Private Krankenversicherung

Aktualisiert: 28. November 2019 | Redaktion
Das Wichtigste auf einen Blick

  • Grundsätzlich können die meisten Bürger*innen zwischen zwei generellen Versicherungsarten wählen. Sie können in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) bleiben oder in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln.
  • Eine private Krankenversicherung (PKV) richtet sich hauptsächlich an Beamte, Selbstständige und Gutverdiener, die bis ins Alter hinein über ein ausreichend hohes und abgesichertes Einkommen verfügen können.
  • Gute Tarife sichern ein besonders hohes Leistungsniveau. Spartarife hingegen bieten in bestimmen Fällen nur Basisleistungen.
  • In keinem Tarif sind alle Leistungen gebündelt. Bei der Auswahl muss daher meist ein Kompromiss getroffen werden.
  • Verbesserungen bei der Leistung sind nur nach einer neuen Gesundheitsprüfung vorgesehen.
  • In der privaten Krankenversicherung können die Leistungen individuell bestimmt werden. Ein Kürzen der Leistung ist von Seiten der Versicherung nicht möglich.
  • Je höher das Alter des Kunden, umso höher die Beiträge in der privaten Krankenversicherung. Wer in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist, kann durch private Zusatzversicherungen die dortigen Leistungen ergänzen.

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In unserem Ratgeber “Wissenswertes”

Die vier wichtigen Schritte zur privaten Krankenversicherung

Wer den Weg in die private Krankenversicherung sucht, muss sich bewusst sein, dass das mit einigen Schritten verbunden ist, die auch Zeit in Anspruch nehmen. Für eine Entscheidung rund um den Beitritt zu einer privaten Krankenversicherung sollten einige Tage eingeplant werden.

Es gilt nämlich, zuerst einmal Überlegungen anzustellen, ob es überhaupt lohnt, der gesetzlichen Krankenkasse den Rücken zu kehren. Dieser Schritt ist in vielen Fällen für immer. Ein Wechsel aus der gesetzlichen Krankenversicherung in die private Krankenkasse ist nicht unbedingt einfach.

    1. Schritt:

Damit der Eintritt in die private Krankenversicherung auch wirklich sinnvoll ist, müssen Sie sich als Interessierter darüber klar werden, welche Vorteile und welche Nachteile die gesetzliche Krankenkasse wie auch die private Krankenversicherung bereithalten.

Hierfür gilt es, genau zu berechnen, welche Beiträge bei der privaten Krankenversicherung anfallen werden und ob diese Beiträge auch langfristig getragen werden können. Berücksichtigt werden muss, dass mit dem Alter die Beiträge der Privaten Krankenversicherung steigen. Um diese Entwicklung richtig einzuschätzen, lohnt es, die Unterstützung eines Honorarberaters in Anspruch zu nehmen.

    2. Schritt:

Wenn der Schritt in die private Krankenversicherung finanziell abgesichert ist, müssen Sie sich im weiteren Verlauf der Überlegungen mit den Leistungen auseinandersetzen. Hier geht es zuerst darum, genau zu prüfen, welchen Leistungsumfang Sie in Zukunft wünschen.

Dafür müssen Sie die einzelnen Vertragsbestandteile kennen, verstehen und genau einschätzen können. Sie müssen also in der Lage sein, die Leistungen und die Zusammensetzung der einzelnen Tarife der privaten Krankenversicherungen zu analysieren.

    3. Schritt:

Ist auch dies geschehen, startet die Suche nach dem optimalen Tarif. Dabei werden Sie schnell merken, dass es keine Versicherungsgesellschaft geben wird, die den exakt passenden Tarif für Sie anbietet. Sie müssen sich daher auf die Suche nach einem möglichst guten Kompromiss begeben. Am Ende gilt es für Sie, einen Vertrag zu haben, der eine optimale Absicherung für Sie bietet und der zu Ihrer Lebensweise und Ihrem Gesundheitszustand passt.

    4. Schritt:

Im letzten Schritt gilt es, das Versicherungsunternehmen zu filtern, welches Sie möglichst langfristig nutzen wollen. Prüfen Sie hier die Qualität des Versicherungsunternehmens. Suchen Sie nach Erfahrungen anderer Versicherungsnehmer und kontrollieren Sie die Finanzkraft des Unternehmens sowie deren Beitragsentwicklung.

Ein Versicherungsunternehmen, das finanziell solide aufgestellt ist, wird es auch in vielen Jahren mit aller Wahrscheinlichkeit noch geben. Das ist für Sie wichtig, damit Sie im Bedarfsfall auch wirklich alle Leistungen abrufen können und die Beiträge Ihrer privaten Krankenversicherung nicht extrem ansteigen.

Die Vorteile der privaten Krankenversicherung

Die Versicherungsunternehmen werben damit, dass eine gute private Krankenversicherung den Zugang zur “Spitzenmedizin” erlaubt. Innerhalb der Tarife gibt es Optionen, wie die Behandlung beim Chefarzt, in einer Privatklinik im Ausland, oder mit neuesten Behandlungsmethoden, die von den gesetzlichen Krankenkassen noch überhaupt nicht berücksichtigt werden.

Vorteilhaft ist zudem die Tatsache, dass sich Versicherte innerhalb einer privaten Krankenversicherung die gewünschten Leistungen individuell zusammenstellen lassen können. Sie bekommen den Schutz, den sie sich wünschen und den sie bezahlen können.

Weiterhin sind alle einmal vereinbarten Leistungen, auch langfristig betrachtet garantiert. Die PKV darf die vereinbarten Leistungen nicht reduzieren. Egal was passiert. In der GKV ist das nicht der Fall. Dort ist es den Krankenkassen erlaubt, jederzeit Leistungen zu streichen.

Hinzu kommt, dass Ärzte häufig Privatpatienten bevorzugen, da sie bei diesen für das gleiche Behandlungsangebot deutlich mehr Geld abrechnen können. Eine lange Wartezeit auf einen Termin bei einem Allgemeinarzt oder einem Spezialisten ist daher bei einer privaten Krankenversicherung kaum zu erwarten.

Die Nachteile der privaten Krankenversicherung

Wo Vorteile sind, lassen sich in der Regel auch immer Nachteile finden. Die PKV versteht sich nicht als Solidarsystem, wie es bei der gesetzlichen Krankenversicherung der Fall ist. Das lohnt sich vor allem für junge und gesunde Menschen.

Denn jeder Versicherte trägt mit seinen Beiträgen sein eigenes Risiko und nicht das Risiko der Gemeinschaft. Ist das eigene Risiko gering, sind auch die Beiträge niedrig. Dies können sogar geringer ausfallen als die zu entrichtenden Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Das führt aber auch dazu, dass bei all jenen Versicherten, die krankheitsbedingt vorbelastet sind, die private Krankenversicherung immer teurer wird. Außerdem ist es für sie schwieriger, in der privaten Krankenversicherung aufgenommen zu werden.

