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                  Quo vadis Japan?

                  Mathias Bartsch - 20.06.2011

                  Gut drei Monate nach dem verheerenden Erdbeben in Japan, sind die Signale aus dem Land höchst unterschiedlich. Zum einen scheint der Aufbau der vielerorts katastrophal zerstörten Fabriken schneller voranzugehen als bisher angenommen. Gleichzeitig existieren aber gleich eine Handvoll an Faktoren, die einem wirtschaftlichen Wachstum entgegenstehen. Allen voran der starke Yen, der die traditionelle Exportnation belastet.

                  © IckeT / fotolia.com

                  Nachdem sich der japanische Aktienmarkt zwischenzeitlich wieder etwas erholt hat, so konnte er seit dem Tsunami im März rund 1000 Punkte wieder gut machen, ist von einer weiteren Kurssteigerung in Japan vorerst nicht auszugehen.

                  Zu grundlegend sind die Probleme des Landes, die schon lange Zeit vor dem Erdbeben vorhanden waren und jetzt unter dem nachlassenden Eindruck der Geschehnisse auch wieder deutlicher werden. Nicht ohne Grund hat der MSCI Japan in den letzten fünf Jahren immer mit einem Minus am Jahresende abgeschlossen.

                  Reparatur der Schäden reicht nicht

                  Da hilft es auch nicht, dass der Aufbau wie gesagt gute Fortschritte macht. Das japanische Wirtschaftsministerium schätzt, dass rund zwei Drittel aller in Mitleidenschaft geratenen Fabriken wieder aufgebaut wurden. Bis zum Sommer wird dieser Wert sogar auf dann etwa 90 Prozent angesetzt. Was bleibt ist aber die Tatsache, dass Japan eine hohe Staatverschuldung besitzt, eine schlechte Demografie und die Wettbewerbsfähigkeit vieler Export-Unternehmen, gerade im Vergleich mit dem Nachbarn China, nachlässt.

                  Neue Unsicherheitsfaktoren für Japan

                  Zudem steht Japan durch das Erdbeben und die Maßnahmen zum Wiederaufbau vor neuen Problemen. Der starke Yen führt zu noch größeren Problemen beim Export. Eventuelle Mehrwertsteuererhöhungen durch die Regierung, die die umfangreichen Hilfsmaßnahmen natürlich finanzieren muss, würden unweigerlich den Konsum belasten. Zusätzlich sind auch die derzeitigen Engpässe in der Stromversorgung zu bedenken.

                  Wie lang diese noch anhalten wird, kann seriös nur schwer eingeschätzt werden, da die Informationen hierüber nur spärlich ausfallen. Als Anleger sollte man sich also weiterhin dem Thema Japan mit großer Vorsicht nähern. Auch wenn die guten Nachrichten zum fortschreitenden Wiederaufbau des Landes ein anderes Bild vermitteln.

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