Gesetzliche Rentenversicherung

Die Gesetzliche Rentenversicherung ist ein Bestandteil des gesetzlich geregelten Sozialversicherungssystems in Deutschland. Beiträge zahlen alle Angestellten und weitere Personen, die versicherungspflichtig sind oder freiwillig Beiträge zahlen.
Ihr Weg zu mehr gesetzlicher Rente
  • Werner Siepe
  • Herausgeber: M&E Books Verlag
  • Auflage Nr. 1 (23.04.2017)
  • Taschenbuch: 184 Seiten

Mit den Beiträgen der gesetzlichen Rentenversicherung werden die Renten der heutigen Rentenbezieher finanziert. Die Rente der heutigen Beitragszahler wird dann wiederum von den Beiträgen der zukünftigen Generationen bezahlt. Dieses Umlageverfahren ist das Prinzip des Generationenvertrags, der auf der Solidarität unter den verschiedenen Generationen basiert. Rechtliche Grundlage ist das Sozialgesetzbuch VI.

Die Leistungen erbringen die gesetzlichen Rentenversicherungsträger. Diese sind über ganz Deutschland verteilt und firmieren unter dem Namen „Deutsche Rentenversicherung“. Sie betreut 52 Mio. Versicherte und mehr als 20 Mio. Rentner.

Altersrente

Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt je nach Voraussetzung verschiedene Altersrenten.

  • Vollendung eines bestimmten Lebensalters.
  • die vorgesehene Mindestversicherungszeit (Wartezeit).

Zusätzlich beim Bezug einer vollen Rente vor der Regelaltersgrenze:

  • die Einhaltung von bestimmten Hinzuverdienstgrenzen.

Die Rentenarten unterscheiden sich im möglichen Rentenbeginnalter und der Wartezeit.

Den Anspruch auf eine Regelaltersrente mit Vollendung der Regelaltersgrenze hat jeder Versicherter mit mindestens 5 Jahren Versicherungszeit (Wartezeit). Die Versicherten, die zu einem früheren Zeitpunkt als zur Regelaltersgrenze eine Rente beziehen möchten, müssen die Voraussetzungen für eine andere Rentenart erfüllen.

Es gibt folgende Altersrenten

Sonstige Bedingungen
Welche Zeiten zu den jeweiligen Wartezeiten von 5, 15, 35 oder 45 Jahren zählen, kann dem Begriff „Wartezeit“ entnommen werden.

Besteht die Möglichkeit eine Altersrente vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze in Anspruch zu nehmen, dann beläuft sich der Abschlag für die vorgezogene Inanspruchnahme in der Regel auf 0,3 % pro Monat.

Die normale Altersgrenze für diese Rente liegt bei 65 Jahren. Für Jahrgänge ab 1949 gibt es eine schrittweise Anhebung von 65 auf 67 Jahre. Für jeden Monat, den die Rente früher in Anspruch genommen wird, erfolgt ein Abschlag von 0,3 %.

Regelaltersrente

Anspruch auf eine Regelaltersrente haben alle Versicherten mit einer Wartezeit (rentenrechtliche Zeiten) von mindestens 5 Jahren mit dem Erreichen der Regelaltersgrenze.

Die Regelaltersgrenze liegt bei vor 1947 Geborenen bei 65 Jahren. Danach gibt es eine stufenweise Anhebung der Grenze auf 67 Jahre. Für den Jahrgang 1964 und Jüngere liegt die Altersgrenze bei 67 Jahren.

Für jeden Monat, den die Rente erst nach der Regelaltersgrenze in Anspruch genommen wird, erhöht sich die Rente um 0,5 % (für die verspätete Inanspruchnahme).

Bei Bezug einer Rente ab der Regelaltersgrenze ist ein Hinzuverdienst in unbegrenzter Höhe möglich.

Altersrente für langjährig Versicherte

Die Altersrente für langjährig Versicherte kann frühestens ab dem 63. Lebensjahr (Mindestalter) und einer Wartezeit von 35 Jahren bezogen werden.

Die normale Altersgrenze für diese Rente liegt bei 65 Jahren. Für Jahrgänge ab 1949 gibt es eine schrittweise Anhebung von 65 auf 67 Jahre.

Für jeden Monat, den die Rente früher in Anspruch genommen wird, erfolgt ein Abschlag von 0,3 %.

Beispiele
Geboren 1949 => Altersgrenze: 65 Jahre
Rente ab 63 möglich mit Abschlag von 7,2 % = 0,3 % x 24 Monate

Geboren 1964 => Altersgrenze: 67 Jahre
Rente ab 63 möglich mit Abschlag von 14,4 % = 0,3 % x 48 Monate

Altersrente für besonders langjährige Versicherte

Die Altersrente für besonders langjährige Versicherte ist eine neue Rentenart, die ab 2012 eingeführt wurde. Sie resultierte aus dem ab 2012 schrittweisen Anheben der Altersgrenze. Denn der erste Jahrgang (1947), für den die Anhebung der Altersgrenze zum Tragen kommt, hat in 2012 das 65. Lebensjahr vollendet.

Versicherte mit einer Wartezeit von 45 Jahren können die Rente für besonders langjährige Versicherte, trotz höherer Regelaltersgrenze, mit 65 Jahren ohne einen Abschlag beziehen.

Für die Wartezeit werden folgende Zeiten nicht berücksichtigt:

  • Pflichtbeiträge, die wegen des Bezugs von Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II oder Arbeitslosenhilfe sowie aus Zeiten aus einem Versorgungsausgleich oder Rentensplitting resultieren
  • Anrechnungszeiten

Altersrente für Frauen

Die Altersrente für Frauen gibt es nur noch für die Geburtsjahrgänge bis einschließlich 1951. Die normale Altersgrenze liegt bei 65 Jahre. Ein Bezug ist jedoch auch bereits ab 60 Jahren (Mindestalter) möglich, allerdings wird dann ein Abschlag von der Rente in Höhe von 18 % (= 0,3 % x 60 Monate) vorgenommen.

Voraussetzungen:

  • Die Wartezeit beträgt 15 Jahre.
  • Nach dem 40. Lebensjahr sind mindestens 10 Jahre Pflichtbeitragszeiten vorhanden.

Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit

(nur für Versicherte, die bis zum 1.1.1952 geboren sind)

Die Mindestaltersgrenze liegt bei 60 Jahren und steigt für ab Januar 1946 bis November 1948 Geborene schrittweise auf 63 Jahre an. Für danach Geborene liegt die Altersgrenze bei 63 Jahren. Die normale Altersgrenze für eine Rente ohne Abschlag liegt bei 65 Jahren.

Weitere Voraussetzungen

  • eine Versicherungszeit (Wartezeit) von mindestens 15 Jahren.
  • Innerhalb der letzten 10 Jahre vor Beginn der Rente mindestens 8 Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit.
  • Entweder Arbeitslosigkeit zu Rentenbeginn und nach Vollendung eines Lebensalters von 58 Jahren und 6 Monaten insgesamt 52 Wochen Arbeitslosigkeit oder
  • mindestens 24 Kalendermonate Altersteilzeitarbeit nach dem Altersteilzeitgesetz.

Aufgrund der Komplexität der Voraussetzungen und Besonderheiten, ist es unumgänglich, einem Rentenversicherungsexperten den individuellen Fall vorzulegen und sich beraten zu lassen.

Altersrente für schwerbehinderte Menschen

Als Schwerbehindert gelten Personen mit einem Behinderungsgrad von mindestens 50 GdB (Grad der Behinderung). Das Mindestalter für die Rente ist 60 Jahre. Bei Jahrgängen ab 1952 erfolgt eine schrittweise Anhebung auf 62 Jahre.

Die normale Altersgrenze für den Bezug der Rente ohne Abschlag liegt bei 63 Jahren. Bei Jahrgängen ab 1952 erfolgt eine schrittweise Anhebung auf 65 Jahre.

Voraussetzungen:

  • Erreichen des Mindestalters.
  • Eine Schwerbehinderung bei Beginn der Rente oder bei Versicherten, die vor 1951 geborenen wurden eine berufs- oder erwerbsunfähig nach dem bis Ende 2000 geltenden Recht.
  • Die Erfüllung der Wartezeit von 35 Jahren.

(Aufgrund der Komplexität der Voraussetzungen und Besonderheiten ist es unumgänglich, einem Rentenversicherungsexperten den individuellen Fall vorzulegen.)

Beitragssatz

Der Beitrag für die gesetzliche Rentenversicherung beläuft sich 2018 auf 18,70 % des versicherungspflichtigen Arbeitsentgelts.