Private Anbieter müssen nicht jeden Versicherten annehmen. Sie können Beitragszuschläge für bestimmte Krankheiten erhöhen oder diese Krankheiten sogar im Tarif ausschließen. Das passiert dann, wenn die Versicherungsgesellschaften der Meinung sind, dass für sie das Risiko zu hoch ist.

Nachteilig präsentiert sich zusätzlich die Tatsache, dass anders als bei der gesetzlichen Krankenkasse die Höhe der Beiträge nicht am Einkommen ausgerichtet wird. Man orientiert sich an den Kosten, die der Versicherte erzeugt.

Gestapeltes Münzgeld für Private Krankenversicherung

Selbst bei einem niedrigen Einkommen und einer kleinen Rente sowie Arbeitslosigkeit sinken die Beiträge nicht. Sie können – ganz im Gegenteil – exorbitant hoch sein und zum Einkommen überhaupt nicht passen. Wird dann noch einen billiger Tarif gewählt, kann es sein, dass im Krankheitsfall nur wenige Leistungen gewährt werden. In diesem Fall kann die private Krankenversicherung auch schnell zur Kostenfalle werden.

Hinzu kommt, dass auch die jungen Versicherungsnehmer, die gesund und vital sind, nicht ewig jung bleiben und somit auch nicht ewig den günstigen Einstiegstarif nutzen können. Die Prämien in der privaten Krankenversicherung steigen von Jahr zu Jahr, da die Versorgung immer teurer wird. Allein in den letzten zehn Jahren ist ein durchschnittlicher Anstieg von 3% pro Jahr gemessen worden.

Die Versicherungsgesellschaften legen zwar für den Versicherten Geld aus den Beiträgen zurück. Doch das Gegensteuern, das so erzielt wird, ist für das Alter gedacht. Die Kosten, die durch den medizinischen Fortschritt und die jährliche Inflation erzeugt werden, sind damit nicht abgedeckt.

Daher steigen die Beiträge nicht nur in den Jahren, in den der Versicherte arbeiten geht. Sie steigen auch dann, wenn die Rente erreicht wird. Daher lohnt es sich für alle Versicherten, schon rechtzeitig damit zu beginnen, jeden Monat einen gewissen Betrag für die Krankenversicherung zurückzulegen, welcher dann im Rentenalter zusätzlich genutzt werden kann.

Es gibt keinen perfekten Schutz

Selbst wenn ein Premium-Tarif ausgewählt wird, garantiert dieser keinen ultimativen Schutz. In höherklassigen Tarifen ist zwar das Honorar für Ärzte, das Einzelzimmer im Krankenhaus und die Chefarztbehandlung enthalten. Lücken zeigen sich aber gerne im Bereich der Psychotherapie oder der Physiotherapie sowie bei der Beantragung einer Kur.

Solche Leistungen sind beispielsweise in der gesetzlichen Krankenkasse selbstverständlich. Es gibt keinen Tarif bei den privaten Versicherungen, der den gleichen Leistungsumfang wie die gesetzlichen Krankenversicherungen hat. Welche Unterschiede es gibt, haben wir für Sie in unserem Ratgeber zur Krankenversicherung zusammengetragen.

Ein großer Nachteil ist auch die lebenslange Bindung, die sich der Versicherte mit der Versicherungsgesellschaft leistet. Es ist sehr schwer, aus einer privaten Krankenversicherung wieder auszutreten. Und gelingt es doch, lohnt es sich meist wirtschaftlich nicht. Denn die angesparten Altersrückstellungen sind dann verloren. Wird ein Wechsel innerhalb der privaten Krankenversicherungen vorgenommen, kann ein Teil des angesparten Geldes mitgenommen werden. Aber bei einem Wechsel in die gesetzliche Krankenkasse ist das nicht der Fall.

Wurde eine niedrige Absicherung gewählt, kann es passieren, dass man aus diesem Tarif nur schwer wieder herauskommt. Ein besserer Tarif bedeutet nämlich gleichzeitig, dass in vielen Fällen Gesundheitsprüfungen und Risikoaufschläge in Kauf genommen werden müssen.

Außerdem gibt es keine Familienversicherung. Bei der gesetzlichen Krankenkasse werden Kinder und Lebenspartner mitversichert. Bei der privaten Krankenversicherung ist das nicht der Fall. Hier muss sich jeder selbst versichern und eigene Beiträge bezahlen.

1. Schritt: Funktioniert die private Krankenversicherung langfristig?

Die private Krankenversicherung ist nur für Menschen bestimmt, die festgelegte Voraussetzungen erfüllen können. Zu diesen Menschen gehören Beamte, Selbständige, Freiberufler und Studenten. Zudem all jene Angestellte, die ein Mindestjahreseinkommen von 60.750 Euro Brutto beziehen.

Kalkulation der Betraege fuer Private Krankenversicherung mit Taschenrechner und Stift

Bei Angestellten ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Hälfte der Versicherungsprämie zu übernehmen. Jedoch nur soweit, wie auch der Höchstsatz von einem gesetzlichen Versicherten wäre. Das sind im Moment rund 350 Euro im Monat.

Für viele Verbraucher ist der Wechsel zur privaten Versicherung zwar möglich, aber nicht die beste Idee. Vor allen Dingen Existenzgründer können in große Schwierigkeiten geraten, wenn sie sich von vornherein für die private Krankenversicherung entscheiden. Die Einnahmen sind zu Beginn der Existenzgründung noch sehr gering. Die Kassenbeiträge können aber sehr hoch sein.

Gleiches gilt für Menschen, die in Risikoberufen unterwegs sind, Vorerkrankungen besitzen oder mit der Familienplanung noch nicht abgeschlossen haben. Auch ältere Menschen werden den Gang in die private Versicherung nicht immer als glückliche Entscheidung einschätzen. Denn die Beiträge steigen vor allen Dingen im Alter deutlich an. Ein Eintritt vor dem 35. Lebensjahr sollte angestrebt werden.

Zwei Faktoren sprechen für den frühzeitigen Wechsel. Einerseits sorgt das zunehmende Alter für Vorerkrankungen, die den Beitrag bei einem Wechsel in die private Krankenversicherung von vornherein teurer machen. Außerdem können bei einem späten Eintritt weniger Altersrückstellungen erfolgen.

Je später der Versicherte im Rahmen der privaten Absicherung anfängt, die gewünschten Altersrückstellungen zu bilden, umso mehr muss er zusätzliches Geld zur Seite legen. Denn die Versicherung selbst bildet wenige Altersrückstellungen, sodass diese privat auf einem Konto gebildet werden müssen. Dadurch wird die Versicherung noch einmal teurer.

Die private Krankenversicherung gilt nicht als Sparmodell unter den Krankenversicherungen. Wer zur privaten Absicherung wechselt, muss wissen, dass sie nicht dafür gemacht wurde, um Beiträge zu sparen. Hinzu kommt, dass ein Austritt aus der privaten Krankenversicherung nur schwer möglich ist. Der Wechsel in die gesetzliche Krankenkasse ist beispielsweise für Versicherte, die über 55 Jahre, kaum möglich. Selbst bei einer Arbeitslosigkeit wird dieser Wechsel nicht angeboten.

