Bausparen

Ob Bauen, Kaufen oder Renovieren. Mit Bausparen können Sie Ihr eigenes Heim durch günstige Bauzinsen Wirklichkeit werden lassen.

Wie funktioniert Bausparen?

Bausparverträge werden über eine bestimmte Bausparsumme abgeschlossen und bestehen aus einer Ansparphase und Darlehensphase.

Während der Sparphase zahlen sie Sparbeiträge, wobei sie sich den Anspruch auf ein Bauspardarlehen sichern. Das Bauspardarlehen ist die Differenz zwischen dem anzusparenden Guthaben und der festgelegten Bausparsumme.

Das Bauspardarlehen dürfen sie nur für wohnungswirtschaftliche Zwecke verwenden. Das bedeutet im einzelnen:

  • Bauen oder Kaufen von Wohneigentum
  • Finanzierungen von Renovierungen und Modernisierungen
  • Ablösung von Verbindlichkeiten, die aus solchen Vorhaben entstanden sind

Wie hoch ist die Förderung?

Im Rahmen der Wohnungsbauförderung wird Bausparen vom Staat mit der Wohnungsbauprämie oder der Arbeitnehmersparzulage gefördert.

Es gilt das Kumulierungsverbot. Das bedeutet, es darf nur entweder die eine oder andere Wohnungsbauförderung beantragt werden. Eine gleichzeitige Förderung ist ausgeschlossen.

Antrag rechtzeitig stellen
Der Antrag auf Förderung muss bei der jeweiligen Bausparkasse für das vergangene Jahr eingereicht werden und zwar spätestens innerhalb von zwei Jahren. Dort wird ihr Anspruch geprüft und vermerkt.

Die eigentliche Auszahlung erfolgt aber erst bei Zuteilung des Vertrages, einer prämienunschädlichen Kündigung oder nach Ablauf der Bindungsfrist von sieben Jahren.

Prämienschädliche Verfügung
Damit die Wohnungsbauförderung gültig wird, darf innerhalb der gesetzlichen Bindungsfrist (Sperrfrist) von 7 Jahren nach Vertragsabschluss nicht über die Beiträge verfügt oder Ansprüche aus dem Bausparvertrag abgetreten oder beliehen werden.

Ansonsten wird die Wohnungsbauprämie nicht gutgeschrieben oder muss die Arbeitnehmersparzulage zurückbezahlt werden.

Dieser Vorgang wird „prämienschädliche Verfügung“ genannt.

Prämienunschädliche Verfügung
Es gibt aber auch Ausnahmen, die eine „prämienunschädliche Verfügung“ darstellen:

  • Der Bausparvertrag wird innerhalb der Sperrfrist bereits zugeteilt (keine Kündigung !) und für eine wohnungswirtschaftliche Massnahme verwendet.
  • Der Bausparer ist nach Vertragsabschluss mindestens ein Jahr ununterbrochen arbeitslos.
  • Der Bausparer oder Ehegatte stirbt oder einer von beiden ist völlig erwerbsunfähig.

1. Wohnungsbauprämie

Sie können vom Staat für die Einzahlungen auf ihren Bausparvertrag die Wohnungsbauprämie (WoP) im Rahmen der Wohnungsbauförderung quasi geschenkt obendrauf erhalten:

Höhe der Wohnungsbauprämie

VeranlagtEinkommen*FörderungBeiträge gefördertHöchste Prämie
Einzeln< 25.600 €8,80 %512 €45,06 €
Zusammen< 51.200 €8,80 %1.024 €90,11 €

*Bruttoeinkommen abzüglich Werbungskosten, Sonderausgaben, Freibeträge

Wer weniger einzahlt, erhält auch eine geringere Prämie. Beiträge sind nur prämienberechtigt, wenn ihre Summe im Sparjahr mindestens 50 Euro beträgt. Der Anspruch besteht für steuerpflichtige Personen ab 16 Jahren.

Wussten sie, dass: zu den Einzahlungsbeiträgen auch die bezahlte Abschlussgebühr gehört? Weiterhin werden die Zinsen, die auf ihren Bausparvertrag gutgeschrieben wurden, als Einzahlungen bewertet.