Der Höchstbeitrag wird mit der Beitragsbemessungsgrenze festgelegt. Nur bis zu dieser wird maximal der Beitragssatz berechnet. Für darüber hinausgehende Einkommen müssen keine Beiträge gezahlt werden.

In 2018 beträgt die Bemessungsgrenze

  • West: 6.500 Euro pro Monat (78.000 Euro im Jahr)
    Höchstbeitrag 1.215,50 Euro pro Monat
  • Ost: 5.800 Euro pro Monat (69.600 Euro im Jahr)
    Höchstbeitrag 1.084,60 Euro pro Monat

Beitrag wird zur Hälfte vom Arbeitgeber getragen
Der Rentenversicherungsbeitrag wird in der Regel je zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer bezahlt.

Den gesamten Beitrag zur GRV übernimmt der Arbeitgeber bei:

  • Minijobs bis 325 Euro im Monat und
  • Berufsstartern mit einer monatlichen Ausbildungsvergütung von weniger als 325 Euro.

Der Arbeitgeber übernimmt die Anmeldung bei der GRV sowie die Abwicklung der Beitragszahlung.

Spätestens bis zum 15. April muss der Arbeitgeber für das vorangegangene Kalenderjahr eine Jahresmeldung mit der Höhe des rentenversicherungspflichtigen Entgelts bei den zuständigen Krankenkassen abgeben, die diese an die GRV weiterleitet. Der Arbeitnehmer erhält eine Kopie der Meldung für seine Unterlagen.

Entgeltpunkte

Für die Rente werden im Laufe des Berufslebens oder auch für die Kindererziehung sogenannte Entgeltpunkte gesammelt. Je mehr, desto höher wird die Rente.

Ein Entgeltpunkt entspricht dem Durchschnittsentgelt aller Arbeitnehmer im betreffenden Jahr. Das Durchschnittsentgelt wird für jedes Jahr neu berechnet.

Jedes Jahr wird das beitragspflichtige Einkommen (Bruttoverdienst) des Versicherten in das Verhältnis zum Durchschnittsentgelt gesetzt. Das Ergebnis sind die Entgeltpunkte.

Maximal wird ein Einkommen bis zur Beitragbemessungsgrenze berücksichtigt. Es können im Jahr um die 2 Entgeltpunkte erworben werden.

Beispiel Berechnung Entgeltpunkte
Für das Jahr 2018 beträgt das vorläufige Durchschnittsentgelt 37.873 Euro.

Beitragspflichtiges Einkommen p. a. von:

30.000 Euro => 30.000 geteilt durch 37.873 = 0,79 Entgeltpunkte
58.000 Euro => 58.000 geteilt durch 37.873 = 1,53 Entgeltpunkte
82.000 Euro => 78.000 (Beitragsbemessungsgrenze) geteilt durch 37.873 = 2,06 Entgeltpunkte

Erwerbsminderungsrente

Die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen für den Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente sind:

  1. mindestens 5 Jahre versichert (Wartezeit)
    (Die Wartezeit gilt in manchen Fällen als vorzeitig erfüllt. Dazu gehört beispielsweise der Fall, indem die Erwerbsminderung aufgrund eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit entstanden ist. Dann genügt schon ein einzelner Beitrag, vorausgesetzt es bestand eine Versicherungspflicht beim Entstehen der Erwerbsminderung. Auch für junge Berufstätige gibt es eine Sonderregelung.)
  2. in den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung 3 Jahre mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit.
    (Besonderheit: Versicherte, die vor dem 01. Januar 1984 die Wartezeit bereits erfüllt hatten, können rentenberechtigt sein, auch wenn keine 3 Jahre Pflichtbeiträge im 5-Jahreszeitraum vorweisen können. Voraussetzung dafür ist, dass bis zum Eintritt der Erwerbsminderung lückenlos Anwartschaftserhaltungszeiten vorliegen.)

Einen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente können Versicherte, die dem Arbeitsmarkt nicht mehr oder nur noch eingeschränkt zur Verfügung stehen, unter bestimmten Voraussetzungen erhalten.

Grundsätzlich wird von der gesetzlichen Rentenversicherung alles getan, damit der Versicherte wieder erwerbsfähig sein kann. Es gilt der Grundsatz „Reha vor Rente“.

Überprüft wird daher zunächst:

  • ob Erwerbsfähigkeit durch medizinische oder berufliche Rehabilitation wieder hergestellt werden kann und
  • in welchem zeitlichen Umfang ein Arbeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt noch möglich ist.

Haben Maßnahmen der Rehabilitation keinen Erfolg, kann eine Erwerbsminderung anerkannt werden.

Teilweise und volle Erwerbsminderung
Eine teilweise Erwerbsminderung liegt vor, wenn:

  • der Versicherte wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit außerstande ist, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens 6 Stunden täglich zu arbeiten. Eine Tätigkeit von mindestens 3 Stunden ist jedoch möglich, oder
  • der Versicherte nur noch in einer anerkannten Werkstatt für behinderte Menschen tätig sein kann.

Eine volle Erwerbsminderung besteht, wenn der Versicherte weniger als 3 Stunden täglich arbeiten kann.

Es gibt die Rente wegen Erwerbsminderung in Form einer vollen oder halben Rentenleistung. Gezahlt wird die Rente bis zur Vollendung der Regelaltersgrenze und dem Einsetzen der Zahlung einer Altersrente.

Erwerbsfähigkeit (auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt)Rentenanspruch
unter 3 Stunden täglichVolle Rente
3 bis unter 6 Stunden täglichHalbe Rente (bei Arbeitslosigkeit: volle Rente)
6 Stunden oder mehr täglichKeine Rente
Ausnahme: ältere Versicherte (vor 02.01.1961 geboren) mit Berufsschutz, die in ihrem erlernten und einem gleichwertigen Beruf nur noch weniger als 6 Stunden täglich arbeiten könnenHalbe Rente

Mit Bezug einer Erwerbsminderungsrente sind Hinzuverdienstgrenzen zu beachten.

Die Erwerbsminderungsrente gibt es seit 2001. Die Regelungen für Renten wegen Berufsunfähigkeit und Erwerbsfähigkeit wurden zu diesem Zeitpunkt aufgehoben. Für bestehende Ansprüche dieser Renten gibt es jedoch einen Vertrauensschutz.

Freiwillige Beiträge

Wenn keine Versicherungspflicht besteht, kann es trotzdem Gründe geben, in denen es sinnvoll ist, freiwillige Beiträge an die Gesetzliche Rentenversicherung zu zahlen.

Gründe für das Zahlen von freiwilligen Beiträgen

  • es fehlen noch einige Monate rentenrechtliche Zeiten bis zum Erlangen einer Rentenanwartschaft, inklusive Hinterbliebenenrenten (Mindestversicherungszeit 60 Monate)
  • es kann mit freiwilligen Beiträgen die Wartezeit von 35 Jahren für eine vorgezogene Altersrente aufgefüllt werden (so ist bereits mit 63 Jahren ein Rentenbezug möglich)
  • zur Erhöhung der Rentenanwartschaft oder
  • während einer Auslandstätigkeit

Höhe der freiwilligen Beiträge ist frei wählbar
Freiwillig Versicherte können die Beitragshöhe in den Grenzen von Mindest- und Höchstbeitrag frei wählen. Diese Grenzen berechnen sich aus dem jeweils gültigen Beitragssatz.

Eine Zahlung von freiwilligen Beiträgen ist jeweils bis zum 31. März des Folgejahres möglich und muss mit einem Formular angemeldet werden. Nur unter bestimmten Voraussetzungen sind auch spätere Zahlungen erlaubt.

Hinterbliebenenrente

Verstirbt ein Versicherter während der Beitragszahlung oder der Rentenbezugszeit erhalten die Angehörigen unter bestimmten Voraussetzungen eine Hinterbliebenenrente.

Es gibt folgende Varianten:

Eine eingetragene Partnerschaft (gleichgeschlechtliche Partner), die nach dem 01. Januar 2005 begründet wurde, steht einer gültigen Ehe gleich. Aussagen zu Witwen- und Witwer-Renten beziehen sich daher auch auf eingetragene Lebenspartner.

Die Angehörigen haben eine Anspruch auf eine Hinterbliebenenrente, wenn der Verstorbene:

  • als Versicherter in der gesetzlichen Rentenversicherung die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren (Mindestversicherungszeit) erfüllt
  • einen Arbeitsunfall oder
  • bereits eine Rente bezogen hatte und
  • der hinterbliebene Partner nicht wieder geheiratet bzw. eine eingetragene Lebenspartnerschaft begründet hat.