Praxis-Tipp: Ein guter Versicherungsberater hilft beim Abwägen und der objektiven Entscheidung über einen Wechsel in die private Krankenversicherung.

2. Schritt: Tarifmerkmale erkennen

Der Vorteil einer privaten Absicherung ist, dass jeder Versicherte die Möglichkeit hat, einen individuellen Tarif erstellen zu lassen. So werden die passenden Bedingungen herausgesucht und auf den Versicherungsnehmer hin ausgerichtet. Das macht im ersten Schritt viel Arbeit, lohnt sich aber.

Dazu gehört, dass der Interessent die einzelnen Klauseln versteht und sie auch einordnen kann, damit er entscheiden kann, ob die ausgelobte Leistung für ihn persönlich interessant ist oder nicht.

Grundsätzlich kann festgestellt werden, dass alle Versicherungsbedingungen, die im Rahmen der Leistungen vereinbart werden, über die gesamte Laufzeit bestehen bleiben. Die Versicherung hat nicht die Möglichkeit, Leistungskürzungen vorzunehmen. Was nicht im Vertrag verankert ist, wird auch nicht bezahlt.

Hier muss der Versicherungsnehmer genau nachlesen und muss vor allen Dingen auch auf schwammige Formulierungen achten. Hat der Anbieter im Vertrag verankert, dass gewisse Leistungen nur nach vorheriger Genehmigung oder nach besonderen Vereinbarungen gewährt werden, heißt das nicht automatisch, dass die Leistungen auch bezahlt werden. Man kann sich also nicht darauf verlassen, dass immer eine Leistungsübernahme erfolgt, wenn das nicht grundsätzlich im Vertrag festgeschrieben ist.

In unserer Übersicht haben wir alle Leistungen zusammengefasst, die im Rahmen der privaten Krankenversicherung abgerufen werden können. Mit unserer Liste haben Sie die Möglichkeit, genau zu prüfen, welche Leistungen für Sie wichtig sind und in welchem Umfang sie im entsprechenden Tarif enthalten sind.

Sehr wichtige Leistungen

  • Stationäre Versorgung:

Soll die Möglichkeit einer umfassenden Behandlung in einer Privatklinik oder in einem ausländischen Krankenhaus möglich sein, dann muss der Tarif entsprechend gewählt werden. Hier darf nicht nur eine Erstattung der Krankenhauskosten nach deutschem Recht erfolgen, sondern nach internationalem Recht. Ansonsten können die Kosten deutlich höher ausfallen und der Versicherte muss zuzahlen oder die gesamten Kosten übernehmen.

Stethoskop liegt bereit für Untersuchung von Patienten mit Private Krankenversicherung

Es gibt spezialisierte Kliniken, wie beispielsweise Herzzentren, die sich als sogenannte gemischte Anstalten bezeichnen. Neben einer normalen Behandlung kann dort auch eine Reha oder eine Kur in Anspruch genommen werden. Solche Einrichtungen sind in der Regel nicht mitversichert. Wer das Angebot trotzdem in Anspruch nehmen möchte, muss einen solchen Aufenthalt unbedingt mitversichern.

Wer seinen Hauptwohnsitz in einem Kurort hat, muss in diesem Fall besonders aufpassen. Denn oftmals geht es zur Behandlung mit eine sogenannte gemischte Anstalt. Und das noch nicht mal, weil eine Kur in Anspruch genommen wird.

Wenn diese gemischte Anstalt das einzige Krankenhaus im Ort ist, dann kann es sein, dass die Versicherung die Kosten für die Behandlung generell ablehnt, weil es sich um ein Spezialangebot handelt. Hier unbedingt darauf achten, dass eine korrekte Versicherungsregelung gefunden wird.

  • Transport:

Beim Transport geht es sowohl um den Transport zur ambulanten Behandlung als auch direkt ins Krankenhaus. Bei ambulanten Behandlungen ist es ratsam, den Transport bei Notfällen oder zur Erstversorgung nach einem Unfall abzusichern. Ferner ist es sinnvoll, den Transport bei Dialysebehandlungen, Strahlentherapien oder Chemotherapien im Versicherungsbeitrag zu verankern.

Stationäre ambulante Behandlungen sollten die Berücksichtigung aller Transportmittel ermöglichen. Also nicht nur den klassischen Krankenwagen oder Rettungswagen, sondern auch den Hubschrauber. Hier gilt es einen Tarif zu wählen, der ohne Beschränkungen der Entfernung auskommt und der alle Transportmöglichkeiten berücksichtigt.

  • Psychotherapie:

Die Psychotherapie ist im ambulanten wir auch im stationären Bereich grundsätzlich mitversichert. Sie gilt als medizinisch notwendige Behandlung. Allerdings gibt es Anbieter, die den Schutz hauptsächlich auf den ambulanten Bereich eingrenzen.

Um eine optimale Absicherung zu gewähren, sollten mindestens 50 Sitzungen mitversichert werden. Hier gilt es, möglichst wenige Einschränkungen im Tarif zuzulassen. Auch anteilige Beteiligungen oder Genehmigungen im Vorfeld sollten vermieden werden.

Stationären Psychotherapie sollte möglichst nicht eingeschränkt sein. Trotzdem gibt es Tarife, in denen die Psychotherapeuten im stationären Bereich zusätzlich vereinbart werden müssen.

  • Heilmittel:

Es gibt Bereiche in der Medizin, die unter den Bereich Heilmittel fallen. Zum Beispiel die Psychotherapie, Logopädie, Ergotherapie oder die Podologie. Auch hier gilt es, eine Mitversicherung sicherzustellen.

Nur so bleibt es nicht nur bei einer Behandlung, sondern es kann eine dauerhafte Therapie entstehen. Wenn aber keine Mitversicherung besteht, für diese Therapie sehr teuer und der Versicherte muss die Kosten dafür selbst tragen.

  • Kurort Klausel:

Ambulante Behandlungen in einem sogenannten Kurort sind nur dann versichert, wenn eine akute Erkrankung oder ein Unfall behandelt werden müssen. Oder aber auch, wenn der Versicherte dort seinen festen Wohnsitz hat. Eine Klausel, die eine solche Behandlung ausschließt, sollte im Vertrag möglichst nicht zu finden sein.

  • Geltungsbereich:

Vor Abschluss einer privaten Krankenversicherung muss sich jeder Versicherte darüber Gedanken machen, welchen Geltungsbereich er für die Versicherung wünscht. Das ist besonders wichtig bei Urlaubsreisen, die auch mal länger dauern können oder bei Arbeiten, die im Ausland aufgenommen werden. Auch ein längerfristiger Aufenthalt im Ausland muss beim Geltungsbereich der privaten Krankenversicherung berücksichtigt werden.

