Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich 2017

Die Höhe Ihrer Berufsunfähigkeitsrente wird so ermittelt

Beispiel: Sie verdienen monatlich 2.000 Euro netto. Ihr Anspruch auf gesetzliche Erwerbsminderungsrente beträgt laut Ihrer Renteninformation 600 Euro, aus einer Altersvorsorge bekommen Sie 200 Euro. Versichern sollten Sie somit eine private Berufsunfähigkeitsrente i.H.v. 1.200 Euro im Monat (2.000 Euro – 600 Euro – 200 Euro).

Ihr Rentenanspruch aus einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung sollte zusammen mit allen anderen Versorgungsansprüchen hoch genug sein, um zumindest Ihre derzeitigen Lebenshaltungskosten zu decken. Beziehen Sie auch die Inflation in die Berechnung mit ein.

Darauf sollten sie vor Vertragsabschluss achten

  • Die Berufsunfähigkeitsversicherung sollte nicht nur günstig sein – sie muss auch kundenfreundliche Vertragsbedingungen bieten.
  • Ein billiger Berufsunfähigkeitsschutz ist im Ernstfall nutzlos, wenn er Fußangeln enthält, aufgrund derer der BU-Versicherer die Leistung verweigern kann.
  • Lesen Sie die Versicherungsbedingungen genau durch, bevor Sie den Vertrag unterschreiben.

Varianten der Berufsunfähigkeitstarife

  • Selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU) mit Beitragsverrechnung
  • Selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU) mit verzinslicher Ansammlung
  • Selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU) mit Investmentfonds
  • Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) in Verbindung mit einer Renten- bzw. Lebensversicherung
Definition Berufsunfähigkeit

Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn Betroffene aufgrund von Krankheit, Unfall oder anderer Gebrechen oder infolge einer Schwäche der körperlichen oder geistigen Fähigkeiten, weder in ihrem erlernten noch in einem ihnen zumutbaren Beruf halb so viel leisten und verdienen können, wie andere Erwerbstätige mit einer ähnlichen Ausbildung sowie gleichwertigen Kenntnissen und Fähigkeiten.

Die Rente wegen Berufsunfähigkeit betrug bis zum Jahre 2000 zwei Drittel der vollen Rente. Jetzt beträgt die vergleichbare Rente, die wegen teilweiser Erwerbsminderung gezahlt wird, nur noch 50 Prozent der vollen Rente, bei gleichzeitig abgesenktem Rentenniveau und verschärften Kriterien (siehe Erwerbsminderungsrente).

Vor allem junge Leute müssen für Berufsunfähigkeit vorsorgen

Für junge Menschen ist der private Schutz gegen Berufsunfähigkeit besonders wichtig – wer erst seit kurzer Zeit Beiträge in die Rentenkasse einzahlt, dessen Anspruch auf Leistungen aus der Gesetzlichen Rentenversicherung sind gering. Selbst Leistungen aus einer betrieblichen Altersversorgung sind gerade in den ersten Berufsjahren kaum vorhanden. Bei Berufsunfähigkeit steht man gerade als junger Mensch oft ohne nennenswerte Versorgung da.

Je früher Sie in den Berufsunfähigkeitsschutz einsteigen, desto niedriger sind die Beiträge. Und da Sie als junger Mensch in der Regel noch auch keine gesundheitlichen Probleme haben, bekommen Sie Ihren Versicherungsschutz normalerweise auch ohne Einschränkungen, denn Vorerkrankungen können zu Beitragszuschlägen oder sogar Leistungsausschlüssen führen.

Berufsgruppen

Versicherer gehen gerne auf Nummer „Sicher“ und ermitteln daher das individuelle Berufsunfähigkeitsrisiko der einzelnen Tätigkeiten und teilen die Berufe in verschiedene Berufsgruppen ein. Je riskanter die Tätigkeit, desto höher ist der Beitrag.

Doch nicht nur der Preis für den begehrten Versicherungsschutz richtet sich nach der Berufsgruppe. Auch der Tarif an sich und seine individuelle Ausgestaltung ist von dieser Einteilung abhängig.

