Kapitallebensversicherung

Aktualisiert: 01. Dezember 2019 | Redaktion
Das Wichtigste auf einen Blick
Kapitallebensversicherung mit nur geringem Nutzen bei der Altersvorsorge?

  • Die Kapitallebensversicherung dient der Kapitalbildung fürs Alter, aber auch zur Absicherung von Hinterbliebenen im Todesfall.
  • Die Verträge können ganz unterschiedliche Laufzeiten haben. Es empfehlen sich aber Laufzeiten zwischen 20 und 30 Jahren, um den monatlichen Betrag niedrig zu halten.
  • Häufig werden diese mit einer Berufsunfähigkeitspolice kombiniert.
  • Eine vorzeitige Kündigung ist im Regelfall ein Verlustgeschäft.

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In unserem Ratgeber “Wissenswertes”

Bis vor zehn Jahren waren Kapitallebensversicherungen ein fester Bestandteil in der Altersvorsorge vieler Menschen und genossen einen guten Ruf. Sie konnten sogar als Sicherheit für einen Kredit dienen oder waren ein Bestandteil zur Finanzierung von Immobilien, da ihre Gewinne als sicher und beständig galten.

Heute raten viele Experten ihren Anlegern davon ab, eine Kapitallebensversicherung abzuschließen. Die Verzinsung dieser Kapitalanlage ist durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank seit der letzten Bankenkrise derart gering, dass sie teilweise unter der Inflationsrate in Deutschland liegen.

Das kann bedeuten, wer in eine Kapitallebensversicherung investiert, kann mehr Geld durch den Wertverlust des Geldes verlieren als ihm die Zinsen einbringen. Das ist ein harter Kritikpunkt, entspricht aber leider den Fakten.

Die Kapitallebensversicherung – ein Auslaufmodell?

Trotz der geringen Verzinsung von Lebens- oder privaten Rentenversicherungen, wie die Kapitallebensversicherungen auch genannt werden, stehen sie bei zahlreichen Anlageberatern noch immer im Angebot und werden empfohlen. So wurden im Jahr 2017 tatsächlich noch 2,5 Millionen neue Verträge dieser Geldanlage-Policen neu abgeschlossen.

Darunter waren sogar noch mehr als 300.000 fondgebundene Verträge, während der Rest als klassischen Police verkauft wurde. Aufgrund ihres guten Rufes aus früheren Zeiten gelten sie immer noch für viele Anleger als sichere Lösung für die Altersvorsorge. Aber es gibt trotz der negativen Verzinsung auch noch Menschen, die ihr Geld auf einem Sparbuch anlegen. Dies lässt sich nur mit der völligen Unkenntnis der Sparer über die Situation erklären.

Bunte Regenschirme als Sinnbild für Kapitallebensversicherung

Es gibt jedoch einen triftigen Grund für den Abschluss einer Kapitallebensversicherung, der sich aber weniger auf die Versicherung als Anlageform bezieht. Immerhin zahlt eine Kapitallebensversicherung im Todesfall des Versicherten die festgesetzte Summe sofort aus. Sie dient in diesem Fall nicht der Altersvorsorge, sondern dient der Versorgung der Angehörigen im Todesfall.

Da sie als Absicherung gedacht ist, spielt die geringe Verzinsung und der geringe Kapitalertrag auch nur eine untergeordnete Rolle. Zusätzlich besteht auch noch die Möglichkeit, eine Kapitallebensversicherung später als Rentenversicherung auszuzahlen, wobei das angesparte Kapital in monatlichen Zahlungen als eine Art Zusatzrente zurückgeführt wird.

Wie funktioniert eine Kapitallebensversicherung?

Der Sinn einer Kapitallebensversicherung lässt sich leicht erklären, denn sie kombiniert den Vermögensaufbau mit einem umfassenden Hinterbliebenenschutz. Das ist der Grund, warum früher Kapitallebensversicherungen so beliebt als Anlageform waren.

Sie boten eine lohnende Verzinsung über viele Jahre hinweg, die ausreichte, um sich ein ansehnliches Vermögen zu ersparen. Da die Auszahlung durch die Versicherungen garantiert waren, bildeten sie ein zweites Standbein als zusätzliche Rentenversicherung.

