Sterbegeldversicherung

Aktualisiert: 13. Januar 2020 | Redaktion
Das Wichtigste auf einen Blick

  • Mit einer Sterbegeldversicherung schließt der Verbraucher eine Kapitallebensversicherung mit geringer Versicherungssumme ab.
  • Bei einem Abschluss ab einem Alter von 50 Jahren zahlt der Versicherungsnehmer mehr ein als die Sterbegeldversicherung ausbezahlt.
  • Je älter Sie sind, umso mehr lohnt sich eine andere Geldanlagefrom, die Sie selbst vornehmen.
  • Da die Versicherungssumme als Vorsorge bei der Bestattung gilt, ist sie vor dem Sozialamt geschützt.

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Oftmals kommen Gedanken, was denn passiert, wenn ein Angehöriger oder man selbst verstirbt. Meist entstehen diese Überlegungen nach einem einschneidenden Erlebnis. Viele möchten den Kindern die Sorge abnehmen, denn die Kosten für eine Bestattung sind hoch. Das ist oft der Grund, warum eine Sterbegeldversicherung abgeschlossen wird.

Aus der Nutzung einer Sterbegeldversicherung ergibt sich eine Lebensversicherung

Der Tod trifft alle Menschen. Deshalb steht am Ende des Lebens stets eine Bestattung an, die oft mit hohen Kosten verbunden ist. Normalerweise werden die Erben zur Kasse gebeten. Betrachtet man sich die Ergebnisse von Verbraucherzentralen, so kostet eine Bestattung im Durchschnitt zwischen 6.000 – 8.000 Euro. Diese Summe kann sich ändern, je nachdem wo man wohnt und welche Kosten in der Friedhofssatzung, der jeweiligen Gemeinde oder Stadt stehen. Mit einer Sterbegeldversicherung übernimmt diese Kosten und entlastet somit die Erben.

Man kann eine Sterbegeldversicherung als Kapitallebensversicherung betrachten. Allerdings werden meistens nur kleinere Summen eingezahlt. Die Höhe einer Sterbegeldversicherung könnte aber durchaus auf 10.000 Euro festgeschrieben werden. Wenn der Versicherte verstirbt, so bezahlt der Versicherer die festgelegte Summe und eventuelle Überschüsse an die Erben aus. Es können aber auch andere Personen im Vertrag stehen.

Praxis-Tipp: Die Versicherungssumme muss in der Höhe die zu erwartenden Kosten abdecken.

Die Laufzeit ist aber begrenzt. Normalerweise ist die Zahlung der Beiträge mit 65 Jahren oder 85 Jahren beendet. Dabei liegt das Anfangsalter da zugrunde. Der Versicherungsschutz gilt bis zum Ende des Lebens. Verstirbt der Versicherer während der noch laufenden Beitragszahlung, so zahlt die Versicherung ebenfalls.

Normalerweise wird eine Gesundheitsprüfung, vor dem Abschluss einer entsprechenden Versicherung, vorgenommen. Damit kann der Versicherer ein eventuelles Risiko besser einschätzen. Die Folge davon wird sich an der Beitragshöhe zeigen. Man kann aber diese Versicherung auch ohne Gesundheitscheck abschließen. Dann aber müssen Versicherte eine längere Wartezeit erfüllen. Es gibt auch Versicherer, die erst bezahlen, wenn der Versicherte wenigstens 12 Monate nach dem Unterschreiben des Vertrages, noch gelebt hat. Es kann sogar eine Wartezeit von drei Jahren vorliegen.

Sollte der Versicherte jedoch vor dieser Wartezeit ums Leben kommen sollte, dann wird der Anbieter unter Umständen, nur die bis dahin gezahlten Beiträge entrichten. Bei einem Unfall mit Todesfolge kann die Karenzzeit entfallen. Es gibt Versicherer, die dann sogar die Summe der Versicherung verdoppeln. Auf der anderen Seite gibt es Versicherer nur bei einem Freitod bezahlen, wenn der Vertrag 2 oder 3 Jahre besteht.

Rechtzeitige Vorkehrungen treffen: Nicht nur die Frage, wer die Bestattungskosten bezahlt ist wichtig, es sollte auch der Nachlass geregelt werden. Gerade dann, wenn eine schwere Erkrankung vorliegt. Sinnvoll ist dabei das Verfassen eines Testamentes oder einer Patientenverfügung. Eine Vorsorgevollmacht sollte ebenfalls hinterlegt werden.

