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Gemeinschaftskonto

Wenn Sie mit Ihrem Ehe- oder Lebenspartner unter einem Dach leben, tragen Sie Haushaltskosten wie Miete, Strom und Versicherungen oft zu gleichen Teilen. Mit einem Gemeinschaftskonto behalten Sie den Überblick über die Einzahlungen und Ausgaben. Auch Geschäftspartner richten häufig zusammen ein Konto ein.

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Unsere Empfehlungen sind Comdirect und DKB.

Was ist ein Gemeinschaftskonto?

Das Gemeinschaftskonto ist ein Girokonto mit mehreren Inhabern. Bei der Eröffnung legen die Kontoinhaber fest, ob jeder von ihnen alleine Überweisungen, Daueraufträge, Lastschriften und Überziehungen veranlassen kann (Oder-Konto) oder ob alle Inhaber die Kontoverfügungen unterschreiben müssen (Und-Konto).

Jeder kann auf das Gemeinschaftskonto per Online-Banking oder App zugreifen. Die Kündigung ist aber nur durch sämtliche Inhaber gemeinsam möglich.

Wenn Sie vereinbart haben, dass alle Inhaber alleine über das Konto verfügen dürfen, bekommt jeder eine Bankkarte und darf das Konto auch ohne Zustimmung des anderen belasten – sogar, wenn das Konto dadurch ins Minus rutscht und Überziehungszinsen fällig werden.

Mit Rückzahlungsforderungen kann sich die Bank auch dann an Sie wenden, wenn Sie das Konto gar nicht selbst überzogen haben. Vereinbaren Sie die Alleinverfügung deshalb nur, wenn Sie Ihrem Mitinhaber in finanziellen Dingen voll vertrauen.

Praxis-Tipp: Nutzen Sie als Verein oder Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) ein Gemeinschaftskonto, bei dem Verfügungen von allen Vorständen bzw. Gesellschaftern gemeinsam unterschrieben werden müssen. So können Sie unbefugten Kontomissbrauch durch Einzelne weitgehend ausschließen.

Verfügung flexibel durch Vollmacht regeln

Haben Sie gemeinsame Verfügung vereinbart und ist einer der Kontoinhaber abwesend oder krank, kann er eine Vollmacht erteilen.

Damit kann der andere Kontoinhaber die notwendigen Kontoverfügungen auch allein veranlassen kann. Diese Vollmacht lässt sich jederzeit widerrufen.

Im Scheidungsfall bekommt jeder Ehepartner die Hälfte des gemeinsamen Guthabens. Verstirbt ein Kontoinhaber, gehen seine Rechte an die Erben über.

Steuer beim Gemeinschaftskonto – was ist zu beachten?

Einen Freistellungsauftrag können Sie für Ihr Gemeinschaftskonto erteilen, wenn der Mitinhaber Ihr Ehepartner ist und Sie sich gemeinsam besteuern lassen.

Vorgehen bei Trennung

Geht eine Partnerschaft in die Brüche geht, stellt sich die Frage, was gehört dir und was mir? Das zu beantworten, ist in den meisten Fällen schwierig bis unmöglich, wenn es nicht vorher säuberlich aufgelistet war. Und beim Geld hört bekanntlich sowieso der Redewendung nach auch die beste Freundschaft auf. Die Folge sind Streitereien ums liebe Geld, wenn die Ersparnisse aufgeteilt werden müssen.

Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass das Gemeinschaftskonto nicht nur im Falle einer Trennung mit Problemen verbunden ist. So können sich hohe Einzahlungen durch einen der Kontoinhaber auf das Gemeinschaftskonto nachteilig auswirken. Es mag die Ausnahme von der Regel sein, dass ein Ehepartner mehr als eine halbe Million Euro auf das gemeinsame Konto einzahlt.

Was ist die Steuerfalle beim Gemeinschaftskonto?

Geschieht dies aber dennoch, stuft das Finanzamt die Geldeingänge jenseits dieser Freibetragsgrenze als Schenkung ein, was dazu führt, dass die Gelder steuerpflichtig werden. Paare, die nur in einem eheähnlichen Verhältnis leben, sind sogar nur bis zu einer maximalen Summe von 20.000 Euro von der Schenkungssteuer befreit.

Im Falle des Todes eines der Kontonutzer werden für 50 Prozent der Summen auf dem Konto Steuern – sowohl Erbschafts- als auch Schenkungssteuer – fällig. Hier zeigt sich, wie wichtig die Planung des gemeinsamen Kontos ist. Die steuerlichen Regelungen können durch die schriftliche Festlegung umgangen werden, dass keine hälftige Aufteilung des vorhandenen Guthabens erfolgen soll.

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Über den Autor

Thomas Nissen

Thomas Nissen

Experte für Finanzthemen beim unabhängigen Wissensportal Arbeitsgemeinschaft-Finanzen.de

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