Bei Eheschließungen seit dem 01. Januar 2002 wird eine Hinterbliebenenrente an den Partner nur gezahlt, wenn die Ehe mindestens ein Jahr bestanden hat. Ausnahme hiervon ist ein Unfalltod.

War Verstorbener bereits Rentenbezieher, ist Antrag auf Sterbevierteljahr möglich
Die Rentenzahlung von verstorbenen Versicherten endet zum Ende des Sterbemonats. Die Einwohnermeldeämter führen die notwendige Meldung dazu durch. Auf Antrag (z.B. bei einer Postfiliale beim Renten Service) wird die Rente jedoch für einen Übergangszeitraum von 3 Monaten, das Sterbevierteljahr, in voller Höhe an die Witwe oder den Witwer, auch an eingetragene Lebenspartner, gezahlt.

Für die Zahlung ist die Vorlage einer Sterberurkunde mit dem Eintrag der Hinterbliebenen ausreichend. Es erfolgt jedoch eine Anrechnung auf die spätere Hinterbliebenenrente, die separat beantragt werden muss.

Grundsätzlich ist für den Bezug einer Hinterbliebenenrente ein Antrag zu stellen.

Eigenes Einkommen der Hinterbliebenen kann bei Überschreiten gewisser Grenzen unter Berücksichtigung von Freibeträgen zu einer Kürzung der Rente führen.

Kleine Witwen-/ Witwerrente

Eine kleine Witwen- / Witwerrente wird gezahlt, wenn

  • der Hinterbliebene das 45. Lebensjahr (schrittweise Anhebung auf 47 Jahre) noch nicht vollendet hat
  • nicht erwerbsgemindert ist und
  • kein Kind erzieht.

Die Rente beläuft sich in Höhe von 25 % der Rente, auf die der Ehepartner zum Zeitpunkt des Todes Anspruch gehabt hätte. Ihre Zahlung ist auf 24 Kalendermonate begrenzt.

Die besondere Regelung nach dem sogenannten „alten Recht“ gilt, wenn

  • Ehepartner vor dem 01. Januar 2002 verstorben oder
  • nach dem 31. Dezember 2001 verstorben, aber vor dem 01. Januar 2002 geheiratet haben
  • und ein Ehepartner vor dem 02. Januar 1962 geboren wurde.

Stirbt der Versicherte

  • zwischen dem 60. und 63. Lebensjahr, erfolgt eine Kürzung um – 0,3 % für jeden Monat vor dem 63. Geburtstag,
  • vor dem 60. Lebensjahr wird die Rente um 10,8 % gekürzt. Es wird jedoch bei der Berechnung der Rente eine Zurechnungszeit berücksichtigt. Dies ist besonders bei jungen Versicherten von Bedeutung.

Die genannten Altersgrenzen werden seit 2012 schrittweise um 2 Jahre angehoben.

Große Witwen- / Witwerrente

Die große Witwen- / Witwerrente wird gezahlt, wenn

  • der Hinterbliebene das 45. Lebensjahr (schrittweise Anhebung auf 47 Jahre) vollendet hat oder
  • erwerbsgemindert ist oder
  • ein Kind (ein eigenes oder ein Kind des Verstorbenen unter 18 Jahre) erzieht.

Die Höhe der Rente beträgt 55 % der Rente, auf die der Ehepartner zum Zeitpunkt des Todes Anspruch gehabt hätte. Bei Kindern unter 3 Jahren erhöht sich die Rente um einen Kinderzuschlag. Analog der Kleinen Witwen- / Witwerrente werden gegebenenfalls Abschläge bei der Rente vorgenommen und eine Zurechnungszeit berücksichtigt.

Alternativ: Rentensplitting und Erziehungsrente
Als Alternative zu einer Witwen- / Witwerrente kann ein Rentensplitting gewählt und eine Erziehungsrente beantragt werden. Bei welcher Variante die Hinterbliebenenrente höher ausfällt, ist im individuellen Fall zu prüfen.

Die Zahlung der Rente erfolgt lebenslang, es sei denn der hinterbliebene Partner heiratet erneut. In einem solchen Fall kann auf Antrag eine Abfindung beantragt werden.

Ihre Höhe beträgt das 24-Fache der Hinterbliebenenrente der im Durchschnitt in den letzten 12 Kalendermonaten gezahlten Rente (nach Einkommensanrechnung, aber vor Abzug der Kranken- und Pflegeversicherung).

Erziehungsrente

Eine Erziehungsrente dient als Ersatz für den Kindesunterhalt des Verstorbenen. Folgende Hinterbliebenen mit Kindern können die Erziehungsrente erhalten:

  • geschiedener Ehepartner, wenn der frühere Ehepartner stirbt und der überlebende Partner ein Kind erzieht und
  • überlebende Ehepartner (Witwe / Witwer), wenn ein Rentensplitting durchgeführt wurde und ein Kind erzogen wird.

Das Kind muss 18 Jahre alt und ein gemeinsames Kind mit dem Verstorbenen oder ein Kind des Verstorbenen sein. Die Erziehungsrente ist unabhängig von einem Rentensplitting.

Rentenhöhe entspricht den Ansprüchen der Hinterbliebenen der Rente wegen voller Erwerbsminderung
Die Höhe der Erziehungsrente bemisst sich aus den eigenen Rentenansprüchen, nicht aus denen des Verstorbenen und beläuft sich in der Höhe einer Rente wegen voller Erwerbsminderung.

Gezahlt wird sie, wenn:

  • die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht ist,
  • die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren erfüllt ist und
  • eine erneute Heirat erfolgte oder eine Lebenspartnerschaft eingetragen wurde.

Waisenrente

Kinder eines Verstorbenen, der in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert war, erhalten eine Waisenrente, wenn sie minderjährig, in einer Ausbildung oder behindert sind.

  • Eine Zahlung kann in der Regel bis zum 27. Lebensjahr erfolgen.
  • Es gibt Halbwaisenrenten (10 % der Versichertenrente) und bei einem Tod beider Elternteile eine Vollwaisenrente 20 % der Versichertenrente).
  • Bei der Berechnung der Rente werden gegebenenfalls Zurechnungszeiten berücksichtigt.

Hinzuverdienstgrenzen für Rentner

Versicherte, die vor Beginn der Regelaltersgrenze eine Rente von der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen und zusätzlich noch Einkommen aus beruflicher oder selbstständiger Tätigkeit erhalten, müssen Hinzuverdienstgrenzen beachten.

Zum Hinzuverdienst zählen auch

  • Vorruhestandsgeld und vergleichbares Einkommen
  • Renten aus der gesetzlichen Unfallversicherung.

Bei Überschreiten der Grenze droht eine Kürzung der Rente.

Die Regeln für einen Hinzuverdienst sind sehr umfassend. Eine individuelle Beratung durch den Rentenversicherungsträger ist daher immer sinnvoll.

Bei Rentenbezug vor Altersgrenze die Grenzen beachten
Wer eine Rente bezieht und die Regelaltersgrenze erreicht hat, kann einen unbegrenzten Hinzuverdienst haben. Versicherte, die jedoch bereits vor der Regelaltersgrenze eine Rente beziehen, dürfen hinzuverdienen:

  • im Monat maximal 400 Euro und
  • lediglich in 2 Monaten (jedoch nicht hintereinander) im Jahr 800 Euro

Wird diese Grenze überschritten, wird nur eine Teilrente von ein Drittel, ein Halb oder zwei Drittel, gezahlt. Liegt der Hinzuverdienst zu einem späteren Zeitpunkt wieder unter dieser Grenze, erfolgt auf Antrag (innerhalb von 3 Monaten) die Zahlung der vollen Rente.

Der Bezug einer Teilrente im Vergleich zu einer Vollrente rentiert sich nur, wenn die individuellen Grenzbeträge für den Hinzuverdienst auch ausgeschöpft werden.

Individuelle Berechnung
Die Hinzuverdienstgrenzen für die jeweiligen Teilrenten werden individuell berechnet. Maßgeblich für die Berechnung ist das vor Beginn der ersten Altersrente versicherte Gehalt bzw. die rentenrechtlichen Zeiten der letzten 3 Kalenderjahre. Zudem gibt es Unterschiede zwischen den alten oder neuen Bundesländern.

