Arbeitgeberzuschuss zur PKV

Arbeitnehmer und Angestellte erhalten einen Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung.

Um den Zuschuss für die PKV zu erhalten, ist nur Art und Umfang der Krankenversicherung entscheidend. Dies gilt in der Regel für eine private Krankenvollversicherung – nicht für eine private Zusatzversicherung. Auch eine eventuell vereinbarte Selbstbeteiligung spielt keine Rolle.

Gut zu wissen: Der Arbeitgeberzuschuss wird steuerfrei ausgezahlt.

Wie wird der Arbeitgeberzuschuss berechnet?

Der Arbeitgeber übernimmt die Hälfte des allgemeinen Beitragssatzes der gesetzlichen Krankenversicherung. Dieser beträgt 14,60 Prozent – also 7,30 Prozent.

Hinzu kommt jetzt noch die Hälfte des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes, der 2019 auf 0,90 Prozent abgesenkt wird – also 0,45 Prozent.

Jetzt kommt die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) ins Spiel, die 2019 monatlich 4.537,50 Euro beträgt. Der Arbeitgeber übernimmt nämlich maximal den halben Höchstbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung.

Daher lautet die Berechnung:

7,30 Prozent + 0,45 Prozent = 7,75 Prozent

7,75 Prozent x 4.537,50 Euro = 351,66 Euro

Der maximale Arbeitgeberzuschuss zur PKV beträgt daher für 2019: 351,66 Euro

Wie informiere ich den Arbeitgeber?

Wer angestellt ist, erhält von seinem privaten Krankenversicherer eine Arbeitgeberbescheinigung. Daraus geht die Höhe der Beiträge hervor, so dass Ihr Arbeitgeber in der Lage ist, den Zuschuss zu berechnen.

Dabei ist es unerheblich, wieviele Personen in Ihrem Vertrag mitversichert sind.

Beachten Sie, dass Ihr Arbeitgeber nicht verpflichtet ist, mehr als 50 Prozent beziehungsweise maximal den halben Höchstbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung zu bezahlen.

Das gilt auch dann, wenn Verheiratete nicht beim gleichen Krankenversicherer versichert sind und daher der Arbeitgeberanteil eventuell nicht voll ausgeschöpft wird.

Wo gibt es keinen Arbeitgeberzuschuss?

  • beim Beitragsteil der Privaten Krankenversicherung, der den maximalen arbeitgeberzuschussfähigen Betrag übersteigt
  • bei Krankenzusatzversicherungen, die zusätzlich zur (gesetzlichen) Krankenversicherung abgeschlossen werden, um den Leistungsumfang zu erhöhen
  • bei privaten Pflegezusatzversicherungen

Wie lange wird der Arbeitgeberzuschuss bezahlt?

Solange Gehalt bezahlt wird, solange wird auch der Arbeitgeberzuschuss bezahlt. Liegt Arbeitsunfähigkeit vor, die über den vereinbarten Entgeltfortzahlungszeitraum hinausgeht, so entsteht Anspruch auf Ersatzleistung.

Bei Bezug von Krankentagegeld in der PKV entfällt der Arbeitgeberzuschuss. Privat Krankenversicherte sind auch während des Krankentagegeldbezugs beitragspflichtig.

Der Anspruch auf Arbeitgeberzuschuss entfällt auch bei weiblichen privat Versicherten während des Bezugs von Mutterschaftsgeld oder Elterngeld.

Wussten Sie schon, dass… Beitragsrückerstattungen, die von der PKV aufgrund von Leistungsfreiheit ausgezahlt wurden, allein dem Versicherten zu stehen? Sie mindern den Arbeitgeberzuschuss nicht!

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Über den Autor

Thomas Nissen

Thomas Nissen

Experte für Finanzthemen beim unabhängigen Wissensportal Arbeitsgemeinschaft-Finanzen.de

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