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                  Die private Pflegeversicherung im Ungleichgewicht

                  Jennifer Gregorian - 11.08.2011

                  Die Anzahl Pflegebedürftiger in Deutschland steigt rasant an. Obwohl sich viele Menschen vor Pflegebedürftigkeit fürchten und ihre Angehörigen nicht belasten wollen, schließen nur wenige eine private Pflegeversicherung ab.

                  © Visionär / fotolia.com

                  Die Alterspyramide spitzt sich zu und immer mehr Menschen werden pflegebedürftig, auch junge sind häufiger betroffen. Den Angaben der Gesundheitsberichterstattung des Bundes von Juli 2011 zufolge ist die Anzahl der Pflegebedürftigen, die Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung beziehen, von 1.546.746 im Jahre 1996 bis 2010 auf 2.287.799 angestiegen (siehe Grafik).

                  Nach den Schätzungen des Kölner Marktforschungsinstituts You Gov Psychonomics soll sich die Anzahl der Pflegebedürftigen insgesamt von aktuell 2,4 Millionen bis 2050 auf 4,7 Millionen potenzieren. Das heißt: Die ohnehin schon knapp bemessenen Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung werden weiterhin reduziert.

                  Grafik: Effekt Online-Marketing GmbH, Arbeitsgemeinschaft Finanzen
                  Daten: Bundesamt für Statistik, Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Stand: Juli 2011

                  Nach einer Umfrage der DEVK-Versicherungen mit rund 1.000 Befragten, publiziert am 02.08.2010 in „Das Investment“, fürchten sich 84 Prozent der Bundesbürger, als Pflegefall den Angehörigen zur Last zu fallen. Sie vertrauen nicht auf die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung. 40 Prozent plädieren für eine Pflegezusatzversicherungs-Pflicht. Dennoch verfügen nach einer Befragung von You Gov Psychonomics mit 1.010 Beteiligten ab 18 Jahren nur 18 Prozent über eine private Pflegeversicherung. Bei den 18 bis 29 Jährigen sind es nur neun Prozent.

                  Pflegeversicherung - ein vernachlässigtes Thema

                  Die Befürchtungen, selbst zum Pflegefall zu werden und die Angehörigen zu belasten, stehen in keiner logischen Korrelation zu dem Abschlussverhalten der Bundesbürger.

                  Die Sorgen sind zweifelsfrei berechtigt: Sobald eine Person pflegebedürftig wird und keine Rücklagen für diesen Fall gebildet hat, wird ihr Besitz (Häuser, Ländereien, Wertpapiere etc.) für die Pflege aufgewendet. Verfügt sie über keine Güter oder Ersparnisse, wird die Unterhaltspflicht der nächsten Angehörigen überprüft.

                  Dass in Deutschland dennoch so wenig Menschen eine freiwillige Pflegeversicherung oder eine Pflegezusatzversicherung zur Ergänzung des gesetzlichen Schutzes abschließen, mag an mangelnder Aufklärung und Transparenz liegen.

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