BAföG

Aktualisiert: 13. Januar 2020 | Redaktion
Das Wichtigste auf einen Blick

  • BAföG ist eine finanzielle Förderung von Studenten und Auszubildenden seitens des Staates.
  • Derzeit beträgt die maximale monatliche Förderung 853 Euro.
  • Ab August 2020 steigt dieser Betrag auf 861 Euro.
  • Die Höhe der Förderung hängt vom eigenen Einkommen und dem der Eltern ab.
  • Das BAföG-Darlehen muss erst fünf Jahre nach dem eigenen Abschluss zurückgezahlt werden.
  • Es muss lediglich die Hälfte des erhaltenen Geldes zurückgezahlt werden.

Die beste Vorgehensweise

  • Zuerst muss geprüft werden, ob die Berechtigung auf eine staatliche Förderung im Rahmen des BAföG vorliegt.
  • Besteht die Möglichkeit eines BAföG, müssen schnellstmöglich alle notwendigen Unterlagen zusammengetragen werden. Das ist wichtig, weil BAföG nicht rückwirkend ausgezahlt wird.
  • Antrag und Unterlagen sollten vor und spätestens im ersten Monat des Studiums bzw. der Ausbildung eingereicht werden.
  • Wird das Darlehen fünf Jahre nach dem Ende des Studiums oder der Ausbildung auf einen Schlag zurückgezahlt, winkt ein Erlass von bis zu 28,5 %. Es lohnt sich also, vorher Geld beiseitezulegen.

In unserem Ratgeber

Für wen ist BAföG gedacht?

Eine Gruppe BAföG geförderter Studenten im Vorlesungsraum beim Notizen machen

BAföG ist die Abkürzung für das Bundesausbildungsförderungsgesetz. Es regelt die staatliche Förderung, deren Zweck es ist, jungen Menschen, welche ein Studium oder eine Ausbildung beginnen, unter die Arme zu greifen. Auch Schüler können ein Anrecht auf BAföG haben. 2018 wurden beispielsweise rund 20 % aller Studierenden mit einem BAföG-Darlehen unterstützt.

Gleichfalls ist ein BAföG-Darlehen an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. Nicht jeder ist berechtigt. Um BAföG beantragen zu können, müssen zuerst einige Grundvoraussetzungen gegeben sein:

1. Deutsche Staatsangehörigkeit
Auch für junge Menschen ohne deutschen Pass besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, BAföG zu erhalten. Entscheidend ist hierbei, ob die betreffende Person auch nach dem Ende ihrer Ausbildung bzw. ihres Studiums für längere Zeit in Deutschland bleiben wird. Dies ist häufig dann der Fall, wenn es sich um einen EU-Angehörigen handelt, welcher ohne Einschränkungen in Deutschland Leben und Arbeiten darf. Auch Personen aus dem Nicht-EU-Ausland können BAföG erhalten, falls sie eine Bleibeperspektive haben und gesellschaftlich integriert sind.

2. Nicht älter als 29 Jahre
Wird ein Master-Studium begonnen, verschiebt sich diese Grenze bis auf 34 Jahre. Ausnahmen von dieser Regel gibt es bei bestimmten Sonderfällen:

  • Zweiter Bildungsweg
  • Die Einschreibung an der Universität erfolgte ohne Hochschulzugangsberechtigung wegen der beruflichen Qualifikation.
  • Für den gewünschten Beruf ist rechtlich eine zusätzliche Ausbildung vonnöten.
  • Die Person konnte die Ausbildung aus familiären Gründen vorher nicht aufnehmen.
  • Es lag eine einschneidende Änderung der persönlichen Verhältnisse vor.
  • Erziehung eines Kindes unter 14 Jahren bei gleichzeitiger Arbeitszeit von maximal 20 Wochenstunden.

