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Überschuldung muss nicht sein
Jennifer Gregorian - 18.08.2011
Zahlreiche Haushalte in Deutschland sind überschuldet. Die Ursachen sind vielfältig. Viele lassen sich nicht vermeiden, andere schon!

© bluedesign / fotolia.com
2009 hat das Bundesamt für Statistik 236 von insgesamt rund 950 Schuldnerberatungsstellen der Bundesrepublik zur Überschuldung befragt. Diese stellten dem Bundesamt anonymisierte Daten von 74.400 beratenen Personen (mit deren Einwilligung) zur Verfügung.
Im Durchschnitt hatten die Betreffenden 35.000 Euro Schulden. Die Häufigste Ursache war Arbeitslosigkeit, gefolgt von Schicksalsschlägen, wie Trennung, Tod des Partners etc., Krankheiten inklusive Suchterkrankungen, unwirtschaftlicher Haushaltsführung und gescheiterter Selbstständigkeit.
Ursachen für Überschuldung in Prozent bei insgesamt 74.400 Betroffenen:
Grafik: Effekt Online-Marketing GmbH, Arbeitsgemeinschaft Finanzen
Daten: Bundesamt für Statistik, Stand 2009
Überschuldung vermeiden
Schicksalsschläge lassen sich nicht vermeiden, Arbeitslosigkeit und Erkrankungen äußerst bedingt. Jedenfalls sollten alle vorhandenen Möglichkeiten zur Abwehr einer Überschuldung genutzt werden:
Arbeitslosigkeit ist die Hauptursache für Überschuldung und kann alle treffen. Für diesen Fall kann man sich jedoch absichern. In erster Linie empfiehlt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Nicht zuletzt seit dem Wegfall des stattlichen Berufschutzes (2001) gehört sie zu den bedeutendsten Versicherungen. Diese Absicherung ist für Selbstständige und Freiberufler essentiell, da sie im Falle von Arbeitslosigkeit gänzlich leer ausgehen.
Ferner kann man eine private Erwerbsunfähigkeitsversicherung abschließen. Sie kommt auf, sobald die Versicherten keiner Arbeit zur Sicherung ihres Lebensunterhalts mehr nachgehen können. Allerdings können sie auf jede beliebige Tätigkeit verwiesen werden. Daher ist diese Absicherung keine Alternative, sondern ausschließlich eine Ergänzung zur BU. Ebenso stellt sie für abhängig Beschäftigte eine Ergänzung der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente dar, die sehr begrenzt ist und keine Weiterführung des gewohnten Lebensstandards erlaubt.
Bei der privaten wie bei der geschäftlichen Haushaltsführung gilt es, sich nicht zu überschätzen, stets den Überblick über die Einnahmen und Ausgaben zu behalten und geschickt zu wirtschaften.
Die Selbstständigkeit lässt sich auch Schritt für Schritt aufbauen. Dabei bleibt die Liquidität erhalten und der Bedarf an Fremdfinanzierungen hält sich in Grenzen.
Schulden bei Banken machen 20 000 Euro oder 56 Prozent von insgesamt 35.000 Euro aus. Auch dies lässt sich durch eine realistische Kalkulation, einen geringen Fremdgeldanteil und den schrittweise Aufbau der Selbstständigkeit vermeiden. Ebenso unangebracht sind Überschätzungen beim Hausbau und bei Anschaffungen.
Ferner kann sich fast niemand von Arbeitslosigkeit und Erkrankungen freisprechen. Für solche Fälle gibt es die Restschuldversicherung. Sie begleicht bei Krankheit, Ableben oder Arbeitslosigkeit der Versicherungsnehmer die rechtliche Kreditschuld.
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