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Regenwaldrodungen für Palmöl
Jennifer Gregorian - 28.11.2011
Was die Weltbank, Wilmar und Unilever mit der Zerstörung des Regenwaldes zu tun haben und warum wir auf Palmöl verzichten sollten.

© Stefan Körber / fotolia.com
Wenn man Biosprit tankt und „Rama“ aufs Brot streicht, denkt man nicht an brennende Wälder, Vertreibungen und sterbende Orang-Utans. Aber da existiert eine Reihe unglücklicher Zusammenhänge: Die Wilmar International Limited (= der weltweit größte Produzent und Lieferant von Palmöl mit Sitz in Singapur) rodet Regenwälder, verscherbelt das Tropenholz und lässt Palmöl für Dienstleistungsstaaten – der Hauptabnehmer ist Europa, dicht gefolgt von Asien – anbauen.
Seit 1965 hat die Weltbank zwei Milliarden Dollar in über 45 Palmölprojekte gesteckt – 146 Millionen davon gingen an Wilmar. Unilever ist der größte Palmölabnehmer und produziert Lebensmitteln, Kosmetika, Reinigungsmittel etc, die Palmöl enthalten, wie unter anderem die Marken „Signal“, „Coral“ „Du darfst“, „Rama“ und „Dove“. Für Palmölplantagen muss der Regenwald weichen, ebenso die dort lebenden Menschen und Tiere; zudem steigt der CO2-Anteil.
Nach Schätzungen von „energiezukunft“ (Heft 11 / 2011) sollen 75 Prozent des begehrten Öls in die Lebensmittel- und 15 in die Chemieindustrie fließen. 10 Prozent sollen energetisch genutzt werden (in Kraftwerken und als Beimischungen von Biosprit).
Grafik: Effekt Online-Marketing GmbH, Arbeitsgemeinschaft Finanzen
Angaben: „energiezukunft“, Stand: 2011
Menschenrechtsverletzungen, Artensterben, CO2-Emission
Der Palmölverbrauch sowie die -förderung sind die Hauptursachen für Regenwaldrodungen. Wilmar geht dabei nicht immer legal vor und schreckt selbst vor der Vertreibung der ansässigen Bevölkerung nicht zurück. Oft werden einstige Kleinbauern, die nicht in städtische Ghettos ziehen wollen, zu Billigarbeitern auf Palmölplantagen. Wer sich wehrt, wird verhaftet und/oder gefoltert. Diesbezügliche Meldungen erreichen „Rettet den Regenwald“ und andere Organisationen täglich. Die Weltbank sieht darin keinen Widerspruch zu ihrem Credo:„Die Armut mit Leidenschaft und Professionalität dauerhaft bekämpfen.“
Orang-Utans, Tiger, Nashörner etc. kommen bei den Brandrodungen um oder verlieren ihren Lebensraum. Auf Nahrungssuche umherirrende Tiere werden als „Schädlinge“ umgebracht. Von einst 200.000 Sumatra-Menschenaffen sind nur noch 7.000 übrig.
Nach „energiezukunft“ wird ein Fünftel des weltweiten CO2-Ausstosses durch Regenwaldrodungen verursacht. Ein besonders hoher Anteil entfällt dabei auf die südostasiatischen Regenwälder, da sie auf Torf wurzeln. „Durch die Trockenlegung und Brandrodung zersetzt sich der Torf und stößt gigantische Mengen Kohlendioxid in die Erdatmosphäre.“, so Klaus Schenck, Wald- und Energiereferent von Rettet den Regenwald e.V.
Das RSPO-Siegel - eine Attrappe
2004 wurde in der Schweiz der Verein Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) unter dem Vorwand einer nachhaltigen Palmölförderung gegründet. Allerdings befinden sich unter den 353 Mitgliedern auch Wilmar und Unilever. „Eine nachhaltige Produktion (…) ist auf den riesigen Monokulturen und angesichts einer Jahresproduktion von über 53 Millionen Tonnen Palmöl nicht möglich“, erläutert Schenck.
Hoffnung für den Regenwald
Natur- Artenschutz- und Menschenrechtsorganisationen haben bereits zahlreiche Kampagnen gestartet. Zudem dokumentieren sie illegale Praktiken, klären auf, raten zum Boykott entsprechender Produkte und setzten sich für ein Finanzierungsverbot der Palmölförderung ein.
Fragen zu Regenwaldrodungen für Palmöl
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