Sterbekassen gegen Lebensversicherungen

Eine Sterbegeldversicherung kann bei einem Anbieter von Lebensversicherungen aufgenommen werden oder bei einer der 35 Sterbekassen. Wenn der Police eine Lebensversicherung zugrunde legt, so muss ein Garantiezins aus dem Jahr 2016 über 1,25 % kalkuliert werden. Sollte die Versicherung solvent werden, dann tritt der Sicherungsfonds Protektor auf.

Sterbekassen müssen dabei keine Berücksichtigung eines garantierten Zins beachten. Der Zinssatz dieser Policen legt die Bafin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) fest. Der Zins hierfür beträgt auch 1,25 %. Allerdings gibt es bei den Sterbekassen kein sogenanntes Sicherungsnetz. Sollte hier eine Insolvenz auftreten, könnten die Leistungen gekürzt werden.

Die Kosten der Sterbegeldversicherung reduzieren – aber wie?

Es wird geraten, nur die Risiken zu versichern, die teuer sind und die man nicht so gut bezahlen kann. Wichtig ist es aber, dass unter das Risiko nicht die Beerdigungskosten fallen sollten. Ein Erbe sollte ausreichen, damit eine würdevolle Beerdigung bezahlt werden kann.

Sterbegeldversicherungen sind nicht günstig. Auch hier besteht das Problem von hohen Abschluss- und Verwaltungskosten bei einem zur Zeit sehr niedrigen Zinssatz. Es gibt nur wenige Fälle, wo Versicherer mehr aus einer Police erhalten, als sie einbezahlt haben.

Wer sich entscheidet und eine Sterbegeldversicherung in jüngeren Jahren (spätestens vor dem 50. Lebensjahr) eingeht, der muss im Mittel nicht mehr als 15-25 Euro im Monat bezahlen. Eine Gesundheitsprüfung in jungen Jahre durchgeführt, wirkt sich am Positivsten aus. Die Prämie wird deutlich günstiger. Je älter, desto teurer wird der Beitrag sein.

Wer früh eine Versicherung abschließt, der erhält meist mehr Geld von der Versicherung, als er einbezahlt hat. Wird die Versicherung beispielsweise erst mit 50 Jahren abgeschlossen, so kann am Ende ein Minus erwartet werden. Ab 60 Jahren wird fast immer drauf bezahlt.

Wird Geld selbst angelegt, hat dabei einen größeren Profit, gerade dann, wenn er älter ist. Wer sich für ein Festgeldkonto entscheidet, der hat nach 71 Jahren mehr Geld angespart, als die Leistung der Versicherer. Werden Versicherte dann älter, dürfen sie mehr Zinsen erwarten. Diese können dann, wie die komplette Sparsumme, frei genutzt werden.

Vorteile einer Sterbegeldversicherung

Trotz zu viel gezahlter Beiträge und aller Kosten, bietet die Sterbegeldversicherung zwei Vorteile. So haben Versicherte bereits nach einer kurzen Wartezeit eine greifende Versicherung. Auch wenn noch nicht die Gesamtsumme entrichtet wurde, wird der Versicherer beim Tod des Versicherten die vereinbarte Summe bezahlen.

Das Geld aus der Versicherung kann als zweckgebundene Bestattungsvorsorge gesehen werden. Allerdings nur, wenn die Auszahlung bei Tod erfolgt und die Versicherungssumme angemessen ist. Das Sozialamt hat kann auf die Police und deren Kapital nicht zugreifen. Bezieht der Versicherte Hartz IV oder hat er eine Pflegeunterstzützung, muss die Police nicht kündigen. Im Gegenteil: Laut aktueller Urteilssprechung muss das Amt die Beiträge zu einer angemessenen Sterbegeldversicherung zahlen. (Urteil vom 24. November 2015, Sozialgericht Karlsruhe, Az. S 4 SO 370/14).

Gibt es Alternativen?

Vorsorgevertrag

Man kann mit einem Bestatter einen Vorsorgevertrag abschließen. Die festgelegte Summe kann auf ein Treuhandkonto gelegt werden. Das Geld wird bei entsprechenden Verbänden oder Einrichtungen als zweckbestimmte Bestattungsvorsorge hinterlegt. Eine Möglichkeit hierfür ist der Bundesverband der Deutschen Bestatter.

