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Produktivität im Alter - keine Rechtfertigung zur Erhöhung des Rentenalters
Jennifer Gregorian - 11.01.2012
Unternehmen, die mehr ältere Menschen beschäftigen, büßen nichts an Leistungsfähigkeit ein. Das gilt sowohl für den Dienstleistungssektor als auch für die Industrie, ist aber kein Plädoyer zur Erhöhung des Rentenalters.

© Kadmy / fotolia.com
Nach einer umstrittenen Studie der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) soll die Beschäftigungsquote 55- bis 64-Jähriger zwischen 2000 und 2010 von 37,6 auf 57,7 Prozent gestiegen sein.
Ganz unabhängig der Zuverlässigkeit dieser Studie: In den meisten Dienstleistungsstaaten wurde das Rentenalter hochgefahren. Folglich ist das Durchschnittsalter der Beschäftigten gestiegen. Nach einer Untersuchung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hat der Altersanstieg Angestellter keine Leistungsdefizite zur Folge.
Grafik: Effekt Online-Marketing GmbH, Arbeitsgemeinschaft Finanzen
Die ZEW-Studie zur Produktivität im höheren Alter
In der ZEW-Studie „Age and Productivity - Sector Differences?, ZEW-Discussion Paper 11-058, November 2011“ ergründeten die Ökonomen Christian Göbel und Thomas Zwick, ob sich die veränderte Altersstruktur auf die Produktivität auswirkt. Innerhalb eines achtjährigen Untersuchungszeitraumes erforschten sie die Daten von mehr als sieben Millionen Arbeitnehmern aus über 8.500 deutschen Unternehmen. Sie kombinierten personenbezogene Daten (Alter, Lohnstufe, Qualifikation, …) mit Unternehmensdaten (Wertschöpfung, Umsatz, …). Durch verschiedene Verfahren berechneten die Forscher die Produktivität Angestellter verschiedener Altersgruppen innerhalb der Produktion sowie der Dienstleistung.
Ausgangsthese der Ökonomen bei der ZEW-Studie
Die beiden Ökonomen gingen davon aus, dass die Produktivität im höheren Lebensalter innerhalb des industriellen Sektors abnimmt, während sie im Dienstleistungssektor ansteigt. Die Begründung: Im Bereich Produktion sei meist körperliche Leistung notwendig, während im Dienstleistungsbereich Kommunikation, Organisation etc. – eben Fähigkeiten, die Berufserfahrung voraussetzen – gefordert seien.
Überraschendes Ergebnis: Keine Leistungsdefizite in der Industrie
In Betrieben mit vielen älteren Angestellten gab es – wie vorausgesetzt – keine Defizite in Sachen Produktivität. Und entgegen den Erwartungen der Forscher, offenbarte die Studie keine Leistungsdifferenzen zwischen Dienstleistung und Industrie.
Kein Plädoyer für Rentenerhöhungen
Viele Personen höheren Alters fühlen sich durch den gesetzlichen Rentenbeginn praktisch aus dem Leben gerissen und wünschen sich weiterhin eine sinnvolle Aufgabe. Andere wiederum ersehnen den wohlverdienten Ruhestand. Insbesondere diejenigen, die in ihrem Job nicht glücklich sind und nur ausharren, damit die Rente nicht schrumpft.
Die ZEW-Studie wird mit Sicherheit nicht „nur“ als Beweis einer wertzuschätzenden Leistung älterer Menschen herangezogen. Stattdessen wird sie bestimmt dazu benutzt, die Erhöhung des Rentenalters zu rechtfertigen. Ideal, jedoch politisch und ökonomisch kaum umsetzbar, wäre eine freie Wahl des Rentenantritts.
Fragen zu Produktivität im Alter - keine Rechtfertigung zur Erhöhung des Rentenalters
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2012-04-02, 12:55
Dennis Talback
Neben der Beschäftigung älterer Menschen, die wohl in jedem Bereich der Wirtschaft unverzichtbar sind, ist jedoch auch ein gelungenes und durchsichtiges Prozessmanagement innerhalb des Unternehmens unabdingbar.