Digitale (Neo-)Banken

Aktualisiert: 12. Oktober 2021 | Thomas Nissen
Die Arbeitsgemeinschaft Finanzen gibt Dir hier einen Überblick über Neobanken mit den besten digitalen Geschäftskonten, Girokonten und Apps.

Liste Geschäftskonto von Neobanken

Definition: Was sind Neobanken?

Neobanken sind vieles: sie sind Direktbanken, digitale Banken und häufig noch FinTechs. Statt sie in etablierte Rollen der Bankenindustrie einordnen zu wollen, verspricht mehr Erfolg, sie anhand ihrer Charakteristiken zu klassifizieren.

Da ist auffällig, dass Neobanken nicht nur (selbstverständlich!) auf ein klassisches, kostspieliges Filialnetzwerk verzichten, sondern auch ihren Fokus zumindest teilweise weg vom klassischen Laptop und PC, hin zu mobilen Endgeräten richteten.

Gemeinsam haben alle Neobanken, dass sie Banking in das digitale, Always-Online-Zeitalter bringen möchten.

Überweisungen am Smartphone, Depotverwaltung am heimischen Schreibtisch, Kreditaufnahme vom Sofa aus und am Tablet fix den Kontostand prüfen: all das ist in der digitalen Welt der Neobanken möglich, ohne Bankenberater, lange Wartezeiten am Schalter oder hohe Gebühren.

Häufiger werden solche Banken übrigens “Challenger-Banken” genannt. Warum? Hergeleitet vom englischen Begriff “Challenge”, wird damit impliziert, dass die modernen Banken die Herausforderung akzeptierten, Banking im digitalen Zeitalter komplett orts-, geräte- und zeitunabhängig zu gestalten: die volle Kontrolle also in die Hand des Nutzers zu legen.

Ebenso suchen sie die Herausforderung, den etablierten, großen, milliardenschweren Banken die Stirn zu bieten.

Neobank vs. Filialbank: Vorteile und Nachteile

  • Banking von überall aus möglich. Kein Filial- oder Gerätezwang.
  • Kontoeröffnung dank Video-Ident und Co. einfach und schnell.
  • Günstiger als traditionelle Banken, da viele Kostenpositionen entfallen. Ersparnis wird an Kunden weitergereicht.
  • Technologische Vorteile. Schnelle Integrationen von Zahlungsdiensten und -dienstleistern.
  • Optimierte Usability der Anwendungen. An den Ansprüchen von Digital Natives und digital-affinen Menschen ausgerichtet.
  • Kein Filialnetzwerk. Daher kein Ansprechpartner vor Ort.

Wie populär sind Neobanken heute?

Im Zweifel für die Zukunft: eine statistische Erhebung mit Fokus auf Deutschland zeigt, dass Mobile- und Online-Banking nicht nur Anklang findet, sondern längst dem ehemaligen Nischendasein entwachsen ist.

Laut der Studie [1] nutzten im Jahr 2014 lediglich rund die Hälfte der Befragten Online-Banking, 2019 waren es schon 70 %, 2020 sogar 73 %. Die Tendenz also? Stark steigend!

Die Gründe für solch einen deutlichen Anstieg sind vielfältig.

Zweifelsohne spielen die steigenden Kosten bei traditionellen Bankenhäusern eine Schlüsselrolle, ebenso wie der historisch niedrige Leitzins, der die Rentabilität von Großbanken auf den Prüfstand stellt.

Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Demografie hierzulande und im Westen generell, wie eine Ende 2019 veröffentlichte Studie [2] aufzeigt.

Die Studie fasst zusammen:

  • In der Altersgruppe 18 bis 35 Jahre nutzen 60 % Onlinebanken, aber nur 26 % klassische Banken.
  • Oberhalb der 36 Jahre sieht es gegenteilig aus, der große Teil der Befragten war Kunde bei klassischen Banken.
  • Höhere Einkommen tendieren ebenfalls zur Nutzung von Neobanken (38 % gegen 23 %)
  • Der relative Anteil an Neobanken-Kunden ist in Großstädten höher als in ländlichen Regionen oder Vorstädten.

Mindestens anhand der Präferenzen in den jeweiligen Altersgruppen lässt sich die Prognose anstellen, dass die Neobanken in Zukunft weiter Marktanteile gewinnen können.

Begründung: Junge erwerbstätige Personen, die teilweise früh in Kontakt mit Neobanken kamen oder klassische Filialbanken nur aus Erzählungen kennen, als Kunden nachrücken, während sich der Anteil der Kontoinhaber in den höchsten Altersklassen sukzessive reduziert.

Quellen

[1] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1173948/umfrage/umfrage-zur-nutzung-von-online-banking-in-deutschland/

[2] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1174149/umfrage/vergleich-des-kundenprofils-von-neo-banken-und-traditionellen-banken/