Praxis-Tipp

Vergleichen Sie nicht nur das Verhältnis von Preis und Leistung, sondern überprüfen neben den Versicherungsbedingungen auch die Berufsgruppeneinteilung. Dadurch können Sie bei den Beitragskosten sparen. Achten Sie auf die Angabe der korrekten Berufsbezeichnung.

Berufsgruppeneinteilung

Abhängig vom Risiko und der Wahrscheinlichkeit eines Versicherungsfalls:

BerufsgruppenTätigkeiten
Berufsgruppe 1
(geringes Berufsunfähigkeitsrisiko)
hochqualifizierte Berufe mit geringer Gefahr, dazu gehören beispielsweise Ärzte, Apotheker, Architekten, Ingenieure, Anwälte, Richter und Notare, Pastoren, Politologen, Steuerberater, sowie Betriebswirte und Volkswirte.
Berufsgruppe 2
(mittleres Berufsunfähigkeitsrisiko)
kaufmännische Berufe mit administrativer Tätitigkeit oder einem geringen Anteil körperlicher Arbeit, dazu zählen z. B. Bank-, Büro-, Groß- und Einzelhandelskaufleute, Berufsberater, Chemiker, Controller, Fremdsprachensekretärinnen, Geologen, Heilpraktiker, Programmierer sowie Zahnärzte.
Berufsgruppe 3
(mittleres Berufsunfähigkeitsrisiko)
Berufe mit körperlicher Tätigkeit mit leicht erhöhtem Gefahrenpotential, dazu gehören beispielsweise, Autoverkäufer, Bautechniker, Dolmetscher, Erzieherinnen, Friseure, Goldschmiede, Handelsvertreter, Immobilienmakler, Journalisten, Lehrer, Physiker, Techniker und Verkäufer.
Berufsgruppe 4
(hohes Berufsunfähigkeitsrisiko)
Berufe mit schwerer körperlicher Tätigkeit und höherem Gefahrenpotential, dazu zählen z. B. Altenpfleger, Bäcker, Bauarbeiter, Berufssoldaten, Drucker, Elektriker, Feinmechaniker, Installateure, Köche, Maler, Metzger, Pfleger, Schreiner, Taxifahrer, Visagisten und Zugführer.
Berufsgruppe 5
(sehr hohes Berufsunfähigkeitsrisiko)
Berufe mit schwerer körperlicher Tätigkeit und hohem Gefahrenpotential, dazu gehören beispielsweise Dachdecker, Gerüstbauer, und Kellner.
Berufsgruppe 6
(höchstes Berufsunfähigkeitsrisiko)
stark gefährdete Berufe, dazu zählen z. B. Bildhauer, Croupiers, Detektive, Fitnesstrainer, Flugbegleiter, Fotografen, Gerichtsvollzieher, Kamaraleute, Musiker, Sänger, Schauspieler, Tanzlehrer und Taucher.

Die Mehrzahl der Versicherer teilt in vier unterschiedliche Berufsgruppen ein.

Aufgrund neuer und umfassender Erkenntnisse über die Wahrscheinlichkeit des Eintreten eines Versicherungsfalls, gehen immer mehr Unternehmen dazu über, die Einteilung zu überarbeiten. Dadurch kommt es immer häufiger zu einer Differenzierung der einzelnen Berufe in bis zu sechs unterschiedliche Gruppen.

Da es sich aber nicht um eine brancheneinheitliche Regelung handelt, die für alle Versicherer maßgebend ist, variiert die Berufsgruppeneinteilung von Anbieter zu Anbieter.

Auch wenn das im ersten Moment undurchsichtig wirkt, so liegt darin aber für Sie als Verbraucher die Chance, durch einen individuellen Vergleich den passenden Versicherungsschutz zum besten Preis-Leistungsverhältnis zu finden.

Berufswechsel

Für den Fall, dass Sie während der Laufzeit Ihren Beruf wechseln, läuft die abgeschlossene Berufsunfähigkeitsversicherung einfach weiter. Je nach Tarifbedingungen müssen Sie den Berufswechsel Ihrem Versicherer umgehend mitteilen.

Das gilt vor allem dann, wenn es sich um einen älteren Vertrag handelt, denn dann ist Ihr Versicherungsschutz von der Einstufung in eine entsprechende Risikogruppe abhängig. Falls Sie Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung schon einige Jahre haben, sollten Sie in jedem Fall der Mitteilungspflicht nachkommen, denn andernfalls gefährden Sie Ihren Versicherungsschutz.