Zudem konnte der Versicherte entscheiden, wem und wann das Kapital am Vertragsende ausgezahlt werden sollte. Eine Police endet also entweder bei Vertragsende durch den vereinbarten Auszahlungszeitpunkt oder sie wird vorher fällig, da ein Versicherungsfall eintritt.

Eine Kapitallebensversicherung ist in der Regel recht individuell auf den Versicherten zugeschnitten, was die Laufzeit, die Höhe des Beitrags und die Höhe der vereinbarten Verzinsung betrifft.

Kasse Münzen und Geldscheine für Sparen mit Kapitallebensversicherung

Die Verzinsung erreicht die Versicherung meist durch die Investition der eingegangenen Beträge auf dem internationalen Kapitalmarkt. Dabei wird gern in hauseigene oder lukrative Investmentfonds investiert, die darauf ausgelegt sind, jährlich eine Mindestrendite zu generieren. Allerdings steht es dem Versicherten auch zur Wahl, sich sein Kapital als monatliche Rentenzahlung auszahlen zu lassen oder die Gesamtsumme auf einen Schlag zu bekommen.

Fallen die Einnahmen durch das Kapital höher als erwartet aus, verdient die Versicherung in diesem Fall sowohl an den Versicherten als Kunden wie auch an dem eingesetzten Kapital. Darum gehören Kapitallebensversicherungen, abgesehen von den hohen Provisionen der Versicherungsmakler, zu den beliebtesten Anlageformen der Versicherungsagenten und wird bevorzugt empfohlen.

Die beliebteste Form der Kapitallebensversicherung ist die kombinierte Versicherung, die sowohl die Erlebensfallversicherung wie auch Ablebenversicherung beinhaltet. Nur wenige Kapitallebensversicherungen werden entweder als reine Ablebenversicherung oder als reine Altersvorsorgeversicherung genutzt.

Sie funktionieren prinzipiell wie auch die anderen Formen dieses Versicherungsmodells, haben allerdings den entscheidenden Zusatz im Todesfall sofort die fällige Summe auszuzahlen. Dabei ist es egal, wie hoch die Einzahlungen bisher waren. Es sollte allerdings auch beachtet werden, dass beim Erlebensfall des Zuteilungszeitpunktes automatisch der Schutz im Todesfall entfällt.

In diesem Fall fließt das erwirtschaftete Geld bereits in die Auszahlung und die Abdeckung der Auszahlungssumme muss nicht von der Versicherung übernommen werden. Wer nach der Auszahlung einer Kapitallebensversicherung seine Familie erneut absichern muss, braucht dafür eine neue Police. Hier würde sich eine Risikolebensversicherung oder eventuell auch eine reine Sterbegeldversicherung auszahlen.

Der Verfall des Garantiezins

Früher ließen sich Kapitallebensversicherung schnell verkaufen, weil es ein hervorragendes Verkaufsargument gab: den Garantiezins. Bei einer klassischen Versicherungspolice garantierte der Anbieter dem Versicherungsnehmer einen festen Zinssatz, den sein Kapital auf jeden Fall erreichen würde.

Dieser Garantiezins steht vor dem Vertragsabschluss fest und behält bis zur letzten Sekunde des Vertrags seine Gültigkeit. Dabei ist es egal, wie sich der reale Zins entwickelt, der Garantiezins ist festgeschrieben. Dieser Garantiezins, der auch als Höchstrechnungszins bezeichnet wird, ist von der Gesetzgebung reglementiert und befindet sich seit vielen Jahren im stetigen Sinkflug.

Seit Anfang 2017 darf dieser Zinssatz maximal 0,9 Prozentpunkte betragen, wobei einige Versicherungsanbieter diese Höchstgrenze nicht einmal anbieten, sondern nur noch Garantiezinssätze zwischen 0,2 und 0,75 Prozent für ihre Kunden anbieten.

Gesetzlicher Garantiezins: Entwicklung

JahrGarantiezins
20190,9 %
20171,25 %
20151,75 %
20072,25 %
20003,25 %
19944,0 %

Quelle: Assekurata (Stand: März 2019).

Leider gilt die Garantieverzinsung nicht für den gesamten Betrag, den ein Versicherungsnehmer auf seine Police einzahlt. Die Versicherungen zahlen ihn ausschließlich auf den Sparanteil des Gesamtbetrages aus.