Die meisten Tarife konzentrieren sich auf den gesamten Europäischen Wirtschaftsraum. Das bedeutet, dass innerhalb der Europäischen Union, in Island, Liechtenstein und Norwegen die Krankenversicherung greift. Die Schweiz gehört aber beispielsweise nicht dazu. Wer außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums für eine längere Zeit unterwegs ist, muss prüfen, ob die Voraussetzungen für die Krankenversicherung immer noch bestehen.

Koffer für Reise mit Schutz durch Private Krankenversicherung

Zu prüfen ist, für welchen Zeitraum die Versicherung im Rahmen eines Urlaubs oder eines Auslandsaufenthalts außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums zur Verfügung steht. Eine dreimonatige Reise kann unter anderem dazu führen, dass der Vertrag nicht mehr rechtskräftig ist. Bei anderen Tarifen ist es so, dass trotz der langen Abwesenheit eine Postadresse in Deutschland ausreicht, um die Wirksamkeit des Vertrages aufrechtzuerhalten.

Wird nur eine kurze Urlaubsreise geplant, dann besteht auch außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes ein Versicherungsschutz. Trotz allem ist es bei den meisten Tarifen ratsam, bei einem längeren Aufenthalt im Ausland zusätzlich eine Auslandsreisekrankenversicherung abzuschließen. Sie übernimmt beispielsweise auch den Rücktransport aus dem Urlaubsland, da dieser in vielen Fällen gar nicht in der privaten Krankenversicherung mitversichert ist.

  • Anschlussheilbehandlung Kur/Reha:

In der Regel ist es so, dass die gesetzliche Rentenversicherung oder die gesetzliche Unfallversicherung für die Kosten einsteht, wenn eine Reha oder eine Anschlussheilbehandlung in Anspruch genommen werden muss. Wer aber nicht in den gesetzlichen Versicherungen versichert ist, weil er sich möglicherweise in die Selbständigkeit begeben hat, muss solche Reha-Maßnahmen über die private Krankenversicherung mitversichern. Denn ansonsten werden sie nicht bezahlt.

Prüfen Sie hier genau, welche Kosten übernommen werden, wenn kein gesetzlicher Leistungsträger für Sie in Anspruch genommen werden kann. Sollten Sie beispielsweise eine Entziehungskur wünschen, weil Sie ein Problem mit Alkohol oder Drogen haben, müssen Sie das ebenfalls separat vereinbaren. Zumindest die erste Entziehung sollte mitversichert sein.

  • Palliativversorgung/Hospiz:

Die Kosten für eine Palliativversorgung oder einen Hospizaufenthalt sollten im Tarif enthalten sein. Einige Tarife beschränken die Leistungen im Bereich der Palliativmedizin. Stationäre wie auch teilstationäre Hospizversorgung muss aber auf jeden Fall versichert sein.

Grundlegende Leistungen

  • Arztwahl:

Der Hausarzttarif oder der Tarif mit einem Primärarztprinzip legen fest, dass der Versicherte zuerst einen vorgeschriebenen Arzt konsultieren muss. Sonst ist es möglich, dass die Versicherung die Leistungen kürzt oder verweigert. Wurde eine freie Arztwahl im Tarif vereinbart, kann sofort ein Facharzt aufgesucht werden.

Wird eine Chefarztbehandlung im Krankenhaus gewünscht, muss die sogenannte privatärztliche Behandlung auf der Station mitversichert werden. Wird eine Behandlung durch Heilberufe gewünscht, muss diese ebenfalls gesondert vereinbart werden. Dienstleistungen von Masseuren und Physiotherapeuten sind sonst im Tarif nicht verankert.

  • Arzthonorar:

Ärzte unterliegen in Deutschland der Gebührenverordnung für Ärzte oder Zahnärzte. Das bedeutet, dass sie nach dieser Gebührenverordnung abrechnen müssen. Für die allermeisten Behandlungen, die angeboten werden, reicht das völlig aus. Die Versicherung zahlt dann den Regelhöchstsatz oder den Höchstsatz. Tarife, die diese Höchstsätze oder Regelhöchstsätze nicht enthalten, sind nicht empfehlenswert.

Wer Behandlungen durch einen Spezialisten, im Ausland oder in Privatkliniken wünscht, muss den Tarif so wählen, dass diese speziellen Behandlungen auch inkludiert sind. Denn bei solchen Behandlungen wird die Gebührenverordnung nicht berücksichtigt, da die Kosten über den Höchstsätzen liegen.

Personen, die hauptsächlich im Ausland leben, müssen zusätzlich eine Absicherung gegen einen Beitragszuschlag vereinbaren. Denn im Ausland sind die Kosten nicht ausschließlich auf das deutsche Niveau begrenzt. Wer dort deine Behandlung benötigt, bleibt ohne eine konkrete Regelung unter Umständen auf den Kosten sitzen. Bei einer Behandlung im Ausland können die ortsüblichen oder landesüblichen Sätze für die Behandlung deutlich über den Kosten liegen, die in Deutschland abgerechnet werden.

  • Medikamente:

Auch bei der privaten Krankenversicherung geht es um Selbstbehalt oder um Beschränkungen im Erstattungsfall. Beschränkungen sollte es möglichst nicht bei Generika geben. Auch Mittel, die für die künstliche Ernährung benötigt werden und über eine klassische Sonde oder den Venenkatheder verabreicht werden, müssen bei den Medikamenten separat aufgeführt werden. Auch hier sollten der Selbstbehalt oder Beschränkungen bei der Erstattung möglichst vermieden werden.

  • Zahnleistungen:

Bei den Versicherungen wird zwischen einer Zahnbehandlung, einem Zahnersatz und kieferorthopädischen Maßnahmen unterschieden. Mitunter gibt es für jeden einzelnen Bereich unterschiedliche Regelungen und Höhen bei der Erstattung. Zuerst muss auf die Zahnstaffel geachtet werden. Sie begrenzt die Leistungen für die ersten Jahre auf einen festgeschriebenen Höchstbetrag. Dies geschieht entweder pro Jahr oder in Summe betrachtet.

Üblich sind hier, die ersten fünf Jahre anzusetzen. Die Begrenzung kann aber auch über einen längeren Zeitraum gehen. Mitunter ist die Zahnstaffel nur für den Zahnersatz vorgesehen. Bei der Auswahl des Tarifes ist es wichtig, einen Tarif zu finden, bei dem die Zahnstaffel bei einem Unfall nicht greift.

Zahnarzt Utensilien liegen bereit für Behandlung eines Patienten mit Privater Krankenversicherung

Ferner muss geprüft werden, welche Erstattungen bei einer Zahnbehandlung und bei Zahnersatz generell angeboten werden. Zahnbehandlungen und Zahnersatz werden bei guten Tarifen bis zu 90% übernommen. Auch die Leistungen für Inlays und Implantate sowie Material- und Laborkosten sind wichtig und müssen bei der Auswahl berücksichtigt werden.

In vielen Tarifen ist die kieferorthopädische Behandlung bei Erwachsenen nur dann vorgesehen, wenn sie auch von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden würde.

