Soziales

Mutterschaftsgeld

In Deutschland zahlt die gesetzliche Krankenversicherung in der Zeit des Mutterschutzes Mutterschaftsgeld an die Schwangere bzw. die junge Mutter.

Der gesetzliche Mutterschutz bestimmt, dass Schwangere 6 Wochen vor und 8 Wochen nach der Geburt nicht arbeiten müssen bzw. dürfen. Bei Früh- und Mehrlingsgeburten beträgt die Frist nach der Geburt 12 Wochen. Für diese Zeiten wird Mutterschaftsgeld bezahlt.

Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen Mutterschaftsgeld i.H.v. maximal 13 Euro pro Tag.

Voraussetzung: Die Schwangere ist zu Beginn der Schutzfrist Mitglied in einer gesetzlichen Krankenversicherung und hat ein bestehendes Beschäftigungsverhältnis oder die Schwangere ist versicherungsfrei beschäftigt, wie zum Beispiel Studentinnen oder Rentenbezieher.

Die Differenz vom Mutterschaftsgeld zum Regeleinkommen (netto) trägt während der Dauer des Mutterschutzes der Arbeitgeber. Maßgeblich ist dabei der durchschnittliche Nettoverdienst der letzten 3 Monate vor der Geburt.

Einen Anspruch auf Mutterschaftsgeld von der Krankenkasse haben auch Frauen, die in keinem Beschäftigungsverhältnis stehen und freiwillig gesetzlich mit Anspruch auf Krankengeld versichert sind (zum Beispiel Selbständige).

Ihr Mutterschaftsgeld beläuft sich auf die Höhe des Krankengeldes, dass heißt 70 Prozent des Bruttoverdienstes, soweit es der Beitragsberechnung zugrundeliegt. (Das gleiche gilt auch für pflichtversicherte Mitglieder der Künstlersozialkasse).

Der Antrag auf Mutterschaftsgeld ist mit einer ärztlichen Bescheinigung über den voraussichtlichen Geburtstermin bei der Krankenkasse zu stellen. Die Bescheinigung darf allerdings nicht vor der 7. Woche des berechneten Geburtstermins ausgestellt werden.

Das Mutterschaftsgeld und der Arbeitgeberzuschuss ist nicht steuerpflichtig, unterliegt jedoch dem Progressionsvorbehalt, dass heißt, es wird bei der Berechnung des Steuersatzes berücksichtigt.

Gesetzlich Pflichtversicherte sind während der Zeit des Mutterschutzes beitragsfrei in der Renten-, Pflege- und Krankenversicherung versichert.

Besonderheiten

  • Privatversicherte
    Sie erhalten von ihrer Krankenkasse keinen Tagessatz, sondern eine Einmalzahlung von 210 Euro vom Bundesversicherungsamt. Der Arbeitgeber setzt jedoch für seinen Zuschuss den üblichen Kassensatz voraus, so dass unterm Strich weniger übrig bleibt, als bei den gesetzlich Versicherten.
  • Geringfügig Beschäftigte
    Auch sie erhalten lediglich die Einmalzahlung von 210 Euro.
  • Familienversicherte Hausfrauen
    In diesem Fall kann kein Mutterschaftsgeld bezogen werden.
  • ALG II- und Sozialhilfe-Empfängerinnen
    Schwangere können ab der 13. Schwangerschaftswoche einen Mehrbedarf beantragen. Dieser Zuschlag beträgt max. 17 Prozent der Regelleistung.

Für letztgenannte Personengeruppe kann zusätzlich eine Unterstützung bei der Erstausstattung beantragt werden. Diese beinhaltet:

  • Kleidung für Schwangerschaft und Geburt
  • Bekleidung für das Neugeborene
  • Ausstattung für Kinderzimmer (z.B. Kinderwagen, Wickeltisch usw.)

Beim 2. Kind innerhalb von 3 Jahren wird die Unterstützung für die Erstausstattung gekürzt. Liegt das 1. Kind länger zurück, erhält die Schwangere die komplette Ausstattung erneut.

Antragstellung

Das Mutterschaftsgeld wird nicht automatisch gezahlt, sondern muss von der Schwangeren beantragt werden. Ist die werdende Mutter bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert, so ist die Krankenkasse der direkte Ansprechpartner.

Für Privatversicherte und geringfügig Beschäftigte (450 Euro-Job) ist die Mutterschaftsgeldstelle des Bundesversicherungsamtes in Bonn zuständig.