Dieser Sparanteil setzt sich aus dem Restgeld zusammen, dass der Versicherte eingezahlt hat, und von dem die fällige Abschlussprovision des Versicherungsagenten, wie auch die Kosten für die Todesfallleistungen und die Verwaltung abgezogen wurden.

Faktisch zahlt ein Versicherungsnehmer in den ersten Jahren seiner Police vorrangig die Provisionen und Verwaltungsgebühren der Versicherungskonzerne ab, bevor er für sich selbst einen Kapitalertrag erwirtschaften kann.

Da bei den niedrigen Garantiezinsen kaum noch ein ansehnlicher Betrag zu erwirtschaften ist, wird die Kapitalbildung auch mit einer Kapitallebensversicherung immer schwieriger. Zumal dem Kunden nicht der gesamte Betrag der 0,9 Prozent Garantieverzinsung zugute kommt, sondern er von diesem geringen Zinsen auch die Verwaltungsgebühren für den Vertrag wie die Kosten für die Provisionen des Versicherungsmaklers tragen muss.

Miniaturfiguren blicken auf Barometer mit Wertrückgang Kapitallebensversicherung

Statt der erwarteten 0,9 Prozent Verzinsung, bekommt er eigentlich nur eine Verzinsung in Höhe von 0,14 Prozent auf sein eingezahltes Kapital. Da kann die Beitragsrendite auch leicht in den negativen Bereich rutschen, was dann eine Verringerung des vorhandenen Kapitals bedeutet anstelle einer garantierten Verzinsung.

Zusätzlich muss diese Garantieverzinsung noch gegen den allgemeinen Wertverlust des Geld durch die Inflationsrate antreten, welche in der Regel zwischen 2 und 3 Prozent liegt. Über einen Zeitraum von 30 Jahren Laufzeit, macht sich dieser Verlust durchaus bemerkbar. Die Garantieverzinsung ist entweder als mager zu bezeichnen oder führt im schlimmsten Fall sogar zu einer nachhaltigen Kapitalverringerung.

Die Talfahrt der Überschussbeteiligung

Die Versicherung weiß durch die Garantieverzinsung, was sie ihrem Kunden bei Auszahlung des Vertrages geben muss. Allerdings ist das noch nicht die einzige Rendite der Kapitallebensversicherung. Die meisten Unternehmen beteiligen die Versicherten zusätzlich an den laufenden Gewinnen, die sie durch kluge Investmentstrategien und Anlagen erwirtschaften.

Diese Rendite trägt den schönen Namen Überschussbeteiligung und bildet zusammen mit den Garantiezinszahlungen die gesamte Rendite für die Kapitalbildung der Kapitallebensversicherung. Leider ist diese Verzinsung seit einigen Jahren rückläufig. Sie konnten sich jedoch im Jahr 2019 erstmals wieder stabilisieren, wobei die jeweilige Überschussbeteiligung jedes Jahr neu von den Versicherungen festgeschrieben wird.

Daher sind diese Zusagen auch nicht mehr rückgängig zu machen, wenn die Gewinne in einem Jahr nicht wie erwartet fließen. Es gibt sogar Jahre, in denen eine Versicherung keinerlei Überschusszahlungen leisten kann und nur den garantierten Zins auszahlt. Nachfolgend finden Sie die laufende Verzinsung ohne Schlussüberschuss und Beteiligung an Bewertungsreserven.

Laufende Verzinsung: klassischer Renten- und Lebensversicherungen

Neuabschluss inRentenversicherungLebensversicherung
20192,46 %2,47 %
20182,47 %2,49 %
20172,61 %2,59 %
20162,86 %2,84 %
20152,54 %2,52 %
20143,40 %3,37 %
20133,61 %3,58 %
20123,91 %3,90 %
20114,07 %4,07 %
20104,20 %4,19 %
Quelle: Assekurata (Stand: Februar 2019).

Bevor eine fällige Kapitallebensversicherung ausgezahlt wird, werden nicht nur die vorhandenen Garantiezinsen, Sparanteile wie auch die Überschusszahlungen addiert. Es kommt am Ende noch ein Schlussüberschusszahlung dazu, die im Durchschnitt bei 20 Prozent der gesamten Rendite aus der Kapitallebensversicherung liegt.

