Kredit

Warnung vor dubiosen Kreditvermittlern

Wer als Verbraucher in einer finanziell schwierigen Situation feststeckt, hat es in der jetzigen Situation nicht gerade leicht. Denn die Vergabe von Darlehen durch die Banken in Deutschland ist momentan eher als zurückhaltend zu bezeichnen. Die Institute scheuen zusehends das Ausfallrisiko und sehen genauer hin, wem sie da eigentlich Geld anvertrauen – zu aktuell zudem sehr günstigen Konditionen.

So manches Bankenhaus lehnt da im Zweifelsfall lieber den Antrag der Kundschaft ab, als Gefahr zu laufen, erneute Ausfälle hinnehmen zu müssen.

Eine Adresse, die von Verbrauchern mit finanziellen Sorgen immer öfter angesteuert wird, sind die so genannten Kreditvermittler. In diesem Bereich sehen Branchenkenner derzeit einen regelrechten Boom und erwarten auch für die kommenden Jahre ein weiterhin beträchtliches Wachstum. Sofern von Seiten des Gesetzgebers keine strikteren Kontrollen oder rechtliche Anforderungen an die Branche gestellt werden.

Denn in kaum einer Branche sehen Verbraucherschützer so gute Chancen für schwarze Schafe, die sich am Leid der potentiellen Kreditnehmer bereichern möchten. Auch wenn es durchaus seriöse Anbieter gibt, sehen die Verbraucherschützer in diesem Bereich eine erhebliche Gefahr für bedürftige und leichtgläubige Bürger.

Stetig steigende Umsätze in der Branche

So warnte die Verbraucherzentrale Mülheim derzeit vor der nicht immer ganz seriösen Arbeitsweise der Kreditvermittler. Verbraucher sollten sich die Frage stellen, wieso sie bei Inanspruchnahme einer Kreditvermittlung plötzlich doch einen positiven Kreditentscheid erhalten, während die Hausbank längst kein Geld mehr bereitstellt. Die Antwort ist für die Verbraucherzentrale schon allein in den reinen Fakten zu den Umsätzen und Gebühren bei den Kreditvermittlern zu finden.

Jährlich beziffern Analysten den Gesamtumsatz der Vermittlungsbranche bei steigender Tendenz schon jetzt auf rund 150 Millionen Euro.

Eine Studie der wohl bekanntesten deutschen Auskunftei Schufa gibt an, dass im Durchschnitt 80 Prozent der Antragsteller in die Arbeit der Vermittler rund 380 Euro investieren. Und das ohne die Garantie, dass die Vermittlung tatsächlich erfolgreich ist. Ein üppiges Entgelt für die Vermittler, die sich nicht selten die Not der Verbraucher als Einnahmequelle zunutze machen.

Erfolgreich aber ist die Vermittlung der erwähnten Studie zufolge nur in etwa zwei von hundert Fällen. Der Strohhalm namens „Kreditvermittlung“ ist also nicht nur teuer – die Kunden können nicht einmal sicher sein, dass ihr Kreditwunsch am Ende tatsächlich in Erfüllung vergeht.

Lieber Schuldnerberatung statt erneuter Umschuldung ohne Erfolg

Interessant an den Aussagen der Verbraucherzentrale ist übrigens, dass die Kreditnehmer keineswegs auf die Vermittler vertrauen, weil sie sich einen langgehegten Traum erfüllen möchten. Immer öfter wird der Antrag gestellt, weil die Kunden einen Weg zur Umschuldung suchen, nachdem die Hausbank endgültig keinen Kredit mehr vergibt.

Dabei sollte die Kreditvermittlung bei den Verbrauchern mit äußerster Vorsicht genossen werden. Denn eine Darlehensverweigerung bei den Banken kann im Einzelfall auch das sprichwörtliche Ende mit Schrecken sein. Statt sich durch die Angebote dubioser Vermittler weiter zu verschulden, sollte lieber in Betracht gezogen werden, ob die eigene wirtschaftliche Schieflage nicht durch die Hilfe eines Schuldenberaters schneller bereinigt werden kann.

Wird die Kreditvermittlung beauftragt, zahlt man schlimmstenfalls für eine Dienstleistung, die nicht einmal zum gewünschten geführt hat, aber dennoch weitere Investitionen nötig macht, für das eigentlich das Geld fehlt.

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Über den Autor

Thomas Nissen

Thomas Nissen

Experte für Finanzthemen beim unabhängigen Wissensportal Arbeitsgemeinschaft-Finanzen.de

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