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Verbraucherzentrale sieht weiterhin häufige Falschberatung bei Immobilienfinanzierungen
- 04.04.2011
Welch großen Nutzen der Immobilienerwerb für die Bürger haben kann, haben inzwischen selbst echte Laien begriffen, die sich sonst nur widerwillig mit Vorsorgemaßnahmen für die Zeit nach dem Berufsleben befassen und stattdessen lieber auf die Absicherung durch den Staat vertrauen. Immer mehr Menschen verlassen sich lieber auf die Kombination aus staatlicher Rente und privater Vorsorge. Besonders beliebt ist hierbei zunehmend der Immobilienkauf, weil Häuser und Wohnungen eben zu Recht auch als krisensicher gelten.
Getrübt werden die Bemühungen der Verbraucher jedoch durch mangel- und fehlerhafte Finanzierungsangebote, die vielen Kunden unterbreitet werden. Das dem so ist, stellt eine neue Analyse der Experten der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in beeindruckender Weise unter Beweis. Die Auswertung der Verbraucherschützer macht einmal mehr deutlich, dass die Zeiten, in denen Kunden sich voll und ganz auf eine Beratung in ihrem Sinne verlassen konnten, scheinbar endgültig vorbei sind.
Bedarf der anfragenden Kunden wird zu wenig berücksichtigt
Mit fast 400 unterschiedlichen Angeboten hatten sich die Mitarbeiter der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg eingehend beschäftigt. Die Angebote waren von Banken, Bausparkassen und anderen Finanzierern für 233 Verbraucher erstellt worden, die wahlweise eine Immobilie erwerben oder einen Neubau in Angriff nehmen wollten. Das Ergebnis der Analyse ist mehr als bedenklich. Dass es immer wieder mal dazu kommt, dass Kunden nicht präzise und bedarfsgerecht genug beraten werden, hatten die Tester wohl erwartet.
Dass aber gleich 71 Prozent der Angebote mitunter sogar gravierend deutlich am Kunden vorbeigingen, war in dieser Weise vermutlich selbst für Pessimisten in dieser Form nicht absehbar gewesen. Ein besonderes Ärgernis aus Sicht von Finanzierungsprofis: Kunden können sich in diesem Zusammenhang nicht mal richtig schützen, indem sie beispielsweise einen großen Bogen um bestimmte Anbieter machen.
Oft werden falsche Parameter angesetzt
Denn die Probleme mit der Beratung zur Immobilienfinanzierung gibt es bei Bausparkassen und Finanzvertrieben ebenso wie bei Anbietern aus der Versicherungsbranche sowie bei den Volks- und Raiffeisenbanken und - dies trifft manchen Verbrauchern wohl am härtesten - bei den Sparkassen im Lande. Ganz gleich wo die Berater ihren Dienst verrichteten, überall gab es vergleichbare Mängel im Rahmen der Beratungsanalysen der Verbraucherzentrale.
Das Problem hierbei besteht zwangsläufig darin, dass die Kunden die Rechnung für die Fehler der Berater bekommen. Dann etwa, wenn die Zinsbindung oder die eigentliche Kreditsumme nicht in sinnvoller Art und Weise an die Lage des zukünftigen Finanzierungs-Kunden angepasst werden. Noch schlimmer wird es, wenn es zu fehlerhaften Aussagen bezüglich der monatlichen Raten kommt.
Dies kann im schlimmsten Fall sogar zur Folge haben, dass die Finanzierung nicht bis ans Ende der Laufzeit durchgehalten werden kann. Dies führt nicht nur dazu, dass die Altersvorsorge gescheitert ist. Generell kann den Verbrauchern infolge mangelhafter Beratung sogar die so genannte Privatinsolvenz drohen. Die Verbraucherschützer fordern deshalb zum wiederholten Male Verbesserungen der Beratungsangebote, damit Verbraucher ihre selbst gesteckten Ziele auch wirklich erreichen können.
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