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Die Aktie - ein Wertpapier mit Imageproblem
Mathias Brandt - 16.05.2011
Im zweiten Halbjahr 2010 gab es nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts (DAI) in Deutschland rund 3,4 Millionen direkte Aktionäre (-> Statistik Besitz von Aktien in Deutschland). Die Zahl der Aktionäre und Fondsbesitzer insgesamt belief sich auf 8,2 Millionen. Die Begeisterung für Aktien ist hierzulande in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen.
Im Jahr 2000 wurden in Deutschland noch fast 12 Millionen Besitzer Aktien oder Fonds gezählt, darunter 6,2 Millionen direkte Aktionäre. Mitverantwortlich hierfür war der New-Economy-Boom ab Mitte der 90er Jahre. Millionen Anleger wollten am sagenhaften Aufstieg der neuen Technologieunternehmen teilhaben. Allein das Stichwort Internet reichte damals, um Investoren zu gewinnen. Das große Anlegerinteresse an den so genannten Dotcom-Unternehmen führte vermehrt zu Börsengängen. Die Zahl der Aktiengesellschaften und Kommanditgesellschaften auf Aktien verdreifachte sich zwischen 1995 und 2000 nahezu von 3.780 auf 10.582. Außerdem verschaffte der Börsengang der Deutschen Telekom dem Anlageobjekt Aktie einen spürbaren Popularitätsschub.
Die Dotcom-Blase platzte bekanntlich im März 2000 und auch der Börsengang der Telekom hielt nicht das, was sich viele Neu- bzw- Kleinaktionäre davon versprochen hatten. In der Folge nahm das Interesse am Wertpapier Aktie deutlich ab.
Das DAI hat aktuell trotz Rückgang der Aktionärszahlen eine leicht positive Entwicklung ausgemacht. So kauften private Haushalte und Organisationen ohne Erwerbszweck im zweiten Halbjahr 2009 und im ersten Halbjahr 2010 netto Aktien im Wert von vier Milliarden Euro. Insgesamt müssen aber auch die Experten des Instituts einräumen, dass dies nicht zu einer Imageverbesserung der Aktie geführt hat. Dr. Franz-Josef Leven vom DAI sieht hier den Staat in der Pflicht: „Es liegt im Interesse der Allgemeinheit und ist daher auch elementare Aufgabe des Staates, durch geeignete Maßnahmen auf eine höhere Akzeptanz von Aktie und Kapitalmarkt hinzuwirken.
Im Vergleich zu den Deutschen sind unsere europäischen Nachbarn weniger zurückhaltend, wenn es um die Wertanlage Aktie geht. In den Niederlanden etwa beläuft sich der Anteil der Aktionäre an der Gesamtbevölkerung auf 30 Prozent. Bei den Briten sind es 23 Prozent, in Frankreich immerhin noch 14,5 Prozent. Verhältnisse von denen deutsche Unternehmen nur träumen können.
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