Gesetzliche Krankenversicherung Vergleich 2017

In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erhält jedes Mitglied den gleichen Mindest-Leistungsumfang an medizinischer Versorgung, ungeachtet seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Und doch gibt es Beitrags- und Leistungsunterschiede:

Einheitlicher Beitragssatz durch Gesundheitsfonds

Durch den Gesundheitsfonds wird der Beitragssatz von der Bundesregierung festgelegt und gilt für alle gesetzlichen Krankenkassen gleichermaßen. Jede Krankenkasse bekommt ihre Gelder jetzt direkt durch den zentral verwalteten Gesundheitsfonds zugeteilt.

Kommt ein Kasse mit den Zuschreibungen des Gesundheitsfonds nicht aus, kann sie von ihren Mitgliedern einen Zusatzbeitrag verlangen. Von diesem Recht haben bereits etliche Krankenkassen Gebrauch gemacht.

Alles gleich und dennoch unterschiedlich

Alle gesetzlich Versicherten haben einen Rechtsanspruch auf den im SGB V festgeschriebenen Leistungsumfang. Er ist bei allen Krankenkassen gleich.

Dennoch gibt es Unterschiede. So honorieren manche Krankenkassen beispielsweise gesundheitsbewusstes Verhalten, regelmäßige Vorsorge und die Teilnahme an Ernährungskursen mit Boni oder der teilweisen Kostenübernahme. Darüber hinaus kann eine Beitragsrückerstattung erfolgen, wenn Überschüsse in entsprechender Höhe erwirtschaftet werden konnten.

Die Krankenkassen sind heute auch in der Lage, zusätzliche Einnahmen durch verschiedene Wahltarife zu generieren. Zusatzversicherungen dieser Art waren bislang nur der PKV vorbehalten. Wer sich für einen Wahltarif entscheidet, bindet sich für drei Jahre an die Krankenkasse. Das gilt für alle Mitglieder, ungeachtet dessen, ob sie versicherungspflichtig oder freiwillig versichert sind.

Kostenbremse durch Direktverträge

Durch den Abschluss von Direktverträgen haben die Krankenkassen die Möglichkeit, auf die Ausgabenentwicklung direkt Einfluss zu nehmen, in dem sie mit einzelnen Ärzteverbänden oder Verbänden einzelner Fachrichtungen Vereinbarungen über die Höhe der Honorare treffen.

Mehr Verantwortung

Auf den Krankenkassen lastet nun auch mehr Verantwortung den Versicherten gegenüber. Speziell im Umgang mit den zugeteilten Mitteln muss das Verständnis und die Bedeutung von Kostenbewusstsein weiter zunehmen. Auch im Hinblick darauf, weiterhin wettbewerbsfähig zu sein.

Wer es hier an der nötigen Sorgfalt fehlen lässt, kommt schnell in finanzielle Schwierigkeiten. Die Folge ist, dass Zusatzbeiträge verlangt werden müssen. Reicht das nicht aus, kann das auch eine Schließung der Kasse zur Folge haben, wie die jüngere Vergangenheit gezeigt hat.

Kündigungsmöglichkeit bei Zusatzbeitrag

Sollte Ihre Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erheben, weil sie mit der Zuschreibung aus dem Gesundheitsfonds nicht auskommt, dann haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Die Frist beträgt zwei Monate.

In der Zukunft wird es auch weiterhin Fusionen kleinerer Krankenkassen mit größeren geben, die dann nachhaltig zur Stabilität beitragen können. Interessant dabei ist die Möglichkeit, dass sich Krankenkassen unterschiedlicher Art zusammenschließen, beispielsweise Betriebskrankenkassen und Ersatzkassen.

... und da wäre noch