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                  Wieso die EU-Währungsunion vor dem Abgrund steht

                  Jennifer Gregorian - 12.12.2011

                  Mit der EU-Währungsunion geht es bergab und einzelne Mitgliedsstaaten sind bankrott. Die Union erfüllt einfach nicht die Kriterien einer erfolgreichen Währungsunion.

                  EU-Währungsunion steht vor dem Abgrund

                  © egeneralk / fotolia.com

                  In Griechenland ansässige Unternehmen fürchten den Unionsaustritt und die Wiedereinführung der Drachme. Aber Griechenland ist nicht der einzige Pleitestaat, folglich bezieht sich die Unsicherheit auf die gesamte EU-Währungsunion.

                  So bleiben zum Beispiel die Investoren für den Euro-Rettungsfonds EFSF aus. Die Misslage ist allerdings nicht unbegründet …

                  Kriterien einer Währungsunion

                  Laut Wirtschaftswoche (Heft 47) müssen für den Erfolg einer Währungsunion folgende Kriterien erfüllt sein, was bei der EU-Währungsunion nicht der Fall ist:

                  1. vielseitige Branchenstruktur
                  Griechenland, Spanien, Italien und Irland sind vornehmlich monokulturell strukturiert.

                  2. homogene ökonomisch-politische Vorgehensweisen und Ziele
                  Während der Süden in der Erhöhung der Staatsausgaben, der Inflation sowie der Löhne die Problemlösung sieht, setzt der Norden auf Stabilität in all diesen Bereichen.

                  3. dynamische Arbeitskräfte und Löhne
                  Die Tariflöhne in einigen Hartwährungsstaaten sollen laut Wirtschaftswoche dem widersprechen. Ferner orientieren sich Arbeitskräfte ebenfalls an der regionalen Lohnhöhe, was aufgrund der fehlenden europaweiten Einheit zu Unausgewogenheiten führt.

                  4. Verknüpfung von Handel und Geldfluss
                  Diese Verbindung scheitert trotz der verflochtenen Wirtschaft an der unterschiedlichen Konzeption der Mitglieder und ihren Interessen.

                  Gemäß der Wirtschaftswoche kann das Wechselkursrisiko erst dann in gewinnbringender Form verschwinden, wenn die letzten zwei Punkte erfüllt sind.

                  Pleite der EU-Staaten als natürlicher Nebeneffekt

                  Die strukturelle Ausbeute einzelner Mitgliedsstaaten der EU-Währungsunion war nicht geplant. Es handelt sich um einen natürlichen Nebeneffekt der Unionskonzeption: Griechenland erfreute sich einst (seit dem Beitritt zur Europäische Währungsgemeinschaft (EWG) bis zur Finanzkrise 2007) einer florierenden Wirtschaft. Es gab zig Neugründungen von mittelständischen und kleinen Unternehmen. Internationale Konzerne ergriffen die Chance, zu Niedrigpreisen und ungeachtet der Umweltschäden zu produzieren. Das Land - insbesondere die Hauptstadt - war in eine Smogwolke gehüllt, die zugleich Wirtschaftserfolg verhieß.

                  Inzwischen sind alle „Kleinen“ pleite und die Großkonzerne sind dahin gezogen, wo die Produktion aktuell noch billiger ist: Nach Osteuropa. Nach Abzug der Industrie könnte sich Griechenland zum Luftkurort entwickeln, was dem Tourismus - einer der wenigen erhaltenen Branchen - zugute käme.

                  Doch Griechenland steht nicht alleine da: Ähnlich erging es Spanien, Italien und Irland. Es ist noch keine zehn Jahre her, dass Menschen aus Osteuropa in den heutigen Pleitestaaten ihr Glück suchten.

                  Unsichere Zukunft für die Währungsunion

                  Konservative Politiker wollen die Pleitestaaten loswerden, während linke sie unbedingt mitziehen wollen. Beides bedeutet das Aus für die Währungsunion. Eine förderliche Problemlösung ist noch nicht in Sicht.

                  Staatsneuverschuldung/Bruttoinlandsprodukt

                  Grafik: Alex1011, Stand 30.März 2010

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