Formel für den zulässigen Hinzuverdienst
monatliche Bezugsgröße
(oder in den neuen Bundesländern:
aktueller Rentenwert Ost / aktueller Rentenwert West) x monatliche Bezugsgröße)
x Entgeltpunkte der letzten 3 Kalenderjahre vor Beginn der ersten Altersrente (mindestens 1,5 Entgeltpunkte, Anzahl kann dem Rentenbescheid entnommen werden, Anlage 19)
x Hinzuverdienstfaktor (gesetzlich festgelegt)

Rente wegen voller Erwerbsminderung: Hinzuverdienst für eine volle Rente => 400 Euro

Sollte der Hinzuverdienst über dieser Grenze liegen, wird auch die Rente wegen voller Erwerbsminderung als Teilrente (in Höhe von drei Vierteln, der Hälfte oder ein Viertel) gezahlt.

Für jede der Teilrenten gibt es auch einen Hinzuverdienstfaktor (0,17, 0,23 und 0,28) für die Berechnung des möglichen Hinzuverdienstes.

Bei Einkommen aus selbständiger Tätigkeit liegt keine Erwerbsunfähigkeit mehr vor.

Einkommensanrechnung bei Hinterbliebenenrenten
Bei Witwen- und Witwerrenten sowie Erziehungs- und Waisenrenten wird das Einkommen – sofern es bestimmte Freibeträge übersteigt – auf die Rente angerechnet.

Berücksichtigt werden alle Einkommensarten wie aus Erwerbstätigkeit sowie Vermögen (z.B. Sparzinsen und Mieteinnahmen). Es werden dabei die Vorjahreswerte herangezogen.

Nicht berücksichtigt werden die meisten steuerfreien Einnahmen sowie Einnahmen aus Altersvorsorgeverträgen, die staatlich gefördert wurden (z.B. Riester-Rente).

Kontenklärung

Eine Kontenklärung dient der Vervollständigung des Rentenversicherungskontos. Dies ist wichtig, so dass später bei der Rentenberechnung alle vorhandenen Zeiten berücksichtigt werden können.

Die meisten rechtserheblichen Zeiten werden automatisch, meist vom Arbeitgeber, an die Rentenversicherung gemeldet. Die bei der Deutschen Rentenversicherung gespeicherten Daten in den Rentenkonten weisen jedoch auch häufig Lücken auf.

Denn beispielsweise Studienzeiten oder Zeiten der Kindererziehung werden nicht automatisch gemeldet. Diese gilt es gegen Nachweis nachtragen zu lassen, so dass sie für die Rentenberechnung berücksichtigt werden.

Eine Kontenklärung kann mit dem Formular „Antrag auf Kontenklärung“ erfolgen.

Spätestens mit Vollendung des 43. Lebensjahres versendet die Rentenversicherung, sofern bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Kontenklärung erfolgt ist, einen solchen Antrag auch automatisch zusammen mit der Renteninformation und dem Versicherungsverlauf.

Das Formular ist sehr umfangreich. Hilfe beim Ausfüllen gibt es bei den Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung. Beim Nachtrag von Zeiten müssen Nachweise, wie beispielsweise Studienbescheinigungen, Zeugnisse etc., eingereicht werden. Hierzu sind beglaubigte Kopien nötig. Alternativ können die Originale direkt in der Beratungsstelle vorgelegt werden.

Beispiel: Nachtrag der Berufsausbildung
Für die Zeiten der Berufsausbildung wird das Gehalt meistens automatisch vom Arbeitgeber an die Deutsche Rentenversicherung gemeldet. Anhand des Versicherungsverlaufs sollte überprüft werden, ob Zeiten der Berufsausbildung auch als solche berücksichtigt sind.

Denn für Zeiten der Berufsausbildung wird nicht nur der Lehrlingsverdienst für die Rentenberechnung herangezogen, sondern es wird ein höherer Betrag verwendet. Für die Lehrzeit wird bei der Ermittlung der Entgeltpunkte (nach denen sich die Rentenhöhe bemisst) der Verdienst auf bis zu 75 % des Durchschnittsentgelt des betreffenden Jahres angehoben. Dies gilt bis maximal 36 Monate.

Im Versicherungsverlauf muss die entsprechende Zeit mit „Pflichtbeitrag berufliche Ausbildung“ gekennzeichnet sein. Die Bezeichnung „Pflichtbeitrag“ alleine reicht hier nicht aus. Um dies nachträglich im Rentenkonto vermerken zu lassen, ist die Einreichung des Ausbildungsvertrags sowie des Abschlusszeugnisses notwendig.

Zeitnah fehlende Zeiten nachtragen lassen
Eine zeitnahe Kontenklärung ist ratsam, da es sonst häufig schwierig wird im Bedarfsfall die relevanten Dokumente für eventuell lang zurückliegende Zeiten zu beschaffen.

Sollten Dokumente fehlen, hilft die Deutsche Rentenversicherung unter Umständen bei der Beschaffung. Für die meisten Daten erfolgt seit Anfang der 1970er eine maschinelle Datenmeldung.

Für Zeiten, die in den neuen Bundesländern bis 1991 zurückgelegt wurden, empfiehlt sich auf alle Fälle eine zügige Überprüfung, denn aktuell sind noch viele Daten vorhanden, was in späteren Jahren eventuell nicht mehr der Fall sein wird. Die Aufbewahrungspflicht endete 2011.

Leistungen

Mit einer Beitragszahlung in die GRV und der Erfüllung von bestimmten Voraussetzungen können Ansprüche auf folgende Rentenleistungen erworben werden:

  • Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit
  • Altersrente
  • Rente wegen Todes (Hinterbliebenenrente)

Des Weiteren erbringt die GRV auch Rehabilitationsleistungen:

  • Medizinische Leistungen zur Rehabilitation
  • Berufliche Rehabilitation – Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (z.B. Hilfen zur Erhaltung eines Arbeitsplatzes, Berufsausbildung und -vorbereitung, Weiterbildung)
  • Ergänzende Leistungen (z.B. Übergangsgeld nach Ablauf der Lohn- und Gehaltsfortzahlung durch den Arbeitgeber während einer Rehabilitation, Reisekosten, Haushaltshilfe) und
  • Sonstige Leistungen (z.B. Kinderheilbehandlungen, Rehabilitationen nach Krebserkrankungen/Nachsorge)

Bei der GRV gilt das Prinzip „Reha vor Rente“. Dies bedeutet, dass bevor die Zahlung einer Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit erfolgt, versucht wird mit einer Rehabilitation die Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen. Erst wenn dies nicht gelingt, entsteht ein Rentenanspruch.

Regelaltersgrenze

Die Regelaltersgrenze ist das Alter, zudem der Versicherte seine Rente beziehen kann.

Der Anspruch auf die Regelaltersrente entsteht mit dem Erreichen der Regelaltersgrenze und wenn mindestens 5 Jahre Versicherungszeiten vorhanden sind (sogenannte Wartezeit).

Die Regelaltersgrenze ist festgelegt für

  • vor 1947 Geborene => 65 Jahre
  • zwischen 1947 und 1963 Geborene => stufenweise Anhebung
  • in 1964 und später Geborene => 67 Jahre

Rentenantrag

Die Rente muss in jedem Fall, auch wenn sie mir der Regelaltersgrenze beginnt, bei der Deutschen Rentenversicherung beantragt werden.

Dies kann formlos mündlich beim Rentenversicherungsträger, schriftlich oder auch online erfolgen. Auch eine dritte Person kann den Antrag stellen, wenn eine Vollmacht des Versicherten vorliegt.

Die Deutsche Rentenversicherung empfiehlt den Antrag etwa 3 Monate vor dem maßgeblichen Geburtstag zu stellen, so dass die Rentenzahlung pünktlich beginnen kann.

Sofern der Antrag innerhalb 3 Monaten nach Ablauf des Monats in welchem die Altersgrenze erreicht wurde, gestellt wird, erfolgt die Rentenzahlung rückwirkend (Antragsfrist).

Rentenbescheid bestätigt die Daten für die Rentenzahlung
Auf den Rentenantrag folgt der Rentenbescheid. In diesem bestätigt die Deutsche Rentenversicherung schriftlich folgendes:

  • Rentenart,
  • Beginn der Rentenzahlung und
  • Höhe der Rente.

Zudem erhält der Versicherte mit dem Rentenbescheid den Rentenausweis.

Rentenausweis

Mit Beginn der Rentenzahlung und dem zugesandten schriftlichen Rentenbescheid erhalten die Versicherten den „Ausweis für Rentnerinnen und Rentner“. Leider als Papierausweis.

Zusammen mit dem Personalausweis gilt er als Beleg für den Status eines Rentners.

