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Garantiezertifikate
Von Ralph Gönner
Garantiezertifikate sind eher für Einsteiger konzipiert, die sich vorsichtig an das komplexe Thema Zertifikate und Aktienanlage heranwagen möchten.
Bei dieser Anlageform ist garantiert, dass der Anleger keinen Verlust erleidet. Der Preis dieser eingebauten Sicherheit sind die begrenzten Gewinnchancen. Die erzielbare Rendite bewegt sich in der Nähe von Anleihen.
Mit einem Garantiezertifikat partizipiert der Anleger meistens am Kursanstieg eines Indexes (z.B. am DAX) oder an individuell zusammengestellten Aktienkörben.
Sollte entgegen der Erwartungen stattdessen bis zum Laufzeitende ein Kursverlust eingetreten sein, erhält der Anleger mindestens sein eingezahltes Kapital (abzüglich des bei Erwerb gezahlten Ausgabeaufschlages) wieder zurück. Manche Emittenten gewähren sogar noch eine Verzinsung von beispielsweise 1-2 Prozent. Ein vorzeitiger Verkauf während der Laufzeit ist jederzeit möglich.
Nicht bei jedem Garantie Zertifikat erhält der Anleger seinen kompletten Kapitaleinsatz zurück. Achten sie daher bei der Auswahl auf die Höhe des Kapitalschutzes.
Die Sicherheit dieser Geldanlage wird dadurch "bezahlt", dass der Zertifikatekäufer nicht 1:1 an einem Kursanstieg partizipiert. Die Partizipationsrate liegt in der Regel zwischen 50 und 80 Prozent.
Beispiel: Steigt der Index von 100 Euro auf 120 Euro, erhält der Anleger bei einer angenommenen Partizipationsrate von 50 Prozent nun 110 Euro zurück.
Kauf von Zertifikaten
Zertifikate können Sie bei den gängigen Direktbrokern günstiger erwerben, als bei Ihrer Hausbank.
Niedrige Gebühren bieten zum Beispiel die comdirect bank, der Online Broker Flatex, oder die Onvista Bank.
Vor- und Nachteile
Die Vor- und Nachteile der herkömmlichen Garantie-Zertifikate liegen auf der Hand. Bei Kursanstiegen sind die Gewinne (abhängig von der Partzipationsrate) begrenzt, bei sich abwärts bewegenden Kursen bietet die eingebaute Garantie eine Kapitalsicherheit.
Um die Vielfalt zu erhöhen, bieten die Banken nun verschiedene Varianten der Garantizertifikate an. Beispielsweise kann bei einem Zertifikat zu 100 Prozent partizpiert werden, dafür wird aber nicht der komplette Teil des Kapitaleinsatzes abgesichert.
Bei anderen Papieren greift der sogenannte Lock-in-Mechanismus. Das bedeutet, dass bei Überschreiten einer vorher definierten Kursgrenze, die bis dahin aufgelaufenen Gewinne abgesichert werden. Allerdings kostet letzteres Geld, was nicht direkt ersichtlich ist. Um dies zu finanzieren, behalten die Banken die Dividenden der Aktien ein, was bei herkömmlichen Garantiezertifikaten nicht der Fall ist. Die Folge ist eine schwächere Wertentwicklung.
Zu beachten
Zum einen bezieht sich die Garantie der Zertifikate lediglich auf den Zeitpunkt der Fälligkeit. Während der Laufzeit sind natürlich Kursverluste möglich, was einem vorzeitigen Verkauf dann eventuell im Wege stehen könnte. Zum anderen gilt die Sicherheitsgarantie auch nur für die Anleger, die das Wertpapier bei der Emission zum Ausgabepreis kaufen. Wenn der Erwerb während der Laufzeit zu einem höheren Kurs als zum Ausgabepreis stattfindet, ist ein begrenzter Kursverlust möglich.
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