Allerdings ist auch diese Leistung nicht garantiert und kann in schlechten Jahren ausfallen. Daher können einige Kapitallebensversicherungen weitaus lukrativer als andere sein, abhängig davon, ob sie von den Gewinnen aus den Investitionen profitieren oder nicht profitieren konnten.

Laut der Ratingagentur Assekurata, die eine Hochrechnung auf die gesamte Verzinsung einiger Musterverträge als Grundlage nahm, belief sich im Jahr 2019 die Gesamtverzinsung bei einer klassischen Kapitallebensversicherung lediglich auf rund 3 Prozent.

Dieser Wert liegt knapp über der Inflationsrate des Jahres. Es lässt sich nicht leugnen, dass vor allem die Kosten von Verwaltung und Provisionen die Gewinne der Gesamtverzinsung stark reduzieren. Ohne diese Kosten würden die Gewinne immer bis zu 0,76 Prozent höher ausfallen.

Ein anderer Umstand belastet die derzeitigen Gewinne ebenfalls noch, denn die Versicherer müssen vor allem für alte Kapitalversicherungsverträge hohe Kosten aufwenden, da diese Verträge einen Garantiezins beinhalten, der heutzutage bei weitem nicht mehr erreicht wird. Vor allem sind Verträge von Kapitallebensversicherungen, die älter als fünfzehn Jahre sind, ein hoher Kostenfaktor.

Damals gab es noch attraktive Garantieverzinsungen und selbst der Sparzins lag in den Jahren zwischen 5,5 und 7 Prozent. Diese Verträge, die zwischen den Jahren 1994 bis 1999 einen Garantiezins von 4 Prozent bekamen, müssen auch noch heute bedient werden, obwohl die Renditen kaum mehr 1 Prozent erreichen.

Da der Staat befürchtete, dass die Versicherungen in der Zukunft ihren Verpflichtungen gegenüber ihren Kunden nicht mehr nachkommen können, haben sie der Versicherungswirtschaft die Auflage einer Zinszusatzreserve auferlegt. Laut dieser Regelung müssen die Versicherer entsprechende Rücklagen bilden, um auch in den nächsten Jahren die Vereinbarungen aus den alten Verträgen erfüllen zu können.

Rotes und gelbes Sparschwein für Kapitallebensversicherung

Aufgrund dieser Maßnahmen haben die Versicherungsträger seit 2011 eine Rücklage von 65 Milliarden Euro gesammelt. Und im Jahr 2019 soll sich dieser Betrag um weitere 6 Milliarden Euro erhöhen. Aus diesen Rücklagen können die Versicherungen die hohen Garantiezinsen der alten Verträge bedienen.

Dies geschieht bereits seit dem Jahr 2017. Es werden Verträge mit einem Garantiezins über 2,8 Prozent aus dieser Rücklage bedient. Das schmälert zwar die Erträge aus dem Überschussbeteiligung von neu abgeschlossenen Verträgen, aber zumindest sind die Zahlungen auf die nächsten Jahre gesichert.

Um zukünftig nicht in ähnliche Schwierigkeiten zu geraten, hat die Branche auf Veranlassung durch den Gesetzgeber eine überarbeitete Berechnungsformel für die Zinszusatzreserve erarbeitet. Dadurch müssen die Versicherer in den nächsten Jahren weniger Geld für Rücklagen bereitstellen und erklären gleichzeitig die kurzfristige Stabilisierung der Garantiezinsen.

Lebensversicherungen verbergen sich in verschiedenen Policen

Es gibt zahlreiche andere Versicherungspolicen, in denen sich ebenfalls eine kapitalbildende Lebensversicherung verbirgt. Diese werden gern für die Altersvorsorge genutzt und sollten daher eine entsprechende Rendite aufweisen.

Betriebliche Altersvorsorge

Da wäre zunächst die altbewährte Direktversicherung zu nennen, die auch gern als Pensionskasse bezeichnet wird. Dahinter steckt eine betriebliche Altersvorsorge, die auf einer klassischen Rentenversicherung beruht. Sie dient den Betrieben und ihren Mitarbeitern dazu, im Alter eine angemessene Absicherung zu erreichen und wird durch den Betrieb wie auch teilweise durch den Staat zusätzlich gefördert.