Mit einem Rentenausweis gibt es in vielen Fällen finanzielle Vergünstigungen. So zum Beispiel bei Kulturveranstaltungen, Museen oder auch bei öffentlichen Verkehrsmitteln.

Rentenberechnung

Die Höhe der gesetzlichen Rente berechnet sich nach der Rentenformel:

Entgeltpunkte x Zugangsfaktor x aktueller Rentenwert x Rentenartfaktor
= monatliche Rentenhöhe

Entgeltpunkte
Für die rentenrechtlichen Zeiten werden für jedes Jahr Entgeltpunkte berechnet. Je mehr Entgeltpunkte ein Versicherter erwirbt, desto mehr Rente wird er bekommen.

Die Anzahl der jährlichen Entgeltpunkte ist abhängig von der Höhe des Arbeitsentgelts des Versicherten. Zur Berechnung wird das persönliche Arbeitsentgelt des Versicherten zum Durchschnittsentgelt aller Versicherten (dieser Wert wird jährlich im Voraus festgelegt) im betreffenden Jahr ins Verhältnis gesetzt.

Des Weiteren führen beitragsfreie Zeiten sowie beitragsgeminderte Zeiten und geringfügige Beschäftigungsverhältnisse zu einer Erhöhung der Entgeltpunkte.

Zugangsfaktor
Der Zugangsfaktor berücksichtigt Zu- und Abschläge von der Regelaltersrente.

Ein Abschlag ergibt sich beispielsweise, wenn eine Rente früher als zur Regelaltersgrenze (aktuell die Vollendung des 65. Lebensjahres) bezogen wird. Seit 2012 wird dieses Rentenalter für die „Regelaltersrente“ schrittweise auf 67 Jahre angehoben.

Für Jahrgänge ab 1964 liegt der Beginn der Regelaltersrente grundsätzlich bei 67 Jahren. Ein Zuschlag wird berücksichtigt, wenn die Rente erst später bezogen wird.

Aktueller Rentenwert
Der aktuelle Rentenwert gibt an, welche Rente im Monat für einen Entgeltpunkt mit Beginn der Regelaltersrente zu erwarten ist. Der Rentenwert wird regelmäßig angepasst.

Rentenartfaktor
Für jede Rentenart gibt es einen Rentenartfaktor. Für die Rentenart der Regelaltersrente ist der Rentenartfaktor 1 (eins). Weitere Rentenarten sind beispielsweise die Erwerbsminderungsrente und die Witwenrente.

Renteninformation

Eine Renteninformation erhalten alle Versicherten mit mindestens 5 Jahren Beitragszahlung ab dem 27. Lebensjahr automatisch jährlich von der Deutschen Rentenversicherung per Post zugesandt. Auch auf Antrag wird eine Renteninformation erstellt.

Die Renteninformation zeigt den aktuellen Stand des Versicherungskontos. Sie sagt dem Versicherten, wann er in Renten gehen kann, wie viel Rente er voraussichtlich bekommt und wie hoch sein Anspruch auf Erwerbsminderungsrente ist.

Die Renteninformation soll dazu dienen, eine Vorstellung über die spätere Rente zu bekommen, um eine zusätzliche Altersvorsorge rechtzeitig planen zu können.

Information über die spätere Rente
Das Schreiben enthält den mit den bereits geleisteten Beiträgen erworbenen Anspruch auf eine Altersrente. Diesen genannten Betrag würde der Versicherte mit Erreichen der Regelaltersgrenze (ebenfalls in der Renteninformation ausgewiesen) erhalten, wenn keine weiteren Beiträge mehr gezahlt werden würden.

Des Weiteren enthält die Renteninformation eine Hochrechnung über die später zu erwartende Regelaltersrente mit der Annahme, dass der Versicherte in Zukunft bis zum Rentenbeginn (zur Regelaltersgrenze) genauso verdienen würde, wie im Durchschnitt der letzten 5 Jahre.

Die Information weist auch die Höhe einer potenziellen Rente wegen voller Erwerbsminderung aus. Diese Rente berechnet sich aus den bisher zurückgelegten rentenrechtlichen Zeiten (Entgeltpunkte) sowie der Vorgaben, dass der Versicherte bis zum 60. Geburtstag gearbeitet und Beiträge gezahlt hätte.

Für die Jahrgänge ab 1952 werden in der Renteninformation auch Rentenanpassungen von 1 % und 2 % ausgewiesen. Diese sind allerdings unsicher. Genauso verhält es sich mit dem Kaufkraftverlust (Inflation). Weitere Angaben sind die Höhe der gezahlten Beiträge sowie die Anzahl der erreichten Entgeltpunkte.

Von den in der Renteninformation genannten Bruttobeträgen der Rente gehen noch Beiträge in die Kranken- und Pflegeversicherung ab, genauso wie potenzielle Steuern.
Beispiel für eine Renteninformation »

Zusammen mit der ersten Zusendung der Renteninformation erhalten die Versicherten auch ihren Versicherungsverlauf. Versicherte ab 55 Jahre erhalten anstelle der Renteninformation alle 3 Jahre (mit 55, 58, 61 und 64 Jahren) eine Rentenauskunft, die ausführlichere Daten beinhaltet.

Rentensplitting

Beim Rentensplitting werden die während der Ehe oder der (ab 2005 begründeten) eingetragenen Partnerschaft erworbenen Ansprüche gleichmäßig zwischen den Eheleuten bzw. Partnern aufgeteilt und gleichzeitig auf potenzielle Hinterbliebenenrenten verzichtet (Mit einem Versorgungsausgleich bei einer Scheidung hat das Rentensplitting nichts zu tun.)

Die Aufteilung der Anwartschaften geschieht in der Form, dass die betreffende Anzahl von Entgeltpunkten auf das entsprechende Rentenversicherungskonto übertragen werden. Dies hat folgende Auswirkungen:

  • für den begünstigten Partner erhöht sich der eigene Rentenanspruch,
  • es wird für den Todesfall auf eine Hinterbliebenenrente verzichtet,
  • im Hinterbliebenenfall erfolgt keine Einkommensanrechnung, da es sich um die eigene Rente handelt,
  • der zugeschriebene Rentenanspruch fällt auch bei einer erneuten Heirat oder einer neuen Lebenspartnerschaft nicht weg und
  • die Übertragung der Zeiten kann zu Vorteilen bei der Erfüllung von Wartezeiten für die Altersrente führen.

Rentensplitting erst in Zukunft von Bedeutung
Grundsätzlich wird das Rentensplitting, unabhängig von einem Todesfall, erst in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Denn Ehepaare können das Rentensplitting wählen, wenn:

  • jeder Partner mindestens 25 Jahre rentenrechtliche Zeiten auf seinem Rentenkonto hat und
  • die Ehe nach dem 31. Dezember 2001 geschlossen wurde oder
  • wenn die Ehe vorher geschlossen wurde, aber beide Ehepartner nach dem 1. Januar 1962 geboren sind.

Ein Rentensplitting kann erst nach abgeschlossenem Versicherungsleben beider Ehe- oder Lebenspartner, d.h. wenn beide Partner Anspruch auf eine Altersrente haben bzw. die Regelaltersgrenze erreicht ist, vorgenommen werden.

Die übereinstimmende Erklärung beider Partner für das Rentensplitting kann frühestens 6 Monate vor Erfüllung der Anspruchsvoraussetzungen beim Rentenversicherungsträger des jüngeren Partners eingereicht werden.

Die Eheleute und Partner, für die diese Voraussetzungen vorliegen, sind somit in 2011 höchstens 49 Jahre alt und können erst mit Beginn der Rente eine Entscheidung für ein Splitting treffen. Und für Ehen, die ab 2002 geschlossen wurden, sind die Ansprüche aus dem Splitting noch sehr gering und somit keine Alternative zur Hinterbliebenenrente.

Der Zeitraum für die Aufteilung der Ansprüche beginnt mit dem ersten des Monats der Eheschließung bis in der Regel zum Ablauf des Vormonats, in dem die Altersrente beginnt.

Bereits heute relevant: Rentensplitting nach dem Tod des Partners
Ein Rentensplitting ist auch möglich, wenn einer der Partner verstirbt (nach dem 31. Dezember 2001). Voraussetzung in einem solchen Fall wäre, dass der überlebende Partner mindestens 25 Jahre rentenrechliche Zeiten vorweisen kann. Die Entscheidung für das Rentensplitting muss bei Todesfällen ab dem 01. Januar 2008 innerhalb eines Jahres fallen.