3. Wahl der Ausbildungsstätte
Folgende Ausbildungsstätten werden staatlich gefördert:

BAföG-Förderung nach Ausbildungsstätten

AusbildungsgruppenAusbildungsstätten
StudentenUniversitäten, Hochschulen, Fachhochschulen und Akademien
AuszubildendeBerufsaufbauschulen, Berufsfachschulen, Fachschulen, Berufskollegs
Schüleralle anerkannten Schulen von Gymnasium über Gesamtschule bis Hauptschule, zweiter Bildungsweg über Abendhauptschulen, Abendrealschulen, Abendgymnasien, Kollegs
Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung (Stand: Mai 2020).

Studenten werden nur während eines Vollzeitstudiums gefördert. Diese Förderung gilt nur für das Erststudium. Ein Zweitstudium wird nur gefördert, falls es sich um einen konsekutiven Studiengang handelt, welcher auf dem Erststudium aufbaut. Dies ist bei einem Master-Studiengang, welcher dem Bachelor-Studium nachfolgt, der Fall. Für Erst- und Zweitausbildungen gelten die gleichen Regelungen.

Es besteht die Möglichkeit, bei einem Studium oder einer Ausbildung im Ausland gefördert zu werden. Es handelt sich dabei um ein Auslands-BAföG.

4. Erfolgreicher Abschluss
Bei jeder Form der Ausbildung ist es für die fortlaufende Förderung wichtig, dass das Ziel auch wirklich der erfolgreiche Abschluss ist. Aus dem Grund müssen Studenten an Akademien, Hochschulen und höheren Fachhochschulen ab dem fünften Semester Leistungsnachweise einreichen, wenn sie weiterhin gefördert werden wollen.

Praxis-Tipp: Anspruch auf BAföG besteht nur innerhalb der Regelstudienzeit eines Studienganges. Für eine Verlängerung bedarf es triftiger Gründe.

Wie viel BAföG wird gezahlt?

Der aktuelle Höchstsatz beträgt 853 Euro. Im August 2020 steht eine Erhöhung dieses Höchstsatzes auf 861 Euro an. Diese Höchstbeiträge gelten allgemeinhin für Studenten. Auszubildende und Schüler erhalten weniger BAföG. Die genaue Höhe ist abhängig von der Art der Ausbildungsstätte.

Förderungshöchstsätze BAföG ab August 2020

Ausbildungsstätteeigene
Wohnung
bei den
Eltern
Universitäten, Höhere Fachschulen, etc.861 €592 €
Berufsfachschulen694 €356 €
Schüler im ersten Bildungsweg, Fachschulen, etc.694 €-
Abendgymnasien, weiterführende Fachschulklassen, etc.832 €563 €
Abendhaupt- und Abendrealschulen, weiterführende Fachoberschulen, etc.790 €557 €
pro Kind150 €150 €
Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung §§ 12, 13, 13a BafögG (Stand: Mai 2020).

Die Höchsstsätze sind inklusive Beiträge für Krankenversicherung und Pflegeversicherung in Höhe von 109 Euro ausgewiesen. Ab dem 31. Lebensjahr steigt der Betrag von 109 auf 189 Euro.

Zwar sind die Maximalsätze für Schüler und Auszubildende im Vergleich zu Studenten geringer, jedoch müssen diese ihre BAföG-Unterstützung nicht zurückzahlen. Ferner werden sie so lange unterstützt, wie sie die entsprechende Ausbildungsstätte besuchen. Es spielt dabei keine Rolle, ob eventuell eine Klasse wiederholt werden muss. Studenten müssen die Hälfte ihres BAföG-Darlehens wieder zurückzahlen.

Welchen Einfluss hat das Einkommen der Eltern auf die Höhe des BAföGs?

Ein weiteres wichtiges Kriterium, ob jemand berechtigt ist, im Rahmen von BAföG unterstützt zu werden, ist die Einkommenssituation der Eltern. Grundsätzlich gilt, dass Eltern gegenüber ihren Kindern unterhaltspflichtig sind. Es spielt hierfür keine Rolle, ob das Kind bereits volljährig ist, oder ob es noch im Elternhaus wohnt. Auch Ehe- und Lebenspartner sind im Sinne von BAföG unterhaltspflichtig.