Wenn Ihre neue Tätigkeit zu einer anderen Berufsgruppe gehört, kann das zu einer Erhöhung des Beitrags führen.

Weitere Risikofaktoren, die bei der Prämie eine Rolle spielen ist, das Eintrittsalter sowie eventuelle Vorerkrankungen.

Praxis-Tipp

Viele Versicherer haben ihr Bedingungswerk in der Zwischenzeit verbraucherfreundlicher formuliert und versichern ausdrücklich immer den zuletzt vor Eintritt des Versicherungsfalls ausgeübten Beruf.

Dynamik

Zwei Gründe sprechen für eine Dynamik in der Berufsunfähigkeitsversicherung: Sie gleichen damit die Inflation aus, die den Wert und die Kaufkraft des Geldes stetig reduziert, zudem können Sie so flexibel auf sich verändernde Einkommensverhältnisse reagieren und ihre Rentenhöhe immer an Ihrem aktuellen Nettoeinkommen orientieren.

Möglich machen das die Dynamisierung und die Nachversicherungsgarantie, die sie kombiniert oder einzeln vereinbaren können.

Dynamische Beiträge und Leistungen

Die Inflation betrug im Mittelwert der letzten 20 Jahre etwa 2 Prozent pro Jahr. Wenn Sie diesen Faktor nicht in Ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung berücksichtigen, wird Ihre Rente jedes Jahr an Wert verlieren. In 15 Jahren haben Sie dann nur noch etwa 60 Prozent der heutigen Kaufkraft zur Verfügung.

Um die Inflation auszugleichen, werden die Beiträge und daraus abgeleitet auch der Rentenanspruch regelmäßig erhöht. Eine solche sogenannte Dynamisierung erfolgt einmal im Jahr und bewegt sich in der Regel im Bereich von 3 und 5 Prozent.

Übrigens findet die Anpassung ohne eine erneute Gesundheitsprüfung statt, und Sie müssen diese Dynamik auch nicht jedes Jahr mitmachen.

Wenn Sie der ersten Anpassung zugestimmt haben, können Sie bis zu zwei Jahre in Folge einer erneuten Dynamik widersprechen und bleiben dann bei Ihrem bisherigen Beitragssatz.

Dann allerdings müssen Sie im dritten Jahr einer Beitragserhöhung zustimmen, andernfalls wird die Dynamik endgültig gestoppt und kann erst nach einer Gesundheitsprüfung wieder aufgenommen werden.

Nachversicherungsgarantie für mehr Flexibilität

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte etwa 75 Prozent des aktuellen Nettoeinkommens im Leistungsfall als Rente garantieren, damit Sie Ihren Lebensstandard halten können und keine zu große Versorgungslücke entsteht. Eine Nachversicherungsgarantie in Ihrem Vertrag bietet Ihnen die Möglichkeit, dass Sie die Höhe der monatlichen Rente anpassen können, ohne sich einer erneuten Gesundheitsprüfung zu unterziehen.

Durch die Nachversicherung steigen natürlich auch Ihre monatlichen Beiträge an, dafür können Sie damit Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung Ihren jeweils aktuellen Lebensbedingungen angleichen. Viele Versicherte nutzen die Möglichkeit der Rentenanpassung etwa bei einer Heirat, der Geburt eines Kindes oder wenn sie ein Haus bauen.

Sie haben die Wahl

Um durch Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung immer optimal abgesichert zu werden, können Sie die Dynamisierung oder die Nachversicherungsgarantie nutzen, auch die Kombination ist möglich. So können Sie bei dieser elementar wichtigen Versicherung sichergehen, dass Ihr Versicherungsschutz Ihrer Lebenssituation entspricht, und Sie im Falle einer eintretenden Berufsunfähigkeit über eine ausreichend hohe monatliche Rente verfügen können.

Übrigens bieten manche Anbieter auch nach Eintritt der Berufsunfähigkeit eine Dynamisierung der Rente an, eine solche garantierte Anpassung ist natürlich mit zusätzlichen monatlichen Kosten verbunden.

Spezielle Tarife