Dabei wird die Zeit ab dem Tod bis zur maßgebenden Regelaltersgrenze in einem bestimmten Umfang hinzugerechnet. Diese Berechnung ist sehr kompliziert, weshalb eine Beratung durch den Rentenversicherungsträger unumgänglich ist.

Für junge Hinterbliebene eventuell Erziehungsrente von Interesse
Aktuell kann ein Rentensplitting im Todesfall für junge überlebende Ehepartner interessant sein, die ein Kind erziehen, da sich durch das Splitting ein Anspruch auf eine Erziehungsrente (siehe „Hinterbliebenenrente“) ergeben kann, die möglicherweise erheblich höher ausfällt als eine Witwen- bzw. Witwerrente.

Eine Entscheidung, ob das Rentensplitting und ein Verzicht auf die Hinterbliebenenrente sinnvoll ist, kann nicht pauschal getroffen werden. Mit den verschiedenen Varianten sollten im individuellen Fall Proberechnungen vorgenommen werden.

Rentenzahlung am Monatsende

  • Die Rentenzahlung erfolgt als Gutschrift auf ein Bankkonto am Ende des Monats, für den sie bestimmt ist.
  • Die Überweisung wird vom Renten Service der Deutschen Post vorgenommen.

Die Zahlung von Renten, die vor April 2004 begonnen haben, erfolgt im Voraus am letzten für den kommenden Monat.

Von der im Rentenbescheid ausgewiesenen Bruttorente werden die Beträge für die Krankenversicherung der Rentner (KVdR) sowie für die Pflegeversicherung abgezogen.

Die Rentenversicherungsträger beteiligen sich an den Beiträgen zur KVdR. Einen eventuellen Zusatzbeitrag trägt der Rentner jedoch alleine, genauso wie den Beitrag zur Pflegeversicherung.

Ist der Rentner bei einer privaten Krankenversicherung oder als freiwillig Versicherter bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert, überweist er die Beiträge für Krankenkasse und Pflegeversicherung selbst. In diesen Fällen kann der Rentner für die Krankenversicherung einen Zuschuss beim Rentenversicherungsträger beantragen.

Rentenanpassung zum 01. Juli möglich
In den Jahren, in denen der aktuelle Rentenwert erhöht wird, erhöhen sich auch die Rentenzahlungen. Eine solche Anpassung erfolgt gegebenenfalls zum 01. Juli eines Jahres.

Gesetzliche Rentenzeiten

Jeder Versicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung hat ein individuelles Rentenversicherungskonto.

In diesem werden während des Berufslebens die rentenrechtlichen Zeiten (Rentenzeiten) gesammelt, aus denen die Entgeltpunkte für die Berechnung der Rentenhöhe ermittelt werden.

Neben der Erhöhung der Rentenleistung sind die rentenrechtlichen Zeiten auch maßgeblich für die Wartezeit, die im Alter mit entscheidend ist, ab welchem Alter eine Rente gezahlt werden kann.

Aus diesem Grunde sollte ein Rentenkonto möglichst lückenlos rentenrechtliche Zeiten enthalten. Es gibt neben den Pflichtbeitragszeiten während einer Berufstätigkeit folgende Zeiten, bei denen Besonderheiten zu beachten sind.

Im Rahmen einer Kontenklärung können sie gegen Nachweis dem Rentenversicherungskonto gutgeschrieben werden:

Kindererziehungszeit

Für die Kindererziehungszeit bekommen die Mutter oder der Vater für jedes Kind Entgeltpunkte auf dem Rentenkonto gutgeschrieben, die später die Rente erhöhen.
Nach dem Geburtsmonat des Kindes werden maximal berücksichtigt (für jedes Kind):

  • für Geburten bis einschließlich 1991 maximal die ersten 12 Monate
  • für Geburten ab 1992 maximal die ersten 36 Monate

Der Zeitraum verlängert sich entsprechend, wenn mehrere Kinder gleichzeitig erzogen werden, so dass für jedes Kind (auch bei Mehrlingsgeburten) 12 bzw. 36 Monate berücksichtigt werden.

Die Bedingung für die Kindererziehungszeit ist, dass das Kind in Deutschland erzogen wird. Nur wenige Ausnahmen sind hier zugelassen. Zu diesen zählen beispielsweise, wenn mit Bezug zu Deutschland eine begrenzte Tätigkeit im Ausland ausgeübt wird.

Kinder erhöhen die Renten

Bei der Ermittlung der Anzahl der Entgeltpunkte für die Kindererziehungszeit erfolgt die Berücksichtigung, als wäre der Beitrag für einen Durchschnittsverdiener gezahlt worden. Der „Durchschnittsverdienst“ wird jeweils für ein Kalenderjahr festgestellt (siehe „Wichtige Zahlen zur GRV im Überblick“ und „Entgeltpunkte“).

Beispiel: Beläuft sich die Kindererziehungszeit von Januar bis Dezember, so wird der Durchschnittsverdienst für das ganze Jahr berücksichtigt und die Mutter oder der Vater erhalten dann einen Entgeltpunkt auf ihrem Rentenkonto gutgeschrieben.

Die Kindererziehungszeiten werden bei der Rentenberechnung wie Pflichtbeitragszeiten behandelt (eine Beitragszahlung ist jedoch nicht nötig). So kann es sein, dass nur mit den Kindererziehungszeiten ein Rentenanspruch entsteht.

Nur ein Elternteil bekommt die Kindererziehungszeit angerechnet

Bei allen Geburten in Deutschland melden die örtlichen Behörden die Geburt und die letzte bekannte Anschrift der Mutter der Deutschen Rentenversicherung. Der zuständige Rentenversicherungsträger wendet sich dann an die Mutter und informiert sie zu den Kindererziehungszeiten. Unter bestimmten Voraussetzungen sind Kindererziehungszeiten auch für Adoptiv-, Stief- oder Pflegekinder möglich.

Die Eltern können wählen, ob die Kindererziehungszeiten bei der Mutter oder beim Vater angerechnet werden. In der Regel erhält der Elternteil die Rentenzeit, der das Kind überwiegend erzieht. Erfolgt die Erziehung zu gleichen Teilen, erhält die Mutter die Zeit zugerechnet, es sei denn beide Elternteile geben für die Zukunft eine übereinstimmende gemeinsame Erklärung dazu ab.

Auch Eltern, die in einer berufsständischen Versorgung (Ärzte, Apotheker, Rechtsanwälte) abgesichert sind, können unter Umständen eine Anrechnung der Kindererziehungszeiten bei der Deutschen Rentenversicherung erhalten.

Weitere Erhöhung bei Erwerbstätigkeit: aber Begrenzung
Geht der Elternteil, der die Kindererziehungszeit zugerechnet bekommt, während der Zeit der Kindererziehung einer Erwerbstätigkeit nach, so wird auch dieser Verdienst für die Rente angerechnet.

Diese Regelung ist seit Juli 1998 gültig. Insgesamt können jedoch in einem Monat maximal die Entgeltpunkte der Beitragsbemessungsgrenze erreicht werden (Kindererziehungszeit und Arbeitsentgelt zusammen).

Von den Kindererziehungszeiten sind die Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung zu unterscheiden.

Berücksichtigungszeit wegen Kindererziehung

Die ersten 10 Jahre ab der Geburt eines Kindes können als Berücksichtigungszeit wegen Kindererziehung (Kinderberücksichtigungszeit) im Rentenkonto angerechnet werden. Bei der Erziehung von mehreren Kindern endet die Berücksichtigungszeit mit dem 10. Geburtstag des jüngsten Kindes.

Solche Zeiten erhöhen zwar die Rente nicht unmittelbar, sie zählen jedoch zur Wartezeit und können somit Einfluss auf die Rentenzahlung haben.

Beispielsweise zählen Berücksichtigungszeiten bei der Wartezeit von 35 Jahren für eine vorgezogene Altersrente. Zudem können diese Zeiten Lücken im Versicherungsverlauf schließen.

Bis zum 10. Geburtstag des jüngsten Kindes
Wie die Kindererziehungszeit wird auch die Berücksichtigungszeit nur einem Elternteil zugeordnet und zwar dem Teil, der auch die Kindererziehungszeit für das betreffende Kind erhalten hat.

Bei einer selbständigen Tätigkeit während der Berücksichtigungszeit mit mehr als geringfügigen Einkünften, wird die Zeit nur als Kinderberücksichtigungszeit angerechnet, wenn die Zeit auch Pflichtbeitragszeit war. Dies ist beispielsweise bei Mitgliedern der Künstlersozialkasse oder bei Hebammen der Fall.