2. Arbeitnehmersparzulage

Wenn Sie Ihre vermögenswirksamen Leistungen von ihrem Arbeitgeber auf einen Bausparvertrag einzahlen lassen, können Sie unter bestimmten Voraussetzungen die Arbeitnehmersparzulage (ANSpZ) im Rahmen der staatlichen Wohnungsbauförderung beantragen:

Höhe der Arbeitnehmersparzulage

VeranlagtEinkommen*FörderungBeiträge gefördertHöchste Prämie
Einzeln< 17.900 €9,00 %470 €42,30 €
Zusammen< 35.800 €9,00 %940 €84,60 €

*Bruttoeinkommen abzüglich Werbungskosten, Sonderausgaben, Freibeträge

Wer weniger einzahlt, erhält auch eine geringere Prämie. Der Anspruch besteht für steuerpflichtige Personen ab 16 Jahren.

Bausparvergleich

Wie funktioniert VL Bausparen?

Manche Arbeitgeber zahlen an ihre Arbeitnehmer vermögenswirksame Leistungen.

Diese können in Bausparverträge investiert werden, dessen Einzahlungen durch die Arbeitnehmersparzulage einer Förderung unterliegen.

Idealerweise überweist der Arbeitgeber für das VL-Bausparen Beiträge bis zum maximal geförderten jährlichen Einzahlungsbetrag von 470 Euro.

Ist dies nicht der Fall, bitten Sie ihn einfach, den vollen oder den Restbetrag direkt vom Lohn/Gehalt abzuziehen und auf den Sparvertrag einzuzahlen, denn…

…nur Einzahlungen vom Arbeitgeber gelten als vermögenswirksame Leistungen!

Unter Einhaltung bestimmter Einkommensgrenzen werden für Ledige höchstens 470 Euro mit 9 Prozent bezuschusst (= 42,30 Euro). Bei Ehepaaren, die beide Arbeitnehmer sind und einen gemeinsamen oder zwei einzelne Bausparverträge besitzen, wird der zulagengeförderte Einzahlungsbetrag auf 940 Euro verdoppelt (= 84,60 Euro).

Was ist ein Geschenkbausparvertrag?

Eine sinnvolle Geldanlage, mit der anderen Menschen eine Freude gemacht werden kann, ist der Geschenkbausparvertrag. Bei diesem werden die Beiträge in der Ansparphase von einer anderen Person als dem zukünftigen Bauherren oder Hauskäufer dotiert.

Wie funktioniert ein Geschenkbausparvertrag?

Abschließen lässt sich der Geschenkbausparvertrag bei jeder Bausparkasse bzw. jedem Finanzdienstleister, der Bausparen ermöglicht. Der Vertragsabschluss wird dabei wie bei einem eigenen Bausparvertrag gehandhabt, lediglich eine andere Person wird als Begünstigter eingetragen.

Sollte es sich beim Beschenkten um einen Erwachsenen handeln, kann dieser als Versicherungsnehmer angegeben werden, lediglich der Beitragszahler weicht in diesem Fall ab. Sollte ein Kind oder ein Jugendlicher durch den Vertrag bedacht werden, lässt sich dieser zumindest als Begünstigter des Vertrags angeben.

Für wen ist der Geschenkbausparvertrag geeignet?

Prinzipiell ist das Verschenken eines Bausparvertrags ohne Einschränkung auf einen bestimmten Personenkreis üblich, etabliert ist ein solches Geschenk vorrangig im familiären Bereich.

Gerade Eltern oder Großeltern entscheiden sich nach der Geburt eines neuen Erdenbürgers oder nach einigen Lebensjahren des Kindes dafür, in dessen sichere Zukunft zu investieren.

Ein wesentlicher Vorteil, den der Geschenkbausparvertrag in einem jungen Lebensalter mit sich bringt, sind die zahlreichen Beitragsjahre, die bis zur Umsetzung des Bauwunsches durch den kindlichen Beschenkten vergehen.

Hierdurch liegen die monatlich einzuzahlenden Beiträge auf einem ansprechend niedrigen Niveau und machen den Geschenkbausparvertrag zu einer reizvollen Gabe bei Haushalten, die über keine zu großen finanziellen Mittel verfügen.

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Über den Autor

Thomas Nissen

Thomas Nissen

Experte für Finanzthemen beim unabhängigen Wissensportal Arbeitsgemeinschaft-Finanzen.de

Wir möchten verbraucherorientiert informieren, Hilfestellungen für Entscheidungen geben und scheuen auch keine kritische Beleuchtung der Produkte.