Ob ein Antragsteller tatsächlich BAföG erhält bzw. in welcher Höhe die Unterstützung ausfällt, hängt von der Höhe des Einkommens der unterhaltspflichtigen Personen ab. Aus dem Grund müssen bei der Antragstellung die entsprechenden Einkommensverhältnisse offengelegt werden. Entscheidend ist hierbei der jüngste Steuerbescheid.

Praxis-Tipp: Sollte es absehbar sein, dass das Einkommen der Eltern oder des Partners in naher Zukunft sinkt, kann es sich lohnen, dass bereits vorher mit anzugeben. Abhängig vom persönlichen Fall, besteht die Möglichkeit, einen höheren Beitrag zugesprochen zu bekommen.

Eltern und Ehepartnern werden gewisse monatliche Freibeträge zugestanden, welche nicht bei der Berechnung berücksichtigt werden. Wird dieser Freibetrag überschritten, sinkt der Anspruch. Der Stand und die Anzahl der Kinder wirken sich auf die Höhe des Freibetrages aus:

Monatliche BAföG-Freibeträge für Eltern und Ehepartner

BezugsgruppeAugust 2020August 2021
verheiratete Eltern1.890 €2.000 €
alleinstehender Elternteil1.260 €1.330 €
Ehepartner1.260 €1.330 €
Stiefelternteil630 €665 €
pro Kind
(unterhaltsberechtigt)
570 €605 €
Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung § 25 BafögG (Stand: Mai 2020).

Obige Freibeträge vermitteln jedoch lediglich ein grobes Bild. Es gibt eine Reihe von Faktoren, welche sich zugunsten des Antragstellers auf den tatsächlichen Freibetrag auswirken können. Beispielsweise sind hier Riester-Beiträge und Sozialabgaben zu nennen. Auch das Vermögen der Eltern spielt bei der Ermittlung der Berechtigung keine Rolle. Wird aus diesem Vermögen jedoch Gewinn erzielt, kann dieser zur Berechnung hinzugezogen werden.

Für eine genaue Vorabberechnung lohnt es sich, auf einen Online-Rechner zurückzugreifen. Genauere Beispiele sind u. a. auf der Seite des Familienministeriums zu finden.

Praxis-Tipp: Selbst wenn es auf den ersten Blick so scheint, als würde für einen keine Förderung infrage kommen, kann es sich trotzdem lohnen, genau nachzurechnen. Unter Umständen besteht zumindest der Anspruch auf eine teilweise Förderung.

Welche eigenen Einkünfte sind erlaubt?

Neben den Einkünften der Eltern oder des Partners ist es auch von Bedeutung, welche eigenen Einkünfte vorliegen. Für diese Einkünfte existieren ebenfalls Freibeträge. Grundsätzlich gilt für alle ein Freibetrag von 450 Euro monatlich. Auf das Jahr hochgerechnet sind das 5.400 Euro. Entscheidend ist der jährliche Freibetrag. Es ist also erlaubt, im Monat mehr als 450 Euro zu verdienen, solange die Summe über das ganze Jahr hinweg nicht 5.400 Euro übersteigt.

Es gibt eine Reihe zusätzlicher Faktoren, die sich auf diesen Freibetrag auswirken können. Unter bestimmten Umständen besteht die Möglichkeit, mehr zu verdienen, ohne, dass sich dies negativ auf die Höhe des BAföGs auswirkt:

Monatliche BAföG-Freibeträge für eigenes Einkommen

EinkommensvariablenAugust 2020
Grundfreibetrag290 €
mit Ehepartner+ 630 €
pro Kind+ 570 €
Stipendium+ 300 €
Waisenrente/-geld+ 200 €
Härtefälle
(Schulgeld/Studiengebühren
private Ausbildungsstätte)
+ 285 €
Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung § 23 BafögG (Stand: Mai 2020).

