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                  Brüssel greift tief in die Geldbörse

                  Andrea Cruse - 21.06.2011

                  Da haben wir uns doch gerade mit der Tatsache abgefunden, dass es weiterhin teuer in der Vorratskammer bleibt, da kommt schon der nächste Grund für eine weitere Erhöhung der Lebensmittelpreise. Europäische Landwirte erhalten 210 Millionen Euro für ihre Umsatzeinbußen.

                  © Ulrike Steinbrenner / aboutpixel.de

                  Die EHEC-Welle forderte nicht nur gesundheitliche Opfer, sondern auch die Gemüsebauern erlitten deutlichen Schaden. Jetzt öffnet Brüssel mal wieder die Geldbörse, dies stimmten die Mitgliedsstaaten der EU-Kommission ab. Die Gemüsebauern werden für unverkäufliche Gurken, Tomaten, Paprika, Zucchini und Salate entschädigt, 50% ihrer Ausfälle werden aus einem Notfallfonds ersetzt. Die restlichen 50% müssen die Bauern selber tragen, sprich die Gemüsepreise werden rapide nach oben klettern.

                  Die Entschädigungen werden für die Zeit ab 26.Mai 2011 überwiesen, als die Warnungen u.a. vor spanischen Gurken zu einem Einbruch der Gemüseverkäufe in der gesamten Union führten. Die Mitgliedsstaaten müssen in den kommenden Wochen in Brüssel melden, welche Gemüsebauern wie hart getroffen worden sind. Der Landwirtschaftskomissar Dacian Ciolos betonte, dass Erzeugergemeinschaften über die EU-Hilfe hinaus ihren Mitgliedern Entschädigungen zahlen können.

                  Diese Subvention löste aber auch Proteste aus, Publizist Michael Friedmann sprach vielen Steuerzahlern aus der Seele: “Wenn es überhaupt einen Grund geben kann für diese Solidarität, dann in Fällen wie EHEC. Die Bauern können nichts für dieses Bakterium. Sie tragen keine Verantwortung, es liegt kein direktes Fehlverhalten vor. Und doch sollte man auch in diesen Fällen äußerst zurückhaltend mit Kompensationen sein und ein rechtlicher Anspruch liegt keinesfalls vor. Hoteliers können auch nicht bei der EU anklopfen, wenn die Sommersaison durch anhaltenden Regen wegbricht. Fluggesellschaften kommen auch nicht auf die Idee, in Brüssel anzuklopfen, weil wochenlange Unwetter oder Nebel oder Stürme es den Flugzeugen unmöglich machen, zu starten. So was nennt man zu Recht höhere Gewalt. Das Gleiche muss für die Bauern gelten. Umdenken und Umlernen sind längst überfällig. Ein Unternehmen, und nichts anderes ist ein Bauernhof, muss durch eigene wirtschaftliche Kraft überleben. Nicht durch Subventionen des Steuerzahlers.“

                  Bleibt für die Bauern zu hoffen, dass jeder wieder fleißig Gemüse verspeist.

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                  Fragen zu Brüssel greift tief in die Geldbörse

                  2011-06-29, 13:56

                  vera

                  Recht hat er - der Herr Friedmann!!!
                  Selbstverständlich sind die wirtschaftlichen Einbußen nicht leicht für die Landwirte und besonders für diejenigen, die auf ein oder zwei Gemüsesorten spezialisiert sind.
                  Nichts desto trotz kann nicht alles vom Staat kompensiert werden.
                  Aber - subventionieren, ja das kann die EU - wir werden sehen, wo uns die Subventionen langfristig hinführen...

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