Künstler in der Künstlersozialkasse versichert

Für selbständige Künstler und Publizisten gelten besondere Bestimmungen. Sie sind nach Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) versicherungspflichtig in der Künstlersozialkasse.

Gemäß § 2 KSVG definiert sich der von der Versicherungspflicht betroffene Personenkreis:

  • „Künstler ist, wer Musik, darstellende oder bildende Kunst schafft, ausübt oder lehrt.“
  • „Publizist ist, wer als Schriftsteller, Journalist oder in anderer Weise publizistisch tätig ist oder Publizistik lehrt“

Außerdem muss es sich um eine selbständige und erwerbsmäßige künstlerische oder publizistische Tätigkeit handeln, wobei erwerbsmäßig im Sinne von einer auf Dauer angelegte Tätigkeit zur Erzielung von Einnahmen gemeint ist.

Leistungen der Künstlersozialversicherung

Die Künstlersozialversicherung bietet einen umfassenden sozialen Schutz in der Renten-, Kranken-und Pflegeversicherung. Sie übernimmt die anfallenden (Künstler-) Sozialversicherungsbeiträge je zu Hälfte.

Die Beitragsberechnung erfolgt nach den Berechnungsgrundlagen in der gesetzlichen Krankenversicherung und richtet sich nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Künstlers oder Publizisten.

Die Versicherungsleistungen werden nicht von der Künstlersozialkasse erbracht, sondern von den jeweiligen Trägern der Sozialversicherung. Die Künstlersozialkasse übernimmt dabei lediglich die Anmeldung der versicherungspflichtigen Personen bei den entsprechenden Einrichtungen, den Einzug des Beitragsanteils der Versicherten und die Weiterleitung der Beiträge.

Ausnahmen von der Versicherungspflicht

Keine Regel ohne Ausnahme. Das trifft auch auf die Versicherungspflicht im Bereich der Krankenversicherung für selbständige Künstler und Publizisten zu. Nicht nach dem KSVG kranken- und pflegeversichert werden Künstler und Publizisten, wenn sie:

  • durch ein (zusätzliches) abhängiges Beschäftigungsverhältnis bereits in der GKV pflichtversichert sind,
  • bereits das 55. Lebensjahr vollendet haben und in den vergangenen fünf Jahren nicht Mitglied der GKV waren,
  • bereits aufgrund anderer gesetzlicher Bestimmungen versicherungspflichtig sind, beispielsweise durch Arbeitslosigkeit oder durch den beruflichen Status,
  • versicherungsfrei sind aufgrund des Überschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze, oder aufgrund Beihilfebestimmungen,
  • von der Versicherungspflicht durch einen besonderen Bescheid befreit sind,
  • eine andere weder künstlerische noch publizistische Tätigkeit ausüben, die nicht nur geringfügig oder vorübergehend ist,
  • den Bundesfreiwilligendienst leisten,
  • die selbständige künstlerische oder publizistische Tätigkeit nach Vollendung des 65. Lebensjahres begonnen haben oder
    als Studenten die selbständige künstlerische oder publizistische Tätigkeit nur nebenher ausüben

Berufsanfänger, dazu gehören alle innerhalb der ersten drei Jahre nach erstmaliger Aufnahme einer selbständigen künstlerischen oder publizistischen Tätigkeit, haben die Möglichkeit sich von der Versicherungspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung befreien zu lassen.

Die Befreiung gilt dann auch im Anschluss an die ersten drei Berufsjahre, wobei der Künstler oder Publizist die Befreiung innerhalb dieser Dreijahresfrist durch einen schriftlichen Antrag widerrufen kann. In diesem Fall beginnt die Versicherungspflicht im Anschluss an die ersten drei Berufsjahre.

Wer mit seinem Einkommen aus künstlerischer oder publizistischer Tätigkeit in drei aufeinander folgenden Kalenderjahren über der Jahresarbeitsentgeltgrenze (Versicherungspflichtgrenze) liegt, kann auf schriftlichen Antrag hin von der Versicherungspflicht in der Krankenversicherung befreit werden.

Als Künstler oder Publizist in der PKV

Für privat krankenversicherte Künstler oder Publizisten wird von der Künstlersozialkasse auf Antrag ein Zuschuss zum PKV-Beitrag gezahlt. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach dem zu zahlenden Beitrag und nach dem Jahreseinkommen.

Normalerweise ist der Zuschuss identisch mit dem Betrag, den die Künstlersozialkasse bei einer Versicherungspflicht zu tragen hätte, höchstens jedoch die Hälfte des PKV-Beitrags.

Das Jahreseinkommen bei der Berechnung spielt vor allem bei Berufsanfängern eine Rolle, sofern sie privat krankenversichert sind und sich von der Krankenversicherungspflicht haben befreien lassen oder wenn die Befreiung auch nach der Dreijahresfrist fortbesteht. In diesen beiden Fällen kann das Einkommen unterhalb der Versicherungspflichtgrenze liegen.

Der Zuschuss ist abhängig vom Beitragssatz der GKV. Wie in der Sozialversicherung üblich, wird der zu zahlende Beitrag prozentual vom Einkommen berechnet.

Aktuell keine Bewertungen

War der Artikel hilfreich?

Über den Autor

Thomas Nissen

Thomas Nissen

Experte für Finanzthemen beim unabhängigen Wissensportal Arbeitsgemeinschaft-Finanzen.de

Wir möchten verbraucherorientiert informieren, Hilfestellungen für Entscheidungen geben und scheuen auch keine kritische Beleuchtung der Produkte.