Privathaftpflicht Vergleich

Die Privathaftpflicht ist die wichtigste private Versicherung, über die jeder Bürger ausnahmslos verfügen sollte.

Unzählige mögliche Schäden können durch diese Versicherung abgedeckt werden. Die Privathaftpflicht gilt unbegrenzt in Europa, weltweit bis zu 36 Monaten und rund um die Uhr.

Die 10 besten Privathaftpflichtversicherungen

Welche Schäden bezahlt die Privathaftpflicht?

Allgemein ausgedrückt sind im Zuge der Privathaftpflicht alle Schäden versichert, die vom Versicherten schuldhaft verursacht worden sind. Die Schäden können an fremdem Eigentum (Sachwerte), fremdem Vermögen und auch an Personen verursacht worden sein.

Wichtig zu beachten ist, dass grobe Fahrlässigkeit seitens des Versicherten für viele Versicherer ein Grund ist, die Leistung zu verweigern oder den Versicherten zumindest teilweise in Regress zu nehmen.

Bei leichter Fahrlässigkeit, also einem üblichen Versehen, reguliert die Haftpflichtversicherung den Schaden hingegen meistens problemlos. Ein typischer Haftpflichtschaden ist zum Beispiel, wenn der Versicherte aus Versehen in einem Geschäft etwas beschädigt, zum Beispiel eine Vase.

Meist ein Vertrag pro Haushalt ausreichend

Ehepaare und Familien können sich mit einem Vertrag versichern. Junge unverheiratete Erwachsene sind bis zum Ende der ersten Ausbildung (Lehre oder Studium direkt nach der Schule) über den Vertrag der Eltern mitversichert.

Eine weitere Besonderheit gilt für unverheiratete Paare, die im gleichen Haushalt leben: es wird nur eine Privathaftpflicht benötigt, beide Partner können in den Vertrag eingetragen werden. Der Ausgleich von gegenseitigen Schäden ist jedoch dann nicht möglich.

Praxis-Tipp

Überprüfen Sie alte Verträge, ob die damals vereinbarten Versicherungssummen noch dem heutigen Stand entsprechen. Vielfach lassen sich für den gleichen Beitrag deutlich höhere Summen versichern.

Zahlen Sie die Prämie für die Haftpflichtversicherung auf alle Fälle jährlich, da Sie sonst einen Ratenzuschlag zu zahlen haben. Aufgrund der geringen Prämienhöhe ist es zudem nicht zweckmäßig, eine Selbstbeteiligung zu vereinbaren.

Worauf soll ich beim Abschluss achten?

  • Versicherungssumme (Deckungssumme)
    Empfehlenswert ist ein Versicherungsschutz von mindestens 5 Millionen Euro für Sach- und Personenschäden.
  • Forderungsausfalldeckung
    Hier zahlt die eigene Haftpflichtversicherung auch dann, wenn Sie selbst geschädigt werden, der Verursacher aber finanziell nicht für den Schaden aufkommen kann (z.B. wenn der Verursacher keine Haftpflicht und kein Vermögen hat).
  • Für Familien mit kleinen Kindern: Mitversicherung deliktunfähiger Kinder
    Kinder unter sieben Jahren sowie im Straßenverkehr unter 10 Jahren können nicht für Schäden haftbar gemacht werden, sofern die Eltern nicht die Aufsichtspflicht verletzt haben. Jedoch liegt Eltern vielfach daran, den Schaden trotzdem zu ersetzen. Zudem braucht bei Einschluss der Mitversicherung deliktunfähiger Kinder nicht geklärt zu werden, ob die Aufsichtspflicht nicht doch verletzt wurde.

Im Bedarfsfall in Privathaftpflicht einbeziehen

  • Mietsachschäden
    Mieter sollten darauf achten, dass ihre Versicherung Mietsachschäden abdeckt. Beispielsweise ein Waschbecken ist schnell beschädigt. Spätestens bei Auszug ist der Schaden dem Vermieter zu ersetzen.
  • Gefälligkeitsschäden
    Eine Haftpflichtversicherung ersetzt Schäden, die entstehen, wenn der Versicherte unentgeltlich anderen behilflich ist, beispielsweise beim Umzug, nur, sofern Gefälligkeitsschäden in der Police einbezogen sind.
  • Schlüsselschäden
    Der Verlust von Dienstschlüsseln kann erhebliche Kosten nach sich ziehen. Besonders wenn eine Schließanlage zu ersetzen ist. Dies gilt auch für Verlust von Wohnungsschlüsseln.
  • Absicherung bei der Tätigkeit als Tagesmutter.

Wichtige Fragen und Antworten

Sind Kinder mitversichert?
Unverheiratete Kinder (sowohl leibliche als auch Stief-, Adoptiv- und Pflegekinder) sind beitragsfrei mitversichert, sofern sie mit den Eltern in häuslicher Gemeinschaft leben.

Ab Volljährigkeit nur während einer Schul- oder sich unmittelbar anschliessenden Berufsausbildung (berufl. Erstausbildung, Fortbildungsmassnahme, Studium, nicht Referendarzeit u.ä.).