Ein weiterer Faktor, der berücksichtigt werden muss, ist das persönliche Vermögen. Auch hier gibt es einen Freibetrag, der sich auf 7.500 Euro beläuft. Ab August 2020 wird dieser Freibetrag auf 8.200 Euro erhöht. Ferner wirken sich ein Ehe- oder Lebenspartner sowie Kinder positiv auf den Freibetrag aus. Momentan sind dies jeweils 2.100 Euro pro Person im Haushalt. Dieser Freibetrag wird im August 2020 auf 2.300 Euro pro Person erhöht.

Ist es möglich, unabhängig vom Einkommen der Eltern BAföG zu erhalten?

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, BAföG zu erhalten, obwohl das Einkommen der Eltern dies eigentlich verhindern würde.

Zum einen ist dies der Fall, falls die Eltern unterhaltspflichtig sind, dieser Pflicht jedoch nicht nachkommen. In einer solchen Situation besteht die Möglichkeit, unabhängig von den Einkommensverhältnissen der Eltern BAföG zu erhalten. Im Gegenzug müssen die persönlichen Unterhaltsansprüche an das Amt übertragen werden, welche diese dann eigenständig von den Eltern eintreibt, um die Kosten zu decken.

BAföG geförderte Studentin liest ein Buch auf dem Boden der Bibliothek sitzend

Hat der Antragsteller bereits mindestens fünf Jahre gearbeitet, ehe der Entschluss gefasst wurde, eine Ausbildung bzw. ein Studium zu beginnen, besteht der Anspruch auf elternunabhängiges BAföG.

Eine dritte Möglichkeit auf elternunabhängiges BAföG ergibt sich bei einer verspäteten Ausbildung. Wird auf dem zweiten Bildungsweg ein Abitur absolviert oder beginnt die Ausbildung bzw. das Studium, wegen einer Ausnahme, nach dem 30. Lebensjahr, besteht Anspruch auf BAföG. Die Einkommenssituation der Eltern spielt hierbei keine Rolle.

Was muss bei der Antragstellung beachtet werden?

Der Antrag auf BAföG-Leistungen wird beim Amt für Ausbildungsförderung beantragt. Es ist möglich, diesen Antrag postalisch oder elektronisch zu übermitteln. Die notwendigen Formblätter können bei jedem Amt für Ausbildungsförderung erhalten werden. Alternativ können sie auch auf der Webseite des Amtes unter dem Menüpunkt Antragstellung gefunden werden.

Damit ein Antrag auf BAföG korrekt bearbeitet werden kann, ist es notwendig, dass alle benötigten Unterlagen hinzugefügt werden. Welche Unterlagen eingereicht werden müssen, können den Blättern entnommen werden. Es hat sich herausgestellt, dass der zeitaufwendigste Teil die Beschaffung der relevanten Einkommensbelege der Eltern sind. Aus dem Grund ist es sinnvoll, so früh wie möglich mit der Organisation aller wichtigen Unterlagen zu beginnen.

Hölzerne Sanduhr vor einem Stapel Bücher auf Holztisch

BAföG kann erst beantragt werden, wenn klar ist, wo studiert wird bzw. wo die Ausbildung absolviert wird. Der Ort, an welchem das BAföG beantragt wird, hängt vom entsprechenden Ort des Studiums / der Ausbildung ab. Für Studenten ist dies das Studentenwerk ihrer jeweiligen Hochschule. Für Auszubildende und alle, die Abendgymnasien, Akademien, höhere Fachhochschulen oder Kollegs besuchen, ist das BAföG-Amt zuständig, welches sich im Bezirk der Ausbildungsstätte befindet. Schüler wenden sich an das BAföG-Amt, das den Wohnort der Eltern abdeckt.

Weil BAföG meistens nur für ein einziges Jahr bewilligt wird, muss die Förderung jedes Jahr neu beantragt werden.

