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                  Die griechische Krise in der Hansestadt Bremen?

                  Andrea Cruse - 27.07.2011

                  Griechenland scheint weit weg zu sein, doch schaut man sich in den eigenen Reihen um, folgt ein norddeutscher Stadtstaat den Spuren Griechenlands. Bremen hat fast die gleiche horrende Pro-Kopf-Verschuldung wie Griechenland. Mit der Ausnahme, dass Bremen seit Jahren versucht Schulden abzubauen und trotzdem kein Ende der Krise in Sicht ist.

                  © Thomas Graf / aboutpixel.de

                  Die Bremer Innenstadt geprägt von der Schuldenuhr, die mit Sicherheit nicht ohne Grund mit einer Plexiglasscheibe geschützt wird. Über 18 Milliarden Euro Schulden werden zurzeit festgehalten, d.h. für jeden Bremer Bürger fast 28.000 Euro Schulden. Das ist die höchste Pro-Kopf-Verschuldung aller Bundesländer, als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, ist diese Verschuldung fast genauso hoch wie in Griechenland, die eine Verschuldung von 30.000 Euro pro Bürger festhalten.

                  Nicht nur der Spiegel betitelt die Bremer schon als Griechen von der Weser. Jens Böhrnsen, der verantwortlich für die Stadt ist, argumentierte im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE, dass man schon seit Jahren sparen würde und bundesweit das zweithöchste Bruttoinlandprodukt erwirtschaftet.

                  Nachdem der Stabilitätsrat Ende Mai die Warnung vor einer Haushaltsnotlage aussprach, wuchs erneut der Druck auf den Bremer Bürgermeister. Der Rat kontrolliert die Einhaltung der in diesem Jahr in Kraft tretenden Schuldenbremse im Grundgesetz, diese schreibt vor, dass die Bundesländer ihre Neuverschuldung bis 2020 auf null herabsetzen müssen.

                  Aus diesem Grund muss Böhrnsen genau wie Griechenland einen brutalen Sparkurs fahren. Die Kreditaufnahme soll jährlich um 120 Millionen Euro gesenkt werden. Die derzeitigen Ausgaben betragen rund 4,7 Milliarden. Ein harter Kampf für Bremen, vor allem weil Bremen in dieser Legislaturperiode 800 Stellen im öffentlichen Dienst wegfallen sollen, die Beamten die übrig bleiben müssen künftig noch länger arbeiten und verlieren Jubiläumszuwendungen.

                  Bleibt zu hoffen, dass der Öko-Boom in Kraft tritt, denn dann könnte man von der Windkraft profitieren, da Bremerhaven heute schon einer der wichtigsten Standorte hierfür ist und genügend Windparks in der Nordsee geplant sind.

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