Gefährdungshaftung

Der Begriff Gefährdungshaftung − oder auch als Haftung ohne Verschulden bekannt – beschreibt den Sachverhalt, dass ein Fahrzeughalter auch für nicht selbstverschuldete Schäden haften muss, die jederzeit entstehen können, sobald der Wagen in Gebrauch ist.

Für die Gültigkeit dieser Regelung spielt es keine Rolle, ob der Unfall oder Schadenfall durch ein anderes Verkehrsverhalten hätte verhindert werden können.

Für den Fall, dass ein Fahrzeug ohne das Wissen des Fahrzeughalters genutzt wird, muss bei einem Schadenfall der tatsächliche Fahrer des Wagens die Gefährdungshaftung übernehmen. Nur bei Schäden, die durch höhere Gewalt, zum Beispiel Naturkatastrophen, entstanden sind, können weder der Fahrer noch der Fahrzeughalter haftbar gemacht werden.

Schäden, die in den Bereich der Gefährdungshaftung fallen, sind von der Kfz-Haftpflichtversicherung abgedeckt. Wissenswert ist hierbei jedoch, dass keinerlei Anspruch auf Schmerzensgeld besteht.

Eine Situation, in der die Regelung der Gefährdungshaftung greift, ist ein Unfall, der durch Bremsversagen entstanden ist. Da der Fahrzeughalter seiner Pflicht nicht nachgekommen ist, die Verkehrstauglichkeit des Wagens sicher zu stellen, muss er für den entstandenen Schaden aufkommen.

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Über den Autor

Thomas Nissen

Thomas Nissen

Experte für Finanzthemen beim unabhängigen Wissensportal Arbeitsgemeinschaft-Finanzen.de

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