  • Hilfsmittel:

Als Hilfsmittel werden lebenserhaltenden Hilfsmittel bezeichnet. Zum Beispiel Beatmungsgeräte oder Geräte, die für die künstliche Ernährung notwendig sind. Auch Körperersatzstücke wie Prothesen, elektrische Krankenfahrstühle, Gehhilfen, Blindenhunde, künstliche Kehlköpfe oder Brillen gehören zu den Hilfsmitteln.

Im Vertrag für die private Krankenversicherung muss genau geregelt werden, in welcher Qualität und bis zu welchem Preis diese übernommen werden.

Praxis-Tipp: Prüfen Sie die vorgesehene Höhe der Erstattung jedes HilfsmittelsHier genau und verlassen Sie sich nicht auf pauschale Regelungen.

Jedes Hilfsmittel sollte separat aufgeführt werden, damit im Leistungsfall auch genau festgelegt ist, welche Leistung bis zu welchem Betrag in Anspruch genommen werden kann.

In welchem Umfang die jeweilige Leistung dann erbracht wird, steht im Hilfsmittelkatalog der ausgewählten Versicherung. Ist der Katalog geschlossen, dann gibt es auf jeden Fall eine Liste an Hilfsmitteln, die erstattet werden.

Diese Liste bleibt immer gleich. Es dürfen keine Änderungen vorgenommen werden. Auch wenn es diese Hilfsmittel vielleicht in Zukunft gar nicht mehr geben wird. Ist der Katalog hingegen offen formuliert, wird er auch über die Jahre angepasst und Neuerungen werden aufgenommen und bezahlt.

Bei den Hilfsmitteln ist zusätzlich eine Mischung zwischen einem offenen Katalog und einem geschlossenen Katalog möglich. Da niemand genau weiß, wie sich die Zukunft bezüglich der Hilfsmittel entwickeln wird, ist es sinnvoll, einen offenen Katalog vorzuziehen. Auch wenn dieser teurer ist.

Individuell zu vereinbarende Leistungen

  • Heilpraktiker:

In vielen Tarifen werden Leistungen des Heilpraktikers nur eingeschränkt berücksichtigt. Wer aber gerne zum Heilpraktiker gehen möchte, muss auf dieses Merkmal bei Abschluss der Versicherung achten.

  • Häusliche Krankenpflege:

Wer durch die häusliche Krankenpflege den Krankenhausaufenthalt verkürzen oder vermeiden möchte, muss Wert darauf legen, dass eine entsprechende Klausel im Vertrag enthalten ist.

  • Krankentagegeld:

Besonders für Selbständige und Gutverdiener ist ein Krankentagegeld wichtig. Für Selbständige ist das oftmals die einzige Chance, sich gegen einen vorübergehenden Verdienstausfall abzusichern. Bereits ab dem 29. Tag einer Krankheit sollte ein Krankentagegeld vereinbart werden.

Für Angestellte ist es nicht ganz so wichtig. Sie bekommen 6 Wochen lang den Lohn vom Arbeitgeber. Erst danach wäre über ein Krankengeld nachzudenken. Das bedeutet, dass der Arbeitnehmer ein Krankentagegeld erst ab dem 43. Tag benötigt.

  • Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen:

Vorsorgeuntersuchungen sind immer in der gesetzlichen Krankenversicherung mitversichert. Bei einer privaten Versicherung werden in einigen Fällen auch zusätzliche Untersuchungen berücksichtigt.

Schutzimpfungen müssen aber gesondert versichert werden. Hier müssen wieder die Versicherungsbedingungen genau gelesen und entsprechend erweitert werden. Bei den Schutzimpfungen sollte zumindest den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission gefolgt werden.

Wer selbst nur einen Basisschutz hat, muss bedenken, dass der Schutz der eigenen Kinder nicht höher ausfallen darf als der Schutz der Eltern. Und bei Kindern ist ein Basisschutz meistens nicht ausreichend.

  • Einbettzimmer:

Ein Bett im Einzel- oder Zweibettzimmer darf nicht das Auswahlkriterium eines Tarifs sein. Es mag vielleicht angenehm sein, dass man im Krankenhaus nicht im einem Mehrbettzimmer liegen muss. Aber es gibt viele andere wichtige Eckdaten, die einen Tarif wirklich erst lohnenswert machen.

  • Sehhilfen:

Einige Tarife sehen die Erstattung der Kosten für Kontaktlinsen, Brillen und Laserbehandlungen vor. Andere Tarife hingegen nicht. Hier muss jeder selbst entscheiden, ob das für ihn wichtig ist oder nicht und entsprechende Klauseln im Tarif berücksichtigen lassen.

  • Wechselmöglichkeiten:

Damit der Versicherte während der Laufzeit des Vertrages möglichst flexibel agieren kann, lohnt es, auf die Wechselmöglichkeiten innerhalb des Tarifs zu achten. Das ist besonders dann wichtig, wenn der Versicherte sich für einen geringen Leistungsumfang entschieden hat.

Im Rahmen der Wechselmöglichkeiten sichert die Krankenversicherung das Recht zu, den Versicherungsschutz auszubauen oder den Selbstbehalt anzupassen. In der Regel wird der Selbstbehalt dann reduziert. Diese Maßnahmen sollten möglich sein, ohne die sonst übliche Gesundheitsprüfung oder ohne eine lange Wartezeit.

Wird ein Verlassen der privaten Krankenversicherung geplant, lohnt ein Tarif, bei dem die Vollversicherung innerhalb der privaten Versicherung in eine private Zusatzversicherung umgewandelt wird. So kann sichergestellt werden, dass bereits angesammelte Altersrückstellungen nicht verloren gehen und zumindest bei der Zusatzversicherung berücksichtigt werden.

  • Familienleistung:

Ist die Familienplanung noch nicht abgeschlossen, müssen Familienleistungen im Tarif berücksichtigt werden. Nicht alle Tarife enthalten die Pränataldiagnostik und auch nicht die künstliche Befruchtung. Auch müssen die Beiträge während der Elternzeit in vielen Tarifen weiter bezahlt werden. Und Neugeborene sind ohne Gesundheitsprüfung automatisch privat krankenversichert.

  • Selbstbehalt/Beitragsrückerstattung:

Wer sich für eine Selbstbeteiligung entscheidet, reduziert die monatlichen Beiträge zur privaten Versicherung. Wer nur sehr selten zum Arzt geht, kann an dieser Stelle zuerst einmal sparen. Damit die Preise aber ehrlich betrachtet werden können, sollte der Selbstbehalt zuerst einmal in den Beitrag einberechnet werden.

Außerdem muss immer berücksichtigt werden, dass eine hohe Selbstbeteiligung sich nur dann verringern lässt, wenn eine Gesundheitsprüfung erfolgt ist. Mit einem zunehmenden Alter kann eine hohe Selbstbeteiligung also nur noch sehr schwer wieder abgebaut werden.

