatliches Gesamteinkommen
  • Höhe der Miete bzw. der Belastung

Innerhalb Deutschlands sind die Mieten unterschiedlich hoch. Beim Wohngeld sind deshalb die Miethöchstbeträge regional in insgesamt 6 Stufen gestaffelt.

Wohngeldtabellen

Wie hoch das Ihnen zustehende Wohngeld wäre, können Sie den Wohngeldtabellen entnehmen: http://www.bmvi.de/

Diese Tabelle dient lediglich zur Information. Bitte beachten Sie, dass die tatsächlich gewährte Förderung nur die für Sie zuständige Wohngeldstelle errechnen kann.

Wo stelle ich den Antrag?

Ob der Mieter oder Eigentümer Wohngeld erhält, darüber entscheidet die Wohngeldstelle. Sie gibt es in jeder Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung. Dort gibt es die entsprechenden Antragsformulare sowie eine umfassende Beratung.

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Über den Autor

Thomas Nissen

Thomas Nissen

Experte für Finanzthemen beim unabhängigen Wissensportal Arbeitsgemeinschaft-Finanzen.de

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