Ist der Betrag angemessen, kann das Sozialamt darauf nicht zugreifen. Siehe Bundessozialgericht, Urteil vom 18. März 2008, Az. B (7)b SO 9/06 R.
Was als angemessen gesehen wird, ist abhängig vom Bestattungsort, dem Wohnort und dem Verstorbenen. Es handelt sich dabei um eine individuelle Einschätzung, wobei Geldbeträge zwischen 3.000 bis 11.500 Euro keine Probleme bereiten.

Sparkonto

Es bietet sich aber auch die Möglichkeit Geld für seine Beerdigung auf ein Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto anzulegen. Der Vorteil bei diesem Vorhaben ist, dass immer auf das Geld zurückgegriffen werden kann. Damit nicht die Gefahr besteht, das Geld anzugreifen, kann das Konto mit einem Sperrvermerk versehen werden. Dann hat nur der Erbe Zugriff auf dieses Konto, sofern er die Nachweise des Bestatters nachweist.

Lebensversicherung/Risikolebensversicherung

Es gibt Menschen die schon eine Alternative zu einer Sterbegeldversicherung haben. Wurde eine Lebensversicherung, Risikolebensversicherung oder Unfallversicherung abgeschlossen, so besteht Versicherungsschutz. Tritt der Tod ein, bekommen die Angehörigen bei diesen Versicherungen die festgelegte Summe ausbezahlt.

Praxis-Tipp: Jüngere Versicherungsnehmer können so eine Risikolebensversicherung als Vorsorge nutzen.

Auf jeden Fall ist die Risikolebensversicherung günstiger als die Sterbegeldversicherung. Oft ist es so, wenn der Versicherungsschutz der Risikolebensversicherung beendet ist, bestehen entsprechende Bestattungsrücklagen.

Beiträge können nicht mehr bezahlt werden – was tun?

Werden die Beiträge untragbar, so sollten Versicherte genau hinschauen. Meistens ist der Rückkaufswert einer Police niedrig. Deshalb sollte durchgerechnet werden, wo mehr Geld verloren wird, bei einer Kündigung oder bei einer Erhaltung. Eventuell kann eine Versicherung auch freigestellt werden.

Was muss im Todesfall gemacht werden?

Wenn der Versicherte verstirbt, muss der Tod dem Versicherer sofort mitgeteilt werden. Damit die Assekuranz auch greift, werden verschiedene Urkunden verlangt. Das kann eine Sterbeurkunde sein, der Versicherungsschein und bei einem Unfalltod, den Unfallhergang.

Wichtige Fragen – kurz beantwortet

Wann und für wen ist eine Sterbegeldversicherung sinnvoll?
Eine Sterbegeldversicherung ist eine Form einer Kapitallebensversicherung. Allerdings wird mit einer Sterbegeldversicherung nicht für das Alter gespart, sondern lediglich die Versicherungssumme. Die wird dann an die Begünstigten bei Tod des Versicherten ausbezahlt.
Gilt eine Sterbeversicherung als Erbmasse?
Eine Sterbegeldversicherung ist kein Bestandteil der Erbmasse, genau wie eine Lebensversicherung auch nicht. So kann das Erbe ausgeschlagen werden, es besteht aber doch Anspruch auf das Sterbegeld.
Kann man eine Sterbegeldversicherung pfänden?
Eine Sterbegeldversicherung kann gepfändet werden. wenn der Rückkaufswert 3.579,00 Euro beträgt bzw. übersteigt. Die Versicherungssumme bis 3.579,00 Euro ist unpfändbar.
Wie viel kostet eine Beerdigung?
Die günstigste und anonyme Feuerbestattung beträgt 2.000 Euro. Eine gehobene Erdbestattung schlägt mit 35.000 Euro und mehr zu Buche.

Hier beginnen nun die Praxistipps zur Findung eines geeigneten Anbieters:

Die beste Vorgehensweise

  • Bevor Sie sich für eine Sterbegeldversicherung entscheiden, sollten Sie prüfen, ob es keine besseren Varianten gibt.
  • Das Geld für die Bestattung sollten Sie so anlegen, dass am Ende der Laufzeit ein Gewinn erwirtschaftet wurde. Darüber hinaus könnte das Konto mit einem Sperrvermerk versehen werden.
  • Sie können aber auch auf ein Treuhandkonto mit Vorsorgevertrag einzahlen. Auch dabei wird das Geld für die Bestattungsvorsorge vorgesehen.
  • Mit dem von uns empfohlenen Sterbegeldrechner finden Sie die besten Angebote für Ihre individuellen Bedürfnisse.

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