Studenten müssen bei späteren Anträgen beachten, dass ab dem fünften Semester Leistungsnachweise verlangt werden. Es muss nachgewiesen werden, dass ausreichend Kurse und Prüfungen erfolgreich absolviert wurden, um eine Beendigung des Studiums innerhalb der vorgeschriebenen Regelstudienzeit zu gewährleisten.

Ein solcher Leistungsnachweis kann entweder über die Leistungsübersicht des Studienganges oder mit dem Formblatt 5, in welchem die Hochschule bestätigt, dass die bisher erreichten Leistungspunkte angemessen sind, vorgenommen werden. Gelingt es nicht, diesen Leistungsnachweis zu erbringen, kann die weitere Förderung ausgesetzt werden.

Es gibt eine Reihe von Umständen, die einen Aufschub des Leistungsnachweises erlauben:

  • Behinderung
  • Krankheit
  • Schwangerschaft während des Studiums
  • Erziehung von Kindern unter 14 Jahren
  • Erstmaliges Nichtbestehen einer Zwischenprüfung, die eine Voraussetzung für das weitere Studium ist
  • Gewähltes Mitglied in einem Gremium der Hochschule

Liegt einer dieser Gründe vor, kann ein Aufschub des Leistungsnachweises beantragt werden.

Praxis-Tipp: Sollte einer der obigen Umstände vorliegen, ist es sinnvoll, sich diesen auch dann bescheinigen zu lassen, falls der Leistungsnachweis ohne Probleme erbracht werden könnte.

Wird später ein Antrag auf Verlängerung des BAföGs über die Regelstudienzeit hinaus notwendig, kann man sich erfolgreich darauf berufen, dass dieser Umstand für die Studienverzögerung ursächlich war.

Ein weiterer Sonderfall ist der Fachwechsel während des Studiums. Im Bachelorstudium können sich Studenten bis zum vierten Semester für einen anderen Studiengang umentscheiden. Die Regelstudienzeit beginnt dann mit dem ersten Semester des neuen Studienganges von vorne.

Kann die Dauer des BAföG verlängert werden?

Es ist möglich, BAföG über die Regelstudienzeit hinaus zu erhalten. Hierfür muss einer von verschiedenen Umständen gegeben sein. Im obigen Abschnitt sind bereits viele der relevanten Gründe unter dem Aspekt Aufschub des Leistungsnachweises aufgelistet.

Hinzukommen etwaige Auslandssemester. Ein solcher Auslandsaufenthalt kann separat durch ein sogenanntes Auslands-BAföG gefördert werden. Trotzdem zählen Auslandssemester nicht zur Regelstudienzeit und sind ein gängiger Grund für eine Verlängerung des BAföGs über die reguläre Studienzeit hinaus.

Welcher Betrag muss später zurückgezahlt werden?

Einige der wichtigsten Gründe, welche für den Antrag auf BAföG sprechen, sind die günstigen Konditionen. Lediglich Studenten müssen einen Teil der erhaltenen Förderung zurückzahlen. Es handelt sich jedoch nur um die Hälfte des erhaltenen Geldes. Zusätzlich ist der Betrag, welcher maximal zurückgezahlt werden muss, auf 10.000 Euro gedeckelt. Alle Ansprüche, welche darüber hinaus entstehen würden, entfallen.

Die Rückzahlung des BAföGs wird erst fünf Jahre nach Beendigung des Studiums fällig. Sollten die persönlichen Einkünfte zu diesem Zeitpunkt den aktuellen Freibetrag von 1.225 Euro nicht um wenigstens 42 Euro übersteigen, kann die Rückzahlungspflicht auf Antrag hin ausgesetzt werden. Für jedes eigene Kind und für den Ehe- oder Lebenspartner erhöht sich dieser Freibetrag um 555 Euro respektive 610 Euro. Die reguläre Rate beträgt 130 Euro im Monate. Aufgrund finanzieller Umstände kann diese zeitweise auf bis zu 42 Euro monatlich gesenkt werden.