Eine hohe Selbstbeteiligung lohnt sich für Selbständige mehr als für Angestellte. Bei den Angestellten zahlt der Arbeitgeber die Hälfte des Beitrages. Selbständige müssen den kompletten Beitrag bezahlen. Berücksichtigt werden muss auch, dass es in einigen Fällen nur in Teilbereichen der Versicherung eine Selbstbeteiligung gibt. Beispielsweise bei Zahnbehandlungen.

Eine Beitragsrückerstattung darf für die Tarifwahl nicht ausschlaggebend sein. Die Höhe der Rückerstattung hängt immer vom erwirtschaften Überschuss ab. Sie kann oft sehr niedrig ausfallen. Wenn man sich für einen Tarif entscheidet, weil es dort eine Beitragsrückerstattung gibt, und dafür auf andere Leistungen verzichtet, kann sich das als schlechte Entscheidung herausstellen.

  • Beitragsentlastung:

Damit der Versicherte im Alter entlastet werden kann, bieten viele private Versicherungen einen sogenannten Beitragsentlastungstarif an. Für den Versicherten bedeutet das, dass zusätzlich zu den Beiträgen ein Betrag an die private Krankenversicherung überwiesen wird, der für das Alter angespart wird, zusätzlich zu den Altersrückstellungen, die in den Beiträgen schon enthalten sind.

Die Beiträge starten dabei bei ca. 100 Euro pro Monat. Das Geld wird dann in der Regel in eine Lebensversicherung investiert. Im 66. Lebensjahr wird die Lebensversicherung dann genutzt, um die monatlichen Beiträge stabil zu halten.

Berücksichtigt werden muss unbedingt, dass der Betrag für die Beitragsentlastung auch im Alter gezahlt werden muss. Er wird also nicht irgendwann verschwinden, sondern muss über die gesamte Versicherungszeit gezahlt werden. Für viele Versicherte ist es da besser, wenn sie ihr Geld selbst zurücklegen, als diese Beitragsentlastung über die Krankenversicherung zu nutzen.

3. Schritt: Tarife mit großem Leistungsspektrum

Wenn Sie jetzt so weit sind und sich überlegt haben, welche Leistungen Sie brauchen und worauf Sie wirklich Wert legen, dann haben Sie einen sehr wichtigen Schritt getan. Doch jetzt kommt das große ABER:Sie werden bei Ihren Recherchen nämlich feststellen, dass es wahrscheinlich keinen Tarif geben wird, der alle Ihre gewünschten Leistungen berücksichtigt.

Sie müssen also abwägen und vergleichen und sich entscheiden, welche Leistungen für Sie im Paket wirklich sinnvoll sind. Worauf können Sie nicht verzichten? Und welche Tarife bieten sich dann am ehesten an? In der Regel bleibt dann am Ende ein Tarif übrig, der in gewisser Weise ein Kompromiss ist, aber am besten Ihre Wünsche aufgreift.

Schauen Sie sich auch in Ruhe unsere Bewertungskriterien für PKV-Leistungen, anhand ausgewählter Leistungsbereiche und deren Abdeckung, für die Auswahl des passenden Leistungsspektrums an.

Vergleichen Sie immer vor Abschluss eines Tarifs die angebotenen Leistungen mit Ihrem gewünschten Leistungsspektrum und schauen Sie, welche besonders guten Leistungen und welche Einschränkungen gegeben sind. In der Regel hilft Ihnen unsere Liste bei der Auswahl des passenden Tarifs und zeigt Ihnen, wo Sie was erwarten können. So sollte Ihre Auswahl deutlich leichter fallen und Sie werden schneller eine Entscheidung zur passenden privaten Krankenversicherung treffen können.

4. Schritt: Stabiles Unternehmen aussuchen

Medikamente gezahlt von Private KrankenversicherungDie passenden Leistungen auszuwählen ist wichtig. Denn nur sie garantieren, dass im Bedarfsfall keine Kosten entstehen, die nicht einkalkuliert wurden. Zum anderen ist wichtig, dass keine Überversicherung stattfindet. Auch das kann bei einer privaten Krankenversicherung durchaus passieren.

Es ist wichtig und sinnvoll, ein Unternehmen auszuwählen, das stabile Finanzen vorweisen kann. Wenn Sie eine private Krankenversicherung abschließen, binden Sie sich vielleicht für 50 Jahre oder länger an die Versicherungsgesellschaft. Es ist wichtig, dass Sie sich für jemanden entscheiden, dem Sie vertrauen, der sich stabil am Markt präsentiert und dessen Unternehmenspolitik Sie auch mittragen.

So kann der richtige Tarif gefunden werden

Unsere Marktübersicht liefert eine aussagekräftige Orientierung, die die Suche nach dem richtigen Versicherungsschutz erleichtert. Mit den genannten Tarifen können Sie generell nichts falsch machen, sondern erhalten einen umfassenden und guten Schutz.

Trotz allem müssen Sie Arbeit investieren und sich unbedingt mit den Versicherungsbedingungen der jeweiligen Tarife auseinandersetzen. Nutzen Sie dafür die passenden Tarife aus unserem Marktüberblick und schauen Sie sich die Details in Ruhe an. Im besten Fall aber nicht alleine.

Ein Versicherungsberater oder ein Versicherungsmakler kann Ihnen bei der Auswahl des passenden Tarifs zur Seite stehen. Es kann sein, dass das eine Angebot besser zu Ihnen passt als das andere. Man selbst hat oftmals gar nicht den genauen Überblick und weiß gar nicht, welche Krankheiten und Versicherungsfälle alles eintreten können.

Besonders dann, wenn man noch jung ist, denkt man nicht gerne ans Alter. Aber genau das ist das Entscheidende bei einer privaten Krankenversicherung. Sie klebt wie Pattex an einem und lässt sich nicht einfach abschütteln. Da ist es wichtig, jetzt auch schon an die Zukunft zu denken und den Tarif entsprechend auszurichten. Das kann ein Versicherungsberater oder ein Makler für Sie erledigen.

Planen Sie für eine solche Beratung etwa zwei oder drei Stunden ein. Hier gilt es nicht nur, den optimalen Tarif zu finden. Es geht auch darum, sich mit den jeweiligen Bedingungen auseinanderzusetzen.

Praxis-Tipp: Entscheiden Sie sich nicht für einen Berater, der für eine spezielle Versicherung arbeitet. Suchen Sie einen unabhängigen Berater.

Als Privatversicherter müssen Sie in Vorleistung gehen

Wenn Sie privat krankenversichert sind und zum Arzt gehen, müssen Sie in der Regel zuerst einmal die Rechnung vom Arzt selbst bezahlen. Anders als bei der gesetzlichen Krankenkasse schließen Sie einen direkten Behandlungsvertrag mit dem Arzt ab. Sie bekommen erst im Anschluss die Kosten von Ihrer Krankenversicherung zurückerstattet.

Bei einer stationären Behandlung werden die Kosten allerdings direkt über die Chipkarte abgerechnet. Nur die Kosten für eine Chefarztbehandlung werden zuerst dem Patienten direkt in Rechnung gestellt. Aber diese Kosten können je nach Tarif dann auch über die Krankenversicherung zurückgefordert werden.