Versicherungsschutz bleibt auch bestehen bei Ableistung des Grundwehr- oder Zivildienstes vor, während oder im Anschluss an die Berufsausbildung.

Ebenso fällt die Wartezeit auf einen Ausbildungs- oder Studienplatz nach Abschluss der Schule bis zu einem Jahr unter den versicherten Zeitraum, sowie die nachgewiesene und registrierte Arbeitslosigkeit ebenfalls bis zu einem Jahr nach Abschluss der Erstausbildung.

Ist der Partner mitversichert?
Grundsätzlich ist der Ehepartner oder ein Partner aus einer Lebensgemeinschaft (übrigens auch bei gleichgeschlechtlichen Paaren) kostenfrei bei einer Privathaftpflicht mitversichert. Das setzt allerdings einen gemeinsamen Haushalt voraus, in dem die Versicherten leben. Ebenso ist die kostenfreie Mitversicherung des Partners nur in einem Familien-Tarif möglich.

Bei einem Single-Tarif steht diese Option nicht zur Verfügung, hier lohnt sich die Anfrage beim Versicherer, ob der Tarif gewechselt werden kann.

Und um in den Genuss des Schutzes durch die Familienhaftpflicht zu gelangen, muss natürlich die Versicherungsgesellschaft über die Eheschließung oder den Zusammenzug informiert werden. Eine Meldung mit Name und Geburtsdatum der Mitversicherten ist ausreichend.

Was passiert bei Doppelversicherung?
Wenn zwei Personen zusammenziehen und beide eine Single Haftpflicht abgeschlossen haben, lohnt sich der genaue Blick in die Verträge, um zu ermitteln, welche Privathaftpflichtversicherung finanziell am günstigsten ist.

Beide müssen mit ihrem Haftpflichtversicherer klären, mit welchen Konditionen ein Wechsel in die Familienhaftpflicht möglich wäre.

Sobald die Entscheidung für die günstigere Versicherung gefallen ist, kann die andere Privathaftpflicht unter Beachtung der Fristen gekündigt werden, denn eine Doppelversicherung ist unnötig und verursacht vermeidbare Kosten.

Wann gelten Kinder als deliktunfähig?
Kinder unter sieben Jahren (im Straßenverkehr bis zum zehnten Lebensjahr) sind vor dem Gesetz deliktunfähig, der bedeutet, dass sie und auch ihre Eltern nicht für Schäden haftbar gemacht werden können.

Das gilt für die Eltern jedoch nur, wenn diese ihre Aufsichtspflicht nicht vernachlässigt haben. Für ältere Kinder haften ihre Eltern, diese sind dabei jedoch in einer Familienhaftpflichtversicherung geschützt. Der kostenlose Versicherungsschutz gilt für alle Kinder, die dauerhaft im eigenen Haushalt leben, leibliche und adoptierte, Pflege- sowie Stiefkinder. Allerdings nur bis zum vollendeten 18. Lebensjahr, danach müssen sich die Kinder selber versichern.

Verlängert wird der Schutz der Privathaftpflicht für Kinder auch über deren Volljährigkeit hinaus, solange sich diese in der ersten Berufsausbildung oder im Studium befinden.

Gilt die Privathaftpflicht auch bei Auslandsaufenthalten?
Generell gilt der Versicherungsschutz einer Privathaftpflicht auch bei Reisen ins Ausland und bei längeren Auslandsaufenthalten.

Allerdings unterscheiden sich die genauen Bedingungen der Privathaftpflicht-Tarife und Anbieter. Oftmals wird bei Aufenthalten im Gebiet der EU der Versicherungsschutz zeitlich unbegrenzt gewährt und gilt ansonsten je nach Destination zwischen einem und drei Jahren, sofern der Hauptwohnsitz in der EU bestehen bleibt.

Dieser Schutz gilt auch für Kinder, die beispielsweise an einem Austauschprogramm teilnehmen, allerdings ist auch hier die maximale Aufenthaltsdauer zu beachten.

Gibt es Wartezeiten?
Es existieren keine Wartezeiten! Anders als bei anderen Versicherungen beginnt der Versicherungsschutz bei einer Privathaftpflicht in voller Höhe ab Vertragsbeginn, frühestens ab dem Moment des Auftragseingangs bei dem Versicherungsunternehmen.

Reicht eine Privathaftpflicht für Wohneigentümer aus?
Solange das Wohneigentum nur von dem Versicherungsnehmer und dessen Familie bewohnt wird, sind Schäden bis zur vertraglichen Deckungssumme durch die Privathaftpflicht abgesichert. Das gilt übrigens auch für ein Ferienhaus, sofern dieses nicht vermietet wird.

Wer ein Mehrfamilienhaus, das teilweise oder vollständig vermietet ist oder Grundstücke besitzt, dem empfiehlt sich dringend der zusätzliche Abschluss einer Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht, um im Falle eines Falles nicht den finanziellen Schaden selber tragen zu müssen. Die Privathaftpflicht alleine ist in einem solchen Fall nicht ausreichend.