Diese klassische Form der Rentenversicherung wird von kleineren Betrieben wie auch von Betrieben bis mittlerer Größe geschätzt. Zwar ist bei dieser Form oft eine Beteiligung des Arbeitgebers vorgesehen, doch diese wird von ihm als Teil der Entlohnung der Arbeitnehmer angesehen. Betriebe mit einer betrieblichen Altersvorsorge werden von Arbeitnehmern besonders geschätzt wie auch bevorzugt.

Allerdings sind nicht alle diese Rentenversicherung für jeden Arbeitnehmer optimal zugeschnitten, daher können Alternativen ein besseres Ergebnis erzielen. Bei Bedarf kann ein Gespräch mit dem Chef bei der alternativen Altersvorsorge hilfreich sein.

Riester-Rentenversicherung

Bei fast allen Arbeitnehmern ist die sogenannte Riester-Rentenversicherung bekannt, bei der es sich ebenfalls um eine Kapitallebensversicherung handelt. Sie wird vom Staat gefördert und ist besonders leicht abzuschließen. Leider wird die staatliche Förderung durch die Unkosten der Versicherung nahe aufgezehrt und eine niedrige Verzinsung sorgt dafür, dass sich nur sehr langsam etwas Kapital bildet.

Bevor ein Arbeitnehmer in eine Riester-Rentenversicherung investiert, sollte er sich von der Höhe der Kosten überzeugen, damit ihm ein Großteil der staatlichen Förderung erhalten bleibt. Sofern das gelingt, lohnt sich eine Ansparung von Kapital mit dieser Rentenversicherung durchaus.

Es gibt einen sogenannten Ratgeber für die Riester-Rentenversicherung, dessen Inhalt eine gute Hilfe darstellt, um für sich selbst die am besten passende Form der Riesterrente zu finden. Zudem hilft dieser Ratgeber, die vielen Falltüren zu vermeiden.

Rürup-Rente

Nicht mehr ganz so bekannt ist die Rürup-Rente, zumal sie sich vorrangig an Besserverdienende wie auch an Selbständige und Freiberufler wendet. Sie soll als Ergänzung zur gesetzlichen Altersvorsorge dienen und eine vielleicht vorhandene Versorgungslücke schließen.

Leider ist die Rürup-Rentenversicherung ein unflexibles, starres Konzept der Altersvorsorge. Da sie kaum Anpassungsmöglichkeiten an den eigenen Bedarf zulässt, sollte sie mit einer gewissen Vorsicht abgeschlossen werden. Sie eignet sich allerdings gut, wenn gewisse steuerliche Voraussetzungen gegeben sind. Hier kann ein Gespräch mit dem eigenen Steuerberater hilfreich sein und bei der Entscheidung helfen.

Größere Geldbeträge

Hin und wieder hat ein Arbeitnehmer das Glück, an einen größeren Geldbetrag zu kommen wie durch eine unverhoffte Erbschaft oder einen Versicherungsschaden. Dieses Geld kann für die spätere Altersvorsorge genutzt werden, in dem Versicherte statt monatlichen Einzahlung eine einmalige, große Einzahlung vornimmt. Dieser Geldbetrag wird dann auf seine Rentenbeiträge angerechnet und später ganz normal als Rentenzahlung geleistet.

Dadurch steigt natürlich die Höhe der monatlichen Rentenzahlung auf Lebenszeit. Ein solcher Kapitaleinsatz macht vor allem dann Sinn, wenn der Versicherte auf ein langes Leben hofft. Dabei ist nicht das normale Durchschnittsalter gemeint, sondern eben ein langes Leben über den Durchschnitt hinaus. Zudem sollte der Versicherte auf die Kosten achten, die seine einmalige Rentenzahlung verursacht, denn auch hier können horrende Gebühren oder Verwaltungszahlungen den Rentenertrag erheblich schmälern.

Wenn eine Lebensversicherung bereits besteht

Wer bereits eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen hat, sollte auf keinen Fall in Panik verfallen und sofort seinen Vertrag kündigen. Zwar sind Kapitallebensversicherungen zurzeit nicht die beste Möglichkeit der langfristigen Kapitalbildung, mit einer Kündigung wird aber oft noch mehr Verlust gemacht.

Praxis-Tipp: Durch eine Kündigung entstehen einem Versicherten erneute Unkosten, die seine Erträge noch weiter schmälern. Je älter ein bestehender Vertrag ist, desto besser und effektiver ist er für den Versicherten.