Es kann sich lohnen, vor Fälligkeit des Darlehens Geld anzusparen. Wird der fällige Betrag in einer einzigen Rate zurückgezahlt, werden vonseiten des Staates hohe Rabatte gewährt. Auf diese Weise können bis zu 28,5 % eingespart werden.

Rabatt Einmalrückzahlung BAföG

Bewilligtes
BaföG
3.000 €20.000 €32.000 €
Darlehensanteil
(50% des BaföG)
1.500 €10.000 €16.000 €
Einmalrückzahlung1.350 €7.150 €9.840 €
Rabatt150 €
(10%)
2.850 €
(28,5 %)
160 € (1,6%)
[rechnerisch: 6.160 € (38,5 %);
aber max. Darlehensshöhe 10.000 €]
Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung (Stand: Juli 2019).

Die Höhe des Rabattes richtet sich nach der Höhe des erhaltenen Darlehens. Je mehr Geld erhalten wurde, desto geringer fällt der Rabatt bei einer anschließenden Tilgung in einem Ruck aus. Denn die Höchstgrenze des zurückzahlenden Darlehens liegt bei 10.000 Euro. Fällt die rechnerische Darlehenssumme höher aus, verringert sich der tatsächliche bzw. effektive Rabatt entsprechend.

Gibt es Alternativen zum BAföG?

Falls keine Berechtigung für eine Unterstützung im Rahmen des BAföG vorliegt, gibt es eine Reihe von günstigen Alternativen. Ein privates Darlehen von Bekannten ist zwar meist die beste Möglichkeit, es gibt jedoch auch eine Reihe von speziellen Studienkrediten, welche günstigere Konditionen anbieten. Eine beliebte Alternative zum BAföG ist der KfW-Studienkredit, der ebenfalls vom Staat gefördert wird. Über diesen können maximal 56.000 Euro für bis zu 14 Semester geliehen werden.

Student blättert durch Buch in der Bibliothek

Wird lediglich eine finanzielle Entlastung für die Endphase des Studiums gebraucht, ist ein sogenannter Bildungskredit eine Überlegung wert. Ein solcher Kredit kann mit einem BAföG kombiniert werden oder dieses ersetzen, falls die eigenen Ansprüche nicht mehr anerkannt werden.

Eine weitere Möglichkeit sind Bildungsfonds. Es handelt sich um ein relativ neues Modell, das ursprünglich aus den USA stammt. Darlehensgeber sind nicht Banken, sondern Privatleute und Unternehmen. Die Tilgung läuft über eine vorher festgelegte prozentuale Einkommensbeteiligung, bis die Summe zurückgezahlt ist. Dieses Modell wird vor allem für Studierende von MINT-Fächern angeboten.

Wichtige Fragen – kurz beantwortet

Wirkt sich BAföG auf ein Stipendium aus?
BAföG wirkt sich nicht negativ auf andere Stipendien aus. Monatlich kann ein Stipendium von bis zu 300 Euro bezogen werden, ohne dass dies für die Berechnung des BAföG berücksichtigt wird.
Wie viel BAföG steht mir zu?
Die Höhe des BAföG ist von der gewählten Ausbildung abhängig. Studenten erhalten maximal 853 Euro im Monat, wenn sie eine eigene Wohnung haben, und 583 Euro, falls sie noch bei den Eltern leben. Für Schüler sind es maximal 680 Euro in der eigenen Wohnung und 352 Euro bei den Eltern.
Kann ich mit BAföG und Wohngeld beantragen?
Jeder, der BAföG erhält, ist in der Regel vom Anspruch auf Wohngeld ausgeschlossen. Das BAföG beinhaltet bereits eine eigene Wohnpauschale.
Ist BAföG steuerpflichtig?
Beim BAföG handelt es sich um eine steuerfreie Zahlung. Es wird weder besteuert noch muss es in der Steuererklärung erwähnt werden.