Bei der Abrechnung einer solchen Kostenübersicht kann es schnell zum Streit kommen. Es passiert nicht selten, dass Behandlungsmethoden in Rechnung stellen, die von der Versicherung nicht bezahlt werden. Der Patient und Versicherte bleibt dann auf den Kosten sitzen.

Als Privatversicherter müssen Sie daher immer bereit sein, sich mit dem Leistungsumfang, den Sie gewählt haben, zu beschäftigen. So vermeiden Sie unnötige Kosten, die Ihnen am Ende des Tages vielleicht teuer zu stehen kommen.

Praxis-Tipp: Prüfen Sie bei jedem Arzttermin genau, ob die vom Arzt vorgeschlagenen Maßnahmen auch in Ihrem Leistungspaket enthalten sind.

Achten Sie beim Abschluss Ihrer Versicherung auch darauf, dass alle Versicherungsbedingungen klar formuliert sind. Lassen Sie sich nicht auf schwammige Formulierungen ein. Das bringt immer Streit mit der Versicherung. Jede Versicherungsleistung muss klar definiert und abgegrenzt sein. Ansonsten landen sie schnell vor Gericht und benötigen vielleicht zusätzlich noch eine Rechtsschutzversicherung.

Zusatzversicherungen zur gesetzlichen Krankenversicherung

Die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung sind im Leistungskatalog zum größten Teil festgelegt. Trotz allem gibt es Unterschiede zwischen den gesetzlichen Krankenkassen. Diese Unterschiede werden oftmals mit den Zusatzbeiträgen kenntlich gemacht.

Wie hoch der Zusatzbeitrag ist, wird von der gesetzlichen Krankenkasse festgelegt. Zum anderen hat der gesetzlich Versicherte die Möglichkeit, über eine private Krankenzusatzversicherung zusätzliche Leistungen in Anspruch zu nehmen.

Es ist möglich, zum Beispiel Homöopathie, Sportprogramme oder Reiseimpfungen über die Zusatzversicherung abzusichern. Auch Zahnersatz oder Krankenhaustagegeld sind über die private Krankenversicherung möglich. Auch dann, wenn eine gesetzliche Versicherung gegeben ist.

Tarifwechsel, wenn die private Versicherung zu teuer wird

Kann sich der Privatversicherte die Beiträge zur Krankenversicherung nicht mehr leisten, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die Kosten zu senken. Ein Wechsel innerhalb der Krankenversicherung im Bereich der Tarife ist meistens die beste Lösung.

Bietet dieser Wechsel keine konkrete Hilfe an, kann auch ein Wechsel der Versicherungsgesellschaft erfolgen. Und zu guter Letzt ist es möglich, dass der Versicherte in den Standard- oder Basistarif wechselt. Dann sind die Leistungen der Krankenversicherung aber besonders niedrig.

Kriterien für die private Krankenversicherung

Unsere Vorgehensweise: Werden die Beiträge der privaten Krankenversicherung mit den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung verglichen, lässt sich feststellen, dass es einige Tarife gibt, in denen die Grundsicherung bei der privaten Krankenversicherung geringer ist als bei der gesetzlichen Krankenversicherung.

Hände halten Hand für Schutz durch Private Krankenversicherung

Andersherum bietet die private Krankenversicherung Leistungen, die in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht verankert sind. Beispielsweise die Chefarztbehandlung oder die Unterbringung im Einzelzimmer. Keiner der Tarife bietet einen Rundumschutz, der alle gewünschten Leistung abdeckt.

Es muss immer ein Kompromiss eingegangen werden, der von Verzicht geprägt ist und der klar definiert, was wirklich wichtig ist. Es ist uns aus diesem Grund daher nicht möglich, eine feste Empfehlung auszusprechen. Denn es gibt keine Versicherung, die auf alle Verbraucher passt.

Wir möchten Ihnen lediglich eine Marktübersicht bieten und Ihnen zeigen, welche Optionen Sie im Bereich der privaten Krankenversicherung haben. Wir wollen Ihnen bei der Auswahl helfen und möchten Ihnen wichtige Kriterien an die Hand geben, die für Sie rund um die private Krankenversicherung wichtig sind.

Mit diesen Leistungen sollten Sie im Regelfall ein Leben lang gut abgesichert sein. Beim Leistungsspektrum haben wir uns an der gesetzlichen Krankenversicherung orientiert. Der Kriterienkatalog erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Bewertungskriterien für PKV-Leistungen

LeistungsbereichVersorgung
Arztgebührenambulant: mind. bis zum Höchstsatz GOÄ, stationär: mind. über Höchstsatz GOÄ hinaus, Zahnarzt: mind. Höchstsatz GOÄ
Arztwahlfreie Arztwahl ohne Primärarztprinzip, gemischte Anstalten mindestens in Notfällen versichert, privatärztliche Behandlung auf Station ist versichert (Chefarztbehandlung), Kurortklausel entfällt
HeilmittelLogopädie/Ergotherapie/Physiotherapie sowie ergänzend Therapeuten/Heilsberufe, Podologie bei Diabetes
Hilfsmitteloffene Formulierung von Körperersatzstücken, Krankenfahrstühlen, lebenswichtigen und orthopädischen Hilfsmitteln (Miete ausreichend)
Medikamente u.Ä.keine Begrenzung der Erstattung auf Generika, Nährmittel zu enteralen und parenteralen Ernährung mitversichert
Palliativ/Hospizmind. stationäre Hospizversorgung grundsätzlich mitversichert
Psychotherapieambulant: mind. 50 Sitzungen, stationär: keine Begrenzung der Dauer
Reha/Anschlussheilbehandlung/Kurmind. AHB nach stationärem Aufenthalt generell mitversichert
Schutzimpfungenmind. gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko)
Selbstbeteiligunggemäß Einkommen und Versorgunsanspruch, um die 500 € p.a.
Stationäre Leistungenmind. Zweitbettzimmer
Transportkostenambulant: mindestens zu Dialyse, Chemo- und Strahlentherapie, Notfälle und Erstversorgung nach Unfall; stationär: alle Transportmitteln enthalten
Vorsorgemind. im Umfang der gesetzlichen Regelungen
Zahnversorgungkeine Begrenzung bei Unfall

Quelle: Eigene Angaben. Der Kriterienkatalog erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Wie berechnet sich der Beitrag?

Die Höhe des zu zahlenden Beitrags in der privaten Krankenversicherung hängt von den folgenden 4 Faktoren eines Antragstellers ab:

    1. Einrittsalter

Das Ziel in der privaten Krankenversicherung ist, dass jeder die von ihm verursachten Kosten für medizinische Versorgung im Laufe der gesamten Versicherungsdauer durch seine Beiträge anspart.

Die Krankenversicherung ist bis zum statistisch wahrscheinlichen Lebensende kalkuliert. Je jünger jemand beim Abschluss einer privaten Krankenversicherung ist, desto länger hat er Zeit, um den kalkulierten Betrag zu erreichen und daraus folgt: Je jünger das Eintrittsalter, desto geringer der Beitrag.

