Kredit

Unseriöse Kreditangebote erkennen

Ein Negativeintrag bei einer Auskunftei, insbesondere bei der Schufa, unterbindet die Teilnahme am alltäglichen Wirtschaftsleben. Betroffene müssen ohne Konto, Internet, Telefon und häufig sogar ohne Wohnung auskommen. Bestenfalls erhalten sie kostspielige Verträge zu restriktiven Konditionen. Diese Notlage hat einen neuen Markt hervorgebracht, den verschiedene Formen des Betruges kennzeichnen.

Nicht gedeckte Lastschriften, verspätete Kreditraten, kleine Versäumnisse, vorübergehende Zahlungsunfähigkeit oder selbst ein Fehlvermerk einer Auskunftsstelle: Zu Negativvermerken kommt es schneller als man vermutet. Bis die Angelegenheit geklärt ist, stehen die Betreffenden bei fast allen Unternehmen auf der „schwarzen Liste“.

Das Leben ohne Bonität kennt seine Grenzen! Der Wunsch, sich mittels einer günstigen Finanzierung aus der Krise zu befreien, ist durchaus nachvollziehbar: allerdings nicht nur für Betroffene. An dieser Stelle kommen zwielichtige Firmen ins Spiel, die einen Ausweg verheißen. Sie locken ihre Opfer mit Wunderwerken wie Krediten ohne Bonitätsprüfung und Garantien, zu niedrigen Zinsen und verbraucherfreundlichen Bedingungen. Fakt ist: Die versprochene Problemlösung führt nur noch tiefer in den Ruin.

Unseriöse Kreditangebote erkennen

Heimtückisch Offerten geben sich durch auffallend günstige Konditionen, bei gleichzeitigem Verzicht auf sämtliche Sicherheiten zu erkennen. Hier gilt es realistisch zu bleiben: ein preiswerter, vorteilhaft konzipierter Kredit ohne Bonität existiert nicht. Die wenigen konventionellen Banken, die Finanzierungslösungen für Arbeitslose oder Personen mit negativer Schufa anbieten, lassen sich das erhöhte Ausfallrisiko in der Regel teuer bezahlen.

Eine gängige Praxis unseriöser Anbieter ist die Aufforderung an ihre Kunden, einen kostenpflichtigen Auftrag zur Kreditvermittlung zu unterzeichnen. Zumeist erhalten Kreditnehmer die Unterlagen auf dem Postweg und bezahlen per Nachnahme. Im Anschluss kommt jedoch kein Kreditvertrag zustande.

Eine Vermittlungsgebühr sollte folglich niemals entrichtet werden. Ohnehin sind solche Kreditangebote zu vermeiden: ernsthafte Vermittler bekommen allenfalls von den Unternehmen, in deren Auftrag sie handeln, eine Provision.

Riskant sind darüber hinaus Kredite bei ausländischen Finanzdienstleistern. Für diese gelten andere Gesetze. Daher ist es für Kreditnehmer fast unmöglich, eventuelle Ansprüche durchzusetzen.

Zwar vergeben auch seriöse Anbieter aus dem Ausland Kredite unter Verzicht auf eine Schufa-Auskunft, legen aber strenge Sicherheitskriterien (gefestigtes Arbeitsverhältnis, regelmäßiges Einkommen,…) zugrunde. Erfüllen die Kreditnehmer diese Voraussetzungen, so haben sie bei einigen inländischen Finanzinstituten ebenfalls eine Chance, siehe unser Test für Kredite ohne Schufa.

Häufig sammeln Anbieter, die mit Krediten für Arbeitslose werben, ausschließlich personenbezogene Daten, die sie weiter vertreiben. Folglich sollten Anträge auf solche Finanzierungen niemals voreilig und schon gar nicht online ausgefüllt werden: Die Vermittlung der Finanzprodukte ist dabei nur ein Vorwand.

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Über den Autor

Thomas Nissen

Thomas Nissen

Experte für Finanzthemen beim unabhängigen Wissensportal Arbeitsgemeinschaft-Finanzen.de

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