Daher sollten Versicherte mit bestehenden Kapitallebensversicherungen sich nicht von ihren Versicherungen zu einer Erneuerung der Verträge verleiten lassen, um die hohen Garantiezinsen der alten Verträge nicht zahlen zu müssen. Bevor ein Versicherter seinen Vertrag kündigt, sollte er durchrechnen, ob sich eine Kündigung überhaupt lohnt.

Zurzeit gibt es kaum Kapitalanlageformen, die eine vernünftige Verzinsung bringen und die Strafzahlungen bei einer Vertragskündigung sind meist horrend. Sollten Ihnen die Beiträge zu hoch seien, können Sie vielleicht eine geringere monatliche Einzahlung vereinbaren, ohne dabei die guten Versicherungskonditionen zu verlieren.

Geldscheine in Umschlag für Anlage in Kapitallebensversicherung

Es gibt auch die Möglichkeit, eine Lebensversicherung beitragsfrei zu stellen. Allerdings sind diese Kapitallebensversicherungen oft mit Berufsunfähigkeitsversicherungen kombiniert. In einem solchen Fall sollte der Versicherte darauf achten, dass die Berufsunfähigkeitsversicherung weiterhin bestehen bleibt.

Sollte der Versicherte jedoch sein Interesse an seiner Kapitallebensversicherung verloren haben, muss dies nicht in einer Kündigung enden. Sie können eine

Die Kündigung einer Kapitallebensversicherung lohnt sich sowieso erst, wenn sie mehrere Jahre gelaufen ist. In der ersten Jahren decken die Beiträge nur die anfallenden Kosten und Provisionen ab. Die eigentliche Kapitalbildung beginnt erst nach fünf Jahren.

Wichtige Fragen – kurz beantwortet

Was ist eine Kapitallebensversicherung?
Sie dient der Bildung von Kapital, weshalb sie gern für die Altersvorsorge genutzt wird. Sie wird aber auch zur Absicherung der Hinterbliebenen in einem Todesfall abgeschlossen. Sollte der Versicherte sterben, wird umgehend die vereinbarte Summe ausbezahlt, ansonsten wird die Versicherung entweder als Einmalzahlung oder in Rentenform ausgezahlt.
Lohnt sich der Abschluss einer Kapitallebensversicherung?
Diese Frage lässt sich nur individuell beantworten. Als Altersvorsorge ist eine reine Kapitallebensversicherung aufgrund der niedrigen Verzinsung wenig interessant. Als Absicherung gegen einen plötzlichen Todesfall ist sie allerdings sinnvoll.
Wie lange muss ich in eine Kapitallebensversicherung einbezahlen?
Das liegt ganz am Vertrag, der unterschiedliche Laufzeiten haben kann. Es empfehlen sich aber Laufzeiten zwischen 20 und 30 Jahren, um den monatlichen Betrag niedrig zu halten.
Kann ich eine Kapitallebensversicherungen auch mit anderen Policen kombinieren?
Ja, das kommt häufiger vor. Beliebt ist beispielsweise ein Kombination mit einer Berufsunfähigkeitspolice.
Kann ich meine Kapitallebensversicherungen vorzeitig kündigen?
Ja, aber das erweist sich im Regelfall als großer finanzieller Verlust.

Hier beginnen nun die Praxistipps zur Findung eines geeigneten Anbieters:

Die beste Vorgehensweise

  • Aufgrund der niedrigen Zinssituation ist eine alleinige Altersvorsorge über eine Kapitallebensversicherung aktuell nicht ratsam.
  • Der niedrige Garantiezins sowie die niedrige Überschussbeteiligung ermöglichen nur sehr geringe Renditen, weswegen sich andere Anlageformen derzeit mehr eignen.
  • Eine vorzeitige Kündigung ist, angesichts hoher finanzieller Einbußen, nicht zu empfehlen, jedoch möglich.
  • Prüfen Sie, ob ein bestehender Vertrag verkauft, widerrufen (siehe Lebensversicherung widerrufen) oder zumindest beitragsfrei gestellt werden kann.
  • Mit dem von uns empfohlenen Vergleichsrechner können Sie sich, anhand Ihrer individuellen Anforderungen, direkt einen Überblick über angebotene Lebensversicherungen verschaffen.

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