    2. Geschlecht

Die Tarife werden für Männer und Frauen jeweils unterschiedlich kalkuliert. Eine Krankenversicherung hat man bis zu seinem Lebensende und aufgrund der höheren Lebenserwartungen von Frauen, ist der Krankenversicherer länger im Kostenrisiko.

Das führt zu höheren Beiträgen. Aufgrund des AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz) werden die Schwangerschafts- und Entbindungskosten auf die Beiträge von Männern und Frauen gleichermaßen verteilt.

    3. Leistungsumfang

Je umfassender der gewählte Versicherungsschutz ist, desto höher ist der dafür zu zahlende Beitrag.

    4. Gesundheitszustand

Hierbei handelt es sich um das objektive Risiko, dass eine Person mitbringt. Eine Risikoeinschätzung erfolgt durch die Risikoprüfung mithilfe der Antworten auf die Gesundheitsfragen im Antragsformular. Sind dort keine Auffälligkeiten festzustellen, kann der Antrag angenommen werden.

In anderen Fällen erfolgt eine Anfrage zu einer Diagnose beim behandelnden Arzt. Erhöhen Vorerkrankungen das objektive Risiko des Versicherers, erfolgt die Vereinbarung eines Risikozuschlags.

Reicht ein Risikozuschlag nicht aus, kann der Versicherer auch einen Leistungsverzicht anbieten. Ist der Versicherer nicht in der Lage Versicherungsschutz zu bieten, erfolgt die Ablehnung des Antrags.

Wichtige Fragen – kurz beantwortet

Wie viel kostet eine private Krankenversicherung?
Für Beamte ist die private Krankenversicherung relativ günstig. Sie bezahlen der Regel etwa 150 Euro pro Monat. Angestellte erhalten einen Versicherungstarif ab etwa 200 Euro pro Monat. Die Einsteigertarife für Selbständige und Freiberufler beginnen bei rund 300 Euro pro Monat.
Ist die private Krankenversicherung Pflicht?
In Deutschland gilt eine Versicherungspflicht bei der Krankenversicherung. Allerdings keine private Versicherungspflicht. Seit 2009 ist die sogenannte allgemeine Pflicht zur Versicherung in Deutschland gesetzlich geregelt. Das bedeutet, dass jede Person, die in Deutschland einen Wohnsitz hat, auch eine Krankenversicherung haben muss.
Wann kann ich in die private Krankenversicherung wechseln?
Ein Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung ist für die meisten Verbraucher relativ einfach. Lediglich bei Arbeitnehmern muss darauf geachtet werden, dass ein Mindest-Bruttoeinkommen vorhanden ist. Die privaten Krankenversicherungen nehmen somit nicht jeden Interessierten auf. Für Beamte ist der Wechsel in die private Krankenversicherung hingegen zu jederzeit möglich.
Was ist die Selbstbeteiligung bei privater Krankenversicherung?
Die meisten privaten Krankenversicherungen bieten ihren Versicherungsnehmern die Möglichkeit an, eine Selbstbeteiligung oder einen Selbstbehalt zu vereinbaren. Selbstbeteiligung bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Versicherungsnehmer einen im Voraus festgelegten Betrag der Kosten im Krankheitsfall selbst bezahlen muss. Die Selbstbeteiligung wird jährlich berechnet.
Was ist die Beihilfe bei Beamten?
Beamten ist es erlaubt, eine finanzielle Unterstützung in Krankheitsfällen, Geburtsfällen, Pflegefällen und Todesfällen in Form einer Beihilfe in Anspruch zu nehmen. Gleiches gilt für Soldaten und Berufsrichter. Außerdem die Kinder sowie Ehepartner der Beihilfeberechtigten, soweit diese nicht eigenständig sozialversicherungspflichtig sind.
Wie teuer ist eine private Krankenversicherung für Selbständige?
Verdient der Selbständige nur ein geringes Einkommen, gilt die sogenannte Mindestbemessungsgrundlage von 2.231,25 Euro pro Monat. Dies entspricht einem monatlichen Mindestbeitrag von rund 400 Euro. Bei der gesetzlichen Krankenkasse werden für die Bemessung der Beitragsgrenzen alle Einkommensarten berücksichtigt.
Ist man verpflichtet krankenversichert zu sein?
Alle Menschen, die in Deutschland einen festen Wohnsitz haben, müssen per Gesetz krankenversichert sein. Sie haben die Wahl, ob sie in die gesetzliche Krankenversicherung oder in die private Krankenversicherung gehen.
Kann ich gesetzlich und privat versichert sein?
Beide Versicherungsmöglichkeiten parallel funktionieren nicht. Man ist entweder gesetzlich versichert oder privat versichert. Der Wechsel von der gesetzlichen Versicherung in die private Versicherung ist relativ einfach. Der Wechsel von der privaten Krankenversicherung in die gesetzliche Krankenversicherung hingegen nicht. Es gibt nur eine Ausnahme: Wer gesetzlich versichert ist, kann einige Zusatzleistungen wie eine Zahnzusatzversicherung zusätzlich privat abschließen.
Kann ich die private Krankenversicherung kündigen?
Die Kündigung der privaten Krankenversicherung ist zum Ende eines Versicherungsjahres möglich. Dafür muss eine Frist von drei Monaten eingehalten werden. Wurde bei Beginn der Versicherung eine Mindestvertragsdauer festgeschrieben, kann vor deren Ablauf nicht gekündigt werden. Ein Sonderkündigungsrecht tritt dann ein, wenn eine Beitragserhöhung angekündigt wird.

Hier beginnen nun die Praxistipps zur Findung eines geeigneten Anbieters:

Die beste Vorgehensweise

  • Bei der privaten Krankenversicherung gibt es unterschiedliche Tarife. Günstige Angebote bieten in der Regel weniger Leistungen. Je nach gewähltem Tarif kann eine GKV sogar mehr bieten.
  • Prüfen Sie genau, ob sie sich die private Krankenversicherung auch über einen langen Zeitraum, besonders im Alter, leisten können.
  • Überprüfen Sie, welcher Leistungsumfang für Sie konkret geeignet ist. Dafür haben wir in unserem Ratgeber weiter oben auf der Seite die wichtigsten Tarifmerkmale und Leistungen näher aufgeführt.
  • Entscheiden Sie sich für ein solides Versicherungsunternehmen. Das sorgt dafür, dass Sie gute Chancen auf einen stabilen Beitrag haben.
  • Nutzen Sie bei Unsicherheiten einen Makler, der mit Ihnen gemeinsam den passenden Tarif aussucht oder offene Fragen bespricht.
  • Einen Marktüberblick und das passende Angebot können Sie auch über einen Vergleichsrechner finden.

Der Vergleichsrechner PKV

Finden Sie jetzt die für Sie optimal passende private Krankenversicherung, indem Sie die Angebote aller Anbieter über unseren Vergleichsrechner bewerten.