Oldtimer zulassen

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Für den Status eines Oldtimers müssen vier verschiedene Kriterien erfüllt sein.
  • Für die Zulassung gibt es verschiedene Kennzeichen. Das bekannteste ist das H-Kennzeichen. Ein 07-Kennzeichen ist bei mehreren Oldtimern sinnvoll.
  • Je nach Fahrzeugwert kosten Oldtimer-Gutachten ab 150 Euro aufwärts.

    Kriterien für die Zulassung als Oldtimer

    Seit der Fahrzeugzulassungsverordnung 2007 ist die Oldtimer-Definition in §2 Nr. 22 festgehalten. Danach ist ein Fahrzeug ein Oldtimer, wenn folgende Kriterien alle erfüllt sind:

    • Es ist vor mindestens 30 Jahren erstmals in Verkehr gekommen.
    • Es entspricht weitestgehend dem Originalzustand.
    • Es befindet sich in einem guten Erhaltungszustand.
    • Es dient zur Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturguts.

    Wie kann ich Oldtimer zulassen?

    Sie können Ihren Oldtimer mit verschiedenen Kennzeichen zulassen.

    1) H-Kennzeichen
    Ein H-Kennzeichen durch die Kfz-Zulassungsstelle bekommen Sie nur, wenn Ihr Fahrzeug den oben genannten Kriterien entspricht. Dies müssen Sie mit einem entsprechenden Gutachten eines Kfz-Sachverständigen (etwa TÜV oder DEKRA) belegen.

    Vorteile:

    • Sie zahlen eine pauschale Kfz-Steuer von jährlich 46 Euro für Motorräder und 191 Euro für andere Kraftfahrzeuge (beispielsweise Pkw)
    • Sie benötigen keine Umweltplakette

    2) 07-Kennzeichen
    Ein rotes Kennzeichen zur wiederkehrenden Verwendung (kurz 07er-Kennzeichen genannt) ist interessant, wenn Sie mehrere Oldtimer besitzen. Neben denselben Kfz-Steuervergünstigungen wie beim H-Kennzeichen gibt es diese weiteren Vorteile:

    • keine Zulassung erforderlich
    • keine gültige Betriebserlaubnis erforderlich
    • keine Hauptuntersuchung erforderlich
    • Kennzeichen für alle Oldtimer im Besitz nutzbar

    Für rote Oldtimer-Kennzeichen gelten besondere Bedingungen:

    • Die Fahrzeuge dürfen nicht im Alltag gefahren werden, sondern nur zu Oldtimer-Veranstaltungen sowie zu Probe-, Überführungs-, Prüfungs- und Werkstattfahrten.
    • Sie benötigen ein Oldtimer-Gutachten für jedes Fahrzeug.
    • Es wird ein einwandfreies Polizeiliches Führungszeugnis des Halters verlangt.
    • Ebenso müssen Sie einen positiven Auszug aus dem Verkehrszentralregister vorlegen.

    3) Saisonkennzeichen
    Oft sind Oldtimer keine Alltagsfahrzeuge, sondern werden nur bei schönem Wetter ab und zu bewegt. Deshalb bietet sich für Veteranen ein Saisonkennzeichen an.

    Das erhalten Sie entweder mit Oldtimer-Gutachten (H-Kennzeichen mit Saison) oder ohne Oldtimer-Nachweis (normales Saisonkennzeichen). Sie wählen die Monate im Jahr aus, die Sie mit dem Auto fahren wollen. Diese werden (als Anfangs- und Endmonat) auf das Nummernschild gedruckt.

    Vorteile:

    • Sie zahlen nur anteilig für die Saisonmonate die Kfz-Steuer und den Versicherungsbeitrag.
    • Fahrten ins Ausland sind erlaubt.
    Info: Außerhalb der Saison ist der Oldtimer aber nicht angemeldet – und muss daher auf privatem Grund geparkt werden. Der Versicherungsschutz läuft in dieser Zeit als beschränkte Ruheversicherung weiter.

    4) Reguläre Ganzjahreskennzeichen
    Natürlich können Sie einen Oldtimer auch mit normalen Kennzeichen zulassen und das ganze Jahr über fahren. Dann wird der Oldie wie jedes andere Auto ohne Vergünstigungen behandelt. Das betrifft sowohl die Zulassung als auch die Besteuerung und die Autoversicherung.

    Außerdem: Die Möglichkeit von Wechselkennzeichen gibt es auch in Deutschland. Echte Vorteile bringt es Ihnen bei Oldtimern aber nicht!

    Was ist ein Oldtimer-Gutachten?

    Ein Oldtimer-Gutachten bestätigt den Marktwert zum Zeitpunkt der Erstellung. Das ist für Sie als Oldtimerbesitzer zum einen wichtig bei einem möglichen Verkauf. Zum anderen dient das Gutachten als Grundlage bei einem Kfz-Versicherungsschaden.

    Was beinhaltet und kostet das Oldtimer-Gutachten?

    Bei Oldtimer-Gutachten nach §23 gibt es zwei Varianten:

    1. Eine Kurzbewertung kostet ab etwa 150 Euro.
      Dafür erstellt ein Gutachter Fotos vom Fahrzeugzustand, hält zur Identifikation die Fahrgestell- und Motornummer sowie den technischen Zustand fest. Das kleine Gutachten bietet sich für Oldtimer bis 20.000 Euro an.
    2. Ein Vollgutachten kostet ab rund 300 Euro aufwärts.
      Die Überprüfung und Recherche ist umfangreicher. Es wird von den Kfz-Versicherungen in der Regel für Fahrzeuge ab 40.000 Euro verlangt und sollte alle zwei bis drei Jahre aktualisiert werden.

    Je nach dem Zustand wird das historische Fahrzeug benotet. Gängig sind diese Zustandsnoten:

    NoteZustand
    1makellos
    2gut, mängelfrei, leichte Gebrauchsspuren
    3gebraucht, voll fahrbereit/verkehrssicher ohne größere technische und optische Mängel
    4verbraucht, eingeschränkt fahrbereit, Arbeiten akut erforderlich
    5restaurierungsbedürftig, nicht fahrbereit

    Was eine gute Oldtimerversicherung kostet, lesen Sie hier »