Anrechnungszeit

Anrechnungszeiten sind beitragsfreie Zeiten, die dennoch für die spätere Rente, insbesondere für die Wartezeit, zählen.

Zu den Anrechnungszeiten gehören:

Schulbesuch und Studium
Nach dem 17. Geburtstag zählt der Besuch einer allgemeinbildenden Schule (beispielsweise die Zeit bis zum Abitur), einer Fach- und Hochschule bzw. die Teilnahme an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme als Anrechnungszeit.

Bei einer Rente ab 2009 wirken sich jedoch nur noch der Besuch einer Fachschule und berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen rentensteigernd aus. Die anderen Schul- oder Studienzeiten zählen jedoch bei der Wartezeit mit. Insgesamt können maximal 8 Jahre auf die Wartezeit angerechnet werden.

Sind die 8 Jahre mit Zeiten der Schulausbildung überschritten, besteht die Möglichkeit für die darüber hinausgehenden Zeiten freiwillige Beiträge nachzuzahlen. Der Rentenversicherungsträger sollte in solchen Fällen zur Beratung aufgesucht werden.

Folgende Anrechnungszeiten zählen bei der Wartezeit nicht mit, können aber die Rentenhöhe beeinflussen (Bedingung ist, dass eine versicherungspflichtige Beschäftigung unterbrochen wurde)

Schwangerschaft und Mutterschutzfristen
Berücksichtigt werden die übliche Fristen: 6 Wochen vor der Geburt sowie 8 Wochen danach (in der früheren DDR bis 20 Wochen danach).

Arbeitsunfähigkeit, Krankheit und Rehabilitation
Als Nachweis zählen Bescheinigungen der Krankenkasse, eines Arztes oder dem Bewilligungsbescheid für die Rehabilitationsmaßnahme.

Arbeitslosigkeit
Voraussetzung ist, dass eine Meldung bei der Agentur für Arbeit vorlag und eine öffentliche Leistung bezogen wurde, wie z.B. Arbeitslosengeld). Bei einer Sperrfrist erfolgt keine Anrechnung.

Zurechnungszeit

Eine Zurechnungszeit wird bei der Berechnung der Erwerbsminderungsrente oder der Hinterbliebenenrente (Witwen- / Witwerrente, Waisenrente und Erziehungsrente) berücksichtigt. Mit ihrer Anrechnung erhöhen sich die Renten.

Der Sinn einer Zurechnungszeit liegt darin, dass bereits junge Versicherte eine auskömmliche Erwerbsminderungsrente und Hinterbliebene eines jung verstorbenen Versicherten eine angemessene Hinterbliebenenrente erhalten.

Voraussetzung für die Berücksichtigung einer Zurechnungszeit ist, dass ohne sie bereits ein Rentenanspruch bestehen würde. Beginn der Zurechnungszeit ist der Eintritt der Erwerbsminderung bzw. der Tod des Versicherten.

Sie endet mit dem theoretischen Erreichen des 60. Lebensjahres des Versicherten. Mit der Berücksichtigung dieser Zeit erhöht sich die Rentenleistung.

Sonstige Rentenzeiten

Berufliche Ausbildung

Für die Lehrzeit mit einem niedrigen Verdienst gibt es einen Bonus bei der Rente. Der für die Ermittlung der Entgeltpunkte (dienen zur Berechnung der Rentenhöhe) auf dem individuellen Rentenkonto gespeicherte Verdienst wird dazu auf 75 Prozent des Durchschnittsentgelts angehoben. Im Versicherungsverlauf muss die Zeit mit „Pflichtbeitrag berufliche Ausbildung“ gekennzeichnet sein.

Voraussetzung für die Erhöhung ist der Nachweis der Berufsausbildung mittels dem Ausbildungsvertrag und dem Abschlusszeugnis. Die Erbringung des Nachweises bei den Rentenversicherungsträgern kann im Rahmen einer Kontenklärung erfolgen. Maximal werden 36 Monate berücksichtigt.

Zeit für Pflegetätigkeit
Wer Pflegebedürftige, meist Angehörige, in ihrer häuslichen Umgebung pflegt, erhält für diese nicht erwerbsmäßige Pflegetätigkeit rentenrechtliche Zeiten auf dem Rentenkonto gutgeschrieben. Diese Regelung gilt seit 01. April 1995. Die Beiträge werden von der Pflegekasse oder dem privaten Versicherungsunternehmen gezahlt. Der Pflegende selbst zahlt keinen Beitragsanteil.

Voraussetzungen für die Beitragszahlung und Berücksichtigung der nicht erwerbsmäßigen Pflegetätigkeit sind:

  • der Pflegebedürftige hat Anspruch auf eine Leistung aus der sozialen oder privaten Pflegeversicherung,
  • neben der Pflegetätigkeit wird eine Beschäftigung von maximal 30 Stunden ausgeübt,
  • die Pflege hat einen Umfang von mindestens 14 Stunden wöchentlich und
  • die Pflege wird mehr als 2 Monate im Kalenderjahr ausgeübt.

Rentenansprüche aufgrund von nicht erwerbsmäßiger Pflegetätigkeit

Die Zeiten, die auf den Rentenkonto gutgeschrieben werden, zählen als Pflichtbeitragszeiten. Sie zählen daher zur Wartezeit und können auch Rentenansprüche begründen. Der fiktive Verdienst der für die Berechnung der Beiträge und Entgeltpunkte zugrunde gelegt wird, ist abhängig von der Pflegestufe des Pflegebedürftigen und dem Umfang der Pflege. Basis für die Berechnung ist die Bezugsgröße des entsprechenden Jahres.

Selbständige

Selbständige können in der Gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sein oder sich auf Antrag pflichtversichern. Ihren Beitrag zahlen sie jedoch alleine, maximal bis zur Beitragsbemessungsgrenze.

Die meisten Selbständigen sind nicht pflichtversichert, d.h. sie müssen in der Regel keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung zahlen.

Als selbständig gilt, wer das unternehmerische Risiko in vollem Umfang trägt, seine Arbeitszeit frei gestalten kann und keinen Weisungen unterliegt.

Trotz Selbständigkeit gilt für diese Berufsgruppen Versicherungspflicht
Es gibt jedoch bestimmt Berufsgruppen, für die trotz einer Selbständigkeit eine Pflichtversicherung besteht. Zu diesen gehören:

  • Lehrer (dazu gehört auch Nachhilfe, Golflehrer, Moderatoren etc.),
  • Erzieher (z.B. Tagesmütter),
  • Pflegeberufe (z.B. Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, nicht jedoch selbstständige Altenpfleger),
  • Hebammen (auch mit versicherungspflichtigen Arbeitnehmern), Beleg-Hebammen,
  • Künstler und Publizisten (versichert über die Künstlersozialkasse, die die Hälfte der Beiträge zahlt, Versicherungspflicht ab einem Jahreseinkommen von 3.900 Euro bzw. Berufsanfänger, Beschäftigung von nicht mehr als einem Arbeitnehmer),
  • gegebenenfalls Selbstständige mit einem Auftraggeber / Scheinselbständige,
  • Hausgewerbetreibende (arbeiten in eigener Arbeitsstätte im Auftrag und für Rechnung von Gewerbetreibenden),
  • Seelotsen sowie Küstenschiffer und Küstenfischer (siehe Bestimmungen der Knappschaft-Bahn-See) und
  • Handwerker eines zulassungspflichtigen Gewerbes, die in die Handwerksrolle eingetragen sind und selbstständig arbeiten. Bei dem Eintrag von Personen- und Kapitalgesellschaften in die Handwerksrolle ist zu prüfen, ob der Gesellschafter versicherungspflichtig ist.

In Zweifelsfällen stellt Clearingstelle Versicherungspflicht fest
In Fällen, in denen es Zweifel bzgl. der Versicherungspflicht gibt, stellt die Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung Bund den sozialversicherungsrechtlichen Status mittels einer Prüfung fest.

Beiträge können in folgender Höhe gezahlt werden

  • Regelbeitrag oder
  • einkommensgerechter Beitrag (Nachweis nach Einkommensteuerbescheid Vorjahr) oder
  • halber Regelbeitrag für Berufseinsteiger in den ersten 3 Jahren.

Für Existenzgründer ist eine Befreiung von der Versicherungspflicht auf Antrag für maximal 3 Jahre möglich. Eine Befreiung ist auch möglich, wenn mindestens 18 Jahre (216 Monate) Pflichtbeiträge eingezahlt wurden.

Besteht per Gesetz keine Versicherungspflicht und wird auch kein Antrag auf Versicherungspflicht gestellt, besteht für Selbständige die Möglichkeit, freiwillige Beiträge zu zahlen.

