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Kein Frisörtermin für Griechenland!
Mathias Bartsch - 29.04.2011
Haircut, kein anderes Wort hört man derzeit öfters aus dem Mund vieler Wirtschaftsexperten. Dabei geht es natürlich weniger um das Haupthaar an sich, sondern vielmehr um den überbordenden Schuldenberg von Griechenland. So bedeutet der Begriff nicht weniger, als die Umschuldung der Griechen. Die Gläubiger zahlen dabei die Zeche und zwar beträchtlich. Von bis zu 50 % der Schuldensumme geht man vielerorts aus, würde der Verzicht mit sich bringen. Eine radikale Lösung, die bessere Alternativen besitzt.
Goldene Mitte statt Radikalkur
So sollte man statt der beschriebenen Umschuldung besser einen moderaten Mittelweg wählen. Neben der konsequenten Umsetzung der Reformprogramme der griechischen Regierung könnte beispielsweise bei griechischen Anleihen die Fälligkeit einige Jahre nach hinten verlängert werden. Auch eine geringere Zinszahlung oder der gänzliche Verzicht auf den jeweiligen Kupon sind denkbare und sinnvollere Optionen.
Weniger Zinsen aber kein Geldverlust
Der Vorteil der Vorschläge liegt darin, dass die Anleger bei diesen Vorgehensweisen kein Geld einbüßen. Nur der Ertrag durch die Zinsen wird geschmälert. Beim Haircut sind stattdessen wie zu Beginn beschrieben erhebliche Einbußen zu befürchten. Außerdem handelt es sich aus gutem Grund bei der Umschuldung bisher um ein finanzpolitisches Tabu.
Griechenland wäre ohne Frage vom derzeitigen Finanzsystem mehr oder weniger komplett abgeschnitten. Auch andere Wackelkandidaten, wie Spanien oder Portugal, würden den zu erwartenden Vertrauensverlust der Anleger und den dadurch weiter steigenden Anleihenzinsen nicht mehr standhalten können.
Umschuldung als Startschuss für neue Bankenkrise
Zudem würde die Umschuldung des Landes das griechische Bankensystem vollends in die Knie zwingen. Schlimmer noch, auch viele ausländische Banken würden in Mitleidenschaft gezogen. Hierzu reicht schon allein ein Blick auf die Verbindlichkeiten, die das Land gegenüber deutschen Banken aktuell aufweist. Die ergeben eine Summe von rund 18 Milliarden Euro. Zu befürchten wäre, dass vielmehr eine erneute Bankenkrise ausbricht. Deren Finanzierung wird dann durch die engen Verflechtungen des europäischen Bankensystems allemal wesentlich teurer.
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