Soziales

Arbeitslosengeld ALG I

Die Leistungen an Arbeitnehmer in Form von ALG I werden u.a. im Gesetz der Arbeitsförderung (Sozialgesetzbuch SGB III) geregelt.

ALG I wird nur demjenigen gezahlt, der zuvor bei einem Arbeitgeber eine versicherungspflichtige Beschäftigung hatte, denn ALG I ist eine Versicherungsleistung. ALG II dagegen wird aus Steuergeldern finanziert.

Arbeitslos ist, wer

  • bei der Arbeitsagentur als arbeitssuchend gemeldet ist
  • beschäftigungslos ist
  • weniger als 15 Std. wöchentl. (auch selbständig) beschäftigt ist
  • nicht älter als 65 Jahre oder Bezieher einer Altersrente ist
  • nicht Schüler/in, Student/in oder Teilnehmer/in einer beruflichen Bildungsmaßnahme ist
  • nicht arbeitsunfähig oder krank ist

Die Voraussetzung ist, dass Sie arbeitslos sein müssen und die Anwartschaftszeit erfüllt haben. Die Arbeitslosigkeit haben Sie persönlich beim Arbeitsamt gemeldet und Sie sind noch keine 65 Jahre alt.

Das Sozialgesetzbuch (Drittes Buch SGB III) unterscheidet zwischen Arbeitssuchendmeldung und Arbeitslosmeldung.

1. Arbeitssuchendmeldung
Hier werden Sie von der Agentur für Arbeit bei der Suche nach einer neuen Arbeit unterstützt. Sie sind gesetzlich verpflichtet, sich spätestens 3 Monate vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses persönlich als arbeitssuchend zu melden.

Erhalten Sie kurzfristig Kenntnis über die Beendigung des Arbeitsverhältnisses, so muss die Meldung innerhalb von 3 Tagen nach Kenntnisnahme erfolgen.

Auch eine telefonische Meldung ist möglich, um keine Frist verstreichen zu lassen. Tel. 01801/555 111 (Festnetzpreis 3,9 ct/min; Mobilfunkpreise höchstens 42 ct/min).

Voraussetzung ist hier jedoch, dass Sie die persönliche Arbeitssuchendmeldung nachholen. Sie erhalten einen Termin und ersparen sich dadurch unnötige Wege- und Wartezeiten.

Werden die vorgenannten Meldefristen nicht eingehalten, kann dies eine Sperrzeit von einer Woche zur Folge haben.

2. Arbeitslosmeldung
Hier werden lediglich Ihre finanziellen Ansprüche gesichert.

Grundvoraussetzung für den Bezug von Arbeitslosengeld ist die Arbeitslosmeldung, die frühestens 3 Monate vor und spätestens am ersten Tag der Beschäftigungslosigkeit erfolgen muss.

Die Formulare hierfür erhalten Sie nur bei der für Sie zuständigen Agentur für Arbeit, nicht im Internet.

Antragstellung

Die Antragstellung sollte möglichst persönlich erfolgen. Vereinbaren Sie hierzu einen Termin. Sie benötigen neben dem Grundantrag noch folgende Unterlagen:

  • Personalausweis
  • Arbeitspapiere (Lohnsteuer-Kontoauszug)
  • Arbeitsbescheinigungen
  • Kündigungsschreiben
  • Bescheinigung über Bezug von Krankengeld

Dauer des Anspruchs und Nebenverdienste

Die Dauer des Anspruchs ist abhängig vom Lebensalter und wie lange der Antragsteller in den letzten 5 Jahren versicherungspflichtig beschäftigt war.

Während des Bezugs von Arbeitslosengeld ist ein Nebenverdienst möglich. Allerdings darf die wöchentliche Arbeitszeit den zeitlichen Umfang von 15 Stunden nicht übersteigen.

Eine Nebenbeschäftigung muss allerdings, wie beim Arbeitgeber auch, unverzüglich und unaufgefordert der zuständigen Agentur für Arbeit angezeigt werden.

Auszahlung des Arbeitslosengeldes

1. Sie haben ein normales Girokonto
Wenn Sie Kontoinhaber eines Kontos bei einem deutschen Geldinstitut sind, wird das Arbeitslosengeld regelmäßig monatlich und kostenfrei darauf überwiesen.

Auch die Ansprüche auf Arbeitslosengeld können übertragen bzw. verpfändet werden. Allerdings besteht für die Gutschrift eine Schutzfrist von 7 Tagen. Das heißt, innerhalb dieses Zeitraumes muss das Geldinstitut die Leistung an Sie auszahlen. Steht nach diesen 7 Tagen noch Guthaben auf dem Konto, darf dieses gepfändet werden.

2. Sie haben kein Girokonto bei einer deutschen Bank
Das Arbeitslosengeld wird durch eine „Zahlungsanweisung zur Verrechnung“ übermittelt.

Mit dieser Zahlungsanweisung können Sie das Arbeitslosengeld innerhalb eines Monats bei Ihrer Bank zur Gutschrift einreichen oder an der Auszahlungsstelle der Post oder Deutschen Postbank bar auszahlen lassen.

Jedoch kostet dies 2,10 Euro Bearbeitungs-Gebühr. Zusätzlich fallen je nach Höhe des Betrages noch weitere Gebühren von mind. 3,50 Euro bis 7,50 Euro an.

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Über den Autor

Thomas Nissen

Thomas Nissen

Experte für Finanzthemen beim unabhängigen Wissensportal Arbeitsgemeinschaft-Finanzen.de

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