Sozialversicherungsausweis

Ein Sozialversicherungsausweis ist ein wichtiges Dokument. Er dient als Ausweis für die Mitgliedschaft in der Sozialversicherung.

Alle Arbeitnehmer, auch geringfügig Beschäftigte, erhalten einen Sozialversicherungsausweis mit der erstmaligen Aufnahme einer Beschäftigung.

Auf Veranlassung der Krankenkasse oder der Mini-Job-Zentrale wird der Ausweis dem Arbeitnehmer von der Deutschen Rentenversicherung automatisch per Post zugesandt.

Wenn sich personenbezogene Daten, wie beispielsweise der Familienname, ändern, wird ein neuer Sozialversicherungsausweis ausgestellt.

Bei Beginn eines Arbeitsverhältnisses ist der Sozialversicherungsausweis dem jeweiligen Arbeitgeber vorzulegen. Er dient diesem zur Kontrolle und zur Feststellung der Sozialversicherungsnummer für das Abführen der Sozialversicherungsbeiträge.

Mit dem Sozialversicherungsausweis soll Mißbrauch von Sozialleistungen verhindert werden.

Sozialversicherungsnummer und Rentenversicherungskonto
Jeder Versicherte in der Gesetzlichen Rentenversicherung erhält zur Zuordnung seiner Daten eine Sozialversicherungsnummer. Die Nummer enthält unter anderem das Geburtsdatum sowie den Anfangsbuchstaben des Geburtsnamens.

Unter der Versicherungsnummer wird ein Rentenversicherungskonto geführt, in dem alle Daten gespeichert werden, die für die Rente wichtig sind.

Steuerpflicht der gesetzlichen Rente

Mit dem seit 2005 geltenden Alterseinkünftegesetz ist die Versteuerung von Renten neu geregelt worden. Die bis dahin geltende Ertragsanteilbesteuerung ist nicht mehr gültig, auch nicht für Renten, die vor 2005 begonnen haben.

Steuerpflicht von Renten, abhängig vom Jahr des Rentenbeginns
Seit dem Jahre 2005 richtet sich die Höhe der Steuerpflicht bzw. der Steuerfreibetrag von Renten nach dem Kalenderjahr des Rentenbeginns. Der Steuerfreibetrag im ersten Jahr des Rentenbezugs wird in Euro und Cent festgeschrieben. Dieser Betrag bleibt für die gesamte Rentenbezugszeit unverändert.

Dies bedeutet: Erhöht sich die Rente, bleibt der Steuerfreibetrag für die Rente gleich und der steuerpflichtige Anteil erhöht sich. So kann es passieren, dass mit einer Rentenerhöhung eine Steuerbelastung entsteht.

Der Rentenfreibetrag bemisst sich nach der Bruttorente, d.h. vor Abzug des Beitrags für die Kranken- und Pflegeversicherung. Für alle Rentenleistungen, die vor 2005 begonnen haben, wurde der Rentenfreibetrag bei 50 %, der in 2005 bezogenen Rentenleistung festgeschrieben. Es ergibt sich somit, dass Rentner, die schon nach altem Recht (vor 2005) Steuern zu zahlen hatten, nun meist höhere Steuern zahlen.

Mindestens 50 % der Rente sind steuerpflichtig
Der Rentenfreibetrag vermindert sich seit 2005 schrittweise, bis er 2040 wegfällt, so dass alle dann beginnenden Renten vollständig steuerpflichtig sind.

Eine Steuerbelastung entsteht, wenn das zu versteuernde Einkommen (hierzu zählen neben Renten auch die weiteren Einkünfte, z.B. aus Vermietung und Kapitalvermögen) den steuerlichen Grundfreibetrag übersteigt.

Versicherungsverlauf

Ein Versicherungsverlauf ist ein Kontoauszug des betreffenden Rentenversicherungskontos.

Die schriftliche Aufstellung enthält alle im Konto gespeicherten rentenrechtlichen Zeiten, die für die Berechnung der Rente berücksichtigt werden. Gespeichert wird neben dem Zeitraum der versicherte Verdienst.

Versicherte erhalten ihren Versicherungsverlauf automatisch mit der ersten Zusendung einer Renteninformation (Versicherte mit vollendetem 27. Lebensjahr und mit mindestens 5 Versicherungsjahren).

Weitere Versicherungsverläufe werden ab dem 43. Lebensjahr standardmäßig in regelmäßigen Abständen versendet. Zusätzlich kann ein Versicherungsverlauf auch jederzeit beantragt werden.

Mit Erhalt des Versicherungsverlaufs sollte der Versicherte diesen auf eventuell vorhandene Lücken prüfen. Für fehlende Zeiten können Unterlagen bei der Deutschen Rentenversicherung eingereicht werden (Kontenklärung).

Versorgungsausgleich

Wenn eine Ehe geschieden oder eine (seit dem 01.01.2005 geschlossen) eingetragene Partnerschaft aufgehoben wird, werden die während der Ehe bzw. Partnerschaftszeit erworbenen Rentenansprüche beider Partner gleichmäßig unter diesen aufgeteilt.

Die Entscheidung dazu trifft das Familiengericht. Unter bestimmten Voraussetzungen kann der Versorgungsausgleich jedoch auch explizit ausgeschlossen werden.

Das Verfahren des Versorgungsausgleichs sieht im Falle der gesetzlichen Rentenversicherung zunächst eine Kontenklärung beider Partner vor. Danach erfolgt ein Ausgleich von:

  • der Höhe der Rentenanwartschaft unter den jeweiligen Rentenversicherungskonten (mittels Übertragung von Entgeltpunkten) sowie
  • der Wartezeit (die übertragene Rentenanwartschaft wird dabei in Wartezeitmonate umgerechnet und gutgeschrieben. Zudem behält der ausgleichspflichtige Partner seine Wartezeit in vollem Umfang bei).

Versorgungsausgleich teilt bei Scheidung die Rentenansprüche während der Ehezeit

Die dafür relevante Zeit beginnt mit dem Monat der Heirat bzw. Begründung der Partnerschaft und endet mit der Zustellung des Scheidungsantrags.

Ein Versorgungsausgleich findet nicht statt, wenn

  • die Ehezeit nur bis zu 3 Jahre gedauert hat (es sei denn, ein Ehegatte beantragt den Ausgleich) oder
  • der Wert des auszugleichenden Anrechts gering ist oder
  • eine gültige Verfügung dazu in einem Ehevertrag vorliegt.

Erhält bei der Scheidung bereits ein Partner eine Rente, können im Rahmen des Versorgungsausgleichs Anpassungen erfolgen.

Allgemeine Wartezeit

Für den Erhalt einer Rente von der gesetzlichen Rentenversicherung ist eine Mindestversicherungszeit notwendig. Diese Zeit wird als „Wartezeit“ bezeichnet.

Die Mindestversicherungszeit für einen grundsätzlichen Rentenanspruch beträgt 5 Jahre bzw. 60 Kalendermonate.

Für die verschiedenen Rentenarten gibt es unterschiedlich lange Wartezeiten.

Für Wartezeiten von 5 Jahren (Regelaltersrente) sowie 15 Jahren (Rente für Frauen und Renten nach Arbeitslosigkeit und Altersteilzeit) werden als Wartezeit angerechnet:

  • Beitragszeiten (Pflicht- und freiwillige Beiträge, Kindererziehung),
  • Ersatzzeiten,
  • Zeiten von einem Versorgungsausgleich (bei Scheidung),
  • Zeiten von einem Rentensplitting und
  • Zeiten von 400/450 Euro Jobs.

Für die Rente für langjährig Versicherte beläuft sich die Wartezeit auf 35 Jahre. Neben den oben genannten Zeiten werden zusätzlich angerechnet:

  • Anrechnungszeiten sowie
  • Berücksichtigungszeiten

Ab 2012 wurde die Altersrente für besonders langjährige Versicherte mit einer Wartezeit von 45 Jahren eingeführt. Von den bisher genannten Zeiten werden Zeiten mit Bezug von Arbeitslosengeld, Arbeitslosengeld II oder Arbeitslosenhilfe sowie Zeiten aus Versorgungsausgleich oder Rentensplitting nicht berücksichtigt.

Über den Autor

Thomas Nissen

Thomas Nissen

Nach vielen Jahren selbständiger Tätigkeit als Finanzberater und Versicherungsmakler wechselte ich die „Seiten“, um Verbraucher zu unterstützen, die richtigen Entscheidungen in Finanzfragen zu treffen.